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Herzchirurgisches Lexikon
Kategorie: Medizinisch > Herzchirurgisches
Datum & Land: 16/12/2008, DE
Wörter: 308


Adams-Stokes-Anfall
Bewußtseinsverlust durch Herzrhythmusstörung mit verminderter Durchblutung des Gehirns.

Adipositas Fettleibigkeit
Für das Normalgewicht Erwachsener gilt folgende Faustregel: Normalgewicht = Körperlänge (in cm) - 100. Abweichungen um 5% nach unten oder oben sind unbedenklich. Erhebliche Abweichungen vom Normalgewicht bedürfen einer ärztlichen Abklärung.

Aerosol Sprühnebel
In dieser Form werden u.a. Medikamente verabfolgt, die eingeatmet werden sollen, um direkt auf die Schleimhaut der Atmungsorgane einwirken zu können.

Agenesie
Fehlende Anlage, zum Beispiel von Klappensegeln

AICD
(Automatischer implantierbarer Cardioverter/Defibrillator) Ein spezielles Aggregat, das abnormal schnellen Herzrhythmen erkennt und behandelt. Das AICD-System besteht normalerweise aus einem implantierten Impulsgenerator und einer oder mehreren Elektroden. Das System wird mit Hilfe eines externen Programmiergeräts eingestell...

Akute Erkrankung
ist das plötzliche Auftreten einer Krankheit, z.B. akuter Herzinfarkt. Auf das akute Stadium der Erkrankung folgt entweder die Genesung (Rekonvaleszenz) oder die Krankheit geht in ein chronisches Stadium über.

Akzidentelles
(funktionelles) Harmloses Nebengeräusch am Herzen ohne krankhafte Bedeutung.

Allergie
Überempfindliche Reaktion des Organismus auf bestimmte Substanzen, die sogenannten Allergene. Als häufigste Allergene wirken Blütenstaub (Pollen), bestimmte Nahrungsstoffe, Medikamente, Bakterien, Staub und manche chemischen Verbindungen. Verschiedentlich reagieren Personen auf Kälte, Wärme, Licht und sogar auf seelische Ei...

Allergische Erscheinungen
zeigen sich vorwiegend an bestimmten Körperstellen, insbesondere an Haut, Luftwegen (Bronchien), Augen, Nase und an den Verdauungsorganen. Die häufigsten Allergieformen sind Nesselfieber, Ekzem, Heuschnupfen und Asthma. Die Neigung zu allergischer Erkrankung kann angeboren, aber auch in späteren Lebensjahren erworben sein. Bis heute ...

analgetisch
Gegen den Schmerz.

Anamnese
Vorgeschichte. Der Arzt fragt zum Beispiel nach früheren Erkrankungen, Erkrankungen der Familienmitglieder, Symptomen und Beschwerden.

Anastomose
Angeborene oder chirurgisch geschaffene Verbindungen zwischen Gefäßen oder Kammern.

Aneurysma
krankhafte Wandausbuchtung eines arteriellen Blutgefäßes oder der Herzwand.

Angina pectoris
ist ein anfallsweise auftretendes Druck- oder Schmerzgefühl hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung meist in den linken Arm und in den Hals. Häufig kommt es zu einem charakteristischen Beengungs- und Vernichtungsgefühl. Typisch ist der meist bestehende Zusammenhang der Beschwerden mit körperlicher Belastung und Kälte. Sie wir...

Angiokardiographie
Darstellung des Herzens mit Röntgenkontrastmittel während einer Herzkatheteruntersuchung.

Antibiotikum
Medikament zur Abtötung von Bakterien, zum Beispiel Penicillin.

Antikoagulation
Hemmung der Blutgerinnung mittels Medikamenten.

Anämie
Blutarmut.

Aorta
Hauptschlagader des menschlichen Körpers. Sie führt das sauerstoffreiche Blut aus der linken Kammer in den Körper.

Aortenbogen
Der oberste Teil der Hauptschlagader, von dem die Gefäße zu den Armen und zum Kopf abgehen.

Aortenisthmus
Ende des Aortenbogens, Übergang zur Brustschlagader.

Aortenisthmusstenose
ist eine angeborene Verengung am Übergang des Aortenbogens in die absteigende Aorta. Die kindliche Form mit offenem Ductus arteriosus ist meist mit einer Herzfehlbildung (zweizipflige Aortenklappe) kombiniert. Die adulte Form mit geschlossenem Ductus arteriosus führt zu einer Belastung der linken Herzhälfte und kann schließlich...

Aortenklappe
Klappe zwischen linker Herzkammer und Körperschlagader.

