Kopie von `Adelung 1811 - Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart`

Die Wörterliste gibt es nicht mehr oder die Website ist nicht (mehr) online. Nachstehend finden Sie eine Kopie der Informationen. Eventuell ist die Information nicht mehr aktuell. Wir weisen Sie darauf hin, bei der Beurteilung der Ergebnisse kritisch zu sein.
Adelung 1811 - Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
Kategorie: Allgemeines
Datum & Land: 08/11/2008, DE
Wörter: 13824


Aa
das Zeichen eines gedehnten a, welches erst in den spätern Zeiten, aber nur in einigen wenigen Fällen eingeführet worden, wovon ich die Ursachen in der Orthogr. 1, S. 240 entwickelt habe Diejenigen, welche die Laute mit ihren Zeichen verwechseln, rechnen auch dieses a unter die Doppell...

Aal
(der ~) des -es, plur. die Aale, Diminut. das Älchen. 1) Eigentlich ein bekannter Fisch mit einem langen und schlüpfrigen Körper, wovon die gewöhnlichste eßbare Art in süßen Wassern lebt; Muraena Anguilla, L. Seine Schlüpfrigkeit hat einige sprichwörtliche Redensarten veranlasset, welche aber ...

Aaleidechse
(die ~) plur. die -n, eine Art ausländischer Eidechsen mit einem langen aalförmigen Körper, Lacerta anguina, L.

Aalen
fangen, ist nur in gemeinen Sprecharten üblich.

Aalfang
(der ~) des -es, plur. die -änge. 1) Der Fang oder das Fangen der Aale und dessen Art und Weise. 2) Die Zeit, wenn dieser Fisch am bequemsten zu fangen ist; und 3) der Ort, wo solches geschiehet. Der Plur. ist nur in dieser letztern Bedeutung üblich.

Aalgabel
(die ~) plur. die -n, eine eiserne Gabel mit drey Zacken, welche mit Widerhaken versehen sind, die Aale damit auf dem Grunde anzuspitzen. Sie heißt auch das Aaleisen, der Aalstecher, der Aalstachel, ingleichen der Dreystachel.

Aalhälter
(der ~) des -s, plur. ut nom. sing. ein Ort, wo die gefangenen Aale im Wasser aufbehalten werden.

Aalkasten
(der ~) des -s, plur. ut nom. sing. eine Art des Aalfanges, welche in einem Gebäude an solchen Wassern bestehet, die einen Fall haben, in welchen der Aal zu gewissen Zeiten häufig gefangen wird.

Aalkirsche
S. Ahlkirsche.

Aallege
(die ~) S. Aalwehr.

Aalmutter
(die ~) plur. die -ütter, eine Art Meergroppen, welche keinen Kamm auf dem Kopfe trägt, und lebendige Jungen gebieret, Blennius Mustela vivipara, L. Bey einigen auch Aalfrau, in Schweden Tannlacke. Von einigen wird auch die Aalraupe mit diesem Nahmen belegt.

Aalpuppe
(die ~) plur. die -n, ein Bündel Steinbinsen an einer Schnur, mit einem daran gemachten Köder, womit man die Aale herbey lockt und saugt.

Aalquappe
(die ~) S. Aalraupe.

Aalquast
(der ~) des -es, plur. die -e, oder, die Aalquaße, plur. die -n, ( S. Quast,) ein Bündel grüner Reiser, welches man an eine lange Stange steckt, und unter das Wasser stellt, da sich denn die Aale und Weißfische häufig darauf setzen.

Aalraupe
(die ~) plur. die -n, ein Fisch in süßen Wassern, welcher an der glatten Haut dem Aale gleicht, oder einen großen Kopf und dicken Bauch hat. Gadus Lota, L. Der Nahme Aalraupe, oder Aalraupe, wie er auch gefunden wird, ist ohne Zweifel von rauben, weil er ein Raubfisch ist, und dabey dem Aale g...

Aalreuse
(die ~) plur. die -n, Reusen, so fern sie zum Aalfange gebraucht werden.

Aalstecher
(der ~) des -s, plur. ut. nomin. sing S. Aalgabel.

Aalstreif
(der ~) des -es, plur. die -e, ein schwarzer Streif, welchen besonders fahle Pferde auf dem Rücken haben; weil die Aale mit einem ähnlichen dunkeln Streife gezeichnet sind. Auch der Aalstrich.

Aalwehr
(das ~) des -es, plur. die -e, ein durch Zäune oder Pfähle verengter Ort in einem Flusse, vor welchen man Hamen oder Fischkörbe stellet, Fische und besonders Aale darein zu fangen, Nieders, Aallege, von Lage, Nachstellung.

