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Jan Maat's kleines Seemannslexikon
Kategorie: Verschiedene Industrien Handwerk > Seemannsbegriffe
Datum & Land: 13/01/2009, DE
Wörter: 3362


Pegel
= eine Vorrichtung (Lattenpegel) zur Wasserstandsmessung, an Brücken, Schleusen und in Häfen

Pegelnull
= Abk. PN; Bezugsebene eines Pegels, sie liegt z.B. an der Nordseeküste 5,00 m unter Normalnull (NN); 1927 festgelegt.

Peildeck
= das Deck über der Brücke, auf dem der Magnetkompaß der für jedes Schiff für den Fall vorgeschrieben ist, daß der Kreiselkompaß ausfallen sollte, in einen wetterfesten Gehäuse. Hier befinden sich auch der Peilrahmen für den Funkpeiler, die Notbatterie für die Funkstation und in einen wasserdich...

Peilrahmen
= ringförmige Richtantenne von Drehrahmenfunkpeilern, bei Goniometerpeilern als feststehender Doppelrahmen ausgebildet, bei dem die beiden Rahmen senkrecht aufeinander stehen.

Peilung
= die Bestimmung einer Richtung bzw. eines Winkels bezüglich einer Bezugsrichtung; als Kompaß-P. auf Kompaßnord, als Seiten-P. auf die Mittelschiffslinie bezogen. Als Kreuz-P. bezeichnet man die Standortbestimmung aufgrund mehrerer Peilungen (Bestimmung des Schnittpunkts der ermittelten Peilstandlinien). Eine Funk-Peilung zu...

Pendelverkehr
= regelmäßig zwischen zwei Häfen stattfindender Verkehr z.B. mit Schiffsfähren

Pennant
= Wimpel; Kommandantenwimpel

Pentretere
= griechisches Ruderschiff mit fünf Reihen von Ruderern

Periskop
= drehbares Fernrohr mit Rundblick

Persenning
= starkes Segeltuch als Schutz und Abdeckung von Gerätschaften, Luken, Oberlichtern und Ladung

Petersen-Skala
= von Kpt. Petersen eingeführte und 1939 international angenommene Skala für die Benennung der Seegangsstärken in Anlehnung an die Beaufort-Skala. Die Petersen-Skala wird heute aber durch die Angabe der Seegangsparameter nach dem SI-System ersetzt.. An Bord gemessen werden dei Wellenhöhe in Metern und die Wellenperiode in Sekun...

Pfahlmast
= Maststumpf zur Befestigung von Ladebäumen, meist außerhalb der Mittschiffslinie

Pfahlmuschel
= an Pfählen haftende Miesmuschel

Pfeifen und Lunten aus
= Befehl zur Beendigung der Freizeit an Bord von Marineschiffen

Pferdestärke, PS
= die errechnete theoretische Pferdestärke, siehe PS

Pforte
= verschließbare Öffnung in der Seitenwand eines Schiffes für Riemen, Geschütze u.a.

Pfriem
= eine starke gekrümmte Nähnadel, die zum Vernähen schwieriger Stücke verwendet wird

Pfünder
= veraltete Bezeichnung für Geschütze nach der Masse ihrer Geschosse ( z.B. 36-Pfünder: ein Geschütz dessen Geschoß 36 Pfund bzw. etwa 18 kg wiegt).

Phönizier
= Seeleute des Altertums aus Phönizien, Libanon, erreichten schon um 1100 v. Chr. auf ihren Westreisen, Tarsisreisen, die Küsten Englands, Albions und die Cimbrische Halbinsel, Jütland. Authentische Urkunden in den Wandskulpturen der Memphisgräber.

PIANC
= Abk. für Permanent International Association of Navigation Congresses

picken
= soviel wie haken, siehe anpicken

Piek
= 1. vorderster und hinterster Teil des Schiffsraumes, Raum in den äußersten spitzen Enden am Bug; 2. das oberste Ende eines Gaffelsegels

Pier
= Bezeichnung für einen senkrecht zur Fahrrinne stehenden Hafendamm, dient als Anlege-, Güterumschlagplatz für Schiffe; auch Landungsbrücke

Pijacke
= für blaue Seemannsüberjacke

Pilzanker
= Anker in der Form eines Pilzes

Pinasse
= 1. (früher) dreimastiges Segelschiff (Pinaß); 2. Beiboot auf Kriegsschiffen, größere Schiffe; Hafenboot, Barkasse

Pink, Pinkschiff
= dreimastiges Lastsegelschiff mit Lateinsegel am hintersten Mast; Segelschiffstyp mit spitzem Heck.

