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Münzen Lexikon
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Münzen
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 3526


al pezzo
Justierung der Münzen nach dem Stück. Damit war gewährleistet, dass sich das Gewicht jedes einzelnen Stücks einer Emission im vorgeschriebenen Kulanzbereich (siehe auch Passiergewicht) bewegte und nicht zu leicht und nicht zu schwer in Umlauf gebracht wurde, wie das bei der Justierung al marco üblich war.

Albansgulden
Präsenzmarken im Münzfuß des Goldguldens, die vom St.-Albans-Stift in Mainz im 17./18. Jh. ausgemünzt wurden. Nach einer Anekdote soll der Stiftsprobst Melchior Pfinzing auf seine Bitte nach dem Münzprivileg vom Kaiser folgende Antwort erhalten haben: 'Einen alten Esel soll er münzen.' Am folgenden Tag soll der schlau...

Albertin
Die um 1600 von den Statthaltern der spanischen Niederlande Albert und Isabella als 2/3-Dukat (im Wert von 2 1/2 Gulden) eingeführte Goldmünze. Ihre Vs. trägt das von einer Vlieskette umgebene bekrönte Wappen, die Rs. das burgundische Kreuz mit dem Goldenen Vlies. In Westdeutschland war der Albertin als Handelsmünze verbrei...

Albertus
Albertin

Albertusdaler
Nach dem Vorbild des niederländischen Albertustaler geprägte dänische Handelsmünze, die unter Christian VII. zwischen 1781 und 1796 für den Ostseehandel in Altona geprägt wurde. Sie zeigt auf der Vs. den Wilden Mann mit Keule und Wappen.

Albertusrubel
Russische Rubelmünze, nach dem Fuß der Albertustaler unter Zar Paul I. 1796 ausgegeben.

Albertustaler
Silbermünze der spanischen Niederlande, unter den Gouverneuren Albert und Isabella 1612 eingeführt, nach dem Münzbild (Andreaskreuz) auch Kreuztaler genannt. Aufgrund des hohen Handelsaufkommens zur Haupthandelsmünze im Ostseeraum geworden, wurde der Albertustaler dem im Feingehalt um 1,33 g schwereren Reichstaler sogar gleichge...

Albogalerus
Weiße Mütze, die der Flamen Dialis, der Priester des Jupiter im alten Rom, als Zeichen seiner Würde auf dem Kopf trug und die praktisch als Pontifikalzeichen der höchsten religiösen Würde des antiken Rom auf Münzen zu sehen ist.

Albus
Groschenmünze des Spätmittelalters, die Mitte des 14. Jh.s vom Trierer Erzbischof Kuno von Falkenstein eingeführt und zur Hauptmünze an Mittel- und Niederrhein wurde. Der Name leitet sich vom lateinischen 'denarius albus' (weißer Pfennig) ab, weil die Münze aufgrund des relativ hohen Silbergehalts ihre silbrig-wei&szl...

Alchemistenmünzen
Angeblich durch alchemistisches Wissen künstlich hergestellte Edelmetallmünzen oder Medaillen. Der Glaube, aus unedlen Metallen nach Geheimlehren vom 'Stein der Weisen' oder der 'Großen Medizin' Gold oder Silber herstellen zu können, hielt sich hartnäckig das ganze Mittelalter hindurch bis ins 18. Jh. Der Grund war wohl di...

Alex d´or
Bezeichnung des goldenen 5-Taler-Stückes (Pistole), das 1752 unter Graf Johann Friedrich Alexander von Wied-Neuwied geprägt wurde.

Alexandriner
Sammelbezeichnung für die in Alexandria während der römischen Kaiserzeit ausschließlich für die römische Provinz Ägypten hergestellten Münzen aus Bronze und Billon, vor allem als Tetradrachmen. Sie zeichnen sich durch stilistische Eigenständigkeit und Typenvielfalt aus. Die Besonderheit dieser Münz...

