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Münzen Lexikon
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Münzen
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 3526


Bronzital
Eine moderne Legierung aus Kupfer (82%), Aluminium (16%) und Nickel (2%), die in Italien 1977 für die Prägung des 200-Lire-Stücks als Münzwerkstoff eingesetzt wurde. In Frankreich (nur 10-Francs-Stücke 1974-1988), Finnland und Australien wurden danach auch Münzen mit dieser Metalllegierung geprägt. Meist wurde ein...

Brotmarken
Münzähnliche Marken, auch Brotpfennige genannt, die bei Teuerungen des Brots in Notzeiten, bei Getreideknappheit oder infolge von Missernten oder Kriegen von den Städten oder Gemeinden an die notleidende Bevölkerung verteilt (oder günstig verkauft) wurden. Die Brotmarken berechtigten zum Erwerb von Brot, einem unverzichtbar...

Brucher, Antoine
Das Geburtsjahr des 1568 verstorbenen französischen Stempelschneiders und Medailleurs ist unbekannt. Gesichert ist hingegen das fruchtbare Wirken Bruchers an der Pariser Münze 'Moulin des Etuves' in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod. Der Arbeit des Münzkünstlers kam zugute, dass diese Pariser Münzstätte bereits mi...

Brulé
Name einer Billon-, später Kupfermünze des Bistums Lüttich im 15./16. Jh., unter Bischof Johann von Heinsberg (1419-1455) eingeführt. Man unterscheidet die petits (kleinen) Brulés von den bons (guten) oder grands (großen) Brulés, die von kleinen Fürsten häufig beigeschlagen wurden. Im Jahr 1486 galt...

Brummer
Siehe Bromberger und Dreipölker.

Brunnenfunde
Die Römer pflegten Münzen häufig als Opfergaben an Nymphen oder lokale Gottheiten in alte Brunnen und Heilquellen zu werfen (Votivfunde). Dieser Brauch hat sich an der Fontana di Trevi in Rom bis heute erhalten. Da die Münzen oft über einen langen Zeitraum an denselben Stellen versenkt wurden, zeichnen sich die Brunnen- und...

Brustbild
Büste

Brustschild
Auf der Brust eines heraldischen Adlers dargestellter Wappenschild, wie er u.a. auf Münzen des Römisch-Deutschen Reichs, deutscher Städte, Preußens, Russlands und der USA zu sehen ist.

Brückenmarken
Marken, die als Quittung für die Bezahlung einer Gebühr ausgegeben wurden, die zur Passage einer Brücke berechtigte. Sie enthielten meist Angaben über die Höhe der Mautgebühr, Kennzeichen über den Ort, die Einzugsstelle und die Form des Verkehrs (Fußgänger, Pferd, Fahrzeug). Die Landsberger Pfennige von...

Brückenmünzen
Auch Klanggerätegeld oder Klanggeld werden alte, halbmondförmige Bronzeobjekte aus China genannt. Die brückenförmigen Bronzegüsse haben Zier- oder Randlinien und sind in der Regel mit einer Patina überzogen. Die meisten Stücke sind mit einer Lochaufhängung oder mit einem Henkel versehen. Da sie in China zusam...

Bryman
Brabantische Groschenmünze, die in der gemeinsamen Regierungszeit der Fürsten Johanna und Wenzeslaus seit 1371 in Maastricht geprägt wurde. Der Name geht auf die Darstellung eines Ritters mit Schwert und Schild zurück, der von der Bevölkerung als Bräutigam (Bryman) der Herzogin Johanna gesehen wurde. Man hat auch Halb-...

Brüning-Taler
Volkstümliche Bezeichnung des 4-Reichspfennig-Stückes von 1932, das in der Zeit der Deflation zur Sparsamkeit anregen und preissenkende Wirkung haben sollte. Die Benennung geht auf den damaligen Reichskanzler Heinrich Brüning zurück, der eine Deflationspolitik unter Inkaufnahme einer Verschärfung der Arbeitslosigkeit fü...