Pinne
= Hebelarm am Steuerruder; Ruderpinne

Pint
= ein englisches Raummaß von 0,568 Liter

Pinzón, Vincente, Yanez
= spanischer Seefahrer (1460-1524 ?) entdeckte 1503 den Amazonas

Pirat
= Seeräuber, Freibeuter, Korsar

Pirat
= Jolle, Sportsegler mit Schwert, Fock- und Großsegel mit 10 m² Segelfläche . Länge: 5,00m, Breite: 1,61m, Kennzeichen Enterbeil im Großsegel. Besatzung: 2 Mann

Planke
, Decksplanke = starkes Brett, Bohle

Plankton
= Gesamtheit der im Wasser schwebenden tier. und pflanzl. Lebewesen (Planktonten, Plankter), die keine oder nur eine geringe Eigenbewegung haben, so daß Ortsveränderungen überwiegend durch Wasserströmungen erfolgen

Plate
= Bezeichnung für ein Sand im Gebiet einer Flußmündung, z.B. Robbenplate in der Wesermündung

platt vor dem Wind
= segelt ein Schiff, wenn es dem Wind genau von achtern hat

Plattgatt
= Heck, das mit einem großen Spiegel (glatte Fläche) abschließt, der oft noch geneigt ist, häufig bei Jachten, aber auch bei modernen Schnellfrachtern zu finden; siehe Spiegelheck

Plattgatter
= Bootstyp mit einer breiten glatten Spiegelplatte, über die das Ruder gefahren wird. Gegensatz: Spitzgatter

Plattings
= schmales Geflecht aus Fasertauwerk. Auf Segelschiffen zum Schutze der Segel oder des Tauwerks gegen 'Schamfilen' verwendet

Plauer Kanal
= 1743-45 gebauter, 39 km langer Verbindungskanal zwischen der mittleren Elbe bei Parey und der Havel bei Plaue; 1920 ging der Plauer Kanal im Rahmen der Weiterführung des Mittellandkanals nach Osten in den Elbe-Havel-Kanal aus, so daß von ihm nur noch der westliche Pareyer Verbindungskanal blieb.

PLB
= Personal Locator Beacon (121,5 MHz Baken-Sender, am Körper zu tragen)

Plicht
= eingetiefter Sitzraum für die Besatzung in Booten und Segeljachten ( Cockpit )

Plichtanker
= der größte und schwerste Stockanker auf der Back eines Segelschiffes ( auch Rüstanker)

plieren
= interesseloses Blicken in eine unbestimmte Richtung

Plimsoll-Marke
= siehe Freibordmarke

Plombe
= Metallsiegel zum Verschließen von Behältern u. Räumen durch den Zoll, z.B. zollfreie Ware auf Schiffen

Plumpe
= Schöpfbecher mit einer Leine für das Wasserfaß

Plünnen
= nennt der Seemann seine Segel, aber auch sein Zeug, da heißt seine Kleidung

Pneu
= Luftrohr, Luftschlauch

Pohaistraße
= Meerenge an der Ostküste Chinas mit der Einfahrt nach Tientsin

Pol
= 1. Drehpunkt, Mittelpunkt, Zielpunkt. 2. Endpunkt der Erdachse u. seine Umgebung; Nordpol, Südpol. 3. Schnittpunkt der verlängerten Erdachse mit dem Himmelsgewölbe, Himmelspol

Polarkreis
, Polarkreise = die von beiden Erdpolen um 23º 30' entfernten Parallelkreise (nördl. und südl. Polarkreis bei 66º 30' nördlicher Breite bzw. südlicher Breite; Die geographische Grenzlinie der arktischen und antartischen Polarzone.

Polarlicht
= nächtliche Leuchterscheinung in den polaren Gebieten der Nord- (Nordlicht) und Südhalbkugel (Südlicht). Polarlicht entsteht, wenn die Atome der Ionosphäre (meist in 100 km Höhe) durch von der Sonne ausgehende Korpuskularstrahlung zum Leuchten angeregt werden.

Polarnacht
= der Zeitraum, in dem die Sonne länger als 24 Stunden unter dem Horizont bleibt (zutreffend für Orte zw. den Polarkreisen und den Polen)

Polarstern
= steht fast genau in der Verlängerung der Erdachse über den Nordpol. Wurde schon im Mittelalter zur Berechnung der geographischen Breite auf See benutzt.

Polarwasser
= Wasserart der polaren Regionen mit geringem Salzgehalt.

Polder
= Koog, dem Meer abgewonnenes eingedeichtes Land

Polka-Bark
= siehe Dreimastrahschoner

Poller
= Metallpfeiler mit verdicktem Kopf, Vorrichtung auf Schiffen und Kaimauern, zum Festmachen der Trossen

Polski Rejestr, P R
= polnische Klassifikationsgesellschaft mit Sitz in Warschau

Pomuchel
= Bezeichnung für den Dorsch

Ponton
= meist kastenförmiger, schwimmfähiger Hohlkörper, z. B. als Anleger für Fährschiffe, als 'schwimmender Pfeiler' bei Behelfsbrücken (Pontonbrücken)

Poop
= hinterer Aufbau oberhalb des Hauptdecks von Schiffen; der erhöhte hintere Teil eines Schiffe

Poopdeck
= das Dach der hinteren Decksaufbauten.

