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Münzen Lexikon
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Münzen
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 3526


Ares
Griechischer Kriegsgott thrakischer Herkunft, Sohn des Zeus und der Hera, ist einer der zwölf großen olympischen Götter. Trotzdem verlieh ihm Homer eher unsympathische, barbarische Züge. Statt eine Stadt zu beschützen, Kampfgeist zu verleihen oder den Krieg weise zu planen, wechselt er, je nach Kampfeslust, die Seiten und ...

Arethusa
Nymphe, die nach der antiken Sage vor ihrem Verfolger, dem Flussgott Alpheios, entfloh. Mit Hilfe der Göttin Artemis, die sie in einen Wasserstrom verwandelte, floss sie unter dem Ionischen Meer von Griechenland (Peloponnes) nach Sizilien und tauchte auf der Insel Ortygia, dem Kernland von Syrakus, wieder auf. Das Kopfbild der Arethusa in Assi...

Argent-Le-Roi
Französische Bezeichnung für Silber (wörtlich: Königssilber) mit einem Feingehalt von 958/1000, was einem Anteil von 23/24 Silber mit einem Zusatz von 1/24 Kupfer entspricht. Im mittelalterlichen Frankreich galt das Argent-Le-Roi als reines Silber (Feinsilber).

Argenteus
Römische Silbereinheitsmünze, die im Rahmen der Münzreform des Kaisers Diokletian (294-305 n.Chr.) um 294 n.Chr. eingeführt wurde. Ihr Gewicht sollte 1/96 (römisches) Pfund betragen, also 3,41 g, die meisten Stücke kommen aber untergewichtig vor. Kaiser Konstantin der Große ließ sie 320 n.Chr. durch die Sil...

Argentino
Argentinische Goldmünze zu 5 Pesos, die als Äquivalent des 25-Francs-Stücks der Lateinischen Münzunion von 1881 bis 1889 und 1896 in großen Mengen geprägt wurde. Die Halbstücke (2 1/2 Pesos) wurden 1881 als Muster (nur 9 Stück) und 1884 ausgegeben, in wesentlich geringeren Mengen als die Ganzstücke.

Ariary
Münzeinheit im Wert von 5 Madagaskar-Francs. Bis zum Austritt Madagaskars aus der Franc-Währungszone 1973 tauchten beide Bezeichnungen, also 5 Francs und 1 Ariary auf demselben Münznominal auf, danach nur noch Ariary.

Armellino
Groschenmünze zu einem halben Carlino, Ferdinand I., 1458-1494 König von Neapel, mit der Gründung des Hermelinordens im Jahr 1464 einführte. Das dem Wappen des Ritterordens zum Hermelin entnommene Münzbild gab der Silbermünze ihren Namen.

Arnaldenses
Lat. Bezeichnung der Denare des französischen Bistums Agen, die zwischen dem 11. und 14. Jh. im Umlauf waren.

Arnekopf
Arenkopf

Arnoldsgulden
Nach Arnold von Egmont (1423-1473), dem Herzog von Geldern, benannte minderwertige Goldgulden. Wegen ihres geringen Feingewichts wurden sie nur mit 10 1/2 Stuivern bewertet (der vollwertige rheinische Gulden galt vergleichsweise 20 Stuiver).

Arsakiden
Persische Herrscherdynastie der Parther, benannt nach ihrem Gründer Arsakes I., der zwischen 250 und 238 v.Chr. die Seleukiden aus der Parthava (Persien) vertrieb. Unter Mithridiates I. (etwa 171-139 v.Chr.) eroberten die Parther fast ganz Mesopotamien. Danach wurde das Partherreich durch Nomaden aus Zentralasien bedroht, durch die Kriege mit ...

Artemis
Griechische Göttin der Jagd, des Tierreichs und des Mondes. Sie gilt als Beschützerin der Jugend und der Tugend, in Sykretismus mit einer alten Gottheit aus Kleinasien auch als Göttin der Fruchtbarkeit (vor allem in Ephesos). Die Zwillingsschwester des Apollon ist auf vielen antiken griechischen und römischen Münzen mit Pfe...