Brömsentaler
Bezeichnung für Talermünzen der Stadt Lübeck, die in ihren Umschriften eine oder mehrere Bremsen (Stechfliegen) tragen. Sie sind während der Amtszeit der Bürgermeister Nicolaus (1537-1548) und Diderich Brömse (1594-1599) entstanden.

Bu
Japanische Münzeinheit der Edo-Periode. Die goldenen Ni-Bu (2-Bu-Stücke) und Ichi-Bu (1-Bu-Stücke) wurden unter ständigem Verlust an Gewicht und Gehalt bis ins 19. Jh. in Form von rechteckigen, klippenähnlichen Goldplättchen hergestellt. In ähnlicher Form wurden ab 1837 auch silberne 1-Bu-Stücke (Ichi-Bu Gin)...


Die Spatenmünzen Chinas werden in der chinesischen Literatur Bù genannt. Das spatenförmige Geld lief im Norden und Westen Chinas zwischen dem 11./12. Jh. v.Chr. und dem 3. Jh. v.Chr. um. In veränderter Form kommen spaten- oder grabegabelähnliche Pu-Münzen später noch einmal unter dem Usurpator Wang Mang (23-9 v....

Buaya
Bezeichnung der aus Zinn gegossenen Kleinplastiken in Form eines Krokodils, die auf der malaiischen Halbinsel (Malaysia) und in Teilen Surinams im 18./19. Jh. als Geld umliefen. Sie sind mit dem gleichzeitig umlaufenden Ayam verwandt.

Buchdruck-Medaillen
Sammelgebiet von Medaillen, die sich in Schrift oder Bild auf Bücher, Verlage, Druck, Druckereien, Presse(freiheit), Zeitungen, Zeitschriften beziehen. Auch Präsenzzeichen und Gildemarken der Drucker gehören zu diesem Gebiet. Die meisten dieser Medaillen in Deutschland sind wohl dem Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg, und de...

Buchgeld
Auch Giralgeld, ist kein Münz-, Papier- oder Bargeld; es handelt sich vielmehr um in den Büchern von Banken geführte Gutschriften, die jederzeit fällig werden können (Sichteinlagen) oder zur Zahlung per Überweisung verwendet werden können. Als Buchgeld im weiteren Sinn können auch Termin- und (kurzfristig ver...

Buck
Zeitgenössischer Slang-Ausdruck für den Dollar, wie er z.B. in dem Ausdruck 'to make a fast buck' (eine schnelle Mark machen) vorkommt.

Budaer Denare
Mittelalterliche Pfennigprägungen aus Ungarn (ungarische Denare), die auf ihrem Gepräge mit einem Hinweis auf die Stadt Buda versehen sind. Sie tragen entweder das Stadtwappen (dreitürmiges Burgtor) oder die Umschrift MONETA BVDENSIVM und stammen aus der Zeit zwischen 1311 und 1355.

Budju
Auch Budschu oder Boudjou, ist eine algerische Münzeinheit und bezeichnet auch Silbermünzen, die unter der Oberherrschaft der ottomanischen Sultane im 18. und 19. Jh. für Algerien geprägt wurden. Seit Mitte des 18. Jh.s gab es Viertel- und Achtelstücke, es folgten halbe Stücke und erst seit dem frühen 19. Jh. ganz...

Buffalo Nickel
Bezeichnung für den Typ des US-amerikanischen 5-Cent-Stücks (Nickel genannt), der 1913 den Typ Liberty ablöste. Wie alle 5-Cent-Stücke wurde er seit 1866 aus einer Legierung geprägt, die 75% Kupfer und 25% Nickel enthält. Die von James E. Frazer geschaffene Münze ist nach dem Rückseitenbild, einem Bison (buff...

Bugatto, Zanetto
Der milanesische Bildhauer gilt als Modelleur der größten und schwersten Goldmedaillons aller Zeiten. Außer einem Dokument der Münzstätte Genua, die 1505 ein Stück eingeschmolzen hatte, gibt es keine weiteren Informationen zu diesem Thema. Das Goldgewicht der Medaillons soll bei ca. 36 kg gelegen haben, was dem Gewic...

Buggel-Angster
Süddeutsche Benennung für den Bäggeli-Angster von Luzern. Die volkstümliche Bezeichnung spielt auf das hochgetriebene Gepräge, den 'Buckel' der Münze an.

