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Münzen Lexikon
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Münzen
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 3526


Banknote
Geldschein, der als unbeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel gilt. Das Papiergeld wird von einer vom Staat privilegierten Notenbank herausgegeben. Zunächst durfte das Papiergeld nur bei ausreichender Edelmetalldeckung herausgegeben werden. Die Unterscheidung zwischen Banknoten und direkt vom Staat ausgegebenen Staatsnoten verschwand ers...

Bankomark
Rechnungseinheit der Hamburger Bank, die von 1619 bis 1770 nur Speciestaler für die Giroeinlagen zuließ. Sie berechnete den vollwertigen Reichstaler mit 3 Bankomark, wobei 27 Bankomark also einer feinen Gewichtsmark entsprechen mussten. Da die Speciestaler aber selten den vollen Feingehalt an Silber erreichten, berechnete die Bank de fac...

Bankopfund
Rechnungseinheit der preußischen Königlichen Giro- und Lehnbank, die Friedrich der Große 1765 in Berlin nach dem Vorbild der Hamburger Bank gründete. Ein Jahr nach der Gründung gab der König der Bank die Erlaubnis, Banknoten auszugeben. Die Herausgabe erfolgte in 10-, 20-, 50-, 100-, 500- und 1000- Nominalen, wobei 4...

Bankotaler
Zunächst Einlagemünze der Banken, entstanden durch den Umstand, dass die 1619 gegründete Hamburger Bank den nicht mehr ganz vollwertigen deutschen Reichstaler zum selben Kurs berechnete wie den geringhaltigeren niederländischen Albertustaler. Aus diesem Grund beschlossen die niedersächsischen Stände 1695, einen Taler n...

Bankozettel
Österreichisches Papiergeld, von der Wiener Stadt Banco in den Jahren 1762, 1771, 1784, 1796, 1801 und 1806 in Nennwerten zwischen 5 und 1000 Gulden herausgegeben. Zunächst waren die Banknoten sehr beliebt, verfielen aber infolge des vermehrten Ausstoßes, denn der Staat benötigte sie dringend zur Kostendeckung der Kriege gegen ...

Bankportugaleser
Gedenkmünze von 1667 aus Anlass der Errichtung der Hamburger Bank. Die Münze war der portugiesischen Goldmünze (Portuguez) nachgebildet. Die später in Norddeutschland ausgegebenen goldenen 10-, 5- und 2 1/2- Dukatenstücke wurden Portugaleser genannt.

Banovac
Bezeichnung der im 13./14. Jh. im Banat und in Slowenien (damals ungarisches Lehensgebiet) geschlagenen Silberpfennige. In zeitgenössischen Dokumenten werden die Banovci lat. als 'Denarii banales' bezeichnet, danach auch Banaldenare genannt. Die kleinen Silberpfennige sind etwa zwischen 1240 und 1384 geprägt. Viele zeigen als Münzbil...

Banu
Die rumänische Währungseinheit (Leu) wird in 100 Bani unterteilt. Die Bezeichnung Banu wurde nur auf die ersten Ausgaben des 1-Ban-Stücks 1867 geprägt. Die Ausgaben seit 1900 weisen alle die Bezeichnung Ban (Einzahl), meist aber Bani (Mehrzahl) auf, da sie überwiegend in größeren Nominalen ausgeprägt wurden.

Bar Cent
Auch Bar Copper, bezeichnet eine Kupfermünze, die zuerst etwa im November 1795 in New York umlief. Herkunft und Prägedatum sind ungewiss, möglicherweise handelt es sich um Proben oder Tokens, die in England für die USA hergestellt wurden. Das Kupferstück ist sehr einfach gestaltet, ähnlich wie die Knöpfe von Armee...

Barbarina
Bezeichnung oberitalienischer Münzen zu 10 Soldi, die Mitte des 16. Jh.s in der Münzstätte Mantua geprägt wurden. Der Name leitet sich von der Darstellung der heiligen Barbara ab. Der im 17. Jh. gebräuchliche Zusatz 'con girasole' geht auf die Darstellung einer Sonnenblume auf dem Münzbild zurück

Barbarische Nachprägungen
Sammelbegriff für nachgeahmte Münzen, deren Bilder und Beschriftungen als 'verwildert' angesehen werden. Das kann bedeuten, dass die Schrift der nachgeahmten Münzen nur in kleinen Details abweicht, aber auch, dass eine gegenüber dem Original vollkommen veränderte Beschriftung aus Phantasiezeichen vorliegt. Letzteres kommt h...