Alexius d´or
Beiname für das 1796 unter Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg geprägte goldene 5-Taler-Stück (Pistole).

Alfonsino
1. Portugiesische Silbermünze, im Verhältnis 3:4 zum portugiesischen Denar unter König Alfons I. (1325-1357) herausgegeben. 2. Der von Alfons I. von Aragon (1416-1458) für seine italienischen Besitzungen Sizilien und Neapel geprägte Typ des Gigliato, der die Fleur de lis zeigt.

Alfonsino d´oro
Beiname der neapolitanischen Goldmünze Ducatone di oro, die unter Alfons I. von Aragon (1416-1458) nach dem Vorbild des französischen Franc d´or à cheval geschlagen wurde.

Alfonso d´oro
Beiname der spanischen Goldmünze zu 25 Pesetas, die schon 1871 eingeführt, aber erst unter König Alfons XII. (1875-1886) in etwas größeren Mengen geprägt wurde.

Alfonso de ouro
Beiname des goldenen portugiesischen Cruzado de ouro unter Alfons V. (1438-1481), der die Goldmünze einführte.

Allegorien
Verbildlichungen abstrakter Begriffe wie Tugend, Ehre, Liebe, Heirat, Glück oder Tod. Bei Allegorien geht es immer darum, ein Thema darzustellen, nicht um die Darstellung einer bestimmten Person wie bei Porträtmedaillen. Allegorische Darstellungen auf Münzen finden sich schon in der Antike, vor allem auf römischen Münzen de...

Allianzwappen
Darstellung von zwei Wappen, die meist eine Verbindung (Allianz) von zwei Ländern oder Fürstentümern - häufig durch Heirat (Heiratswappen) - anzeigen. Dabei steht der ranghöhere Schild, meist der des Ehemannes, heraldisch rechts dem anderen Schild zugewandt. Daneben gab es auch Allianzwappen mit dem Wappen des Bistums (hera...

Almohaden
Die islamische Dynastie der Almohaden ging aus einer religiösen Reformbewegung im Nordwesten Afrikas hervor und stürzte 1147 durch Abd al Mumin die Almoraviden in Spanien. Die Almohaden wurden ihrerseits zu Beginn des 13. Jh.s durch die Christen aus Spanien verdrängt und 1269 durch die Meriniden in Marokko gestürzt.

Almoraviden
Maurische Herrscherdynastie, die um 1050 die Herrschaft über das westliche Nordafrika erlangte und 1086 das arabische Spanien unterwarf. Die goldenen Dinare und silbernen Dirhems der Almoraviden verbreiteten sich als Handelsmünzen bis nach Nordeuropa. Von den christlichen Königreichen im Norden Spaniens bedrängt und geschwä...

Almosengeld
Münzen oder Marken, die von der Kirche, der Stadt oder dem Fürsten für Arme und Bedürftige ausgegeben wurden und zum Bezug von Nahrung berechtigten, wie z.B. Brotmarken. Sie wurden besonders in Not- und Kriegszeiten, sowie bei Missernten ausgegeben.

Aloetaler
Medaillen aus dem 17. und 18. Jh., die aus Anlass der in Europa noch sehr seltenen Blüte der Aloe mit dem Bild dieser Pflanze versehen wurden.

Altfürsten
Bezeichnung der Fürsten, die im Reichstag zu Augsburg 1582 im Reichsfürstenrat saßen. Dort wurde festgelegt, welche Fürsten zum Reichstag zugelassen wurden (Reichsunmittelbarkeit). Die Stimme im Reichstag wurde an das Territorium geknüpft. Die nach 1582 gefürsteten Häuser wurden als Neufürsten bezeichnet. Di...

Altilik
Türkische Silbermünze im Wert von 6 Kurush (Piaster), die unter Sultan Mahmud (1808-1839) herausgegeben wurde. 1 Altilik = 4 Altmishlik = 240 Para.

Altmishlik
Türkische Silbermünze im Wert von 1 1/2 Piaster.