Artig
Baltische Kleinmünze, im 14. und 15. Jh. im Bistum Dorpat, im Erzbistum Riga und vom livländischen Schwertbrüderorden geprägt. Die Bezeichnung leitet sich vermutlich vom schwedischen Örtug ab. Je nach Münzfuß lag der Wert der Artiger zwischen einem Pfennig und einem Schilling.

Artiluk
Dreigroschenmünze der Stadt Ragusa (Dubrovnik), von 1627 bis 1701 im Wert von 6 türkischen Para geprägt. Die Münze erhielt ihren Namen vielleicht nach dem türkischen Wort 'altiluk' für Sechser.

Artukidenmünzen
Bezeichnung der Münzen der Artukiden-Dynastie (auch Ortuqiden oder Ortokiden), einer Herrscherlinie sunnitischer Turkmenen, die im Mittelalter in Mesopotamien eine kulturelle Blüte erreichte, trotz ihrer halbnomadischen Herkunft. Sie errichteten kulturelle Zentren in Hasankeyf, Diyarbakir, Harput und (seit dem 12. Jh.) in Mardin, im Gebie...

As
1. Antike römische Gewichts- und Münzeinheit. Die Römer nannten die ungeteilte metrische Grundeinheit As ('das ungeteilte Ganze'). Das Wort ist im Kartenspiel erhalten geblieben. Der gegossene As im Gewicht der römischen Gewichtseinheit Libra (Pfund), auch librales As (lat. As librarius) genannt, stellt die 'Urmünze' der R&...

Ashrafi
Bezeichnung einer Goldmünze, die vom 15. Jh. bis in die 30er Jahre des 18. Jh.s in Persien im Umlauf war. Ihr Wert entsprach in etwa einem venezianischen Zecchino. Auch in einigen indischen Staaten und Afghanistan waren Ashrafis im Umlauf. Die Goldmünze wurde in den meisten Ländern vom Mohur abgelöst. Ashrafi geprägt...

Asklepios
Griechischer Heilgott, der erst im 5. Jh. v.Chr. eine große Bedeutung erlangt und dann bis in die Spätantike zu den populärsten Göttern der griechischen Welt zählt. Vermutlich war er ursprünglich erst ein Heros von lokaler Bedeutung in Thessalien. Von seiner Hauptkultstätte Epidauros gingen Tochterkulte aus, u.a....

Asper
Standard-Silbermünze der Komnenen von Trapezunt (1204-1461), ursprünglich im Gewicht von 2,9 g, das aber im Lauf der Zeit abnahm. Ihr Münzfuß war nach dem zeitgleich ausgegebenen Dirham der benachbarten Seldschuken ausgerichtet, seine Größe und Prägung zeigt Ähnlichkeit mit dem leichteren venezianischen Gro...

Aspergillum
Römisches Pontifikalgerät, eine Art Wedel, der bei Weihungen zum Besprengen des geweihten Gegenstands mit Wasser diente. Das Aspergillum ist auf römischen Münzen als Beizeichen eines Mitglieds der Kaiserfamilie zu sehen, wenn seine Zugehörigkeit zu einem Priesterkollegium gefeiert wurde.

Aspron trachy
Byzantinische Münzbezeichnung in der Bedeutung 'weiße schüsselförmige Münze'. Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118 n.Chr.) reformierte 1092 das zerrüttete byzantinische Münzwesen. Im Rahmen der Reform wurde die Standardgoldmünze Hyperpyron, der Aspron trachy aus Elektron (1/3 Hyperpyron) und eine Billonm&uu...

Assarion
Griechische Bezeichnung für das römische As. Die Bezeichnung geht auf Prägungen kleinasiatischer Provinzen in der römischen Kaiserzeit zurück. Diese eigenen Prägungen konnten sowohl nach dem geltenden römischen wie auch nach eigenem Münzfuß herausgebracht werden.