Barber-Typen
Nach dem Chefgraveur Charles E. Barber benannte Typen des Dime (10-Cent), Quarter (1/4-Dollar) und Half (1/2-Dollar), die zwischen 1892 und 1915/16 ausgegeben wurden. Am 28. September 1891 wurde dem US-amerikanischen Schatzamt die Erlaubnis erteilt, den Entwurf der Münzen zu erneuern, deren Gepräge ein Vierteljahrhundert oder länger ...

Barbonaccio
Volkstümliche Bezeichnung des 1806 auf 6 Soldi gesunkenen toskanischen Barbone, einer toskanischen Münze, die auf die Hälfte ihres ursprünglichen Werts gesunken war. Die italienische Bezeichnung ist eine Verkleinerungsform von Barbone und bedeutet Bärtchenträger.

Barbone
Toskanische Groschenmünze zu 12 Soldi, die seit der Mitte des 15. Jh. in Lucca geprägt wurde. Den Namen Barbone (Bartträger) erhielt die Silbermünze nach der bärtigen Darstellung des Christus auf ihrem Münzbild.

Barbuda
Portugiesische Silbermünze zu 3 Dinheiros, unter Ferdinand I. (1367-1383) geprägt. Die Vs. zeigt das Profil des behelmten Kopfes des Königs mit offenem Visier, die Rs. Schild über Kreuz. Es wurden auch Halbstücke herausgegeben.

Barduleck, Max
(1846-1923)Deutscher Medailleur, Münzgraveur und Stempelschneider, der zwischen 1865 und 1911 in Kursachsen arbeitete. Bis 1887 war er an der Münzstätte Dresden und - nach deren Schließung im Zuge der Modernisierung 1887 - an der neuen sächsischen Münzstätte Muldenhütten tätig. Das Gros der Entwürfe und Stemp...

Bargeld
Bezeichnung von gesetzlichen Zahlungsmitteln in Zirkulationsform. Zur Zeit der Metallwährung wurde in Form klingender Münze, mit der Einführung der Banknoten als gesetzliche Zahlungsmittel zusätzlich mit Geldscheinen bezahlt. In neuerer Zeit nimmt die bargeldlose Zahlung mittels Scheck, Überweisung und Abbuchungsermäch...

Barinha
Notgeld von Portugiesisch-Mosambik, nach seinem rechteckig-barrenförmigen Aussehen benannt: Die goldene Barhina von 1835 im Wert von 400 Reis trug eingepunzt ein 'M' im Perlkreis und die Gewichtsangabe 2 1/2 (Matical). Die halbe Barinha zu 1 1/4 Matical verschwand wegen ihres versehentlich zu hohen Feingoldgehalts sofort wieder. Die meisten Ex...

Barock
Bezeichnung des Kunststils und der Epoche (etwa zwischen 1600 und 1730). Das Zeitalter des Barock folgte auf die Renaissance und wurde vom Rokoko abgelöst. Der Begriff Barock ist vermutlich von 'barucca' abgeleitet, der Bezeichnung für eine unregelmäßig geformte Perle. Im Gegensatz zum Renaissance-Stil, der durch ein Gleichma&s...

Barre
Französische Stempelschneider- und Medailleurs-Familie, die an der Pariser Münze tätig waren. Der bedeutendste ist Jean-Jacques Barre (1793-1855), der im Jahr 1843 den Posten eines 'Graveur général' (Chefgraveur aller Münzateliers Frankreichs) an der Pariser Münze antrat. Er schnitt seit den 30er Jahren des 19...

Barren
In verschiedene Formen gegossene Metalle zu Tausch- und Zahlungszwecken von vorgeschichtlicher Zeit bis in die Neuzeit. Schon im 2. Jahrtausend v.Chr. finden sich doppelbeilförmige Kupferbarren, die sich kaum von Kümmerformen des Gerätegelds unterscheiden. Von Barren spricht man aber eigentlich erst, als vorgewogene Gusskuchen auftau...