Altun
Türkische Goldmünze, von Sultan Muhammed II. in der Mitte des 15. Jh.s (nach der Eroberung Konstantinopels) nach dem Vorbild des venezianischen Zecchino (Sequino) eingeführt. Dieser Altun zeigt, wie die meisten arabischen Münzen, nur arabische Schriftzeichen. Ein zweiter Typ zeigt seit 1703 die Tughra als Hauptmotiv (Funduk Altu...

Altyn
Ursprünglich russische Rechnungseinheit zu 6 Denga, im 14. Jh. aus dem Tatarischen (alty = 6) übernommen. Mit den Münzreformen von Zar Peter dem Großen (1682-1725) wurde der Altyn seit 1698 als Silbermünze im Wert von 3 Kopeken eingeführt. Sie zeigt auf der Vs. den russischen Doppeladler mit Zepter und Globus in den K...

Altynnik
Altyn

Aluminium
Silberweißes Metall mit geringem spezifischem Gewicht, lat. alumen, chemisches Zeichen Al. In der 2. Hälfte des 19. Jh.s begann man Medaillen aus Aluminium herzustellen. In Notzeiten im 20. Jh. in vielen Staaten auch für Münzen benutzt, vor allem im 1. Weltkrieg. Die Gewinnung von Aluminium ist billiger als die der anderen M&uu...

Aluminium-Bronze
Abgekürzt Al-Bro, chemisches Zeichen Cu-Al, ist ein moderner Münzwerkstoff aus 90-95 % Kupfer und 5-10 % Aluminium; teilweise ist noch Mangan in Spuren zugesetzt (Cu-Al-Mn). Die hell-goldfarbene Legierung ist heute einer der wichtigsten Münzrohstoffe und wird in vielen Staaten verwendet, meist in der Zusammensetzung 92 % Kupfer und 8...

Aluminium-Magnesium
Italma

Aluminium-Nickel-Bronze
Bronzital

Amadeo d´oro
Goldmünze zu 10 Scudi aus der Regierungszeit des Herzogs Amadeus von Savoyen (1630-1637).

Amani
Afghanische Goldmünze im Wert von einem englischen Pfund. Die Goldmünze wurde nur unter Khan Amanullah (1919-1929) geprägt. Nach der Währungsreform 1926 galt 1 Amani = 20 Afghani. Die Typen zeigen auf der Vs. den Palast mit Thronsaal in einem Stern, seit 1926 das große Nationalemblem. Die Rs. zeigt die Tughra im Lorbeerkra...

Ambrosino
Beiname verschiedener mailändischer Münzen aus dem Spätmittelalter, nach den Münzbildern des bedeutenden Kirchenlehrers Ambrosius (374-397 Bischof von Mailand) benannt: 1. Die Ambrosini d´argento wurden zwischen dem 13. und 15. Jh. zu 1 1/2 Soldo geprägt. In der 2. Hälfte des 15. Jh.s ging der Name auf eine Gros...

Ameisennasenmünzen
Bezeichnung für kleine, gegossene Bronzestücke, die zur Zeit der Chou-Dynastie (11.-3. Jh. v.Chr.), die im Süden Chinas als Tausch- und Zahlungsmittel und als religiös-kultische Objekte (Totengeld) dienten. Da die späten Stücke des Ameisennasengelds in ihrer äußeren rund-ovalen Form dem verkleinerten (Kü...

Ammon
Ursprünglich eine lybische Gottheit, die vermutlich als Beschützer und Führer von Herden verehrt wurde. In Ägypten, Syrien und Griechenland erscheint Ammon in Synkretismus mit Ra, Baal und Zeus. Der Ammon-Kult ging von Karnak aus, später vom Heiligtum und Orakel in der Oase Siwa. Beim Besuch des Heiligtums in der Oase wurde...

