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Münzen Lexikon
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Münzen
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 3526


Billon
Französische Bezeichnung für ungemünztes Edelmetall im Mittelalter. Im Englischen hat das Wort 'bullion' bis heute diese Bedeutung bewahrt. Der Name leitet sich vermutlich aus dem Französischen 'bille' ab, was soviel bedeutet wie 'große Kugel', im numismatischen Zusammenhang auch 'kugelförmiger Gusskuchen'. Im 15. Jh....

Billon blanc
Französische Bezeichnung der vorrevolutionären Zeit für die Legierung hochwertiger Billonmünzen, d.h. mit einem Silberanteil von ca. 50%. Zuweilen wurden aber auch große und gewichtige Billonmünzen so genannt, die den vorgeschriebenen Anteil Silber nicht erreichten.

Billonmünze
Münzen, die aus einer Kupfer-Silber-Legierung hergestellt wurden, deren Silberanteil bis zu maximal 50% (500/1000 fein), meist jedoch weniger betrug. Billonmünzen gab es schon seit der Antike, so z.B. viele keltische Münzen; der römische Silberdenar sank unter Kaiser Septimius Severus (193-211) ebenso zur Billonmünze ab wie...

Bimetallismus
Doppelwährung

Binio
Bezeichnung für das Doppelstück des Aureus. Die römische Goldmünze wurde in diesem Nominal nur sehr selten zur Zeit der Severer-Dynastie unter Caracalla, Julia Domna und Elagabal ausgeprägt. Auf den Münzbildern ist der Kaiser mit Strahlenkrone dargestellt.

Binnengeld
Bezeichnung für unterwertige Scheidemünzen, die nur im Inland (Landmünzen) oder in einer Stadt (Stadtgeld) zu ihrem Nennwert galten, außerhalb dieser Bereiche jedoch zu ihrem (geringeren) Metallwert umliefen. Vor allem während der Kipper- und Wipperzeit gab es erhebliche Wertschwankungen. Später wurde das Geld derjeni...

Bipkwele
Die Pluralform von Ekwele, die zwischen 1980 und 1984 Münzeinheit der Republik Äquatorial-Guinea war.

Birkamünzen
Schwedisch Birkamynter, ist eine frühere Bezeichnung für Hedeby-Münzen, da man irrtümlich glaubte, die ältesten skandinavischen Münzen wären in der Wikingerstadt Birka hergestellt worden.

Birok
Das von den Einheimischen im Süden Neu Irlands (Bismarck-Archipel) Birok genannte Zahlungsmittel wird aufgrund seiner Verwendung für den Kauf von Schweinen hierzulande in Sammlerkreisen als Schweinegeld bezeichnet. Die Geldstränge können eine außerordentliche Länge von bis zu 60 m erreichen, wobei etwa 20.000 Muschel-...

Birr
Amharische Bezeichnung für die Währungseinheit Äthiopiens (früher Abessinien), die 1893 unter Kaiser Menelik II. auf der Basis des Maria-Theresien-Talers (Talari) eingeführt wurde. Der Birr wurde in Achtel-, Viertel-, Halb- und Ein-Birr-Stücken ausgeprägt. Die Vs. der Münze zeigt den Kopf des Kaisers, die R&u...

Bisant
Bézant

Bissolo
Name eines Mailänder Denaro, der unter der Herrschaft der Visconti in der 2. Hälfte des 14. Jh.s im Wert von 1/18 Soldo eingeführt wurde. Das auf dem Münzbild dargestellte Wappentier der Visconti, die Natter (ital. biscia), gab der Billonmünze den Namen.

Bissona
Mailänder Silbermünze, die unter der Herrschaft des französischen Königs Ludwig XII. (1500-1512) im Wert von 3 Soldi herausgegeben wurde. Der Name leitet sich von dem Münzbild zweier bekrönter Nattern (ital. bissolo) zwischen zwei französischen Wappenschilden her.

Bisti
Georgisches Münznominal, das zuletzt 1804-1833, schon unter Leitung zaristisch-russischer Münzmeister, in der Münzstätte Tiflis ausgeprägt wurde. 1 Bisti = 20 Fuli. Seit 1934 galten nur noch russische Zahlungsmittel.