Bartgroschen
Volkstümliche Bezeichnung für einen sächsischen Groschentyp, der 1492 und 1493 in Schneeberg und Zwickau geprägt wurde. Die Münze ist nach der Darstellung der Vorderseite benannt, die den sächsischen Kurfürsten Friedrich III. (1486-1525) mit Bart zeigt. Der Bartgroschen enthielt 1,28 g Silber und galt 12 Pfennige,...

Bartkopeken
Volkstümliche Bezeichnung, die sich eingebürgert hat und noch heute von Sammlern verwendet wird. Eine missverständliche Bezeichnung, denn es handelt sich nicht um Kopeken (Münzen), sondern um Kupfermarken, die als Zeichen der Bezahlung der Bartsteuer im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jh. geschlagen wurden. Deshalb werden si...

Bartzeichen
Kupfermarken, die 1698, 1699, 1705, 1724 und 1725 als Zeichen für die Bezahlung der Bartsteuer geprägt wurden und oft irrtümlich als Bartkopeken bezeichnet werden. Damals war Peter der Große (1682-1725) Zar des rückständigen Russland, das - gemessen an westeuropäischen Standards - noch in mittelalterlichen Zust&a...

Baselstab
Das Wappenbild von Basel, das sich aus dem Bischofsstab entwickelte. Der kurze Stab ist ungewöhnlich geformt und lässt sich in einen unteren und einen oberen Teil gliedern. Das untere Gebilde läuft fächerförmig, seitlich nach außen geschwungen aus, in der Mitte ist eine hervorstehende, spitz zulaufende Zunge zu sehen,...

Basilikon
Zeitgenössische Bezeichnung der byzantinischen Silbermünze im Wert von 1/12 Hyperpyron, zu Beginn des 14. Jh.s zur Bezahlung katalanischer Söldner geprägt. Der Name leitet sich aus dem griechischen Wort Basileus (König bzw. Kaiser) ab, nach der Darstellung der byzantinischen Kaiser Andronikos II. und Michael IX. auf der R&u...

Basilisk
Antikes Fabeltier, ein Mischwesen zwischen Drachen und Hahn. Das Wort leitet sich vom griech. (kleiner König) ab. Der Basilisk ist als Schildhalter des Wappens (Baselstab) auf Baseler Prägungen zu sehen.

Bastardfaden
Beizeichen

Battezone
Volkstümliche Bezeichnung für eine florentinische Groschenmünze aus dem beginnenden 16. Jh. Der Name leitet sich von 'battista' (Täufer) ab, nach der Darstellung Johannes des Täufers auf der Vorderseite.

Batzen
Schweizerische, süddeutsche und oberitalienische Silbermünzen zu 4 Kreuzern, die Ende des 15. Jahrhunderts eingeführt wurden, als die Groschen in der Schweiz und Süddeutschland knapp geworden waren. Die Herleitung der Benennung 'Batzen' oder 'Rollbatzen', wie die frühe zeitgenössische Bezeichnung lautete, ist bis heut...

Baudekin
Im weiteren Sinn Bezeichnung der spätmittelalterlichen kleinen Groschenwerte (Doppelsterling), die in den Niederlanden noch vor den Nachprägungen des französischen Gros tournois ausgegeben wurden. Im engeren Sinn ist mit Baudekin ein Typ des Doppelsterlings gemeint, der einen galoppierenden Reiter auf der Vs. zeigt. Die Münze im...

Bauerngroschen
Volkstümliche Bezeichnung für Groschenmünzen der Stadt Goslar zu 12 Goslarer Pfennigen, die von 1477 bis ins 16 Jh. geprägt wurden. Der Name leitet sich von der schlechten Ausprägung des Münzbildes ab: Die Apostel Simon und Judas mit Stab und Säge wurden von der Bevölkerung für Bauern gehalten.

Bauerntaler
Keine Münze, sondern eine Marke zur Einladung der Bauern zu Versammlungen in den ländlichen Gebieten Westfalens. Der Gemeindevorsteher (Burrichter) verteilte je eine Marke an zwei ausgewählte Bauern, die sie ihrerseits möglichst schnell weitergaben usw., bis sie schließlich bei einem Bauern zusammentrafen, der sie dem Vors...