Aar
(der ~) des -en, plur. die -en, (nicht Aare), eine sehr alte Benennung aller großen Raubvögel, und besonders des Adlers, welche heut zu Tage noch am meisten in Niedersachsen üblich ist So wie der Aar das Huhn, der Hecht die Gründel frißt. Opitz. Bald werdet ihr im Meer der Hayen, am Gestade. Der...

Aaron
eine Pflanze, S. Arum.

Aarweihe
(die ~) plur. die -n, eine Art Weihen oder Geyer, welche dem Aaren oder Adler ähnlich ist; eine Benennung, welche größten Theils nur in Niedersachsen vorkommt. In einigen Gegenden gebraucht man es, so wie das einfache Weihe, männlich, der Aarweihe.

Aas
(das ~) des Aases, plur. die Äser. 1 In die Fäulniß gegangenes Fleisch eines gefallenen Thieres; ohne Plural. Es stinkt wie Aas S. auch Luder. Luthers Aas vom eßbaren Fleische geschlachteter Thiere ist veraltet, und gehöret vermuthlich auch zu Aß. 2. Ein riechender todter Körper, mit dem Plura...

Aasblatter
(die ~) plur. die -n, bösartige, schwarze, stinkende Blattern; in Niedersachsen Aaspocken.

Aasen
verb. reg. act. nur bey den Gärbern, das Aas oder Fleisch auf der linken Seite der Felle abschaben, sie abaasen; wofür die Kürschner fleischen gebrauchen.

Aasfliege
(die ~) plur. die -n, eine Art gemeiner großer Fliegen, welche sich gern bey dem Aase aushält; die Fleischfliege, Schmeißfliege, Musca cadaverina, L.

Aasfressend
adj. ein Beywort solcher Thiere, welche sich von dem Aase nähren, und von den fleischfressenden noch unterschieden werden können; im gemeinen Leben aasfressig.

Aasgeyer
(der ~) des -s, plur. ut. nom. sing. eine allgemeine Benennung aller derjenigen Geyer, welche nicht auf den Raub ausgehe, sondern sich von Äsern nähen; Roßgeyer, weil sie den gefallenen Pferden nachgehen; bey den ältern Schriftstellern Reibgeyer, von dem veralteten Reib, Aas. Martini in dem Sc...

Aaskopf
(der ~) des -es, plur. die -köpfe, in der Baukunst, ein Zierath der Dorischen Ordnung, besonders in den Friesen und Zwischentiefen, welcher dem Kopfe eines todten und von der Haut entblößten Opferthieres gleicht.

Aaskäfer
(der ~) des -s, plur. ut. nom. sing. eine Art Käfer, welche sich im Aase aufhalten, und daher sehr stinken; Silpha, L S. Gräber und Todtengräber.

Aaspocke
(die ~) plur. die -n, S. Aasblatter.

Aaß
(das ~) Nahrung, Speise, Aaßen, fressen, S. Aß und Aßen.

Aasseite
(die ~) plur. die -n, bey den Lederarbeitern, diejenige Seite des Leders, welche auf dem Fleische gewesen ist; edler die Fleischseite.

Ab
eine Partikel, welche in gedoppelter Gestalt vorkommt.I Für sich allein, und als ein eigenes Wort. 1. Als ein Umstandswort, (a) eine Trennung, Absonderung zu bezeichnen; doch nur im gemeinen Leben. Der Kopf ist ab. Kopf ab! Hand ab! (b) Für hinab, und figürlich, eine Entfernung zu beze...

Ab-erkennen
verb. irreg. act. ( S. Erkennen.) Einem etwas aberkennen, es ihm durch ein Erkenntniß, oder förmliches Urtheil absprechen - - Es mag der Leute Wahn Mir immerhin die Klugheit aberkennen, Haged. In der Schweiz bedeutet abkennen, durch ein Urtheil abschaffen, aufheben.

Ab-latten
verb. reg. act. der Latten berauben. Ein Dach ablatten, die Latten davon abbrechen.

Ab-rechen
verb. reg. act. mit dem Rechen abnehmen. Besonders in der Landwirthschaft, die durch das Dreschen abgeschlagenen Ähren und Stürzel mit dem Rechen wegnehmen.

Ab-rechling
(das ~) des -es, plur. inusit. eben diese Ähren und Stürzel, welche von einigen Landleuten auch das Grobe, das Afterig, und das Kleine genannt werden.