Amoli
Bezeichnung von Salzgeld aus gelblich-grauen, ungereinigten Salzblöcken, das traditionell in Äthiopien und Eritrea als universales Zahlungsmittel über Jahrhunderte in Umlauf war. Die zum Naturalgeld zählenden, standardisierten Salzbarren schwanken im Gewicht zwischen 650 und 950 g. Die quaderförmigen Barren messen etwa 26-3...

Amulettmünzen
Meist als Anhänger getragene, gelochte oder gefasste Münzen oder Medaillen, deren Funktion darin bestand, vor Krankheiten, Gefahren, Dämonen, dem 'bösen Blick' oder sonstigem Unheil zu schützen und auch Glück, Reichtum, körperliche oder geistige Unversehrtheit zu bringen oder bewahren zu können. Die Darstellu...

ANA
Abkürzung für American Numismatic Association, dem 1891 gegründeten, weltweit größten Verband für Münzsammler.

Anatomia in Nummis
Bezeichnung eines Sammelbereichs von Münzen und Medaillen, der sich auf Darstellungen von anatomischen und chirurgischen Motiven und auf Ärzte aus diesem medizinischen Bereich bezieht. Es handelt sich um ein Untergebiet des umfangreichen Sammelgebiets Medicina in Nummis.

Anchor Money
Sammelbezeichnung für britische Kolonialmünzen aus Silber, benannt nach dem Rückseitenbild, einem gekrönten Anker (engl. anchor) unter der britischen Krone. Die Vs.n zeigen den geschweiften, ornamentierten Wappenschild von Großbritannien (und Hannover). Anchor Money wurde nur zwischen 1820 und 1822 in Werten zu 1/2, 1/4, 1...

Anconetano
Groschenmünze zu einem Soldo aus dem 13. Jh., in der Stadtrepublik Ancona geprägt.

Andreas-Hofer-Kreuzer
Bezeichnung für die 1-Kreuzer-Kupfermünzen und die 20-Kreuzer-Silbermünzen (Sandwirtszwanziger). Sie wurden während des von dem Sandwirt Andreas Hofer angeführten Tiroler Aufstands 1809 in der Münzstätte Hall geprägt.

Andreasmünzen
Sammelbezeichnung für Münzen mit Darstellungen des Apostels Andreas und des nach ihm benannten X-förmigen Balkenkreuzes als Attribut. Die ältesten Andreasmünzen sind die 1467-1477 in Brabant geprägten goldenen Andriesgulden zu je 20 Stüber, die auch 1477-1482 unter Herzogin Maria von Burgund als Florin de Bourgog...

Andreastaler
Andreasmünzen

Andriesgulden
Andreasmünzen

Ange d´or
Mittelalterliche französische Goldmünze, unter König Philipp VI. zu 75 Sols tournois ausgegeben. Die Goldmünze ist nach dem auf dem Münzbild dargestellten Erzengel Michael benannt (Ange d´or = goldener Engel). Philipp der Kühne von Flandern ließ 1387 einen Ange d´or (Gouden Engel) mit 2 Wappenschilden...

Angel
Englische Goldmünze, die im Jahr 1465 als Nachfolger des Nobel in der ersten Regierungszeit Edwards IV. (1461-1470) eingeführt und unter den konkurrierenden Häusern von York und Lancaster während der Rosenkriege (1455-1485) geprägt wurde. Der Angel wurde ursprünglich mit 6 Shilling 8 Pence bewertet, sein Wert stieg abe...

Angelet
Der Ausdruck ist eine Verkleinerungsform des englischen Wortes Angel (etwa Engelchen) und bezeichnet das Halbstück des Angel. Der Typ ist der gleiche wie der des Ganzstückes, aber der Angelet ist seltener und deshalb heute für den Sammler oft kostspieliger als der Angel.

Angelhakengeld
Die zutreffender als Larin bezeichneten Zahlungsmittel, die am Persischen Golf und im Küstengebiet Indiens benutzt wurden, werden aufgrund der Hakenform als Angelhakengeld bezeichnet. Tatsächliches Angelhakengeld aus Schildpatt, dem Gehäuse von Muscheln und Schnecken sowie aus Knochen soll auf den Marschall- und Gilbert-Inseln in Uml...