Bit
1. Singular (Einzahl) von Bits. 2. Kleinste Unterteilung des Währungssystems in der Kolonie Dänisch-Westindien (St. Thomas und einige kleinere Inseln der Kleinen Antillen) im Wert von 1/5 Cent. 500 Bit = 100 Cents = 5 Francs = 1 Daler. Die Bezeichnung ist von Bits abgeleitet. Zwischen 1905 und 1913 wurden runde Bronzemünzen in den W...

Bits
Bezeichnung für Ausstanzungen und Ausschnitte, die aus größeren Silbermünzen, meist spanisch-amerikanischen Pesos (Cut money), herausgetrennt wurden, um den Geldmangel in den vorwiegend britischen Kolonien der Karibischen Inseln (Westindies) und Guyana zu beheben. Der Name leitet sich von dem englischen Wort 'bit' (Bissen) ab. ...

Biunx
Selten ausgeprägtes 2-Uncia-Stück des altitalischen Aes grave nach dem Dezimalsystem, das also dem Sextans im Duodezimalsystem entsprach.

Black Dog
Englischsprachige Bezeichnung für eine geringhaltige Billonmünze zu zwei Sous der Kolonie Französisch-Guyana, die Ende des 18. Jh.s wegen Kleingeldknappheit auch in der Karibik (u.a. British-Westindies) in Umlauf war. Die Bevölkerung der Karibik gab den Stücken wegen ihrer dunklen Färbung (Zeichen des schlechten Silbe...

Black Farthing
Zeitgenössische Bezeichnung für die älteste Kupfermünze Schottlands, die 1466 unter König Jakob (James) III. (1460-1488) eingeführt wurde. Ursprünglich galt sie einen halben Penny, der Name geht auf ihren späteren Wert als Viertelpenny (Farthing) und ihre Schwarzfärbung zurück. Das Wort 'black' (sch...

Blacksmith-Halfcrown
Spöttische Bezeichnung (Hufschmied) für die grobschlächtigen Beischläge des englischen Halbkronen-Stücks, das die katholischen Aufständischen 1642/43 in Irland nachahmten.

Blaffert
1. Bezeichnung norddeutscher und skandinavischer Hohlpfennige aus dünnem Silberblech zu zwei Pfennigen, die zwischen dem 14. und 16. Jh. hergestellt wurden. Der Name leitet sich wohl vom Niederländischen 'blaf' (breit) ab und bezeichnet sein breites Erscheinungsbild im Vergleich zu den anderen Hohlpfennigen. Auch sein schlichtes Geprä...

Blamüser
Neben 'Blaumüser' oder 'Blaue Mäuse' zeitgenössische spöttische Benennung für die seit 1527 in Nimwegen geprägten minderwertigen Halbstüber-Münzen. Im Niederländischen bedeutete 'blau' geringwertig, schlecht. Trotzdem sollen sich die schlechten Münzen wie Mäuse ausgebreitet haben. Die Benennung...

Blanc
Sammelbegriff für französische Münzen aus dem Spätmittelalter, die analog dem deutschen Albus oder der spanischen Blanca nach ihrer weißen (blanc) Farbe benannt sind. Die Farbe wurde durch den hohen Silberanteil bewirkt oder entstand durch das Weißsieden der Billonmünzen. Die Erstprägungen bestanden meist a...

Blanca
Spanische Entsprechung des französischen Blanc oder des deutschen Albus. Auch die spanischen Groschenmünzen wurden zwischen dem 14. und 16. Jh. unter fortlaufendem Wertverfall und bei sinkendem Feingehalt in verschiedenen Typen ausgeprägt, z.B. beim Typ Agnus Dei.

Blanken
Spätmittelalterliche Groschenmünzen aus dem Rheinland, die 1469 in Deutz unter dem Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (1463-1480) im Wert von 2 Weißpfennigen zum ersten Mal ausgeprägt wurden. Die Bezeichnung geht vermutlich auf den Metzblanken zurück, dessen Benennung sich von dem französischen Blanc ableit...

Blasiustaler
Unterwertige Talermünzen, die seit 1725 in Ragusa (heute Dubrovnik) im Wert von 1 1/2 Siberdukaten oder 60 Grossetti in ungeheuren Mengen geprägt und hauptsächlich ins Osmanische Reich verhandelt wurden. Das Feingewicht der Silbermünze lag nur bei 15,626 g und betrug nur ca. 60% des österreichischen oder deutschen Talers, b...