Bugne
Bezeichnung einer spätmittelalterlichen Münze der Stadt Metz, später auch vom Bistum Metz geprägt. Ihr Wert war 4 Deniers (Pfennige) oder ein 1/3 Gros (Groschen), danach auch als Tiercelle (Drittelstückchen) bezeichnet. Die Münze ist auch als Halb- und Viertelstück geschlagen worden. Sie zeigt die Darstellung des ...

Bugslauer
Halbmarkstück oder schwerer Schilling, den Herzog Bogislaus X. von Pommern im Jahr 1500 zu 1 1/2 Schilling oder 1/6 Goldgulden in Stettin prägen ließ. Das etwa 4,87 g schwere Silberstück (885/1000 fein) zeigt auf der Vs. die Jungfrau Maria, auf der Rs. ein Kreuz auf viergeteiltem Wappen. Die sehr raren Stücke weisen bei de...

Bujruk
Münznominal, das von der britischen East India Company 1677 in Bombay eingeführt wurde. Der Name ist vermutlich aus der englischen Bezeichnung 'Buzerook' für den Bazarucco entstanden. Der mit einer Kupfer-Zinn-Legierung hergestellte Bujruk wurde auch Tinny (Zinnener) genannt.

Bullen
Vom lat. 'bulla' abgeleiteter Ausdruck für Kapsel. Römische Kinder trugen in Kapseln eingelassene Amulette um den Hals. Das Wort wurde auf eingekapselte Siegel übertragen, die zum Verschließen und Bestätigen der Echtheit von Dokumenten und Briefen verwendet wurden. Schließlich ging die Bedeutung des Wortes auf die Do...

Bullionmünzen
Bezeichnung für neue Platin-, Gold- oder Silbermünzen, die mit einem geringen Agio auf den Edelmetallwert gehandelt werden. Es handelt sich nicht um gesetzliche Zahlungsmittel eines Staates, sondern um den Absatz von Edelmetallen, die metallexportierende Länder privaten Geldanlegern bieten. Ein Teil des für den Export bestimmten...

Bumia
Bezeichnung der goldenen 100-Piaster-Stücke, die in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s in Tunesien geprägt wurden. Der Name Bumia ist die arabische Bezeichnung für Hunderter. Es gab auch Halb- und Zehntel-Stücke des Bumia.

Bun-Penny
Volkstümliche Bezeichnung für die in der 2. Hälfte des 19. Jh.s geprägten britischen Pennys aus dem Viktorianischen Zeitalter (1837-1901). Der Name geht auf die Frisur Königin Viktorias zurück, die auf der Vs. der Münze mit einem Haarknoten (engl. 'bun') dargestellt ist.

Bundesbank
Deutsche Bundesbank

Bundesmünzen
Bezeichnung antiker Münzen, die aufgrund einer Münzkonvention zwischen zwei oder mehreren Städten bzw. Kleinstaaten geprägt wurden. Bundesmünzen wurden seit dem 6. Jh. v.Chr. geprägt, am bekanntesten sind die Gemeinschaftsprägungen der Arkadischen Liga (mittlerer Peloponnes). Die Münzen der frühen Pr&aum...

Bundestaler
Schmalkaldischer Bundestaler.

Bunduki
Marokkanische Goldmünze zu 2 (goldenen) Mitkal im ausgehenden 18. /19. Jh.

Bungtown Coppers
Slang-Ausdruck für die Fälschungen englischer Halfpennies, die in der 2. Hälfte des 18. Jh.s in einigen Staaten Nordamerikas im Umlauf waren. Der Name leitet sich von to bung (betrügen) ab.

Buqsha
Jemenitische Währungseinheit zur Zeit des Imanats bis 1962. 1 Buqsha = 2 Halala = 4 Zalat. Nach der Ausrufung der Arabischen Republik Jemen 1962 trat der jemenitische Rial an Stelle des Riyal (Imadi), der wie sein Vorgänger mit 40 Buqsha bewertet wurde. Mit der Einführung der Dezimalwährung 1974 wurde der Buqsha aufgegeben.

