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Münzen Lexikon
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Münzen
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 3526


Conusschneckengeld
Auch Conusgeld, sind Geldschnüre, die als Zahlungsmittel früher auf den Admiralitätsinseln in Gebrauch waren. Die sich konisch windenden Gehäuse der kleinen Conusschnecken wurden von den Frauen der kleinen Koralleninseln Sori und Ponam sowohl zu Geldschnüren verarbeitet wie auch zu Schmuckzwecken u.a. auf Schürzen herg...

Convention Monétaire
Ursprünglich die offizielle franz. Bezeichnung der Lateinischen Münzunion, ins Dt. übersetzt etwa 'Münzvereinbarung'.

Conventions...
Siehe Konventions...

Conway, J. J. & Co.
Die in Georgia Gulch/Colorado ansässige Bankgesellschaft brachte 1861 undatierte Stücke zu 2 1/2, 5 und 10 Dollars aus Goldfunden in den Rocky Mountains zur Ausprägung. Die Vs.n sind mit dem Namen der Gesellschaft, gelegentlich mit dem Zusatz BANKERS beschriftet. Die Rs.n sind mit der Wertzahl, Wertangabe und mit PIKES PEAK beschrift...

Copernicus, Nicolaus
(1473-1543)Kopernikus

Copperheads
Volkstümliche Bezeichnung für Kupferstücke, die zu den Civil War Tokens zählen. Sie wurden 1862/63 während des Bürgerkriegs in den nordamerikanischen Staaten geprägt. Die meisten Gepräge zeigten wie die regulären Cent-Stücke einen Indianerkopf (Indian Head), daher wohl der Name Copperheads (Kupferk&...

Coquibus
Volkstümlicher Name für das Halbstück des Denier Tournois, das als Billonmünze unter Guido von Cambrai (1296-1306) in der nordfranzösischen Stadt Cambrai geprägt und in der benachbarten Umgebung nachgeahmt wurde. Es ist ungeklärt, ob die Bezeichnung auf den Münzmeister de Haen zurückgeht (frz. coq = Hahn...

Córdoba
Währungseinheit in Nicaragua seit 1912. 1 Córdoba = 100 Centavos. Im August 1990 wurde als Zweitwährung der Córdoba d´oro im Wert eines US-Dollars eingeführt, der im März 1991 in Währungsparität zum Dollar trat. Im Mai 1991 wurde der Gold-Córdoba schließlich Währungseinheit. 1 C&oa...

Cornabo
Nach Suhle eine volkstümliche Bezeichnung einer Silbermünze aus dem 16. Jh., die in mehreren kleinen italienischen Münzstätten geprägt wurde. Der Name leitet sich von der Darstellung der Flügel eines Adlerhelms ab, die als Hörner (lat. cornua) gesehen wurden. Siehe auch Cornuto.

Cornado
Spanische Kupfermünze des 16. Jh.s zu einem halben Maravedi (9 Dineros).

Cornucopia
Lateinische Bezeichnung des Füllhorns als Symbol des Überflusses, das als Attribut vieler römischer Götter erscheint, vor allem von Abundantia, Concordia, Fecunditas und Fortuna. Die Cornucopia wurde als übernatürlich großes Stier- oder Ziegenhorn dargestellt, das mit Früchten und Blumen gefüllt war. Au...

Cornuto
Volkstümliche Bezeichnung einer savoyisch-piemontesischen Silbermünze zu 5 Grossi aus der ersten Hälfte des 15. Jh.s. Der Name leitet sich von den Adlerflügeln auf dem Helm ab, die über dem Wappenschild auf der Vs. dargestellt wurden. In den Flügeln sah man Hörner (lat. cornua). Die Münze wurde auch Cavallott...

Corõa d´ouro
Goldene portugiesische Krone, die mit dem gleichen Münzbild wie die Corõa de prata 1838 zu 5000 Reis eingeführt wurde. Sie wog 9,56 g (898/1000). Nach Einführung der Goldwährung 1854 wog sie 17,735 g (917/1000) und wurde mit 10.000 Reis = 10 Milreis bewertet. Die Goldkrone wurde bis 1889 auch in Teilstücken (1/2, 1/5...