Blasonierung
Beschreibung eines Wappens mittels heraldischer Fachbegriffe (Heraldik) nach genauen Regeln. Das Wort kommt vom französischen blasoner (dt.: ein Wappen erklären). In der Heraldik wurden die Wappen allein durch schriftliche Fixierung, nicht durch bildliche Darstellung bestimmt. Ziel der Blasonierung ist das zuverlässige Zeichnen eines...

Blattgeld
Bezeichnung für gerundete, münzähnliche Metallscheibchen mit Silbergehalt aus dem Norden Thailands. Der Name entstand nach der Musterung auf der konvexen Seite, die Ähnlichkeit mit den Rippen des Blattes eines Laubbaums aufweist, deshalb auch Laubgeld genannt. Die silberhaltigen Scheiben haben einen Durchmesser von 30 bis 40 mm....

Blaue Gulden
Niederländisch 'blauwe guldens', war eine zeitgenössische Bezeichnung für drei unterwertige Goldmünzen aus den Niederlanden. Der 16-karätige Goldgulden unter Herzog Reinald von Geldern (1401-1423) erreichte nur zwei Drittel des Feingehalts des Rheinischen Goldguldens. Der Spottname ging danach auf die Ho(o)rngulden und Knap...

Blechmünzen
Veralteter Ausdruck für Hohlpfennige, Hohlmünzen und Brakteaten.

Blei
Das chemische Element (Pb) wurde sehr selten zur Herstellung von Münzen verwendet, weil es zu weich ist und an der Luft zerfällt. Als Bestandteil von Bronze kommt das Metall gelegentlich als Ersatz des teureren Zinns vor. Die Reste von Blei in Legierungen antiker Münzen zerstörten die meisten alten Stücke (Bleifraß). ...

Bleiabschlag
Die aus runden Bleistücken (Bleironden) hergestellten Abschläge wurden zu Prüfzwecken verwendet. Das weiche Blei hatte den Vorteil, dass es die manchmal noch nicht gehärteten, unfertigen Stempel nicht beschädigen konnte; außerdem war es billig. Sofern noch Stempel vorhanden waren, wurden auch nachträglich Bleiabs...

Blindprägung
Numismatische Bezeichnung für die einseitige Beprägung einer Münze oder Medaille. Die unbeprägte Seite wird dann als blinde Seite bezeichnet.

Blob
Zeitgenössische Benennung der großen 5-Cents-Stücke, die in der britischen Kolonie Ceylon (heute Sri Lanka) zwischen 1870 und 1892 geprägt wurden. Die Vs. zeigt die Büste des englischen Monarchen, die Rs. eine Palme und die Wertangabe in der Umschrift. Im Jahr 1909 wurden sie durch kleinere viereckige Kupfer-Nickel-Mü...

Blum, Johann
Deutscher Medailleur, der fast dreißig Jahre (1631-1660) in Bremen vorwiegend für die braunschweigischen und sächsischen Fürsten sowie das Haus Oranien arbeitete. Bekannt wurde Blum als Barockmedailleur, der eine Vielzahl von Miscellaneamedaillen herstellte. Berühmt sind auch die Bremer Roland-Medaillen und die Hochzeitsme...

Blumengeld
Sammlerbezeichnung (engl. Flower money) für runde, dünne und silberne Gusskuchen in den Bergen Nordthailands und in den Grenzregionen von Birma. Ihr Oberseitenmuster erinnert an Eisblumen, daher der Name. Es handelt sich um die ältesten Zahlungsmittel dieser Region. Ihr genaues Alter ist unbekannt, man vermutet, dass sie schon seit d...

Blumentaler
1. Schweizerische Bezeichnung für den Taler aus der Stadt Zug von 1564. Die Münze ist nach der Darstellung auf der Rs. benannt, einer Blume (Rose) als Beizeichen zwischen den Beinen des heiligen Michael. 2. Zeitgenössische schweizerische Benennung für den französischen Ecu blanc (Typ: Ecu aux lauriers, in Deutschland Laubt...

Blutdollar
US-amerikanische Sammlerbezeichnung für die unter Landgraf Friedrich II. (1760-1787) in Hessen-Kassel geprägten Taler aus den Jahren 1776/78/79. Vermutlich wurde mit diesen Talern das Handgeld für die hessischen Söldner bezahlt, die in den Diensten Großbritanniens gegen die aufständischen amerikanischen Kolonien einge...