Abaasen
verb. reg. act. bey den Gärbern, die Häute auf der Fleischseite abschaben; S. Aasen.

Abackern
verb. reg. act. durch ackern oder pflügen absondern, entziehen. Einem eine Furche, ein Stück Feldes abackern, abpflügen.

Abarbeiten
verb. reg. act. 1) Durch Arbeit wegschaffen. Einen Ast abarbeiten. Daher ist bey einigen Handwerkern abarbeiten, durch Wegschaffung des Unebenen glatt machen, und der Abarbeiter, der solches verrichtet. 2) Durch Arbeit von etwas los machen. Ein Schiff arbeitet sich ab, von der Sandbank, ...

Abarbeitung
(die ~) plur. inusit. in den vorigen Bedeutungen.

Abart
(die ~) plur. die -en, die Abweichung von der ursprünglichen Art, ohne Plural; und ein solches abweichendes Ding, mit

Abarten
verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn zu sich nimmt, von der ursprünglichen Art abweichen. Der Sohn ist von den Tugenden des Vaters abgeartet. Weiße Menschen arten in heißen Ländern nach und nach in braune ab. Abarten bezeichnet eine geringere, ausarten oder eine größere Abweich...

Abartig
-er, -ste, adj. et adv. abgeartet, abartend. Abartige Bienen, abgeartete.

Abartung
(die ~) plur. die -en, 1) Der Zustand des Abartens; ohne Plural. 2) Ein Ding, dessen gewöhnliche Art zufälliger Weise verändert worden; wie Abart.

Abaßen
verb. reg. act. welches aber nur noch bey den Jägern üblich ist, und so viel als abfressen bedeutet. Es wird indessen nur von den Hirschen und dem Wildpret gesagt, wenn es das junge Holz oder die Ähren abbeißt S. Aß. Wenn es das Gras abbeißt, so wird solches abrasen genannt.

Abba
ein Syrisches Wort, welches durch die Übersetzung des neuen Testamentes in die biblische Schreibart gekommen ist, und so viel als Vater bedeutet, aber nur von Gott gebraucht wird. Es ist so wie Aba, Appa, Ba, Baba, Papa, Atta und andere, das erste Stammeln unmündiger Kinder, und ein Wo...

Abbacken
verb. irreg S. Backen. 1) Als ein Neutrum mit seyn. Das Brot ist abgebacken, wenn die Rinde im Backen von der Krume abgelöset wird Ausgewachsenes Getreide macht, daß das Brot abbäckt. 2) Als ein Activum, (1) das Backen des Brotes vollenden oder zu Ende bringen. Der Bäcker hat bereit...

Abbaden
verb. reg. act. 1) Völlig rein baden, oder im Bade ab-waschen. Ein Kind abbaden. Ingleichen durch Baden wegschaffen. 2) Das Baden zu Ende bringen.

Abbaizen
S. Abbeitzen.

Abbaken
verb. reg. act. in der Schifffahrt, mit Baken bezeichnen. Das Fahrwaffer abbaken.1.

Abbalgen
(von Balg,) verb. reg. act. einem Thiere den Balg abstreifen Einen Fuchs abbalgen.2.

Abbalgen
(von balgen,) verb. reg. recipr. Sich abbalgen, im gemeinen Leben, sich durch Balgen oder Kaufen ermüden.

Abbamsen
verb. reg. act. bey den Weißgärbern und Pergamentern so viel, als abpelzen, d. i. die Felle gehörig durchklopfen S. Bams.

Abbannen
S. Abfinden, in der Anmerkung.

Abbatissinn
S. Äbtissinn.

Abbauen
verb. reg. act. 1) Mit dem Ertrage des Bergbaues bezahlen. Den Receß abbauen, die Zubuße von dem gewonnenen Erze bezahlen. 2) gleichfalls nur im Bergbaue, zu Ende bauen, d. i wegen der großen Tiefe der Arbeit nicht weiter fortbauen können. So sagt man z. B. die Zeche ist abgebauet. 3) ...

Abbaumen
verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, von einem Baume nieder fliegen, nur bey den Jägern, und auch hier nur von dem großen Geflügel oder den Raubvögeln. Ingleichen von Thieren, von einem Baume niedersteigen, wie abholzen.

Abbeeren
verb. reg. act. die Beeren abbrechen. Ingleichen, der Beeren berauben. Einen Strauch abbeeren.

Abbeißen
verb. irreg. act. ( S. Beißen,) durch Beißen absondern. Daher die sprichwörtliche R. A. sich vor Angst die Nägel abbeißen; sich vor Lachen fast die Zunge abbeißen.