Aortenklappenatresie
Herzfehler mit nichtangelegter Aortenklappe. Eine Membran versperrt dem Blut aus der linken Kammer den Weg zur Körperschlagader.

Aortenklappeninsuffizienz
Schließunfähigkeit der Aortenklappe mit Ausfall ihrer Ventilfunktion

Aortenklappenstenose
Angeborene oder erworbene Verengung der Aortenklappe mit Verringerung ihrer Öffnungsweite.

Aortenstenose
Angeborene oder erworbene Verengung der Aorta.

Aortenwurzel
Ursprungsteil der Körperschlagader.

aorto-pulmonaler Shunt
Chirurgisch geschaffene, gefäßartige Verbindung von der Körperschlagader zur Lungenschlagader, angelegt zur Verbesserung der Lungendurchblutung.

Apnoe
Atemstillstand.

Arrhythmie
Jeglicher Rhythmus des Herzens, der schneller oder langsamer als die durchschnittliche Herzfrequenz bei den meisten Menschen bzw. unregelmäßig ist.

Arteria pulmonalis
Lungenschlagader.

Arterie
Blutgefäß, welches das Blut vom Herzen weg führt. z.B. Aorta, Pulmonalarterie.

arterielle Switch-Operation
Moderne und chirurgisch aufwendige Korrekturoperation für die Transposition der großen Arterien. Die falsch stehenden Gefäße werden vom Herzen getrennt und vertauscht wieder angenäht, wobei auch die Herzkranzgefäße dabei umgepflanzt werden müssen.

Arteriosklerose
ist eine chronisch fortschreitende, degenerative Erkrankung der inneren Arterienwandschicht (Intima). Durch fetthaltige Ablagerungen in der Intima entstehen atheromatöse Veränderungen, die zum Zelluntergang und schließlich zu einer starken Vermehrung der Bindegewebsfasern in dieser Wandschicht führen (Sklerose). Herdförmig...

ASD
Vorhofseptumdefekt

ASD II
Vorhofseptumdefekt vom Sekundumtyp.

Asystolie
Herzstillstand.

Aszites
Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum.

Atresie
Fehlende Anlage, zum Beispiel einer Klappe. Im Gegensatz zur Agenesie einer Klappe versperrt eine Membran den Blutweg.

Atrioseptostomie
Schaffung eines künstlichen Vorhofseptumdefekts; entweder chirurgisch oder mittels eines Ballonkatheters (Rashkind-Manöver).

Atrium
Vorhof, Vorkammer.

Autopsie
Medizinische Untersuchung eines verstorbenen Menschen (Sektion).

AV-(Atrioventrikular-)Klappen
Klappen zwischen den Vorkammern und Kammern (Trikuspidalklappe und Mitralklappe).

AV-(Atrioventrikular-)Knoten
Schaltstelle für den elektrischen Impuls im Herz. Er liegt zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern und sorgt für eine kurze Verzögerung der Erregungsleitung.

AV-Block
ist die Erregungsleitung zwischen Herzvorhof und Herzkammer blockiert. Beim totalen AV-Block übernimmt, meist nach kurzem Herzstillstand, an Stelle des Sinusknotens das Erregungsleitungssystem der Kammer die Erregungsbildung (Kammerautomatismus). Der partielle AV-Block hat eine gleichmäßige Leitungsverzögerung zwischen Vorhof u...

AV-Kanaldefekt
Der AV-Kanal ist ein Defekt in der Vorhof- und/oder Kammerscheidewand auf Höhe der AV-Klappen und geht gewöhnlich mit Veränderungen der Mitral- und/oder Trikuspidalklappe einher. Der komplette AV-Kanal, der häufig bei Kindern mit einem Down-Syndrom gesehen wird, kann bei der Geburt bereits klinisch durch eine Blausucht (Zyanose)...

axillär
Unter dem Arm.

Azidose
Übersäuerung von Blut oder Gewebe, was zu einer Funktionsverschlechterung führt.

Ballonatrioseptostomie
Schaffung eines künstlichen Vorhofseptumdefekts mittels eines Ballonkatheters (Rashkind Manöver).

Ballondilatation
Erweiterung von Klappen oder Gefäßen mittels eines am Katheter befestigten Ballons.

Banding
Operativ angelegte Verengung mittels eines Bändchens. Palliativer Eingriff, zum Beispiel das Banding der Pulmonalarterie, um einer Lungenüberflutung vorzubeugen.

Belastungs-EKG
Ergometrie meist mittels eines Fahradergometers mit gleichzeitiger Aufzeichnung eines EKG.