Blutklippen
Schwedische Klippen (schwedisch: blodsklippingar) aus dem Jahr 1568 zu 8, 4, 2 und 1 Mark sowie 4 Öre (1/2 Mark), die Herzog Johann von Finnland (König Johann III. von 1569-1592) und sein jüngerer Bruder Karl Herzog von Södermanland (König Karl IX. von 1604 bis 1611) zur Besoldung ihrer Truppen im Kampf gegen König Eri...

Blutzger
Kleine schweizerische Landmünze, die im frühen 16. Jh. vom Bistum Chur eingeführt und von der Stadt Chur, den Freiherren von Haldenstein und Reichenau, dem Halbkanton Appenzell-Innerrhoden und dem Kanton Graubünden übernommen wurde. Die Graubündner Blutzger hielten sich bis in die Mitte des 19. Jh.s im Wert eines Sechs...

Bluzger
Blutzger

Bo(u)rdelois
Bezeichnung für den französischen Denier, der als Billonmünze von der Regierungszeit König Ludwigs XI. (1461-1483) bis zur Münzreform 1539 in Bordeaux (Muschel als Münzzeichen) geprägt wurde.

Bocksmünzen
Süddeutsche Bezeichnung für die Prägungen der schweizerischen Stadt Schaffhausen, die mit der Darstellung des Wappentiers, des aus einem Tor springenden Bocks, versehen sind. Das Motiv taucht sowohl auf dem Taler (Bockstaler) wie auch auf Pfennigen (Bockspfennige) der Kantonshauptstadt auf.

Bodenseebrakteaten
Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Brakteaten des 12. und 13. Jh.s aus dem Bodenseeraum. Im Unterschied zu anderen im mittelalterlichen Deutschland umlaufenden Hohlpfennigen charakterisiert diese Gruppe ihr verhältnismäßig kleiner Durchmesser von ca. 23 mm und vor allem ein verzierter Wulstrand. Die Randornamente bestanden b...

Bodle
Beiname des Turner, einer schottischen Kleinmünze zu 2 Pence. Die Münze wurde zu Beginn des 17. Jh.s unter König Jakob VI. (in England Jakob I.) eingeführt, der in Personalunion das englische und schottische Königreich vereinte. Ursprünglich hieß die Münze Turner und bekam 1642 den Beinamen Bodle. Die Herkun...

Bogenschützen
Bezeichnung der Griechen (griech. toxotai) für antike persische Goldmünzen (Dareikos) nach dem Münzbild eines Bogenschützen (Knielauf-Figur) auf den Vs.n. Dareike des persischen Großkönigs Artaxerrxes I.

Boîte
Französische Bezeichnung für Büchse, Schachtel. In der französischen Numismatik entspricht die Bezeichnung 'boîte' dem deutschen Ausdruck Fahrbüchse, die der Aufbewahrung und dem Transport von Münzproben diente. Im 16. Jh. wurden in Frankreich die 'boîtes' regelmäßig zur Prüfung des Feingeha...

Boletten
Das Wort ist vermutlich vom italienischen 'bolla' = Siegel abgeleitet und geht auf das lateinische 'bulla' zurück. Polletter.

Bolivar
Währungseinheit Venezuelas seit 1879, nach Simón Bolívar (1783-1830) benannt, dem südamerikanischen Nationalhelden und Befreiungskämpfer gegen den spanischen Kolonialismus. 1 Bolivar = 100 Céntimos.

Boliviano
Nach dem Nationalhelden Simón Bolívar benannte Währungseinheit der Republik Bolivien, die 1864 mit der Umstellung auf die Dezimalwährung eingeführt wurde und 1864 bis 1963 galt. Nach Inkrafttreten der Währungsreform wurde am 1. Januar 1987 der Name wieder auf den Nachfolger des bolivianischen Peso (Peso Boliviano) ...

Bolognino d´oro
Bezeichnung für eine Goldmünze, die zwischen 1376 und 1506 im oberitalienischen Bologna ohne Jahresangabe geprägt wurde. Auf der Vs. ist der hl. Petrus, auf der Rs. ein Löwe mit Banner dargestellt. Die Goldstücke wurden zur Republikzeit (1376-1500) und unter Giovanni Bentivoglio I. (1401/02) und Giovanni Bentivoglio II. (14...