Corõa de prata
Bezeichnung der portugiesischen Silberkrone zu 1000 Reis, die 1835 mit der Dezimalwährung eingeführt wurde und 29,61 g wog (916/1000 fein). Sie zeigt auf der Vs. das Brustbild der Kaiserin Maria II. (1834-1853), auf der Rs. das Landeswappen. Die Silbermünze wurde nur bis zur Einführung der Goldwährung 1854 ausgeprägt.

Coróin
Bezeichnung der Crown in gälischer Sprache. Das Halbstück der Krone zu 2 Shillings 6 Pence wurde in Irland von 1928 bis zur Umstellung auf die Dezimalwährung 1971 ausgegeben, zuerst als Silbermünze, seit 1951 in Kupfer-Nickel. Der Typ zeigt auf der Vs. die irische Harfe und die Landesbezeichnung EIREANN (Irischer Freistaat), sei...

Corona
1. Lateinische Bezeichnung der Krone. In der entsprechenden Landessprache auch Münzbezeichnung, z.B. Crown (engl.), Corõa (port.), Couronne (frz.), Krona (schwed.). 2. Wertbezeichnung der Goldmünzen der österreich-ungarischen Kronenwährung von 1892 bis 1924. 1 Corona = 100 Heller bzw. Fillér. 3. Neapolitanische S...

Corona Danica
Silberne Krone aus Dänemark, die 1618 unter Christian IV. (1596-1648) im Wert von 1 1/2 Speciestaler eingeführt wurde. Die innere Umschrift auf der Rs. gab der Münze den Namen. Im Vergleich zum anderthalbfachen Speciesdaler mit einem Feingewicht von 38,7 g enthielt die Corona Danica aber nur 32,5 g Silber. Dies führte 1625 zu ei...

Coronato
1. Billonmünze im Wert von 1 1/2 Dineros aus der Regierungszeit Sanchos IV. von Kastilien und Leon (1284-1295) mit der gekrönten Büste des Herrschers auf der Vs. Später ließen auch Heinrich III. (1390-1406) und Johann II. (1406-1454) Coronatos folgen. 2. Ein Typ des neapolitanischen Carlino, der auf seiner Vorderseite die...

Coronilla
Beiname des Halbstücks des spanischen Gold-Escudos im Wert von 10 silbernen Reales aus dem 18./19. Jh. Coronilla ist die spanische Verkleinerungsform von Corona (Krone), also in der Bedeutung 'Krönchen', nach der Rückseitendarstellung der Krone über dem spanischen Wappen. Das goldene Halbstück des Escudo wird auch als Escud...

Corpus Nummorum Italicorum
Ein 20-bändiger Katalog italienischer Münzen, abgekürzt CNI, das Standardwerk der italienischen Numismatik.

COS, COSS
Abkürzung für Consul auf römischen Münzen.

Cosel-Dukat
Sammlerbezeichnung für goldene Spielmarken, die Kurfürst Friedrich August I. (der Starke) von Sachsen (1694-1733) prägen ließ. Die Stücke zeigen eine allegorische erotische Darstellung, z. B. Hahn und Henne oder Taubenpärchen. Sie wurden nach der Mätresse des Kurfürsten, Gräfin Anna Constanze von Cosel ...

Cosel-Gulden
Volkstümliche Bezeichnung für Zwei- und Eindritteltaler (Silber-Gulden und Halbgulden) aus den Jahren 1706/07, die August der Starke (1694-1733), Kurfürst von Sachsen und König von Polen, in Dresden prägen ließ. Das Münzbild zeigt zwei Wappenschilde, die sich so überschneiden, dass die Begrenzungslinien ein ...

Cotrim
Portugiesische Billonmünze aus der Regierungszeit König Alfons´ V. (1438-1481), die ein gekröntes A und fünf ins Kreuz gestellte Schilde im Vierpass zeigt.

Counter
Englischer Ausdruck für Rechenpfennig.

Countermark
Englischer Ausdruck für Gegenstempel, häufig mit c/m abgekürzt.