Burbe
Kleines tunesisches Münznominal zu 6 Burbinen bis ins 19. Jh. 1 Piaster = 104 Burbe.

Burbine
Kleinste tunesische Kupfermünze bis ins 18. Jh., im 19. Jh. nur noch reine Rechnungsmünze. 6 Burbinen galten 1 Burbe.

Burgenses
Lateinische Bezeichnung des Bourgeois in Urkunden.

Burggraf
Der Titel des Burggrafen (lat. praefectus oder castellanus) wird im 11. Jh. in die Reichsverfassung eingeführt. Der Titelträger erhielt entweder den Oberbefehl über eine Burg mit Verwaltung und Gerichtsbarkeit für das umliegende Gebiet oder die Stadtkommandantur, insbesondere der 11 befestigten Reichsstädte Regensburg, Augs...

Burgtaler
Kastelltaler

Burgundischer Kreis
In der Regierungszeit Kaiser Maximilians I. wurde auf dem Reichstag zu Köln (1512) das Römisch-Deutsche Reich erstmals in Reichskreise eingeteilt, später wurden die in den Reichsgrenzen verbliebenen Teile des burgundischen Erbes in den Burgundischen Kreis eingeteilt. Dazu zählten vor allem die Münzstätte Dôle der...

Burgundischer Reichstaler
Nachdem der spanische König Philipp II. als Regent der Niederlande den Reichsabschied von 1566 angenommen hatte, wurde der Reichstaler auf den Wert von 30 Patards oder Stuiver festgelegt. Danach veranlasste Philipp 1567 bis 1571 die Prägung des Burgundischen Reichstalers (allerdings zu 32 Patards), der von den Generalstaaten (1580 und 159...

Burgundisches Kreuz
Bezeichnung einer Abart des Andreaskreuzes, das auf einer Reihe von Münzen aus Burgund dargestellt ist.

Burigozzo
Mailändischer Typ eines Testone zu 32 Soldi, der in der Regierungszeit Karls V. den hl. Ambrosius mit einer Kopfbedeckung zeigt. Die Münze ist vermutlich nach dem italienischen Wort 'boricco' (Kapuze) benannt.

Bursarienzeichen
Kupferne Marken der westfälischen Domkapitel Münster, Osnabrück und Paderborn im 16. und 17. Jh. Aufgrund des Kleingeldmangels kursierten sie ursprünglich als Geldersatz oder als Quittung zwischen den Kapitelbeamten und dem Bursarius. Später wurden sie auch von der Bevölkerung gern als Zahlungsmittel angenommen, da sie...

Buschmannperlen
Die von Europäern Buschmannperlen genannte vormünzlichen Zahlungsmittel Südafrikas gehören zu den ältesten afrikanischen Perlenarten überhaupt. Diese Perlen wurden von Buschmännern aus rundgeschliffenen Schalenteilchen von Straußeneiern hergestellt und sollen bei einigen Stämmen Namibias noch bis ins 20...

Butken
Bezeichnung des Halbstücks des Botdrager.

Butut
Kleine Münze von Gambia, die mit der Dezimalwährung am 1. Juli 1971 in der jungen westafrikanischen Republik eingeführt wurde. 100 Bututs = 1 Dalasi (Dirham).

Bündner Gulden
Rechnungsmünze zu 70 Blu(t)zger im schweizerischen Kanton Graubünden bis ins 19. Jh.

Bürgerkriegsmünzen
Im Allgemeinen werden alle Münzen, die während eines Bürgerkriegs geprägt wurden, als Bürgerkriegsmünzen bezeichnet. Speziell werden aber die dänischen Denare so genannt, die in den Bürgerkriegen zwischen 1240 und 1340 so sehr verschlechtert wurden, dass sich die Bevölkerung mit ausländischen Mü...

Büste
Bezeichnung des klassischen Darstellungsstils für einen bestimmten Teilbereichs des menschlichen Körpers, im Gegensatz zum späteren Brustbild. Von Büste spricht man, wenn der Kopf und die Schulter- oder der Brustbereich nur angeschnitten dargestellt ist, wie es auf Münzen der Antike, der Renaissance, des Barocks und des Kla...