Assignaten
Französisches Papiergeld aus der Zeit der Französischen Revolution (franz. l´assignation = Anweisung). Um das Haushaltsdefizit zu decken, beschloss die Nationalversammlung im Jahr 1789, verzinsliche Anleihen auf den zu erwartenden Verkaufserlös der beschlagnahmten Kirchengüter auszugeben. Die folgenden Emissionen der Assig...

Assis
Straßburger Groschenmünze zu 6 Kreuzern, vom 16. bis zum 18. Jh. geprägt. Das Halbstück wird als Semissis, das häufig geprägte Doppelstück als Assis Douplex bezeichnet. Der Assis wurde zu Beginn des 18. Jh. von Basel und Oberwalden nachgemünzt.

Association Internationale des Numismates Professionnels
AINP

Astragal
Anatomisch gesehen der Gelenkknöchel an der Ferse des Fußes (Sprunggelenk). Der als magisch betrachtete Gelenkknochen von Hammel, Schaf oder Widder fand in der Antike auch als vierseitiger Würfel für das profane Knöchelspiel Verwendung. Bronzenachbildungen des Astragal dienten als Münzgewichte. Als Münzbild ersch...

Astrologie
Die Kunst, aus den Erscheinungsformen und Stellungen der Gestirne (Makrokosmos) Naturereignisse und Charaktereigenschaften zu deuten oder vorauszusagen, die das Schicksal und die Zukunft sowohl von ganzen Völkern, wie auch von einzelnen Menschen (Mikrokosmos) betreffen. Die Astrologie wurde im Altertum von altorientalischen Kulturen, insbesond...

Athene
Griechische Göttin der Weisheit, der Kunst und des Handwerks (z.B. der Töpfer), vor allem aber wehrhafte Beschützerin Attikas, insbesondere der Stadt Athen, des Hauses, der Burg und der Landwirtschaft Athens. Ihre römische Entsprechung ist Minerva. Auf antiken Münzen, insbesondere den Eulen von Athen, sehr häufig als j...

Atia
Portugiesisch-ostindische Kupfermünze des 18. Jh.s zu 15 Reis.

Atribuo
Judenpfennige

Att
Siamesische Kupfermünze bis 1905. 1 Tikal = 64 Att und mit demselben Wert bis 1859 auch in Kambodscha im Umlauf. Att wurde als Bezeichnung einer Münzeinheit der Volksrepublik Laos 1976 übernommen, allerdings erst seit 1980 (nach der Währungsreform im Dezember 1979) in Werten von 10, 20 und 50 Att aus Aluminium ausgeprägt: 1...

Attischer Münzfuß
Der bedeutendste Münzfuß der griechischen Antike, nach dem Landstrich Attika um Athen benannt. Er wurde er bereits im Athen Solons (594-560 v.Chr.) aus dem euböischen Münzfuß übernommen, deshalb auch manchmal attisch-euböischer Münzfuß genannt. Dieser Münzfuß basierte auf der Mine von etwa ...

Au
Chemisches Zeichen für Gold, vom lateinischen Wort aurum.

Auferstehungstaler
Die ersten Taler der Stadt Braunschweig von 1545/46 mit der Auferstehung Christi auf der Vorderseite und dem Braunschweiger Löwen auf der Rückseite der Münze.

Aufgeld
Agio

Aufwertung
Das Gegenteil von Abwertung, nämlich die Erhöhung des Wertes einer Münze oder einer Währungseinheit. Im modernen Sinn in Bezug auf den Goldwert, den Wert in anderer Währung oder einer sonstigen Rechnungseinheit gebraucht, im geschichtlichen Sinn die Erhöhung des Edelmetallanteils in einer Einheit des gebräuchliche...

Aufzahl
Ausbringung

Augsburger Reichsmünzordnungen
Die Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 hatte sich nicht durchgesetzt: Der Reichsguldiner wurde nur in wenigen Versuchen geprägt, die anderen Münzsorten wurden nur wenig geprägt, außerdem hatte sich die allmähliche Verschlechterung der kleineren Münzsorten fortgesetzt. Aufgrund der Reformationswirren dauerte es ...