Abbeitzen
verb. regul. act. 1) Mit Beitzen oder einer beißenden Schärfe wegbringen; abätzen. Die Haare abbeitzen, bey den Gärbern und Lederbereitern. Ein Fell abbeitzen,die Haare von demselben abbeitzen. Abgebeitzte Wolle, welche mit Kalk von den Schaffellen abgebeitzet worden, Beitzwolle. 2) Ge...

Abbersten
verb irreg. neutr. ( S. Bersten,) mit haben, bersten und abfallen, abspringen. Der Kalk ist überall abgeborsten.

Abberufen
verb. irreg. act. ( S. Rufen,) von einem Orte weg berufen, feyerlich abrufen. Der Gesandte ist bereits abberufen worden. Daher die Abberufung, das Abberufungsschreiben.

Abbestellen
verb. reg. act. im gemeinen Leben, eine bestellte Sache wieder absagen. Ein Kleid, einen Tagelöhner abbestellen.

Abbethen
verb. reg. act. 1) Eine bestimmte Anzahl von Gebethen hersagen. Den Rosenkranz abbethen. Gewisse Mannspersonen haben ihren Vorrath von Lobsprüchen, den sie immer abbethen. 2) + Durch Bethen abwenden. Ein Unglück abbethen.

Abbetteln
verb. reg. act. durch Betteln oder vieles Bitten erhalten Einem etwas abbetteln. Man muß ihm alle Worte abbetteln.

Abbetten
verb. reg. act. Sich von einem abbetten, sein, Bette von des andern seinem entfernen, nicht mehr bey ihm schlafen. Sich von der Wand abbetten, das Bett von der Wand rücken.

Abbeugen
verb. reg. act S. Abbiegen.

Abbezahlen
verb. reg. act. nur im gemeinen Leben. 1) Völlig bezahlen, besonders eine Schuld. 2) Einen Theil davon bezahlen.

Abbiegen
verb. irreg. act. ( S. Biegen,) durch Biegen entfernen oder absondern. Die Sprößlinge der Nelken zum verpflanzen abbiegen. Daher die Abbiegung.Anm. Die vollere Alemannische Mundart sagt für abbiegen, abbeugen, und hierin folgt ihr die erhabene, dichterische Schreibart der Hochdeutsc...

Abbiethen
verb. irreg. act. ( S. Biethen.) + Einen abbiethen, mehr biethen, als ein anderer, und ihn dadurch vertreiben; edler, ihn überbiethen. In einigen Gegenden auch wie aufbiethen, proclamiren, da denn Abgeboth so viel wie Aufgeboth ist.

Abbild
(das ~) des -es, plur. die -er, ein im Hochdeutschen seltenes Wort für Bildniß Wie angenehm ist doch die Liebe!Erregt ihr Abbild zarte Triebe; Was wird das Urbild selber seyn: Hall. Ingleichen in weiterm Verstande, das was einem andern Dinge ähnlich ist Die Sonne quoll hervor, wie Kuh aus Gü...

Abbilden
verb. reg. act. 1) Eigentlich die Gestalt einer Sache, auf sinnliche Art nachahmen, ein Bild von einem Dinge machen. Einen Garten abbilden. Eine Frucht in Wachs abbilden. Gott unter menschlicher Gestalt abbilden. 2) Figürl. überhaupt so viel, als lebhaft vorstellen, wofür doch schilder...

Abbildung
(die ~) 1) Die Handlung des Abbildens; plur. inusit. 2) Das dadurch entstandene Bild, oder die dadurch entstandene Vorstellung selbst; wofür doch Bild, Bildniß, Nachbild u. s. f. üblicher sind. Plur. die -en.

Abbilligen
verb. reg. act. welches nur noch in dem Kanzelley-Style einiger Gegenden üblich ist, gerichtlich absprechen, aberkennen; wie zubilligen, zuerkennen. Von dem veralteten Bill, Recht, S. Billig.

Abbinden
verb. irreg. act. ( S. Binden.) 1) Was angebunden war, durch Auflösung des Bandes los machen. Den Mantelsack abbinden. Den Wein im Herbste abbinden 2) In einer Entfernung von dem andern anbinden; daher in der Landwirthschaft, ein Kalb abbinden, figürlich so viel als es entwöhnen, weil ...