Bolognino grosso
Name der ab 1236 in Bologna geschlagenen Silbermünze (später Billon) zu 12 Bolognini piccoli. Die Groschenmünzen wurden in zahlreichen nord- und mittelitalienischen Städten nachgeahmt, z.B. in Rom, Ferrara, Modena, Mantua und Perugia. Vor allem die Päpste fertigten eine Reihe von Beischlägen an. So ließ Papst Urb...

Bolognino piccolo
Der Denaro ist nach seinem Prägeort, der oberitalienischen Stadt Bologna benannt. Die Prägung der Bolognini piccoli geht auf die Verleihung eines Münzprivilegs 1191 durch den deutschen Kaiser Heinrich VI. an die Stadt Bologna zurück. Die Bezeichnung piccolo (klein) bürgerte sich für die Pfennigmünze aus Bologna ei...

Boloko
Interessantes Zahlungsmittel bei einigen Stämmen im Gebiet des Kasai, einem südlichen Zufluss des Kongo im Südwesten von Zaire. Es handelt sich um etwa 10-15 mm dicke, rund gehämmerte, U-förmig gebogene Kupferstangen, die in angeschmiedeten nagelkopf-förmigen Enden auslaufen. Bei dem Volk der Songomeno bekam man fü...

Boltschauser, Johann Heinrich
(1754-1812)Medailleur und Stempelschneider schweizerischer Herkunft, der in Zürich, Augsburg und Mannheim arbeitete. Als bedeutender Porträtist des klassizistischen Stils schuf er eine Reihe von Porträtmedaillen auf berühmte Persönlichkeiten, u.a. auf Lavater und Goethe. Um 1800 wurde er Münzgraveur der kurfürstlichen Mü...

Bonifatiustaler
Bezeichnung einer Talermünze der Stadt Hameln aus der Mitte des 16. Jh.s, die nach der Rückseitendarstellung des hl. Bonifatius (als Bischof) benannt ist. Auch von der Abtei Fulda sollen im 16. Jh. Bonifatiustaler geprägt worden sein.

Bonken
Zerschnittene Kupferstäbe, die als Notgeld zwischen 1796 und 1819 von der niederländischen Kolonialgesellschaft (Vereinigte Ostindische Kompanie) in den niederländischen Kolonien (Niederländisch-Indien) ausgegeben wurde. Aufgrund der Koalitionskriege und der napoleonischen Besetzung der Niederlande konnte das Mutterland die Kolo...

Bonnet Piece
Schottische Goldmünze aus den Jahren 1539 und 1540 im Wert von 40 Schillings (schottisch). Sie wurde in der Regierungszeit Jakobs V. aus schottischem Gold geprägt und war die erste Münze Schottlands, die mit einer Jahreszahl versehen war. Der Münzname leitet sich von der 'bonnet' (Mütze, Haube) genannten Kopfbedeckung her, ...

Booth, William
Berühmter und dreister Fälscher von englischen Banknoten und Münzen im frühen 19. Jh. Erst als er 1811 einen Penny-Token unter eigenem Namen und Angabe seiner Adresse 'herausgab', wurde er ertappt und fiel 1815 dem Henker zum Opfer.

Bootsgeld
Kanugeld

Boratinki
Zeitgenössische polnische Bezeichnung für die in immensen Stückzahlen geprägten polnischen und litauischen Kupferschillinge. Die übermäßige Produktion der Kupferstücke geht auf den italienischen Münzmeister Titus Livius Boratini zurück, der sich über alle Beschränkungen hinwegsetzte und s...

Botdrager
Zeitgenössische Benennung des silbernen Doppelgroschens, der unter Graf Ludwig van Male 1365 in Flandern eingeführt wurde. Der niederländische Name Botdrager (Topfträger) leitet sich von dem Münzbild ab, eine Darstellung des flandrischen Wappenlöwen mit einem Helm, der volkstümlich als Topf (Bottich) bezeichnet wu...

Boulton, Matthew
(1728-1809)Bedeutender englischer Unternehmer und Münztechniker, der sich nach Erfindung der Dampfmaschine (1769) in Zusammenarbeit mit seinem Freund und Partner James Watt mit der Anwendung der Dampfkraft für die Münzherstellung beschäftigte. Um 1786 errichtete er in der Soho Mint bei Birmingham die ersten mit Dampf betriebenen Präge...