Bauschen
Kupfermünze der Reichsstadt Aachen im 17. und 18. Jh. Das 4-Heller-Stück wurde ab 1604, das 3-Bauschen-Stück zu 12 Hellern in sehr großen Mengen in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s geprägt.

Bawbee
Schottische Kleinmünze aus Billon von König James V. (1513-1543) eingeführt. Das Gepräge zeigt avers einen Distelkopf, auf der Rs. ein Andreaskreuz und wurde unter Maria Stuart weitergeprägt. Zur Zeit Charles II. (1660-1685) wurden kupferne Bawbees zu 6 schottischen Pence ausgegeben. Die Herleitung des Namens ist umstritten...

Bay-Münzen
Auch Boston-Münzen, sind ursprüngliche Bezeichnungen der in der Stadt Boston (New England) 1652 ausgebrachten Münzserie zu 3, 6 und 12 Pence. Die Benennung ist von der Bezeichnung der Meeresbucht (Boston- oder Massachusetts-Bay) abgeleitet, an der die Hauptstadt von Massachusetts (vormals englische Kolonie, heute US-Bundesstaat) lieg...

Bayrischer Kreis
Zu den Münzständen des Bayrischen Reichskreises im Römisch-Deutschen Reich zählen das Herzogtum (Kurfürstentum) Bayern (Münzprägungen von 1506 bis 1805), die Pfalzgrafschaften Oberpfalz (1500-1794), Pfalz-Neuburg (1504/5-1535, 1621-34, 1674/75) und Pfalz-Sulzbach (1682, ca. 1700), die Grafschaft Haag (1545-49), di...

Bazarucco
Portugiesische Kolonialmünze im ostindischen Goa und Diu zwischen dem 16. und 19. Jh. Die Kleinmünze wurde aus einer Kupfer-Zinn-Legierung mit Bleibeigabe ausgemünzt. Seit 1700 wurden nur noch Mehrfachnominale geschlagen, 1722 galten 75 Bazarucco ein Xerafim, Ende des 18. Jh.s entfielen in Diu 750 Bazarucco auf eine Rupie.

BB
1. Münzzeichen der Münzstätte Straßburg von 1697 bis zur Schließung der städtischen Münze 1870. 2. Abkürzung für den Erhaltungsgrad bellissimo ('sehr schön') in Italien.

BC
Abkürzung für die spanische Bezeichnung des Erhaltungsgrades 'schön' (bien conservada) in den spanisch sprachigen Münzkatalogen.

Beau
Französische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad 'schön' einer Münze, in Münzkatalogen meist mit B abgekürzt.

Bechot, Marc
(1520-1557)Französischer Stempelschneider, der 1547 mit dem Posten eines 'Graveur général' betraut wurde, der die Aufsicht über die Herstellung der Münzstempel vorsah. Die Münzstempel für die Münzen des französischen Königreichs wurden nun in der Pariser Münze gefertigt und an die kleinen Provinzm&uum...

Bechtler
Die deutschstämmigen Metallurgen und Mechaniker August und Christopher Bechtler zählen zu den Pionieren der Territorialgoldmünzung (Territorial Gold) in den USA. Ihre private Münzanstalt in Rutherforton (North Carolina) ist wohl die langlebigste Prägeanstalt ihrer Art. Dort prägten sie zwischen 1831 und 1842 aus dem au...

Becker´sche Fälschungen
Große Anzahl von Fälschungen und Phantasieprägungen des zugleich größten und genialsten Münzfälschers Carl Wilhelm Becker (1772-1830). Er brachte sich die Stempelschneidekunst autodidaktisch bei und begann etwa um 1805 mit den Fälschungen antiker Münzen. Als Schrötlinge benutzte er häufig abg...

Begräbnismünzen
Sterbemünzen

Beichlingtaler
Spezieller Typ des Bankotalers aus dem Jahr 1702, der einen politischen Skandal auslöste. Normalerweise zeigten die Prägungen des polnisch-sächsischen Bankotalers im Jahr 1702 auf ihrer Münzvorderseite die um ein Wappen gelegte Kette des dänischen Elefantenordens, dem August II. (der Starke) angehörte, der in Personalu...