Cache
Französische Entsprechung des englischen Ausdrucks Cash.

Cadière
Silbermünze der französischen Provinz Dauphiné, die unter Karl V. und Karl VI. zwischen 1365 und 1422 geprägt wurde. Die Vs. zeigt den von zwei Delphinen umgebenen Herrscher, den Dauphin. Im Jahr 1349 schloss sich das Fürstentum Dauphiné unter der Bedingung an das Königreich Frankreich an, dass alle künft...

Cadière d´or
Bretonische Goldmünze aus dem Jahr 1498, die Herzogin Anna von der Bretagne, Witwe des französischen Königs Karl VIII., in Rennes und Nantes schlagen ließ. Der Cadière d´or ist die erste Münze in Frankreich, die mit der Angabe einer Jahreszahl geprägt wurde.

Caduceus
Herolds- oder Botenstab des römischen Gottes Merkur (entspricht dem griech. Gott Hermes), die griechische Entsprechung lautet Kerykeion. Es handelt sich um einen kurzen Stab, der oben 8-förmig verziert ist, später auch in Form einer Schlange gewunden oder mit Schlangenkopf, darunter oft mit Flügeln versehen. Auf griechischen und...

Caesar
Ursprünglich Beiname des römischen Geschlechts der Julier. Von dem berühmten Gaius Julius Caesar auf seinen Adoptivsohn Octavian, den späteren Kaiser Augustus, übertragen und von diesem und den nachfolgenden römischen Kaisern und ihren Angehörigen als Titel geführt. Seit Nero wurde er zum Ehrennamen, seit Had...

Cagliarese
Kleinmünze der Stadt Cagliari (Sardinien), die unter Ferdinand dem Katholischen zu Beginn des 16. Jh.s als Billonmünze eingeführt wurde. 300 Cagliarese = 50 Soldi = 10 Real = 1 Scudo. Von 1668 an wurden die Cagliarese nur noch in Kupfer ausgebracht, meist als 3-Cagliarese-Stücke.

Calderilla
Spanische Billonmünze, die ab der Münzreform 1497 unter Ferdinand dem Katholischen von Aragon (1479-1516) und seiner Gemahlin Isabella von Kastilien (1474-1504) in Werten von 1 Blanca, 2 und 4 Maravedi ausgebracht wurde. Die beiden Letztgenannten stellen auf ihren Münzbildern die Wappen von Kastilien (Kastell) und von Aragon (Lö...

Calvario
Beiname des portugiesischen goldenen Cruzado, der zum Ende der Regierungszeit Johanns III. (1521-1557) zu 400 Reis geprägt wurde. Der Name leitet sich von der Darstellung des Kalvarienkreuzes, dem Wahrzeichen der Inquisition, auf der Rs. der Münze ab.

Camelio
(ca. 1455-1537)Eigentlich Vittore Gambello, war ein vielseitiger Renaissancekünstler, der als Medailleur, Stempelschneider, Gold- und Waffenschmied arbeitete. Seit 1484 war er 'Meister der Stempel' an der Münze in Venedig (Zecca). Er verließ Venedig um 1510 und fand an der päpstlichen Münze in Rom sein Auskommen, die von den Fuggern gepa...

Candareen
Englische Bezeichnung für eine kleine chinesische Münz- und Gewichtseinheit, chinesisch Fen genannt. 100 Candareens (Fen) = 10 Mace (Ch´ien) = 1 Tael (Liang). Die englischen Bezeichnungen traten seit dem Ende des 19. Jh.s als Gewichtsangabe auf chinesischen Münzen auf. So war z.B. der chinesische Dollar (Yuan) im Gewicht von 27...

Candida, Giovanni
(1450-1495)Der Medaillenkünstler entstammte einer neapolitanischen Adelsfamilie und betätigte sich beruflich als Diplomat. In den 70er Jahren war er Sekretär Karls des Kühnen von Burgund, ehe er 1480 nach Frankreich ging. Neben Medaillen auf Persönlichkeiten des burgundischen und französischen Hofes schuf er auch eine Medaille mi...

Canello
Beiname der Silberbarren von Portugiesisch-Mosambik, die 1843 aufgrund des Geldmangels im Wert von 6 Cruzados ausgegeben wurden (Barinha).