Angelot
Anglo-gallische Goldmünze im Wert von 15 Sols tournois, unter Heinrich VI. von England während des Hundertjährigen Kriegs 1427 in einigen Münzstätten Frankreichs ausgeprägt. Sie zeigt auf der Vs. den Erzengel Gabriel, der seine Flügel über die Wappen von Frankreich und England ausbreitet. Die Rs. zeigt das la...

Angevin
Nach der Münzstätte Angers benannter französischer Silberdenar (Denier) der Grafen von Anjou, ursprünglich im Wert eines Denier tournois. Er wurde von 987 n.Chr. bis zum Ende des 13. Jh.s geprägt. Der Angevin sank im 11. Jh. im Wert, sodass er den halben Wert des in der benachbarten Grafschaft Maine (seit 1110 zu Anjou geh&...

Angliana
Silbermünze im Wert von einer Rupie, von der britischen Handelskompanie East India Company ab 1672 in Bombay herausgegeben, auch Anglina genannt.

Angrogne
Bezeichnung eines Denars der Grafschaft Burgund im Wert von 1/12 Gros tournois (Turnosegroschen), im Jahr 1256 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Laufe des 16. Jh.s verschwindet die Bezeichnung Angrogne wieder. In den französischsprachigen Urkunden wird die Münze meist Engrogne, latinisiert auch Ansarna oder Ancerna genannt.

Angster
Schweizer Kleinsilbermünzen, ursprünglich Mitte des 14. Jh.s als Basler viereckige Hohlpfennige geprägt. Die Angster verbreiteten sich über die ganze Schweiz und bestanden in verschiedenen Ausprägungen, meist im Wert von 1/2 Rappen, bis zur Einführung der Frankenwährung 1850. Der Name leitet sich vermutlich vom la...

Angsttaler
Sammlerbezeichnung für eine Talermünze von 1848, auf der die sonst in der Münzumschrift üblichen Buchstaben V.G.G. (Von Gottes Gnaden) fehlen. Angeblich soll Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin aus Angst vor den revolutionären Unruhen des Jahres den Hinweis auf das Gottesgnadentum weggelassen haben...

Anima
Lat. Wort für Seele, bezeichnet im numismatischen Zusammenhang den Kern gefütterter Münzen, der aus unedlen Metallen bestand. Wenn der Edelmetallüberzug der gefütterten Münzen beschädigt war, konnte die Anima dort herausoxidieren, sodass nur die leere Hülle zurückblieb. Siehe auch subaerat.

Ankergeld
Anchor Money

Anna
Alte indische Münze, später im Wert von 1/16 der indisch-britischen Rupie. Zur Kolonialzeit gab die East India Company, später Britisch-Indien Annas aus Kupfer-Nickel aus. 1 Anna = 4 Paisa = 12 Pie. Es gab auch kupferne Halb- und Viertelstücke sowie Doppelstücke aus Silber. Mit dem Aufbau des Dezimalsystems 1957 verschwand ...

Annataler
Talermünzen der Grafen Schlick im 17. und 18. Jh.. Die Münze ist nach der Abbildung auf der Vs. benannt, dem Motiv der Anna Selbtritt, die heilige Anna mit je einem Kind (Maria und Christus) im Arm.

Annengroschen
Niedersächsische Groschenmünzen, die nach dem Hildesheimer Münzvertrag in Hildesheim und Hannover 1501, in Braunschweig von 1533 bis 1541 ausgegeben wurden. Der Annengroschen hat seinen Namen von der Darstellung der Anna Selbtritt auf dem Münzbild. 12 Annengroschen sollten einen Goldgulden gelten.

Annona
Römische Personifikation des Jahresertrags oder der Ernte, hauptsächlich von Getreide, und auch Schutzgöttin der Verschiffung der Ernte nach Rom. Annona, vom lateinischen Wort annus = Jahr herzuleiten, erscheint auf römischen Münzen der Kaiser Nero (54-68 n.Chr.) bis Carus (282-283 n.Chr.) als weibliche Gestalt mit den Attr...