Courant...
Siehe Kurant...

Couronne d´or
1. Rare französische Goldmünze aus dem Jahr 1340, die König Philipp VI. von Valois (1328-1350) schlagen ließ. Ihren Namen erhielt sie von ihrem Vorderseitenbild, einer von sechs Lilien umgebenen Krone (frz.: couronne). Die Rs. zeigt ein Blumenkreuz im Achtpass, das in den Winkeln von vier Lilien bekrönt ist. Nach Schrö...

Courte
Korte

Crazia
Billonmünze im Wert von 5 Quattrini aus der Toskana (Italien), die zwischen dem 16. und 19. Jh. ausgemünzt wurde, zuletzt 1830 im Wert einer Zwölftel-Lira. Ihr Name leitet sich nach Suhle vom deutschen Kreuzer her.

Croat
Groschenmünze aus Barcelona nach dem Vorbild des englischen Groat. Die Münze wurde in der Regierungszeit Peters (Pedros) III. von Aragon (1276-1285) eingeführt und bis zum Ende des 15. Jh.s nahezu unverändert ausgeprägt, was sie zu einer wichtigen Umlaufmünze im westlichen Mittelmeerraum machte.

Croccione
Italienischer Name des Kreuztalers

Crockard
Zeitgenössischer englischer Ausdruck für minderwertige Beischläge des Sterling aus dem 13./14. Jh. Durch den Handel Englands mit dem europäischen Kontinent kamen die minderwertigen Nachahmungen des Sterling (vor allem aus dem Raum Belgien, Niederlande und Luxemburg) auf die britische Insel. Der Name könnte sich aus dem engl...

Croisette
Veraltete numismatische Bezeichnung für die Münzen, die im Zuge des dritten und letzten Abschnitts der Münzreformen des französischen Königs Franz I. (1515-1547) zwischen 1541 und 1547 geprägt wurden. Die Benennung leitet sich vom frz. croisette (kleinen Kreuz) ab, das in Form eines kleinen, gleichschenkligen Kreuzchen...

Cromwell Crown
Sammlerbezeichnung für die seltene englische Silber-Krone (Probe) von 1658 mit dem Brustbild des Lordprotektors Oliver Cromwell (1653-1658), das zu den besten englischen Münzporträts zählt. Aufgrund des frühen Todes Cromwells noch im selben Jahr (1658) und der baldigen Wiederherstellung der Monarchie (1660) wurden nur wenig...

Crookston-Dollar
Zeitgenössische Bezeichnung für die nach der Heirat zwischen Maria Stuart (1542, abgesetzt 1567) und Henry Darnley (1545, ermordet 1567) zwischen 1565 und 1567 herausgegebenen schottischen silbernen Ryals (Taler) zu 30 Shillings. Nach einer Anekdote soll die Werbung Darnleys um die Hand der schottischen Königin unter einer riesigen E...

Crore
Alte indische Rechnungseinheit. 1 Crore = 100 Lak = 10.000.000 Rupien.

Crosazzo
Große Silbermünze aus der italienischen Stadt Genua, die sich im 17. Jh. europaweit großer Beliebtheit erfreute, denn ihr Feingehalt (985/1000) galt als einer der höchsten ihrer Zeit. Die Benennung leitet sich von einem großen Kreuz auf ihrer Rs. ab. Es gibt auch Doppel- und Vierfach-Stücke.

Crown
1. Englische Goldkrone, die im Jahr 1526 unter König Heinrich (Henry) VIII. (1509-1547) eingeführt wurde. Sie wurde nach ihrem Rückseitenbild - einer gekrönten Rose (Crown of the Rose) - benannt und mit 4 1/2 Shillings bewertet. Schon nach wenigen Monaten wurde sie von der Crown of the Double Rose abgelöst, die nach der Dar...

Cruzadinho
Das Diminutiv (Verkleinerungsform) von Cruzado bezeichnet den portugiesischen Cruzado Novo, als dieser im 17./18. Jh. im Gewicht auf ca. 1 g abgesunken war. Nach dem Gesetz vom 4. August 1688 wurde die mit der Wertangabe 400 Reis versehene Goldmünze im Umlauf mit 480 Reis bewertet und auch Pinto genannt.