Biopsie
Gewebsprobe. Offene Biopsie mit Öffnung eines Körperteils; oft auch mittels einer speziellen Biopsienadel durch die Haut hindurch.

Bland-White-Garland-Syndrom
Fehlabgang der linken Koronararterie aus der Lungenschlagader.

Bradykardie
Ein langsamer Herzschlag, der normalerweise unter 60 Schlägen pro Minute liegt. Er kann dadurch entstehen, daß der Sinusknoten nicht richtig arbeitet, oder durch einen sogenannten Herzblock.

Bronchien
Große Luftwege in der Lunge.

Chemotherapie
Medikamente gegen krebsartige (maligne) Erkrankungen.

Cholesterin
entsteht vor allem in der Leber. Abbau und Ausscheidung des Cholesterin finden ausschließlich in der Leber statt. Ein zu hoher Blut-Cholesterinspiegel (200 mg/100 ml Blut) fördert häufig die Entstehung von Arteriosklerose und koronarer Herzerkrankung. Eine Ernährung mit ungesättigten Fetten verringert den Cholesterinspiege...

Chylothorax
Füllung des Brustraumes mit Lymphflüssigkeit (Chylus), zum Beispiel als Komplikation nach einer herzchirurgischen Operation.

Coil-Embolisation
Verschluß von Gefäßen (Embolisation) mit Hilfe einer Metallspirale, z.B. zum Verschluß eines offenen Duktus arteriosus Botalli mittels Herzkathetertechnik.

Conduit
Künstliche gefäßartige Verbindung meist von einem Ventrikel zu einem Gefäß. Diese Implantate neigen zu Verkalkung und wachsen nicht mit. Es gibt sie mit und ohne Klappenprothesen bzw. als Homograft.

Dacron
Kunststoff, der zum Verschluß von Defekten häufig in der Herzchirurgie verwendet wird.

Defibrillation
Das Stoppen einer schnellen Herzfrequenz durch Abgabe eines elektrischen Schocks mit hoher Energie, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen.

Defibrillator
Ein internes oder externes Aggregat, das einen elektrischen Schock abgeben kann, um extrem schnelle und unregelmäßige Herzschläge zu beenden und den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen.

Depolarisation
Reizung des Herzmuskels durch einen elektrischen Impuls. Das Ergebnis ist ein Zusammenziehen der Herzmuskelfasern.

Diabetes mellitus
ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der es durch unzureichende Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt. Gleichzeitig ist der Fett- und Eiweißstoffwechsel gestört. Die Behandlung erfolgt bei einem Drittel aller Diabetiker allein mit Diät, bei einem weiteren Dritt...

Diastole
ist die mit der Systole rhythmisch wechselnde Erschlaffung der Herzmuskulatur. Phase der Füllung der Herzkammern.

Digitalis
Extrakt aus der Fingerhutpflanze mit positiver Wirkung auf die Tätigkeit des Herzens. Kann heute chemisch hergestellt werden.

Dilatation
Erweiterung. z.B. Ballondilatation.

dilatative Kardiomyopathie
Eigenständige Herzmuskelkrankheit mit Vergrößerung und Schwächung eines Ventrikels.

Diuretika
Medikamente, die eine vermehrte Wasserausscheidung durch die Nieren bewirken.

Doppler
Österreichischer Physiker, Christian Johann Doppler (1803-1853). Auf seinen Erkenntnissen über die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen beruht ein Untersuchungsprinzip. Der 'Doppler' ist meist in Echokardiographiegeräten integriert. Man kann damit Blutflußgeschwindigkeiten messen und diese bei entsprechender Ausrüstu...

Drainage
Wundschlauch zur Ableitung von Wundsekret nach außen mit Unterdruck.

Drucksprung
(Druckgradient) Blutdruckunterschied vor und hinter einer Verengung.

Ductus arteriosus
Gefäßartige Verbindung zwischen Lungenschlagader und Körperschlagader, die sich normalerweise einige Stunden bis Tage nach der Geburt selbständig verschließt.

Ductus thoracicus
Sammelgefäß für Lymphflüssigkeit, das im Brustraum verläuft und gelegentlich bei Operationen verletzt werden kann.

Dyspnoe
Angestrengte Atmung mit Beschwerdesymptomatik.

Ebstein-Anomalie
der Trikuspidalklappe Fehlbildung der Trikuspidalklappe mit Verlagerung der Klappensegel in die Tiefe der rechten Kammer.