Annunciata
Silbermünze der Fürsten Gonzaga aus Guastalla aus dem 16. Jh. zu 14 Soldi. Der Münzname leitet sich aus der Darstellung der Verkündigung Mariäs auf der Rückseite der Münze ab. Nach diesem Motiv und mit gleicher Benennung wurde zwischen 1743 und 1746 in Savoyen auch eine Zecchine geprägt. Es gab auch und Halb-...

Anselmino
Silbermünze zu 20 Soldi, unter Vincenz Gonzaga (1587-1612) in Mantua mit dem Schutzpatron der Stadt, dem heiligen Anselm, auf der Münzvorderseite geprägt.

Anserna
Angrogne

Anthony Dollar
Kurzlebige Dollarmünze (1979-1981) mit dem Bildnis der Frauenrechtlerin Susan B. Anthony (1820-1906). Zum ersten Mal zeigte eine für den Umlauf bestimmte Münze der USA das Bildnis einer amerikanischen Frau. Die Rs. zeigt den vom Eisenhower-Dollar übernommenen Weißkopfseeadler, der - in den Fängen einen Ölzweig - ...

Antike
Der Begriff Antike als historische Zeitepoche bildete sich erst im 19. Jh. heraus. Seitdem wird das 6. vorchristliche Jh. bis zum Ende des weströmischen Reichs (476 n.Chr.) als Antike angesehen. Das gilt aber nur für die abendländische Kultur, denn der Versuch Spenglers, den Begriff auch auf Frühformen anderer Kulturkreise anzuw...

Antike Münzen
Die numismatische Grobeinteilung in Antike, Mittelalter und Neuzeit hat - trotz aller Probleme historischer Periodisierung - immer noch Bestand, zumindest für den europäischen Kulturkreis. In der Antike, die als Wiege unserer Kultur gilt, wurde die Münze mit figürlichen Darstellungen und festgelegten Gewichtsstandards von den Gr...

Antimon
Lat. Stibium, chem. Zeichen Sb., ist ein silberweißes, sprödes Halbmetall, das 1931 in der chinesischen Provinz Kweichow für das 10-Cent-Stück als Münzwerkstoff verwendet wurde.

Antinous-Münzen
Antike Gepräge, die das Bildnis des Antinous (griech. Antinoos) tragen, der um 110 n.Chr. in Bithynien (Kleinasien) geboren wurde. Als Jüngling wurde er zum Favoriten und ständigen Begleiter des römischen Kaisers Hadrian (117-138 n. Chr.). Auf einer Ägyptenreise, auf der er um 130 n.Chr. Hadrian begleitete, ertrank er unter...

Antiquiores
Lateinische Bezeichnung für die frühen mittelalterlichen Denare der Päpste.

Antireformationstaler
Auch als Gegenreformationstaler bezeichnete Silbermünzen des Grafen Anton III. von Montfort aus dem Jahr 1730. Die Vorderseite des Talers zeigt den heiligen Johann von Montfort, die Rückseite die Aussendung des Heiligen Geistes zur heiligen Jungfrau mit der Umschrift: DVRCH GOTT VNTER MARIAE SCHVTZ WVRDT DIS GEDRVCKHT DEM FEINDT ZVM TRVTZ...

Antizipationsscheine
Österreichische Papiergeldemissionen von 1813 zur Deckung der Kosten der Napoleonischen Kriege. Die von der Wiener Stadt-Banco ungehemmt herausgegebenen Bankozettel wurden nach dem Staatsbankrott 1811 von Einlösungsscheinen ersetzt, deren Menge begrenzt wurde. Um diese Verpflichtung zu umgehen, wurden von der 'Privilegierten Vereinigten E...