Cruzado
Brasilianische Währungseinheit vom 1. März 1986 bis zum 15. März 1990. 1 Cruzado = 100 Centavos. Bei der Währungsreform am 16. Januar 1989 wurden 1000 Cruzados auf einen Neuen Cruzado gesetzt, so dass die Währungsmünze bis zum März 1990 Cruzado Novo hieß.

Cruzado de ouro
Portugiesische Goldmünze, die 1457 unter Alfons 'dem Afrikaner' (Alfonso V., 1438-1481) eingeführt wurde, deshalb auch Alfonso de ouro (ouro = Gold) genannt. Die Herkunft des Namens Cruzado wurde bisher meist aus dem Georgskreuz auf der Münzrückseite abgeleitet, könnte aber auch von dem ersten Wort auf seiner Umschrift, CRV...

Cruzado de prata
Portugiesische Silbermünze, die unter König João IV. (1640-1656) 1643 im Wert von 400 Reis eingeführt wurde. Ursprünglich wog der Silbercruzado 22,95 g (916/1000 fein) und entsprach somit dem mitteleuropäischen Taler. 1663 wurde der Wert der Münze zur Finanzierung des spanischen Kriegs auf 500 Reis erhöht, ...

Cruzado Novo
Siehe unter Cruzadinho, Cruzado und Cruzado de prata.

Cruzeiro
Brasilianische Währungseinheit, die 1942 als Nachfolger des Milreis eingeführt wurde. 1 Cruzeiro = 100 Centavos. Eine Besonderheit ist die ausschließliche Ausprägung der Cruzeiros zwischen 1964 und 1967. Die Inflation zwang 1967 zu einer Währungsreform. Man führte den Cruzeiro Novo zu 1000 Cruzeiros ein, der zwischen ...

Cuartilla
Auch Quartilla, Quartino, Cuartino oder Cuartono sind diminutive Ausdrücke für den Cuarto und bezeichnen den spanisch-amerikanischen Viertelreal. Die Billon- und Kupfermünzen wurden im 19. Jh. in großen Mengen in Mexiko, Guatemala, Nicaragua, Venezuela, Kolumbien und anderen südamerikanischen Staaten geprägt.

Cuartillo
Spanische Billonmünze im Wert von 8 1/2 Maravedis, also das Viertelstück des Real, aber nur zu 8 Maravedis gerechnet. Aufgrund der spanischen Vellon-Inflation im 17. Jh. wurden die Münzen häufig mit Gegenstempeln versehen, um den Wert der Münzen zu erhöhen oder herabzusetzen.

Cuarto
1. Bezeichnung für den spanischen Viertelreal, der im Zuge der Münzreformen (Abschluss der Pragmatica am 13. Juni 1497) des spanischen Königspaars Ferdinand und Isabella (1474-1504) als Silbermünze zum ersten Mal geschlagen wurde. Die Wertangabe wird auch in der Schreibweise Quarto angegeben. 2. Seit dem 18. Jh. Bezeichnung f&u...

Cuatro
Bezeichnung für das Halbstück des Acht-Reales-Stückes, das in der Republik Bolivien zwischen 1830 und 1860 in großen Mengen ausgemünzt wurde.

Cuneus
Lateinischer Ausdruck für den Münzstempel, bedeutete ursprünglich Keil. Daraus lässt sich die Bezeichnung coin ableiten, die im Französischen 'Münzstempel', im Englischen 'Münze' bedeutet.

Currency
Der Ausdruck bezeichnet in England und Amerika die umlaufenden gesetzlichen Zahlungsmittel (Währung).

Currency-Theorie
Eine Geldtheorie, die sich im beginnenden 19. Jh. als besondere Ausprägung der Quantitätstheorie in England entwickelte. Die Benennung geht auf die Definition der Banknote als Currency zurück. Die Theorie entstand vor dem Hintergrund der stark ansteigenden Preise und der Verschlechterung des Wechselkurses des englischen Pfunds wä...