Capellone
Bezeichnung einer Silbermünze, die 1750/51 unter Herzog Franz III. von Modena zu 6 Bolognini und 8 Denari geprägt wurde. Der Capellone stellte den Gegenwert einer Drittel-Lira di Modena bzw. einer Halb-Lira di Reggio dar. Der Name leitet sich von dem Bildnis des Herzogs auf der Vs. ab, der mit langem Haar (capello) dargestellt wurde.

Capis
Römisches Pontifikalgerät in Form einer Schale mit großem Henkel, das bei Opferungen benutzt wurde und manchmal als Attribut auf römischen Münzen erscheint.

Capucia
Lateinische Bezeichnung des ältesten Typs des Follaro der Stadt Ragusa, der seit dem ausgehenden 13. Jh. geschlagen wurde. Die Vs. zeigt ein Brustbild mit kaiserlichem Diadem und Togaüberwurf, eine Nachahmung des antiken Stils römischer Münzen. Die Rs. zeigt im zeitgenössischen gotischen Stil des Mittelalters ein R zwischen...

Caradosso, Cristofano
(ca. 1452-1527)Bedeutender Goldschmied, Medailleur und Stempelschneider der italienischen Renaissance. Seit etwa 1474 stand der Künstler in Diensten des Hauses Sforza und des französischen Besatzers König Louis' XII. in Mailand, kurzzeitig war er in Mantua und an der päpstlichen Münze in Rom beschäftigt. Für Herzog Ludovico Moro...

Carambole
Beiname des silbernen Ecu blanc im Wert von 4 Livres bzw. 80 Sols, der in Frankreich zwischen 1685 und 1705 unter Ludwig (Louis) XIV. (1661-1715) vorwiegend in der Münzstätte Lille für die eroberten Gebiete Flanderns und des Artois geschlagen wurde. Die Caramboles hatten mit 37,29 g ein höheres Raugewicht als die normalen Ecus b...

Cardecii
Verkürzte Bezeichnung für die französischen Quarts d´écu, die Viertel-Ecu-Stücke.

Carl d´or
Karolin

Carlin d´or
Beiname einer mittelalterlichen Goldmünze, die 1278 bis 1305 unter der Regierung von Karl I. von Anjou und seinem Nachfolger Karl II. in Neapel, Messina und Brindisi als Feingoldmünze geschlagen wurde. Nach der Verordnung von 1278 sollte sie 24-karätig (also 1000/1000 fein) sein, erreichte tatsächlich jedoch eine Feinheit von 99...

Carlino
Silbermünze des Königreichs Neapel nach dem Vorbild des französischen Gros tournois. Sie wurde unter Karl II. (1285-1309) im Jahr 1303 im Wert eines halben Goldtari geprägt. Nach der Darstellung des Lilienkreuzes auf der Rückseite wurde der Typ auch Gigliato (giglio = Lilie) genannt und er hielt sich in Süditalien bis ...

Carolin
1. Rare schwedische Goldmünze im Wert von 16 Mark (= 4 Riksdaler), die unter Karl IX. (1604-1611) in Stockholm geschlagen wurde. Sie wiegt 4,96 g (979/1000 fein). 2. Schwedische Handelsgoldmünze, die unter Karl XV. (1859-1872) in Anlehnung an das 10-Francs-Stück der Lateinischen Münzunion geprägt wurde. Auf der Umschrift w...

Carolus
Auch Carolus-Dollar oder Carolus-Piaster genannt, bezeichnet die 8-Reales-Stücke, die unter dem spanischen König Karl III. (1759-1788) und seinem Nachfolger Karl IV. (1788-1808) geprägt wurden.

Carolus d´argent
Die erste Talermünze der Niederlande, die in der Regierungszeit von Kaiser Karl V. 1543 als Silbermünze im gleichen Wert (Äquivalent) wie der goldene Carolus d´or eingeführt wurde. 1 Carolus d´argent = 1 Carolus d´or = 20 Patards = 20 Stuiver = 40 Groot. Die beiden äquivalenten Rechnungsmünzen wurden ...