Beichttaler
Breite Schaumünzen aus dem Jahr 1663 zu 4, 1 1/2 und 1 Taler, die der sächsische Kurfürst Georg II. (1656-1680) vermutlich als Beichtgeld - das ist die Abgabe des Beichtenden an den Beichtvater - benutzt hat.

Beiersgulden
Auch Beyers- oder Jansgulden ist die niederländische Bezeichnung für die unter Johann von Bayern (Jan van Beieren, 1420-1425), dem Regenten von Holland geschlagenen Goldgulden (Florene), die auf der Vs. fünf Schilde, auf der Rs. Johannes den Täufer zeigen.

Beilgeld
Vormünzliches axt- und beilförmiges Zahlungsmittel, das zum Gerätegeld zählt. Äxte und Beile waren ursprünglich multifunktionale Arbeitsgeräte und Waffen, die beim Hausbau, dem Schlachten, der Jagd und im Krieg unentbehrlich waren. In voneinander unabhängigen Kulturen haben sich zu verschiedenen Zeiten die al...

Beiname
Seit Alexander dem Großen (356-323 v.Chr.) legten sich die hellenistischen und später auch die römischen Herrscher Beinamen zu, die in der Regel in abgekürzter Form auf Beschriftungen antiker Münzen erscheinen. Dabei handelt es sich meist um Beinamen, die Eigenschaften ausdrücken wie etwa Philipator (der seinen Vater ...

Beischlag
Nachprägung einer verbreiteten Münze durch einen anderen Münzherrn. Die Nachahmungen imitierten nur selten detailgenau ihre Vorbilder. Meist wurden absichtlich ein paar Kleinigkeiten verändert, um so dem Vorwurf des Münzbetrugs zu begegnen. Hinter einigen Beischlägen verbarg sich oftmals eine Münzverschlechterung,...

Beischrift
Schriftliche Beifügung auf Münzen, die sich auf das Münzbild beziehen. Dabei kann es sich um ein Wort handeln, das die Darstellung auf der Münze einfach benennt, z.B. 'Apollo' zum Bildnis des gleichnamigen Gottes. Beispiele für Mehrwortbeischriften sind die vielen Münzumschriften, die den dargestellten römischen K...

Beiwähr
Bezeichnung der minderwertigen Währung, die im Rahmen der Doppelwährung in Sachsen und Thüringen in der Mitte des 15. Jh.s galt. Nach der Münzordnung 1444 wurden die minderwertigen Schildgroschen, von denen 26 auf den Gulden gingen, als Beiwähr ausgegeben. Als Oberwähr galten die guthaltigen Judenkopfgroschen (Bär...

Beiza
Baisa

Beizeichen
Bilder, Buchstaben oder sonstige kleine Zeichen, die auf Münzen häufig wechseln. Der Begriff ist der mittelalterlichen Heraldik entlehnt und bezeichnet die kleinen Zeichen im Wappen, die eine Linie der Familie von der anderen unterscheidet. Meist legten sich die Seitenlinien der Fürstenhäuser ein Beizeichen im Wappen zu, die Sta...

Beizen
Chemisches Verfahren zu Beseitigung von Münzbeschädigungen, die durch Oxidation bei der Herstellung von Münzen entstehen. Das Beizen ist eine Fortentwicklung des Weißsiedens und wurde seit dem beginnenden 19. Jh. zur chemischen Behandlung bei der modernen Produktion von Silbermünzen angewendet. Die vormals verwendeten L&ou...

Belagerungsmünzen
Sammelbezeichnung für Notmünzen in belagerten Städten und Festungen zur Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs und zur Bezahlung der Soldaten. Diese Münzen wurden meist in Klippenform (Klippen), aber nicht immer mit vollem Metallwert ausgegeben und sollten nach dem Krieg gegen Kurantgeld umgetauscht werden, was aber nicht immer ...

Belga
Bezeichnung auf einigen Münzen für das belgische 5-Francs-Stück.

Belli, Valeriano
(1468-1546)Berühmter Gemmenschneider der Renaissance, der auch Stempel für Münzen und Medaillen schnitt, nach eigenem Zeugnis über 150 Stück. Unter den Päpsten Clemens VII. (1523-1534) und Paul III. (1534-1545) und dem Kardinal Farnese arbeitete er an der vatikanischen Münzstätte und schnitt Stempel für Münzen...