Cut money
Sammelbegriff für die zerschnittenen und ausgestanzten spanisch-amerikanischen Silbermünzen, meist Acht-Reales-Stücke, die in Britisch-Westindien (= Karibische Inseln), teilweise sogar in Südamerika, im 18./19. Jh. umliefen. Die englische Bezeichnung bedeutet wörtlich 'beschnittenes Geld'. Siehe auch unter Bit, Gourde, Hole...

Daalder
Niederländische Bezeichnung für Talermünzen. Ab der 2. Hälfte des 16. Jh.s verband sich mit der Bezeichnung Daalder eine Talermünze der Vereinigten Generalstaaten, meist mit 30 Stuiver bewertet. Die numismatische Literatur verwendet für die niederländischen Talermünzen meist Wortzusammensetzungen wie z.B. Are...

Dak
Kleines Münznominal aus Nepal, das bis 1931 8 Dam bzw. 2 Paise galt.

Dala
Hawaiianische Bezeichnung für den Dollar, erscheint im Königreich Hawaii als Wertbezeichnung auf Münzen, die unter König Kalakaua 1883 geprägt wurden. Der Dollar ist mit der Bezeichnung AKAHI DALA versehen, der Halb-Dollar mit HAPALUA, der Viertel-Dollar mit HAPAHA, das Dime-Stück (10 Cents) mit UMI KENETA. Dem Cent en...

Dalasi
Seit der Einführung der Dezimalwährung 1971 Währungseinheit in der westafrikanischen Republik Gambia. 1 Dalasi = 100 Butut.

Daler
Skandinavische Bezeichnung für den dänischen, norwegischen (1) und schwedischen (2) Taler. 1. Unter König Christian III. (1534-1559) wurde 1537 der erste Joachimstaler für Dänemark, 1546 für Norwegen geprägt. Seine Vorgänger Christian II. (1513-1523) und Frederik I. (1523-1533) hatten seit 1516 schon silber...

Dam
1. Dicke indische Kupfermünze aus dem 16. Jh., ein Vorläufer der Paisa. Nach Schrötter mit einem Durchmesser von 19 bis 25 mm bei einem Gewicht von ca. 21 g. 2 Dam = 1 kupferne Tanka. 2. Kleinste nepalesische Münzeinheit bis 1931.1 Mohar = 128 Dam.

Dambrettsteine
In Weichholz geprägte oder reliefgedrechselte Spielsteine für das Damespiel. Sie werden als Holzmedaillen zu den numismatischen Objekten gezählt. Sächsischer Dambrettstein

Damnatio memoriae
Lateinischer Ausdruck für die Austilgung des Andenkens an einen unbeliebten römischen Kaiser nach dessen Tod, die durch Senatsbeschluss offiziell angeordnet wurde. Demnach sollten sämtliche öffentliche Namensbezeigungen der betroffenen Person ausgemerzt werden. Dies war bei Münzen natürlich schlecht möglich, demna...

Danaro
Denaro

Danegeld
Sammelbezeichnung für mittelalterliche Steuer- und Tributzahlungen Angelsachsens (England) an die Wikingerkönige und Fürsten, um sich von Plünderungen und Verwüstungen freizukaufen. Erstmals war 991 n.Chr. ein Betrag von 10.000 Pfund Silber ausgewiesen. Der angelsächsische König Ethelred II. (979-1006) soll allein...

Danieltaler
Beiname des Talers aus der Regierungszeit des Fräuleins Maria von Jever (1536-1575) aus den Jahren 1561, 1567 und Talern ohne Jahresangabe. Der Name geht auf die Darstellung auf den Münzrückseiten zurück, die Daniel in der Löwengrube zeigen. Das biblische Motiv ist eine Allegorie der bedrängten Lage, in der sich Maria ...

Dantes
Auch Tandes ist eine zeitgenössische Bezeichnung für Rechenpfennige und Spielmarken aus dem 18./19. Jh. Nach Gebert leitet sich der Ausdruck aus einem Dialektwort für 'Tand' ab und stammt vermutlich aus Nürnberg, der Hochburg der Rechenpfennig- und Spielmarkenproduktion.