Bourgeois
Französische Billonmünze, die unter König Philipp dem Schönen zwischen 1311 und 1313 in allen französischen Münzstätten der Zeit geschlagen wurde, um die Deniers und Doubles Parisis zu verdrängen. Der Name geht auf die Darstellung des Kreuzes der Stadt Bourges auf den Münzrückseiten zurück.

Bovy, Antoine
(1795-1877)Bedeutender Medailleur und Stempelschneider schweizerischer Herkunft, der nach seiner Ausbildung in Paris im Dienste des 'Bürgerkönigs' Louis Philippe arbeitete. Im Jahr 1835 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an und wurde vor allem durch die flächig gestalteten Bildnisse seiner Porträtmedaillen berühmt, ...

BP
Zeichen der Münzstätte Budapest für ungarische Prägungen seit 1926. Zwischen den Weltkriegen ließen auch Bulgarien und Ägypten Münzen in der Hauptstadt Ungarns prägen.

Brabanter
Bezeichnung für die Beischläge zu Sterlingen, die seit der Regierungszeit Johannes I. von Brabant (1268-1294) im 13. und 14. Jh. geschlagen wurden. Sie wurden zeitgenössisch auch schon 'Brabanti' oder 'Penninge brabante' genannt und waren zeitweise beliebter als ihre englischen Vorbilder.

Brabanter Taler
Beinamen für verschiedene niederländische Talermünzen: für die spanisch-niederländischen Burgundischen Taler und Albertustaler sowie für die nachfolgenden österreichisch-niederländischen Kronentaler.

Brabeon
Bezeichnung für Medaillen, die von Schulen und Universitäten als Schulprämienmedaillen an fleißige Schüler und Studenten ausgegeben wurden. Die Benennung ist aus dem griechischen 'brabeion' (Kampfpreis) abgeleitet und wurde für die Beschriftung der Medaillen seit dem späten 16. Jh. verwendet.

Brakteaten
Numismatischer Sammelbegriff für die aus dünnem Blech (lat. bractea) und nur einseitig geschlagenen Silberpfennige aus dem Mittelalter. Der Ausdruck wurde erst im 17. Jh. gebräuchlich; in den grundsätzlich lateinisch abgefassten Urkunden ihrer Zeit (12./13. Jh.) wurde der einseitige Pfennig, ebenso wie der zweiseitig gepräg...

Bramante, Donato
(1444-1514)Der berühmte italienische Architekt (Petersdom) und Maler der italienischen Renaissance gilt als Erfinder des Spindelprägewerks. Man vermutet, dass Bramante als erster ein von einer Spindel betriebenes Prägewerk benutzte, aber nicht zur Prägung von Münzen, sondern zur Herstellung päpstlicher Bullen. Das Bildnis Bramant...

Brandenburgischer Zwölfteltaler
Achtehalber

Brandschuttmünzen
Auch Stuttgarter Brandschutzproben. So werden von Sammlern Münzen bezeichnet, die aus dem Brandschutt der Münzstätte Stuttgart stammen. Die Stuttgarter Münze wurde 1944 durch Bomben teilweise zerstört und brannte aus. Die Münzen lagen jahrelang im Brandschutt und bei Schrotthändlern, bis sie 1967 von zwei Mün...

Brandt, Henri François
(1789-1845)Bedeutender Stempelschneider und Münzgraveur schweizerischer Herkunft. Er war nach seiner Ausbildung (u.a. bei Droz in Paris) seit 1817 in Berlin tätig und wurde bereits 1818 zum Chefgraveur der königlich-preußischen Münzstätte ernannt. Neben einer Vielzahl von Arbeiten für Preußen (Münzen, Medaillen, ...

Brandtaler
Bezeichnung einer Gedenkmünze der Stadt Thorn (Torun) auf die Verteidigung der 1629 von schwedischen Truppen in Brand geschossenen Stadt. Die Talermünze ist nach der Darstellung des von Flammen und Rauch überragten Stadtbilds auf der Vs. benannt. Es gibt auch Goldabschläge zu 5 und 10 Dukaten.