Echokardiographie
Mit Hilfe von Ultraschall gewonnene Schnittbilder des Herzens. Wie beim Echolot werden ausgesandte Schallwellen wieder aufgefangen und sichtbar gemacht.

EKG
(Elektrokardiogramm) eine Methode, um den Herzrhythmus als Ausdruck auf Papier darzustellen. Ein EKG zeigt, wie elektrische Impulse durch das Herz wandern. Der Arzt kann erkennen, was für eine Art von Rhythmus vorliegt, wenn er sich die ausgedruckte Kurve des Herzschlags ansieht.

Elektrode
ein isolierter Draht, der das Herzsignal an den Schrittmacher oder AICD überträgt und die Energie vom Schrittmacher oder AICD an das Herz. Die Elektroden werden durch die Venen im Inneren des Herzens plaziert.

Elektrokauterisation
Die Verwendung elektrischen Stroms, um Blutungen bei chirurgischen Eingriffen zu stoppen.

Elektromagnetische Störungen
werden durch elektromagnetische Felder verursacht. Wenn das Feld stark genug ist, kann es die Funktion eines Herzschrittmachers oder AICD-Systems stören. Dies geschieht nur sehr selten.

Elektromagnetisches Feld
Unsichtbare Kraftlinien, die aus der Verwendung von Elektrizität entstehen, bei allen an eine Steckdose angeschlossenen oder batteriebetriebenen Geräten. Diese Kraftlinien können die Funktion eines Herzschrittmachers oder AICD beeinträchtigen.

Elektrophysiologische Untersuchung
(EPU) Ein Test, bei dem Elektroden in das Herz geschoben werden, um die Art der elektrischen Signale im Herzen zu identifizieren und zu messen. Die Testergebnisse können dem Arzt helfen, die abnormalen Herzrhythmen zu erkennen, zu bestimmen, wie gut die Medikamente wirken, und zu entscheiden, was für den Patienten die b...

Embolie
Verschluß eines Gefäßes durch einen krankhaften 'Klumpen', zum Beispiel durch einen Thrombus oder durch Luft.

Embryo
Ungeborenes, in der Entwicklung begriffenes Kind bis zum dritten Schwangerschaftsmonat, danach Fetus genannt.

Endokard
Herzinnenhaut. Sie kleidet das Herz inklusive der Klappen ähnlich wie eine Tapete von innen aus.

Endokarditis
Meist bakterielle Entzündung des Endokards; schwerwiegende Komplikation auch leichterer Herzfehler.

Ergometrie
Messung der Leistungsfähigkeit unter standardisierten Bedingungen, etwa auf dem Laufband oder Fahrrad, bei kleineren Kindern gelegentlich auch in Form von Kniebeugen.

Erythrozyten
Rote Blutkörperchen; sie tragen den Sauerstoff und das Kohlendioxid.

Extrasystolen
Extra- oder Zusatzschläge des Herzens. Man unterscheidet supraventrikuläre und ventrikuläre Extrasystolen.

Fallotsche Tetralogie
Hierbei handelt es sich um eine anatomische Fehlbildung mit schwerer oder totaler Ausflußbehinderung der rechten Herzkammer, kombiniert mit einem Kammerscheidewanddefekt. Das nicht sauerstoffangereicherte Blut der rechten Herzkammer kann somit die Lunge umgehen und direkt durch den Kammerscheidewanddefekt in den systemischen Kreislauf gelange...

Fontan-Operation
Eine mögliche Operationsform, um bei Herzfehlern mit einzelner Hauptkammer das sauerstoffarme vom sauerstoffreichen Blut zu trennen. Dabei werden die rechte Vorkammer oder die beiden großen Körpervenen mit der Lungenschlagader verbunden. So wird eine Kreislauftrennung erzielt.

Foramen
ovale Kleine ventilähnliche Öffnung in der Trennwand der Vorhöfe.

Gefäßprothese
Ersatz eines Gefäßes mittels künstlichen Materials, siehe auch Conduit.

Herz-Lungen-Maschine
ist ein in der offenen Herzchirurgie gebräuchliches Gerät, das vorübergehend die Herz- und Lungenfunktion übernehmen kann. Roller-Pumpen sorgen für einen konstanten Transport des Blutes im Kreislaufsystem. Das Blut muß hierfür mit Heparin verdünnt werden. Der Oxygenator fungiert als künstliche Lunge, wo...

Herzfehler
Angeborene oder erworbene Störung der Herzstruktur beziehungsweise der großen Gefäße. Diese Störung kann die Funktion des Herzens beeinträchtigen.

Herzfrequenz
Häufigkeit des Herzschlages.