Dao
Messergeld

Dardenna
Monegassische Billonmünze, die 1720 im Wert von 8 Denaros mit der gekrönten Initiale des Fürsten von Monaco auf dem Gepräge eingeführt wurde.

Dardenne
Französische Kupfermünze im Wert von 6 Deniers, die 1710 bis 1712 in der Grafschaft Provence ausgegeben wurde. Zu ihrer Herstellung wurde eingeschmolzenes Kanonenmetall verwendet.

Dareikos
Griechische Bezeichnung für die persische Goldmünze im Wert von 20 silbernen Sigloi, die nach dem persischen Großkönig Dareios I. (lat.: Darius, 522-586 v.Chr.) benannt und wohl auch in dessen Regierungszeit eingeführt wurde. Regling vermutet ihre Entstehung schon unter dem vorherigen König Kyros (II.) dem Große...

Darlehenskassenscheine
Nach dem Gesetz vom 4. 8. 1914 konnten die Reichsdarlehenskassen als Zahlungsmittel Darlehenskassenscheine in Umlauf setzen. Damit konnte während des Ersten Weltkriegs der erhöhte Kreditbedarf (an Lombardkrediten) für die deutsche Privatwirtschaft gedeckt werden. Da sie aber von der Reichsbank zur Notendeckung verwendet wurden, truge...

Dasio, Maximilian
(1865-1954)Mitbegründer und Hauptvertreter der Münchner Medaille, der zu den Erneuerern der deutschen Medaillenkunst zählt. Der gelernte Maler trat als Medailleur und Stempelschneider erst im Alter von 40 Jahren in Erscheinung (um 1905). Trotzdem schuf er ein Werk von etwa 200 Medaillen, vor allem Porträtmedaillen nach Vorbildern der sp&au...

Dassier
Schweizerische Medailleurs- und Stempelschneiderdynastie, die über drei Generationen Chefgraveure an der Genfer Münze stellte. Die größte Berühmtheit erlangte Jean Dassier (1676-1763), der u.a. bei Roettiers in Paris ausgebildet wurde und 1720 den Posten des Chefgraveurs der Genfer Münze von seinem Vater Domaine ü...

Datierung
Eine regelmäßige Datierung europäischer Münzen setzt erst im 16./17. Jh. ein. Zuvor sind Münzen nur gelegentlich mit der Angabe einer Jahreszahl versehen. Als erste datierte Münze Mitteleuropas gilt eine dänische Münze von 1248. Seit 1300 konnte z.B. der florentinische Floren (Fiorino) mit einer Genauigkeit ...

Davidsgulden
Niederländischer unterwertiger Goldgulden aus der Amtszeit des Utrechter Bischofs David von Burgund (1455-1496). Seinen Namen erhielt er nach dem Motiv des Harfe spielenden biblischen Königs David, deshalb auch Davidsharfe genannt. Er wurde 1499 auf 16 1/4 Stuiver tarifiert, im Vergleich dazu galt der guthaltige Rheinische Gulden 20 Stuiv...

Decenario
Beiname des Halbstücks des Etschkreuzers, nach seinem Wert von 10 Piccoli (lat. decem = zehn).

Décime
Bezeichnung des französischen 10-Centimes-Stücks aus Bronze, das nach der Münzreform der ersten Französischen Republik geschaffen, aber nur in den Jahren 4 bis 9 des Revolutionskalenders (1796-1801) ausgeprägt wurde. In den Jahren 1814/15 prägte die Münzstätte Straßburg während der 100-tägigen...

Decimo
Bezeichnung des 10-Centavo-Stücks in verschiedenen Staaten Südamerikas, z.B. Chile und Kolumbien. In einigen Staaten auch als Bezeichnung auf der Münze angegeben.

Decussis
Sehr seltene und schwere römische Bronzemünze aus der Zeit der Römischen Republik, die ca. 220-210 v.Chr. mit einem Gewicht von ca. 700-720 g gegossen wurde. Der Name leitet sich aus ihrem Wert von zehn (lat. decem) Asses ab. Die Vs. zeigt das Haupt einer Göttin, die Rs. eine Prora, darüber das Wertzeichen X.