Bras(s)penning
Bezeichnung einer flandrischen Silbermünze, die unter Graf Johann ohne Furcht 1409 zu ursprünglich 2, später 2 1/2 Groot (1 1/4 Stuiver) eingeführt und auch im Rheinland nachgeahmt wurde. Die Herleitung des Wortes ist noch nicht vollständig geklärt. Van der Chijs brachte es mit dem Wort 'brassen' in Verbindung, demnach...

Brasher Doubloon
Sammlerbezeichnung für sehr seltene amerikanische Goldmünzen, die der Nachbar George Washingtons, der New Yorker Juwelier und Goldschmied Ephraim Brasher, 1787 geprägt hat. Sie entsprechen in Rau- und Feingehalt in etwa den spanischen Dublonen. Die Rs. zeigt eine Adlerdarstellung und die Umschrift UNUM E PLURIBUS, die Vs. ist umschri...

Brauzeichen
Sammlerbezeichnung für Marken, die vom Braugewerbe früher zu unterschiedlichen Zwecken herausgegeben wurden. Sie dienten etwa als Lizenzmarken für bestimmte Mengen an Bier oder als Bezugsmarken für festgelegte Mengen an Hopfen oder Malz. Erwähnenswert sind die Broyhanteken genannten Brauzeichen von Hannover. Einseitige Bra...

Brehmer, Heinrich Friedrich
(1815-1889)Deutscher Medailleur und Münzgraveur, der von 1846 bis zur Schließung der Münzstätte (1878) in Hannover arbeitete. Er schuf eine Vielzahl von Stempelschnitten für Münzen von Hannover, daneben arbeitete er auch für Bremen, Hamburg, Oldenburg und Schaumburg-Lippe. Berühmt ist er auch für zahlreiche Medail...

Breisgauer Pfennig
Leitmünze des Breisgaus und der angrenzenden Gebiete in der Zeit des regionalen alemannischen Pfennigs zwischen dem 12. und 14. Jh. Urkundlich werden sie lat. Brisgaudienses, volkstümlich Brissger oder Brisker genannt. Die Entwicklung ging von viereckigen Pfennigen zu einseitigen Pfennigen (Brakteaten), die auf mehrzipfligen Schrötli...

Breite Groschen
Zeitgenössische Bezeichnung für die Prager (Böhmischen) Groschen und die ältesten Meißner Groschen unter den Markgrafen Friedrich II. (1329-1349 und Friedrich III. (1349-1381). Urkundlich werden sie als grossi lati bezeichnet, vermutlich weil es sich um unbeschnittene Groschen handelte. Im Gegensatz dazu wurden beschnitten...

Breite Taler
Numismatische Bezeichnung für alle Taler mit einem Durchmesser über 44 mm, denn lt. dem Zusatz zur 2. Augsburger Reichsmünzordnung (1566) ist der Durchmesser der üblichen Talermünze auf 40 bis 44 mm festgelegt. Die breitere Form wurde meist für Gedenkmünzen benutzt, um so eine größere Fläche fü...

Breitgroschen
Numismatische Bezeichnung für verschiedene mitteldeutsche Groschenprägungen des ausgehenden 15. und frühen 16. Jh.s., u.a. für die Halberstädter, Stolberger und Quedlinburger Groschen aus dieser Zeit.

Bremsentaler
Brömsentaler

Bretzengulden
Umgangssprachliche Benennung eines Zweidritteltalers, der unter Johann Aloys I. von Oettingen-Spielberg (1737-1780) im Jahr 1759 geprägt wurde. Der Name geht auf die brezelartig aussehenden Ornamente des Wappenschilds und der Wertzahl zurück.

Briefmarken-Kapselgeld
Notgeld im Nominalwert der Briefmarke, die sich unter durchsichtigen oder mit Reklame versehenen Abdeckungen oder Ausstanzungen befindet. Das Briefmarken-Kapselgeld fungiert häufig als Kleingeldersatz. Als ältestes Briefmarken- Kapselgeld gelten die 'encased postage stamps', die 1862 durch J. Gault in New York entstanden. Es handelt sich ...

Brillant uncirculated
Englische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad Stempelglanz, abgekürzt BU.

Brillenmünzen
1. Die im Jahr 1647 auf Veranlassung Christian IV. von Dänemark aus norwegischem Gold geprägten Halbdukaten werden als Brillenmünzen oder Brillendukaten bezeichnet. In der Silbermine Kongsberg in Norwegen soll 1644 etwas Gold gefunden worden sein, aus dem einige Dukaten geprägt wurden. Ihre Herkunft wurde angezweifelt, denn es w...