Bellissimo
Italienische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad 'sehr schön' einer Münze, meist mit BB abgekürzt.

Bello
Italienische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad 'schön', in italienischen Münzkatalogen mit B abgekürzt.

Bellona
Römische Kriegsgöttin, deren Kopf auf frühen Bronzemünzen der Römischen Republik auf der Uncia und der seltenen Quartuncia erscheint.

Belohnungsmedaillen
Sammelbezeichnung für Prämien-, Preis-, Schulprämien- und Verdienstmedaillen.

Benediktuspfennige
Keine Münzen, sondern Wallfahrtspfennige, Weihe- und Amulettmünzen, die auf ihren Geprägen den heiligen Benedikt von Nursia (480-503) zeigen. Dieser wird meist mit erhobenem Kreuz auf der Münzvorderseite dargestellt, revers zeigt sich ein ovales Schild mit einem länglichen Kreuz, das mit dem Benediktussegen versehen ist: In...

Benehmschere
Sehr starke Stückelungsschere zum Ausschneiden der Metallplatten (Schrötlingen) aus Metallstreifen (Zainen). Die Benehmschere hielt sich an einigen Münzstätten bis in das 18. Jh., trotz der aufkommenden Stanztechnik seit dem 16. Jh.

Bergeron, Etienne
Einer der ersten Münzmeister, der sich in Frankreich mit dem damals neuartigen Balanciers (Spindelprägewerk) beschäftigte. Bereits in Troyes (1550-1553) arbeitete er erfolgreich mit dem Stoßwerk, bevor er nach Paris berufen wurde. Dort beschleunigte er die Münzprägung mittels der neuen Techniken. Dies führte zu W...

Bergischer Kassentaler
Geringhaltige Talermünze, die 1802-1807 von Kurfürst Maximilian Joseph von Bayern und seinem Nachfolger Joachim von Murat, dem Erzherzog von Berg, in Düsseldorf im Wert von 21 Groschen geprägt wurde. Die Vs. zeigt den Kopf des Fürsten, die Rs. die Wertbezeichnung und später das Landeswappen. Zu Beginn des 19. Jh.s wurd...

Bergsegentaler
Sammelbezeichnung für alle Ausbeutemünzen, die mit dem Silber einer Region, nicht aus einer bestimmten Grube, geprägt wurden und deren Münzbeschriftung auf die betreffende Region hinweist.

Bergwerksmünzen
Ausbeutemünzen

Berieben
Zusätzliche Bezeichnung bei der Beschreibung von Erhaltungsgraden von Münzen. Oft wird der Zusatz 'berieben' oder 'leicht berieben' bei den Erhaltungen 'polierte Platte' (PP) oder 'Spiegelglanz' (PL) gebraucht. Durch unsachgemäße Behandlung kann die polierte (spiegelnde) Fläche kleine Kratzer oder einen unschönen Glan...

Berlinga
Volkstümlicher Name für die Lira im Mailand des 16. und 17. Jh.s. Der Name leitet sich möglicherweise vom italienischen Wort 'berlingare' ab, was soviel wie 'schmausen und dabei schwatzen' bedeutet. Die Berlinga wäre demnach eine Münze, für die man sich einen kleinen Schmaus leisten konnte, vielleicht sogar inklusive e...

Berner
In der kaiserlichen Münzstätte Verona, althochdeutsch Bern (durch Konsonantenverschiebung), wurden im 11. und zu Beginn des 12. Jh.s kleine schüsselförmige Pfennige, lat. Denarii Veronenses, geprägt. Aufgrund des kleinen Kreuzes auf beiden Münzseiten sind sie auch als Denarii cruciati dokumentiert. Durch ihre stän...

Bernstein
Bernstein zählt zu den frühesten Zahlungsmitteln im Norden Europas. Es handelt sich um Versteinerungen aus dem Harz von Nadelhölzern, die schon vor 30 bis 50 Millionen Jahren abgestorben sind. Bernstein wird bei Sturmfluten an die Küsten der Nord- und Ostsee angeschwemmt, vor allem in Jütland (Dänemark) und Samland (Os...