Carolus d´or
Niederländischer Goldgulden, der unter Kaiser Karl V. 1517 mit einem Feingewicht von 2,12 g eingeführt wurde, das aber schnell auf 1,71 g gesenkt wurde. Durch die Absenkung wurde er zu einer der schlechtesten Goldmünzen seiner Zeit und im Wert dem späteren Carolus d´argent gleichgestellt. Die Vs. zeigt den knienden Kaiser,...

Carrara-Medaillen
Zwei Medaillen mit den Porträts von Francesco I. und Francesco II. da Carrara auf die Rückgewinnung der Stadt Padua um 1390. Die Porträt-Darstellung der beiden Herrscher auf den Vs.n im Stil römischer Cäsaren (kurz geschorene Haare und glatt rasiert) ist stilistisch an die klassischen römischen Großbronzen angele...

Carrareso
Groschenmünze (Grosso) von Padua im Wert von zwei Carrarini aus der Regierungszeit der Carrara-Dynastie im 14. Jh.

Carrarino
Der Halbgroschen von Padua im Wert von 4 Soldi. Der Name ist nach dem Diminutiv (Verkleinerungsform) von Carrareso gebildet, dessen Halbstück die Silbermünze darstellt. Der kleine Grosso von Padua wurde unter Jacobino da Carrara (1350-1355) und seinen Nachfolgern geprägt.

Cartwheel
Volkstümliche Bezeichnung für schwere englische Kupferstücke zu einem Penny und zwei Pence von 1797. Die in der Soho Mint geprägten Stücke sollten in ihrem Materialwert mit dem Nominalwert zusammenfallen. Daher musste für das 2-Pence-Stück 28,7 g Kupfer verprägt werden, bei einem Durchmesser von ca. 41 mm. De...

Carzia
Auch in der Schreibweise Garzia, ist eine venezianische Billonmünze, die für den Umlauf (der venezianischen Besitzung) in Zypern geprägt wurde. Seit 1515 wurde sie nach den jeweils herrschenden Dogen von Venedig benannt. Ab 1569 wurden vierfache Nominale geprägt, die Sixains genannt wurden. 48 Carzia galten 1 Bézant.

Casa di San Giorgio
Eine der ältesten öffentlichen Banken Europas, die 1408 durch den Zusammenschluss von Gläubigern des Stadtstaates Genua gegründet wurde. Durch die Kriege mit Venedig musste der Stadtstaat Zwangsanleihen bei reichen Bürgern aufnehmen, die von der Bank verwaltet wurden. Die Casa nahm Einlagen an und tätigte Überweis...

Cash
1. Englisches Wort für verschiedene geringwertige Münzen aus dem ostasiatischen Raum, abgeleitet aus dem sanskritischen 'karsha' (kleine Münze mit bestimmtem Gewicht) und dem tamilischen 'kasu' (kleines Geldstück). Zu Beginn des 19. Jh.s erschien Cash auf Kleinmünzen des südwestindischen Staates Trawankur (1 Fanam = 64...

Cassathaler
1. Bezeichnung für eine Talermünze aus dem Kurfürstentum Hannover, die im Leipziger Münzfuß (12-Taler-Fuß) im Jahre 1801 in geringen Mengen geprägt wurde. Sie zählte zum 'Cassengeld', dem einzigen Geld, das die Staatskassen 1801 akzeptierten. Schon 1802 sollte der Konventionsfuß (10-Taler-Fuß) e...

Cassiuspfennig
Großpfennig des Erzbistums Köln zwischen 1324 und 1349, der als Vorbote des Übergangs von der mittelalterlichen Pfennig- zur Groschenprägung angesehen werden könnte. Die Rs. zeigt das Bonner Münster mit der lat. Umschrift SIGN(um) ECC(lesiae) S(an)C(t)I CASII BVNEN(sis), was in etwa Wahrzeichen der Kirche des heiligen...

Castellano
Beiname der Halbstücke der kastilischen Goldmünze Dobla. Der Name leitet sich von dem Motiv, einem Kastell (lat. castellum) ab, das als redendes Wappen auf vielen kastilischen Typen des Dobla dargestellt ist.