Pore
= die Nordseekrabbe

Port Radio
= Kennzeichnung einer Küstenfunkstation des Revier- und Hafenfunkdienstes, die meistens auf UKW arbeitet, z..B. Hamburg Port Radio

Portalhubwagen
= siehe Van-Carrier

Portenband
= weißer Farbgang unterhalb des Schanzkleides mit schwarz gemalten Kanonenpforten

Portepee
= ursprünglich eine Lederschlaufe am Griff des Degens, durch welche die Hand des besseren Haltens der Waffe wegen gesteckt wurde und an der die Waffe auch frei am Handgelenk hängen konnte; wurde somit ein besonderes Abzeichen der Degenträger, also der Offiziere und der Feldwebel oder Wachtmeister. Die beiden Letzteren wurden deshalb...

Poseidon
= griech. myth. Gott des Meeres, Sohn des Urgottes Kronos und der Bruder des Zeus. Mit seinem Dreizack beherrscht er alle Gewässer der Erde. Seine Gemahlin war Amphidrite

Position
= Standort eines Schiffes, wird in Längen- und Breitengrad angegeben

Positions-, laterne, lampen, lichter
= geben nachts anderen Schiffen klare Auskunft über die Art und die Fahrtrichtung eines anderen Schiffes;. Backbord = rote Laterne; Steuerbord = grüne Laterne; Hecklampe, Topplaternen = weißes Licht; Segelschiffe und Motorboote haben Kombinationslichter

Pott
= (seem.) Schiff

Pottlot
= eine Mischung aus Graphit und Essig zur Reinigung und Konservierung der Blöcke des laufenden Guts.

Prahm
= flacher Lastkahn; schwimmende Arbeitsplattform, meist ohne eigenen Antrieb; Prähme

prangen, pressen
= Überbeanspruchung der Takelage , um ein Schiff vor dem Stranden zu bewahren

Prau
= langes schlankes Segelboot mit Auslegern in Melanesien und Polynesien

preien
= anrufen; Rufen von Schiff zu Schiff oder zum Land

pressen
= zuviel Segelführung im Verhältnis zur Windstärke

Preventer
= eine Sicherungstrosse als zweite Leine bei großer Lastenbeanspruchung einer einzelnen Trosse oder Talje.

Pricke, Pricken
= ein Seezeichen, eine einfache Stange (an einem Stab befestigten Reisigbesen) markiert den Fahrwasserverlauf auf Nebengewässern; das eine Untiefe in Ufernähe oder ausliegende Fischernetze anzeigt.

Pricker
= dünner Marlspieker

Priel
= schmaler Wasserlauf im Watt, bei Hochwasser Fahrrinnen für Kutter

Primage
= Aufschlag auf die Frachten

Prince-of-Wales-Straße
= an der Nordküste Kanadas verbindet den Amundsengolf mit der MC Clure-Straße.

Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal
= 3,8 km lange, schleusenlose Verbindung zwischen dem Griebnitzsee und dem Wannsee, die zusammen mit dem Teltowkanal geplant und hergestellt wurde

Prise
= aufgebrachtes feindliches oder Konterbande führendes neutrales Schiff; beschlagnahmte Ladung eines solchen Schiffes

Prisenrecht
= das Recht der kriegführenden Parteien im Seekrieg, feindl. Handelsschiffe und Waren (Prise) sowie auch neutrale Schiffe und Waren z.B. bei Blockadebruch zu beschlagnahmen und in ihr Eigentum zu überführen

Privateer
= dasselbe wie Kaper, Freibeuter

Profos
= Gefängniswärter und Scharfrichter auf Kriegsschiffen des 18./19 Jh.; während des Gefechts arbeitete der Profos an den Lenzpumpen im Kielraum.

Promenadendeck
= Ein höher gelegenes, manchmal geschlossenes Deck, auf dem die Passagiere eines Luxusschiffes spazieren gehen können.

Propeller
= Antriebsschraube für Schiffe

Propellerbrunnen
= Ausschnitt im Kiel, Skeg oder Ruderblatt, in dem der Propeller dreht.

Propulsion
= durch den Propeller erzeugter Vortrieb eines Schiffes

Proteus
= griech. myth. Meergreis, Hüter der Robben der Amphidrite.

Proviant
= Verpflegung und Wasser an Bord, Vorrat an Nahrungsmitteln für eine Schiffsreise

PS
= (Pferdestärke) = 735,5 W ( =0,735 kW), Umrechnungsfaktor = 1,36 (veraltete Einheit für Maschinenleistung)

PSe
= effektische Leistung bei Motoren; am Ende der Schraubenwelle wirkend; auch EPS

PSi
= indizierte Leistung bei Kolbenmaschinen; mit dem Indikator an der Maschine gemessen; auch IPS

PSw
= Wellenleistung bei Turbinen; wie PSe an der Schraubenwelle gemessen; auch WPS