Bernwardsgroschen
Zwei Groschenmünzen der Stadt Hildesheim mit dem Hüftbild des heiligen Bernward auf ihrer Rückseite, der als Bischof von Hildesheim (993-1022) die Bernwardskunst begründete. Der kleine Bernwardsgroschen wurde erstmals 1468 als Körtling zu 6 Hildesheimer Pfennigen ausgeprägt. Dieser kleine Bernwardsgroschen sank im Wert...

Bes
Sehr seltene AE-Münze der Republikzeit im Wert von 8 Unciae. Es ist nur eine einzige Ausmünzung (für C. Cassius), etwa um 115 v.Chr., bekannt. Ihre Vs. zeigt den Kopf des Bacchus n.r., die Rs. einen Schiffsbug, darüber die Schrift C CASSI.

Besa
Kleine Kupfermünze, die von 1909 bis 1924 in der Kolonie Italienisch-Somaliland geprägt wurde. Es gab Stücke zu 1, 2 und 4 Besa. 100 Bese galten 1 Rupie.

Bésant blanc
Mittelalterliche Bezeichnung in Westeuropa für eine geringhaltige Goldmünze (Bézant) aus dem Königreich Zypern. Der Legierung war so viel Silber beigemischt, dass die Münze eine weißliche Farbe (blanc) annahm.

Besatzungsgeld
Eingriffe in das Geldwesen eines besetzten Landes von Seiten der Besatzungsmacht waren nach der Haager Landkriegsordnung von 1899 nicht grundsätzlich verboten. Im 1. Weltkrieg gab das Deutsche Kaiserreich in den besetzten Gebieten sog. Besatzungsgeld aus, das meist aus minderwertigen Metallen hergestellt wurde. Auch das von den Alliierten kurz...

Beschickung
Im weiteren Sinn ein Ausdruck für die einzelnen metallischen Zusätze und die Brennstoffe in einem metallurgischen Ofen. Auch die gesamte Ofenfüllung wird so genannt. Im alten münztechnischen Sinn bezeichnete der Ausdruck die Zusetzung von Kupfer zur Silberschmelze bzw. von Kupfer und Silber zur Goldschmelze.

Beschneidung
1. Bis über das Mittelalter hinaus war das Beschneiden die gebräuchliche Methode der Justierung. In den Münzstätten wurden übergewichtige Münzen und Klippen so lange an ihren Rändern beschnitten, bis sie das vorgesehene Gewicht erreicht hatten. 2. Illegale Verminderung der Münzen durch Schneiden, Bohren und ...

Beshlik
Name des türkischen 5-fachen Kurush (5-Piaster-Stücks) im Wert von 200 Para. Der Name leitet sich aus dem türkischen Zahlwort besh (fünf) ab.

Beshparalik
Türkischer Name für das Stück zu 5 Para.

Bettlertaler
Talermünzen aus dem 16. und 17. Jh. mit dem Motiv des St. Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel teilt. Nach der Darstellung des Bettlers wurden sie auch Kröpeltaler (mundartlich für Krüppel) und Prachertaler (niederdt. für Bettler) genannt. Die beliebten Sammlermünzen stammen aus Kur-Mainz, Berg, Schwarzburg, Hor...

Beutegroschen, -pfennige
Münzen aus dem 16. Jh., die aus erbeutetem Metall, z.B. aus Silbergeschirr oder Kanonen geschlagen worden sein sollen. Die berühmtesten Beutegroschen, die Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen 1542 angeblich aus dem Silbergeschirr des besiegten Herzogs Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel ...

Bézant
Sammelbezeichnungen für die mittelalterlichen Goldmünzen des Byzantinischen Reiches und deren Nachahmungen, auch Besam, Bésant, Bisant und latinisiert Besantius, Byzantius genannt. Sie waren bis zum beginnenden 13. Jh. die bestimmenden Goldhandelsmünzen, auch in Südeuropa. Durch die Kreuzzüge fanden orientalische Gol...

Bezemstuiver
Volkstümliche Bezeichnung für den niederländischen Stuiver aus dem 17./18. Jh. Seinen Namen erhielt er von der Rückseitendarstellung der sieben Pfeile, Symbol für die sieben Provinzen der Generalstaaten, vom Volk als Besen (ndl.: Bezem) verspottet.