Brillentaler
Bezeichnung für die Talerstücke, die Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel in den Jahren 1586 bis 1589 in Goslar und Wolfenbüttel prägen ließ. Die Rs.n der auch in Mehrfach- und Teilstücken geprägten Taler stellen den Wilden Mann mit Kerze, Sanduhr und daran hängender Brille dar. Darauf die mit gr...

Briot, Nicolas
(1580-1646)Medailleur und Stempelschneider aus Lothringen, der an der Pariser Münze arbeitete, an der er die Techniken der maschinellen Prägung kennen lernte. Im Alter von 45 Jahren ging er 1625 nach London. Dort gelang es ihm mit Unterstützung des Königs Charles I. (1625-1649), den Widerstand der Münzarbeiter gegen die maschinelle Pr...

Briquet
Französische Bezeichnung für die niederländische Groschenmünze, die unter Karl dem Kühnen von Burgund (1467-1477) im Jahre 1474 als erste Münze der Niederlande mit Jahreszahl eingeführt wurde. Der Name leitet sich vom Münzbild des Doppelstücks ab, der Darstellung eines Feuerstahls zwischen zwei Löwe...

Britain Crown
Goldmünze im Wert von 5 englischen Shillings, die unter König Jakob VI. von Schottland (als Jakob I. auch König von England) im Jahre 1604 eingeführt wurde. Der Sohn und Nachfolger der schottischen Königin Maria Stuart vereinigte nach dem Tod der englischen Königin Elizabeth I. im Jahre 1603 das englische und schottisc...

Britannia
Weibliche Personifikation von Britannien bzw. Großbritannien, die ursprünglich auf die römischen Kaiser Hadrian (117-138 n.Chr.) und Antoninus Pius (138-161 n.Chr.) zurückgeht. Der römischen Britannia ähnelt der Typ, der unter König Karl II. (1660-1685) auf neuzeitlichen Kupfermünzen (Halfpennies und Farthin...

Britannia-Groat
Bezeichnung einer kleinen Silbermünze im Wert von 4 Pence, die in England unter König Wilhelm IV. im Jahr 1836 eingeführt wurde. Sieht man einmal von der Ausgabe des Maundy Money ab, war der Groat seit 175 Jahren nicht mehr geprägt worden. Die Bezeichnung des Typs leitet sich von der Darstellung der sitzenden Britannia auf der R...

Britannia-Metall
Zinnlegierung mit einem hohen Anteil Zinn (bis zu 95%), Antimon (bis zu 25%) und Kupfer (bis zu 5%). Manchmal werden auch kleine Zusätze (Wismut oder Blei) beigemengt. Die Legierung ist zwar härter als Zinn, wurde aber nur für die Prägung von Medaillen und Jetons verwendet.

Britischer Handelsdollar
Seit 1895 geprägter britischer Dollar, der für den Handel in Südost- und Ostasien geprägt wurde, englisch als British Trade Dollar bezeichnet. Die Vs. zeigt die stehende Britannia mit Dreizack und Wappenschild vor einem Segelschiff (Symbol des Handels), darum ONE DOLLAR, die Rs. die Wertbezeichnung in Chinesisch (Zeichen fü...

British Trade Dollar
Britischer Handelsdollar

Broad
Englische Goldmünze, die unter Lordprotektor Cromwell 1656 und unter König Karl II. (1660-1662) im Wert von 20 Shillings geprägt wurde. Ihr Raugewicht lag bei 9,1 g (916/1000 fein). Die Vs. zeigt das Bildnis Cromwells, die Rückseite das Wappen mit der lateinischen Umschrift PAX QUAERITUR BELLO (Friede wird durch Krieg erworben).

Bromberger
Beiname der polnischen Dreipölker, die zumeist in der Kronmünzstätte Bromberg geprägt wurden. Sie wurden auch Brommer oder Brummer genannt.

Bronze
Kupfer-Zinn-Legierung, die schon in der Antike als Münzmetall benutzt wurde. Das Material verlieh der Münze - im Vergleich zu reinem Kupfer - mehr Härte und Abriebfestigkeit. Bronze war das erste vom Menschen verwendete Metall überhaupt, hauptsächlich zur Herstellung von Werkzeug, Geräten, Waffen, Schmuck und Münz...