August d'or
Sächsische goldene 5-Taler-Stücke (Pistolen), nach dem Kurfürsten von Sachsen Friedrich August II. (1733-1763) benannt. Sie wurden 1752-1754 und 1777-1845 mit einem Feingewicht von 6,03 g geprägt und waren hoch angesehen. Dies änderte sich allerdings nach der Besetzung Sachsens durch Preußen unter Friedrich II. (dem G...

Augustalis
Mittelalterliche Goldmünze unter Kaiser Friedrich II. (1194-1250), als König von Sizilien ab 1231 in Brindisi und Messina geschlagen. Die Augustalen zeigen auf ihrer Münzvorderseite den Kaiser als lorbeerbekränzten Imperator in antikem Gewand, in deutlicher Anlehnung an die Goldmünze der römischen Kaiser (Aureus), auf ...

Augustus
Beiname des ersten römischen Kaisers (63 v.Chr.-14 n.Chr.) wörtlich der Erhabene. Der Großneffe Caesars, der eigentlich Octavian hieß, nahm den Namen 27 v.Chr. an. Alle römischen Kaiser nach ihm nahmen den Ehrennamen Augustus an, der meist als Zusatz am Ende des Namens getragen wurde. Die Person des Augustus ist heilig, u...

Auktionen
Versteigerung, vor allem wertvoller Münzen. Jährlich finden in Deutschland ca. 60 Münzversteigerungen statt. Zu deren Vorbereitung werden bebilderte Auktionskataloge versandt, die neben den Schätzpreisen auch die Geschäftsbedingungen des jeweiligen Auktionshauses beinhalten. In der Regel sollte die Möglichkeit schriftl...

Aurar
Mehrzahlform der isländischen Kleinmünze Eyrir seit 1922. 100 Aurar = 1 Krona.

Aureole
Vom lat. aureolus (dt.: golden, Goldstück) bezeichnet den die ganze Figur umhüllenden runden Heiligenschein, der in der christlichen Kunst meist Christus oder Maria umhüllt. Auf Münzen wurde aber meist die spitzovale Form, die Mandorla, oder der den Kopf umhüllende Nimbus verwendet.

Aureoltyp
Bezeichnung antiker Gepräge, die 1867 im südfranzösischen Aureol (bei Marseille) gefunden wurden. Der älteste Schatzfund im gallischen Raum umfasst etwa 2000 Kleinsilbermünzen aus dem späten 6./frühen 5. Jh. Er setzt sich zusammen aus Münzen griechischer Kolonien aus dem kleinasiatischen und unteritalischen R...

Aureus
Der Aureus war die Goldeinheitsmünze des Römischen Reichs. Die Goldmünze stammt noch aus der Zeit der Römischen Republik und wurde bis zur konstantinischen Zeit (zu Beginn des 4. Jh.s n.Chr.) geprägt. Schon vor Caesars Sieg über die Gallier wurden z.B. von Sulla (82-79 v.Chr), Pompeius (71 v.Chr.) u.a. schon Aurei gem&...

Aurichalkum
Antike Bezeichnung für messingähnliches Metall, das für wertvoller als reines Kupfer galt. Der Name leitet sich vom altgriechischen 'oreichalkos' (Bergerz) ab und bedeutet Golderz, wegen der goldähnlichen Farbe der Legierung. Seit der Münzreform des Augustus wurden der Sesterz (27,3 g) und sein Halbstück, der Dupondius...

Ausbeutemünzen, -taler
Münzen, die aus dem Erz bestimmter Bergwerke oder Regionen stammen und auf deren Herkunft meist auf der Münze direkt hingewiesen wird. Solche Hinweise sind in In- und Umschriften der Münzen ebenso zu finden wie in Bildmotiven der betreffenden Gruben oder Regionen. So gibt es Ausbeute-Dukaten, -Löser, -Taler, -Gulden und -Grosche...