Anton d´or
Goldene 5-Taler-Stücke (Pistolen) des sächsischen Königs Anton Klemens Theodor (1827-1836). Sie zeigen auf der Vs. den Kopf des Herrschers mit der Umschrift ANTON V. G. G. (Von Gottes Gnaden) KOENIG VON SACHSEN, auf der Rs. das bekrönte Landesschild mit Wertangabe und Jahreszahl. Es gab auch Doppelstücke.

Antoninian
Antike Silbermünze des 3. Jh.s, die unter Kaiser Caracalla (198-217 n.Chr.) im Jahr 214 n.Chr. eingeführt wurde. Der Name ist erst seit dem Mittelalter geläufig, nach dem eigentlichen Kaisernamen Caracallas, Marcus Aurelius Antoninus. Das Erkennungszeichen der Münze ist die Strahlenkrone des Kaisers bzw. die Mondsichel (Lunula) ...

Antoniustaler
Talermünzen, deren Silber von 1697-1701 aus der St. Antoniusgrube im Harz ausgebeutet wurde (Ausbeutemünzen). Die unter dem Hildesheimer Bischof Jobst Edmund von Brabeck (1688-1702) geprägten Münzen zeigen den heiligen Antonius auf ihrer Rückseite.

Antrittsmünze
Gedenkprägungen aus Anlass eines Regierungsantritts, Krönungs- und Huldigungsmünzen, wie z.B. die mexikanischen Proklamationsmünzen zum Regierungsantritt des spanischen Königs Karl IV. 1789 in Mexiko. Sie wurden in Werten zwischen 1/2 Real und 8 Reales geprägt und zeigen auf den Vs.n zwischen den beiden Säulen des...

Anwurf
Spindelprägewerk

Apex
Römischer Kultgegenstand in Form eines Olivenholzstäbchens, das mit einem Wollfaden umwickelt und von einer Art Wollbüschel gekrönt war. Als Insignium der Priesterwürde der Flamines und Salier wurde es an der Spitze ihrer Mütze getragen und ist auf römischen Münzen dargestellt.

Apfelgroschen
Deutsche Groschenmünzen, als Nachfolger der Fürstengroschen um 1570 eingeführt. Auf einen Reichstaler entfielen ursprünglich 24 Apfelgroschen, aufgrund des sinkenden Feingehalts der Kleinmünzen stieg der Wert des Talers in Groschen aber beständig an. Ihren Namen bekamen sie von der Darstellung des Reichsapfels mit der ...

Apfelgulden
Deutsche Goldgulden des 15. und 16. Jh.s mit einem Apfel im Dreipass auf der Münzrückseite. Sie wurden vorwiegend von Pächtern der kaiserlichen Münzstätten Basel, Nördlingen und Frankfurt a.M. geprägt.

Aphlaston
Die Heckzier antiker Schiffe, die aus mehreren gebogenen Holzleisten bestand und in der Antike religiös-kultische Bedeutung genoss und als Siegestrophäe nach Seeschlachten begehrt war. Aphlasta waren vor allem in bedeutenden Seestädten beliebt und sind auf antiken griechischen Münzen der Städte Lipara, Kerkyra und Phaselis ...

Aphrodite
Die griechische Göttin der (sinnlichen) Liebe und (betörenden) Schönheit zählt zu den zwölf großen olympischen Gottheiten. Ihre Herkunft aus dem Orient ist gesichert; darauf weist auch ihre Geburt aus dem Schaum des Meeres hin, von dem sich ihr Name (griech. = Schaum) ableitet. Auf griechischen und provinzialrömi...

Apis
Als Gott verehrter heiliger Stier der Ägypter, in Memphis als Erscheinungsform des Stadtgottes Ptah verehrt. Er lebt im Apieion, wo er sich Gläubigen zeigt (Orakel). Aus Oserapis (aus Osiris und Apis gebildet) - das sind alle toten Apisstiere - entwickelt sich die Gottheit Serapis. Die Griechen setzen ihn mit Epaphos gleich, später m...