Deflation
Im Gegensatz zur Inflation versteht man unter Deflation eine Steigerung des Geldwerts bei sinkendem Preisniveau in Zeiten wirtschaftlicher Depression. Die wirtschaftliche Ursache der Deflation ist in einem gesamtwirtschaftlichen Angebot zu sehen, das über die Nachfrage hinausgeht. Diese deflatorische Lücke führt zu sinkenden Preisen ...

Dei Gratia
Auf Münzen sehr oft verwendeter lateinischer Ausdruck für das Gottesgnadentum, der die Zugehörigkeit der Herrscher zum christlichen Glauben bekundet und die daraus abgeleiteten Herrschaftsansprüche rechtfertigt. Im Mittelalter war die Formel auf Urkunden und Siegeln üblich. Auf Münzumschriften setzt die regelmä&sz...

Dekadrachme
Antike griechische Silbermünze zu zehn Drachmen (altgriech.: deka = zehn). Die ersten Stücke sind seit dem frühen 5. Jh. in Athen geprägt worden. Auch in den sizilischen Städten Akragas und Syrakus wurden Dekadrachmen geprägt (Demareteion) sowie gelegentlich im Namen Alexanders des Großen. In hellenistischer Zei...

Dekanummion
Byzantinische Kupfermünze zu 10 Nummia, also im Wert von einem Viertelfollis. Die ersten Stücke stammen aus der Regierungszeit Anastasios´ I. (491-518 n.Chr.), die Prägung der Münzsorte wurde über zwei Jh.e fortgesetzt. In Münzstätten aus dem Osten wurde ihre Wertzahl 10 mit einem griechischen I (Iota) angeg...

Dekobolon
Vermutlich nur Rechnungseinheit zu 10 Oboloi aus dem antiken Griechenland. Das Dekobolon ist dokumentarisch zwar erwähnt, es ist aber keine Münze in dieser Wertigkeit bekannt. Nach aktuellem Stand wurden Oboloi nur als einfache, doppelte, drei-, vier- und fünffache Stücke ausgemünzt. Im griech. Münzsystem gingen 6 Obol...

Dekonkion
Das 10-Unzenstück wurde nur in den sizilischen Städten Katane (nach 212 v.Chr.) und Kentoripai (nach 241 v.Chr.) als Bronzemünze geprägt. Das katanische Nominal zeigt auf der Vs. die Büsten von Serapis und Isis zwischen Kornähre und der Wertbezeichnung X, auf der Rs. die stehende Ganzfigur des Apollon mit Lorbeerzweig ...

Delfinmotiv
Bezeichnung für die Darstellung eines oder mehrerer Delfine auf Geprägen, vor allem in der Antike sehr beliebt. Sie finden sich besonders auf antiken Geprägen phönizischer und griechischer Städte (oder Stadtgründungen) sowie auf Sizilien, wie z.B. der Delfin im sichelförmigen Hafenumriss auf frühen Geprä...

Demareteion
Sagenumwobene antike Münze aus dem sizilischen Syrakus, nach der Gattin Gelons, Demarete, benannt. Nach dem Sieg von Syrakus über Karthago in der Schlacht bei Himera um 480 v.Chr. soll Demarete bei den Friedensverhandlungen für die Schonung Karthagos eingetreten sein. Für ihre Bemühungen soll sie von Hamilkar 100 Talent Gol...

Demeter
Griechische Göttin der Pflanzen und der Fruchtbarkeit, insbesondere des Landbaus und der Heirat. Ihre Tochter Persephone verbrachte die Hälfte des Jahres (Sommer) bei ihrer Mutter, die andere Hälfte (Winter) bei ihrem Gemahl Hades in der Unterwelt. Dieser Mythos verkörpert den Gedanken, dass die Kräfte der Natur im Sommer a...

Demi-Franc
Halbstück zweier französischer Franc-Sorten: 1. Silbermünze, die zwischen 1575 und 1641 als Halbstück des Franc d´argent ausgegeben wurde. 2. Der während der Französischen Revolution geschaffene Franc wurde als Halbstück nur unter Napoleon Bonaparte von 1803 bis 1845 geprägt. Die Rs.n des Demi-Franc...