Ausbringung
Die Anzahl einer Münzsorte, die aus einem bestimmten Münzgrundgewicht, z.B. der feinen Kölnischen Mark, geprägt werden musste, auch Aufzahl genannt. So war die Aufzahl der Reichstaler 9 auf eine feine Mark, weil aus dem Gewicht einer Kölnischen Mark von 233,81 g die Anzahl von 9 Reichstalern geprägt wurden. Mit der Ein...

Ausgleichsmünzen
Münzen, die Differenzen im Zahlungsverkehr zwischen zwei Währungssystemen oder zwei unterschiedlichen Münzfüßen ausgleichen. Viele antike Münzen hatten diese Vermittlungsfunktion. Im 17./18. Jh. wurde der Bankotaler eher zufällig zu einer Ausgleichsmünze, die zwischen dem niederländischen Albertustaler ...

Ausschussmünzen
1. Münztechnischer Ausdruck für Münzen, die aufgrund von Fehlern die vorgeschriebene Qualität nicht erreichen und deshalb nicht in den Umlauf gelangen. Solche Mängel können z.B. durch Fehlprägung oder Gewichtsverlust auftreten. Bei Prüfungen und Kontrollen werden diese mangelhaften Prägungen ausgeschiede...

Austral
Argentinische Währungseinheit von 1985 bis 1991. 1 Austral = 100 Centavos. Bei der Währungsreform vom 1.1.1992 wurde die Peso-Währung wieder eingeführt. Für 10.000 Austral wurde 1 argentinischer Peso getauscht.

Auswurfmünzen
Kleinmünzen, die bei festlichen Anlässen, z.B. Krönungsfeierlichkeiten, Fürstenhochzeiten etc. unter das Volk geworfen wurden. Meist wurden diese Münzen speziell hergestellt und mit einem dem jeweiligen Ereignis angemessenen Münzbild beprägt. Diese Tradition kann bis in die römische Kaiserzeit zurückverf...

Auto-Dollar
Sammlerbezeichnung für die chinesische Dollarmünze aus dem Jahr 1928 zur Eröffnung der ersten befestigten Straße in der Provinz Kweichow (Republik China). Das Münzbild zeigt einen PKW im Perlkreis.

Automatenmarken
Münzähnliche Marken, die von Behörden oder der Automatenindustrie speziell zum Gebrauch für Automaten entwickelt wurden, besonders in Zeiten fehlenden Hartgelds. Mittlerweile sind die neuen Kursmünzen im Begriff zu Automatenmünzen zu werden, da der Automatentauglichkeit eine größere Bedeutung zukommt als der...

Autonome Münzen
Bezeichnung von Münzen autonomer Städte und Staaten aus dem griechisch-hellenistischen Raum aus der Zeit vor der Unterwerfung durch die Römer. Alle griechisch beschrifteten Gepräge der Antike werden nach geographischen Gesichtspunkten den griechischen Münzen zugeordnet. Zur Unterscheidung von Provinzial- oder Kolonialmü...

Autorgroschen
Groschenmünze der Stadt Braunschweig aus dem Jahr 1499. Der Name erklärt sich aus dem Münzbild, das den Schutzpatron der Stadt, den heiligen Autor, abbildet. Der 'große Autorgroschen' wurde mit 12, das Halbstück mit 6 braunschweigischen Pfennigen bewertet.

Avers
Bezeichnung für die Vorderseite einer Münze im Gegensatz zur Rückseite (Revers). Das französische Wort bedeutet 'nach vorn gewandt'. Die Vorderseite (Bild und/oder Schrift) ist gewöhnlich die Hauptseite der Münze. Die Numismatiker bezeichnen die durch den Unterstempel geprägte Seite als avers. In der numismatische...

Avo
Kleinmünze der Überseeprovinz Macau seit 1952. 1 Pataca = 100 Avos.