Apollon
Auch Apoll oder Apollo, ist der griechisch-römische Licht- und Sonnengott (Beiname 'Phoibos' oder 'Phöbus'), der Gott der Weissagung ('Pythios' als Orakelgott von Delphi), der Wissenschaft und Künste ('Muagetes' als Musenführer), vor allem der Musik. Die Römer haben die Gottheit von den Griechen vor allem in seiner Funktion...

Aposteltaler
Beiname einer Schaumünze Kaiser Rudolfs II. (1576-1612), die nach der Darstellung der 12 Apostel auf der Rückseite der Münze benannt ist.

Apotheose
Vergöttlichung eines Menschen, Erhebung eines Sterblichen in den Rang eines Unsterblichen. Der römische Brauch, Kaiser und Kaiserin posthum zu Göttern zu erheben, findet seinen Ausdruck in der offiziellen Verleihung der Titel Divus bzw. Diva durch den Senat. Dem entsprach der Brauch, bei der zeremoniellen Verbrennung der Verstorbenen...

Apulienser
Bezeichnung für sizilianische und süditalienische Denare des 12. Jh.s, auch als Drittel- und Sechsteldukaten geschlagen. Wilhelm II., der seit dem 14. Mai 1166 König von Neapel und Sizilien war, ließ Apulienser im Gewicht von etwa 2,6 bis 2,7 g und Tercenarii in Palermo schlagen, teils in konkaver Form, teils mit kufischen Aufs...

Aqce
Andere Schreibweise für Akce.

Aquilino
Adlergroschen

AR
Kennzeichen der Münzstätte Arras (1641-1656).

Arbitrage
Auffinden des vorteilhaftesten Weges, eine Zahlung im Ausland zu leisten oder eine Geldsorte zu erhalten. Man unterscheidet Edelmetall-, Sorten-, Wechsel-, Diskont-, Geld- und Aktien-Arbitrage. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich Vergleich.

Ardite
Katalanische Scheidemünze des 17. Jh.s zu 2 Dineros, vermutlich vom französischen Münznominal Hardi abgeleitet. Die Libra de Ardites war noch bis in die Mitte des 19. Jh.s Rechnungsmünze zu 20 Sueldos.

Arend-Rijksdaalder
Niederländische Talermünze (Adlerreichstaler) mit dem Reichsadler auf dem Münzbild, 1583/84 in Friesland, später auch in Deventer, Zwolle, Nijmwegen und Campen herausgegeben. Der Arend-Rijksdaalder hat ein Raugewicht von 29,03 g (885/1000 fein) und kann leicht mit dem Arendsdaalder verwechselt werden, der aber nur ein Raugewicht...

Arendschelling
Auch Escalin, ist eine niederländische Silber- oder Billonmünze (Adlerschilling) zu 6 Stuiver, nach der Darstellung des gekrönten doppelköpfigen Reichsadlers auf der Rs. benannt. Die Rs.n sind seit Rudolph II. (1576-1612) mit den Titeln der Kaiser beschriftet, die Vs.n zeigen meist bekrönte Wappen. Sie wurden in der 2. H&au...

Arendsdaalder
Talermünze (Adlertaler) mit der Darstellung des Reichsadlers, die in den niederländischen Provinzen Seeland 1602 (auch in Teilstücken) und Friesland 1617 (nur als ganze Stücke) herausgebracht wurden. 1 Arendsdaalder = 60 Groot = 30 Stuiver. Gewichtsangabe: Arend-Rijksdaalder.

Arenkopf
Beiname kleiner Hohlpfennige der Stadt Goslar (Gosler) zu einem Schärf oder einem halben Pfennig aus dem 15. Jh. Nach dem Münzbild (Adler) auch Arnekopf und Hahnenkopf genannt.

Arensgulden
Rechenbegriff von 15, vereinzelt auch von 16 Krummsteert in Ostfriesland. Der Name geht vermutlich auf den Arnheimer Gulden zurück, der wohl vorübergehend diesen Kurs hielt, an dem die Bevölkerung festhielt.