Demy-Lion
Halbstück des goldenen schottischen Lion aus dem 15. Jh. im Wert von 2 1/2 Shillings.

Denar
1. Eigentlich Denarius war für ca. 400 Jahre die Hauptsilbermünze Roms. Die Einführung des Denars wird nach neueren Erkenntnissen in die Zeit des Zweiten Punischen Kriegs datiert. Man nimmt an, dass im Rahmen einer Münzreform um 211 v.Chr. mit dem Denar auch der silberne Quinar und der Sesterz eingeführt wurden. Der Name De...

Denarius Albus
Albus

Denaro
Italienischer Ausdruck für Denar. Die Nachfolger des karolingischen Denars in Oberitalien und Rom fielen schnell in Gewicht und Feingehalt. In Genua waren schon im Jahr 1102 sog. 'bruni' und 'brunetti', also schwarze Paveser Pfennige, in Umlauf, die bei einem Normalgewicht von ca. 1 g lediglich einen Feingehalt von 500/1000 Silber aufwiesen. M...

Deneschka
Russisches kupfernes Halbkopekenstück, das nach 1849 ausgeprägt wurde. Die Bezeichnung ist ein Diminutiv (Verkleinerungsform) von Denga, dem eigentlichen russischen Halbkopekenstück, dessen Prägung aber 20 Jahre zuvor eingestellt wurde.

Denga
Kleine russische Silbermünze aus dem ausgehenden 14. Jh., die in der Art der Drahtkopeken gefertigt wurde. Der Name Denga leitet sich vermutlich aus dem tatarischen 'Tengah' her, wie die Tataren ihre frühe Nachahmung des arabischen Dirhem genannt haben sollen. Das Gewicht der Denga von 0,93 g entsprach 1/200 des ostrussischen Rubelbarrens...

Deni
Kleine Münzeinheit in Mazedonien seit der Unabhängigkeit des Landes 1992. 100 Deni = 1 Denar. Die erste Prägung eines Deni-Werts stellt ein 50-Deni-Stück in Messing aus dem Jahr 1993 dar.

Denier
Französischer Ausdruck für den Denar. In der Nachfolge des karolingischen Denars entwickelte sich unter dem Kapetinger Ludwig dem Dicken (1108-1137) der Denier parisis (Denar von Paris, abgekürzt d.p.) mit der Inschrift FRA/NCO(rum rex) av. und dem Kreuz rv. Dieser Typ verbreitete sich unter Philipp II. August (1180-1223) in Nordfran...

Denier tournois
Bedeutendste französische Silbermünze (Denar) des Mittelalters. Sie zeigt auf der Vs. ein Kreuz, in der Umschrift den Name des Königs, auf der Rs. das Châtel tournois. Die Einführung der Münze geht auf die Eroberung der Grafschaft Touraine durch König Philipp II. (Philippe Auguste) im Jahr 1205 zurück. Der K...

Denkmünzen
Veralteter Ausdruck für Gedenkmünzen, das sind Münzen mit Geldcharakter, deren Münzbilder oder Beschriftungen an denkwürdige Ereignisse oder Personen erinnern.

Denninge
Dänische und norddeutsche Nachahmungen russischer Tropfkopeken, abgeleitet vom russischen Denga. Die ersten Denninge wurden 1619 in Kopenhagen als Handelsmünze unter König Christian IV. (1588-1648) in demselben Schrot und Korn wie ihre russischen Vorbilder geschlagen. Anlass der Prägung könnte die Ausstattung einer dän...

Dentaliumgeld
Das Dentaliumgeld zählt zu den vormünzlichen Zahlungsmitteln, und zwar zum Molluskengeld. In Küstengebieten Neuguineas und vor allem an der Pazifikküste Nordamerikas spielten die Schalen der Kahnfüßer-Gattung Dentalium als Zahlungsmittel, Grabbeigaben und Schmuck eine wichtige Rolle. Die Weichtiere, die in allen Meere...