Axtgeld
Beilgeld

Axum-Münzen
Aksumitische Münzen

Ayam
Aus Zinn gegossene Kleinplastiken in Form eines Hahns, die als Geld im 18./19. Jh. auf der malayischen Halbinsel und (als kupferner Duit Ayam) auf der Insel Sumatra umliefen. Die Benennung kommt aus dem Malaiischen und bedeutet Hahn. Siehe auch Buaya.

BA
Münzzeichen der Münzstätte Basel und zeitweise auch für Barcelona und Buenos Aires (neben dem Münzbuchstaben B).

Baal
Semitische Gottheit, die von den Griechen mit Zeus gleichgesetzt wurde.

Babelon, Ernest
(1854-1924)Französischer Numismatiker und Archäologe, Direktor des Pariser Münzkabinetts der Bibliothèque Nationale. Der Spezialist der Antiken Numismatik ist vor allem durch sein neunbändiges Monumentalwerk 'Traité des monnaies grecques et romaines' (Versuch über die griechischen und römischen Münzen), Paris 1...

Bac
Silberbarrennominale der bis ins 18. Jh. hineinreichenden Barrenwährung in Mittelvietnam. Die Barren haben brotähnliche Form mit aufgestempelter Gewichtsangabe auf den schmalen Seiten. Sie waren in 10-, 5-, 1- und 1/2-Stücken im Umlauf.

Bacchus
Römischer Gott des Weines, entspricht dem griechischen Gott Dionysos. Silbermedaille um 1820 mit Büste des Baccus und Weinmotiven

Badehosentaler
Sammlerbezeichnung für eine Nassauer Talermünze aus dem Jahr 1681. Die Gestaltung der Münzvorderseite zeigt das Bild der fünf Fürstenbrüder von Nassau in Rüstungen, die aufgrund der Darstellung wie Badehosen aussehen.

Bag marks
Englische Bezeichnung für Münzbeschädigungen, wie sie bei der automatisierten Entnahme nach der Prägung entstehen, beispielsweise beim Fallen der Münzen in Kästen oder bei der Abfüllung in Säcke.

Bagarone
Bezeichnung des Halbstücks des Bolognino piccolo. Der kupferne Bagarone wurde in Bologna, Ferrara, Modena und anderen italienischen Münzstätten vom 15. bis ins 18. Jh. geprägt.

Bagattino
In Italien im Spätmittelalter gebräuchliche Bezeichnung des Piccolo, des leichten Silber-Denars, der in den oberitalienischen Städten später in Billon und schließlich in Kupfer geprägt wurde. Ursprünglich galten 20 Bagattini einen Aquilino (Adlergroschen). Es gab verschiedene Typen, darunter einen venezianischen ...

Bagi
Halsketten aus roten Muschelscheibchen, Perlen, weißen und andersfarbigen Muschelscheibchensträngen aus Ovula- und Kaurischneckengehäusen, Austernschalen und Bananensamen. Zusammen mit den Mwali (Armreifen) stellen sie die symbolischen Wertobjekte des traditionellen Kula-Ringtauschs dar, der den Rahmen für ein kompliziertes Tau...

Bahagani
Bezeichnung mittelalterlicher Kupfermünzen aus dem Gebiet des indischen Kaschmir im Wert von 8 Shahi.

Bahar Azadi
Die Goldmünze der Islamischen Republik Iran trägt seit 1979 den Namen Bahar Azadi (Frühling der Freiheit). Ihr Gewicht entspricht ihrem Vorläufer (Pahlewi), der Typ zeigt auf der Vs. das Siegel des 4. Kalifen Ali Ibn-e-Abi Taleb (um 600-661), auf der Rs. den Heiligen Schrein (Moschee) von Imam Reza in Mesched. Es gibt auch 1/4-,...

Baht
Währungseinheit im Königreich Siam (seit 1939 Thailand genannt). Der Baht stellt praktisch die im Gewicht entsprechende Münzbezeichnung zum alten Tikal im Gewicht von 15,4 g dar, der früher in Form kugelförmiger Münzen oder Barren ausgegeben wurde. Unter Rama IV. (Chom Klao, 1851-1868) wurde in Siam die moderne Prä...