Castruccino
Halbgroschen aus der Regierungszeit des Großkapitäns und späteren Herzogs der Stadt Lucca (Toskana), Castruccio Castracani degli Antelminelli (1316-1328). Nach ihm ist die Silbermünze auch benannt.

Cauri
Münzeinheit der westafrikanischen Republik Guinea von 1972 bis 1985. Der Name wurde vermutlich von dem in Westafrika früher gängigen vormünzlichen Kaurigeld abgeleitet, das aus dem Gehäuse der Kaurischnecke gefertigt wurde. 100 Cauris = 1 Syli. Das 1971 aus Aluminium geprägte 50-Cauri-Stück zeigt auf der Vs. eine ...

Cavalier
1. Französische Bezeichnung für niederländische Groschenmünzen (Rijders) aus dem Spätmittelalter, die einen Reiter (frz. cavalier, ndl. Rijder) zeigen. Sie stammen von einem Petit Gros au Cavalier (Kleiner Groschen mit Reiter), den Margarete von Konstantinopel (1244-1280) im Hennegau schlagen ließ. Aus diesem Mün...

Cavallina
Billonmünze von 1571 bis 1573, die der damalige venezianische Befehlshaber General Marino Cavalli im Wert von 10 Perpeti auf Candia (Kreta) schlagen und sofort wieder einziehen ließ. Die Vs. zeigt den venezianischen Löwen, die Rs. die Aufschrift AES ARGENTI.

Cavallino
Beiname einer sizilianischen Goldmünze aus der Regierungszeit Karls von Anjou (1266-1285), die als Tari oder deren Vielfache geschlagen wurden. Der Name leitet sich aus der Darstellung eines Pferdes mit Reiter auf der Vs. ab.

Cavallo
Kupfermünze zu 1/12 Grano bzw. 1/6 Tornese, die König Ferdinand (Ferdinando) von Aragon 1472 im Königreich Neapel und Sizilien einführte. Die Vs. zeigt die Büste des Königs, die Rückseite ein Pferd (ital. cavallo), wonach die Münze benannt wurde. Auch als das Motiv des Pferdes nicht mehr auf der Münze da...

Cavallotto
Bezeichnung für eine ganze Reihe italienischer und schweizerischer Groschenmünzen, die vom 16. bis zum 18. Jh. geprägt wurden. Die ersten Cavallotti ließ der französische König Ludwig XII. (1498-1515) während der Besetzung Norditaliens in Asti prägen. Auf der Münzrückseite trägt der auf einem ...

Cavino, Giovanni
(1500-1570)Berühmter Stempelschneider aus Padua. Mit dem Gelehrten Bassiano 'erfand' er eine Menge antiker römischer Münzen. Seine Paduaner sind aber keine Fälschungen im engeren Sinn, denn in der Renaissance waren seine Phantasieprägungen eine Spielart der sehr beliebten Kunstauffassung, freie Variationen auf antike Kunstoriginale he...

CC
Münzbuchstabe für die Münzstätte Carson City (Nevada), der auf US-amerikanischen Prägungen von 1870 bis 1893 erscheint

Cedi
Währungseinheit von Ghana seit dem 19. Juli 1965. Der Name ist abgeleitet von dem Wort 'sedie' (Kauri), dem von den Küstenstämmen benutzten vormünzlichen Kaurigeld. 1 Cedi = 100 Pesewas.

Ceitil
Erste Kupfermünze Portugals, die als erste Kupfermünze des modernen Europa überhaupt gilt. Ihre Benennung leitet sich von der Festung Ceuta (Marokko) her, mit deren Eroberung (1415) die portugiesische Invasion in Afrika begann. Nach der Eroberung Ceutas ließ König João (Johann) I. (1385-1433) die Kupfermünzen i...

Cella
Neapolitanische Silbermünze, die erstmals unter Königin Johanna II. von Neapel (1414-1435) in der Stadt Aquila geprägt wurde. Der Name leitet sich von der Darstellung eines bekrönten Adlers auf der Vs. ab, der als Vogel (ital. uccella) verspottet wurde. Die Bewertung von 1/4 Carlino gab der Münze auch den Namen Quartarola, ...