Bezzo
Selten geprägte venezianische Billonmünze zu einem halben Soldo. Nach Schrötter leitet sich der Name von dem illyrischen Wort Becs (Kleinmünze) ab. Der Bezzo wurde zuletzt unter dem Dogen Paulo Renier (1779-1789) ausgebracht.

Bezzone
Verkleinerungsform von Bezzo, als Kupfermünze im Wert von 6 Bagattini seit 1626 in großen Mengen für die venezianischen Besitzungen in Dalmatien, Albanien, Kandia (Kreta), und Morea (Peloponnes) ausgegeben.

Bianchetto
Bezeichnung des in Savoyen und im Piemont von der Mitte des 14. bis in das 16. Jh. geprägten Denaro zu 1/12 Grosso. Die Münzbezeichnung hat sich aus dem Diminutiv (Verkleinerungsform) von Bianco gebildet. Es sind auch Beischläge aus der Münzstätte Casale bekannt.

Bianco
Benennung italienischer Denari und Grossi verschiedener italienischer Staaten, die im 16. Jh. weite Verbreitung fanden. Die Bezeichnung leitet sich aus dem italienischen Wort bianco (weiß) ab und bezieht sich, wie beim deutschen Albus und dem französischen Blanc, auf die weiß schimmernde Farbe der Bianchi, ein Zeichen für den ...

Bibersteiner
Pfennigmünzen der Stadt Görlitz aus der 2. Hälfte des 15. Jh.s. Sie wurden nach dem damaligen Bürgermeister der Stadt benannt.

Bicentennial-Rückseiten
Zur 200-Jahrfeier (Bicentennial) der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1976 schrieb das Schatzamt bereits im Oktober 1973 einen offenen Wettbewerb zur Gestaltung der Rückseiten des Dollars und seiner Teilstücke (Half Dollar und Quarter) aus. Die Vs.n (Kopfbilder der ehemaligen Präsidenten) blieben unver&...

Bielefelder Seidengeld
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden im ostwestfälischen Bielefeld 'Scheine' aus Seide in Papiergeldformat hergestellt, das zu den Städteausgaben des deutschen Notgelds zählt. Der Wert richtete sich nach der Größe des Formats und war auf den 'Stoffscheinen' angegeben. Der Schein konnte bei allen Kassen der Leinenweberstadt und...

Bien conservado
Spanische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad schön, abgekürzt BC.

Biga
Lateinischer Name für einen antiken zweirädrigen Kampfwagen, der von zwei Pferden gezogen wurde. Das Zweigespann war ein sehr verbreitetes Motiv auf Denaren der frühen römischen Republik, daraus entstand der Ausdruck Bigatus. Die Biga wird als Gefährt für die Götter Victoria, Diana, Luna, Sol, Jupiter etc. mit ihr...

Bigatus
Sammelbegriff für die silbernen Denare der römischen Republik. Die Bezeichnung wurde ursprünglich wohl nur für Denare mit dem Motiv der Biga (röm. Zweispänner) verwendet. Schon Tacitus bezeichnete alle Denare der Republikzeit als Bigatus, im Gegensatz zu den späteren Denaren der römischen Kaiserzeit. Repu...

Biglietti di credito
Bezeichnung der Einzahlungsquittungen (Fedi di credito) im italienischen Genua des 17. Jh.s.

Billets de confiance
Kleingeldscheine, die während der Französischen Revolution von Städten und Privatleuten in Nominalen zu 5, 10, 15 und 20 Sous herausgegeben wurden. Sie dienten als Wechselgeld für die Assignaten.

Billets des Receveurs Généraux
Schuldscheine des absolutistischen Staates Frankreich, die von den Generalsteuereinnehmern (Receveurs Généraux) ab 1710 ausgegeben wurden. Zu diesem Zweck wurde die Caisse Legendre gegründet, die zur Aufgabe hatte, durch den Verkauf der Billets und Steuereintreibung dem Staat Geld zu beschaffen. Diese Billets waren als kurzfristi...

Billets patriotiques
Französische Kleingeldscheine, die während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 nach dem Vorbild der Billets de confiance ausgegeben wurden.