Baiarda
Bezeichnung der im 16. Jh. geprägten Billonmünze in der italienischen Grafschaft Modena. Sie entspricht der Moraglia (oder Muragliola) genannten Billonmünze zu 2 bzw. 3 Soldi, wie sie auch in anderen oberitalienischen Münzorten geprägt wurde.

Baiocchella
Päpstliche Billonmünze aus der zweiten Hälfte des 16. Jh.s. Sie wurde wegen ihrer vielen Nachahmungen und Fälschungen 1592 abgeschafft und durch den kupfernen Quattrino ersetzt.

Baiocco
Ursprünglich das kleinste Silbernominal des Kirchenstaates, das 1464 den Bolognino Romano ablöste. Die Baiocchi liefen seit der Mitte des 16. Jh.s als Billonmünze um, bis sie ab 1725 in Kupfer geprägt wurden. Sie galten 5 Quattrini. Ihr kupfernes Halbstück, der Mezzo Baiocco, wurde unter Papst Clemens VIII. (1592-1605) in R...

Baioccone
Bezeichnung des kupfernen 5-Baiocco-Stücks zur Zeit des Papstes Pius IX. (1846-1878).

Baisa
Auch Beiza, ist die Währungseinheit des Sultanats Oman. In der Währungsreform vom 7.5.1970 wurde im Sultanat Maskat und Oman, 1971 in Oman umbenannt, der Rial Saidi auf 1000 (Neue) Baisa gesetzt. Seit dem 11.11.1972 war der Rial Saidi durch den Rial Omani gleichwertig ersetzt. Baisa leitet sich von der Münzbezeichnung Paisa ab, einer...

Baisse
Anhaltender allgemeiner Kursrückgang, das Sinken von Wertpapieren und Preisen, im Gegensatz zu Hausse. Der Ausdruck ist an der Börse gebräuchlich.

Bajoire
Bezeichnung der einander zugewandten Porträts von Mann und Frau, vom franz. baiser (Kuss) abgeleitet. Die berühmtesten und vielleicht auch frühesten Vis-à-vis-Porträts sind die einander zugewandten Büsten des Herrscherpaares Ferdinand und Isabella (1469-1504) von Kastilien und Aragon auf goldenen Excelentes. Nach der...

Balance Half Merk
Schottische Silbermünze aus den Jahren 1591 und 1592 im Wert von 6 Shillings und 8 Pence. Die Benennung geht auf das Münzbild der Rs. zurück, das eine Waage mit einem Schwert zeigt. Auf der Vs. ist der gekrönte Schild zwischen zwei Disteln dargestellt. Das Stück enthält 5,95 g Silber, bei einem Raugewicht von 6,80 g. E...

Balancier
Französische Bezeichnung für das Spindelprägewerk.

Balastraca
Brasilianischer Peso aus der Zeit des Kriegs mit Paraguay (1866-1869). Durch die Überstempelung mit der Wertzahl 400 wurde die Münze aufgewertet. Sein Halbstück wurde ebenfalls von den Heereslieferanten mit der Zahl 200, sein Viertelstück mit 100 überstempelt.

Balboa
Währungseinheit von Panama, nach dem spanischen Konquistador Vasco Nuñes de Balboa benannt (1475-1517). Er erreichte als erster Europäer über die Landenge von Darien den Pazifik (1513), den er Südsee nannte. In Panama gilt neben der Balboa-Währung auch die US-Dollarwährung: 1 Balboa = 1 US-Dollar = 100 Centesimo...

Baldwin & Co.
Baldwin und seine Partner unterhielten 1850/51 in San Francisco eine Privatmünzanstalt, in der kalifornisches Gold zu 5-, 10- und 20-Dollar-Stücken vermünzt wurde. Die Stücke zu 20 $ verursachten im April 1851 Schlagzeilen in der Presse: Man sprach vom 'großen Goldschwindel'. Die Presseleute entdeckten, dass die Goldst&uum...

Ballonmedaillen
Medaillen auf Ballone, Schauflüge und Luftschiffer, die eine bedeutende Gruppe innerhalb der Luftfahrtmedaillen bilden. Bronze-Medaille 1783 auf den ersten Aufstieg eines Wasserstoffballons

Bambus-Dollar
Sammlerbezeichnung für ein sehr seltenes 1-Dollar-Stück aus der Provinz Kweichow (Republik China). Es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine Versuchsprägung aus dem Jahr 1949. Die Münze ist nach der Darstellung der Bambuspflanze im Perlkreis auf ihrer Vorderseite benannt.

Bambusstäbchengeld
Chinesisches Bankgeld aus ca. 4-15 cm langen, fein geglätteten Bambusstäbchen, das um 1875 und noch einmal vor und während der Weltkriege ausgegeben wurde. Auf Chinesisch heißen sie 'Dai yong bi', was etwa 'vorübergehende Währung' bedeutet. Sie stellen also eine Art Ersatzwährung dar, ähnlich wie das deutsch...

Ban
1. Bezeichnung für japanische Goldmünzen mit flach-ovalem Aussehen, die zwischen dem ausgehenden 16. Jh. bis zum Beginn der Meiji-Ära (1867) ausgegeben wurden. Die großen Stücke zu 10 Rio werden Oban genannt. Sie wiegen ca. 165 g bei wechselndem Feingehalt (bis zu 734/1000 im Jahr 1725) und tragen neben mehreren Stempeln b...

Banaldenare
Sammelbezeichnung für mittelalterliche ungarische Handelsmünzen, die unter Aufsicht des jeweiligen Banus (daher ihr Name) von Slowenien seit der Mitte des 13. Jh.s etwa 100 Jahre lang geprägt wurden. Da sie nicht der Münzverrufung unterlagen, blieb das Münzbild der Banaldenare unverändert. Es zeigt revers unter einem D...

Banco
Zusatz auf kleinen schwedischen Kupfermünzen der Bancosedlar-Währung von 1835, bis zur Einführung des Dezimalsystems 1855. Der Zusatz diente zur Unterscheidung der Scheidemünzen der Bancosedlar-Währung der Stockholms Banco (heute Sveriges Riksbank) von denen der gleichzeitig gültigen Riksgeld-Währung des Riksg&aum...

Bancomark
Bankomark

Bancopfund
Bankopfund

Bancotaler
Bankotaler

Bank Tokens
Englische und irische Notmünzen von 1804 bis 1818 zur Behebung des Münzmangels (Bankdollar). Diese Silbermünzen wurden in England in Nominalen zu 3 Shillings und 18 Pence, in Irland zu 30, 10 und 5 Pence ausgegeben und sind mit der Inschrift BANK TOKEN versehen.

Bankdollar
Notmünze in England im beginnenden 19. Jh. Wegen zu hoher Kosten vernachlässigte England im ausgehenden 18. Jh. die Prägung von Silbermünzen, sodass es zur Münzknappheit kam. Als der Staat dann im Krieg große Mengen spanisch-amerikanische 8-Reales Stücke erbeutete, wurden diese 1804 gegengestempelt und im Wert vo...

Bankfrisch
Erhaltungsgrad moderner Münzen, die noch nicht in Umlauf waren und vollen Stempelglanz aufweisen müssen. Diese unzirkulierten Münzen dürfen nur kleine Beschädigungen zeigen, die vom Prägen, Verpacken und Transportieren herrühren. Der Erhaltungsgrad 'bankfrisch' wird oft auch mit dem Ausdruck 'prägefrisch' gle...

Banking-Theorie
Eine Geldtheorie, die um die Mitte des 19. Jh.s aus der kritischen Auseinandersetzung mit der Currency-Theorie in England entwickelt wurde. Die Banking-Theorie geht nicht davon aus, dass die Banknote Geld ist, sondern sieht sie als Kreditpapier der ausgebenden Bank. Darum genüge es auch, die Banknoten zu 1/3 in Münzmetall und zu 2/3 in er...