Abbiß
(der ~) des -sses plur. die -sse, überhaupt die Handlung des Abbeißens, ohne Plural; der Ort, wo etwas abgebissen worden, und das abgebissene Stück selbst, mit dem Plurale. Besonders, 1) bey den Jägern, der Ort, wo das Wildpret das junge Laubholz, Getreide u. s. f abgebissen hat. 2) Abbiß, ode...

Abbitte
(die ~) plur. inusit. die Bitte um Vergebung eines begangenen Fehlers oder Verbrechens. Abbitte thun. Einem Abbitte thun. Eine gerichtliche Abbitte, welche vor Gerichte geschiehet. Die R. A. kniende Abbitte thun, rühret aus der Oberdeutschen Mundart her, wo man den Particip. Activ. wenn sie ad...

Abbitten
verb. irreg. act. ( S. Bitten,) durch Bitten gleichsam tilgen oder auslöschen, einer Vergehung wegen um Vergebung bitten. Einem etwas abbitten. Dagegen etwas abbitten ohne Dativ nicht so gewöhnlich ist Denn er kam nicht, um Fehler abzubitten. Gieseke.

Abblasen
verb. irreg. ( S. Blasen.) 1) Activum. (a) Durch Blasen wegbringen, den Staub abblasen; und dann auch metonymisch, das Buch abblasen, den Staub von dem Buche blasen. (b) Ein Lied abblasen, dessen Melodie von einem höhern Orte, z. B. einem Thurme, blasen. (c) Durch das Blasen auf einem ...

Abblatten
verb. reg. act. in der Landwirthschaft, die Blätter eines Baumes oder einer Pflanze abbrechen, welches besonders bey dem Weine, Tabak und Kohl geschiehet. Den Wein abblatten, in der Schweiz falchen. Bey den Jägern ist abblatten, wenn das Wild von dem grünen Laube frißt.

Abblicken
verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben, erfordert, und auf den Schmelzhütten und bey den Probirern so viel, als gehörig blicken, zum Zeichen der völligen Reinigkeit blicken, bedeutet. Daher das Abblicken.

Abblühen
verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, das

Abblüthen
verb. reg. act. an einigen Orten, der Blüthen berauben Die Orangenbäume abblüthen.

Abblättern
verb. reg. act. wie das vorige, nur daß es von allgemeinerm und zum Theil auch edlerm Gebrauche ist. Man sagt auch sich abblättern, von manchen Körpern, wenn sich ihre Theile in Gestalt einzelner Blätter von einander geben. Der Kuchen, der Stein u. s. f. hat sich ganz abgeblättert. Dah...

Abbläuen
verb. reg. 1) + Activum von bläuen, schlagen, im gemeinen Leben, sehr schlagen Und sorgte, ihr mit jedem Tage Den Rücken zehnmal abzubläuen. Weiße. 2) Neutrum, mit haben, von blau, die blaue Farbe fahren lassen. Das Tuch bläuet sehr ab.

Abbohren
verb. reg. act. in dem Bergbaue so viel als, bohren, oder völlig fertig bohren. Ein Loch abbohren. In dem Bergbaue hat man bey dem Gesteine dazu einen eigenen Bohrer, welcher der Abbohrer genannt wird.

Abborgen
verb. reg. act. von einem borgen, entlehnen. Welchem Collins haben sie diesen armseligen Einwurf abgeborgt: Less. So auch die Abborgung.

Abbrand
(der ~) des -es, plur. inus. in den Schmelzhütten dasjenige, was dem Blicksilber im Brennen, oder in der Reinigung, am Gewichte abgehet.

Abbraten
verb. irreg. act. ( S. Braten,) fertig braten, in den Küchen. Eine Gans, ein Huhn abbraten, wenn sie kalt gegessen werden sollen.

Abbrauchen
verb. reg. act. durch den Gebrauch verderben, abnützen; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Verbum, welches aber bey dem Opitz vorkommt. Dein Rock ist abgebraucht. Und figürlich Das Grauseyn schleicht herbey. Dein Stolz ist abgebraucht.

Abbrausen
verb. reg. neutr. mit haben, das Brausen, d. i. Gähren, vollenden. Der Most hat abgebrauset.

Abbrechen
verb. irreg. ( S. Brechen.) Es ist:I) Ein Activum. (1) Durch Brechen absondern, und zwar a) in der eigentlichen Bedeutung, z. B. Blumen, Früchte abbrechen. Der Wind hat den Baum gerade über der Wurzel abgebrochen. Daher auch die sprichwörtlichen R. A. + etwas über das Knie abbrechen...

Abbrechung
(die ~) plur. inusit. die Handlung des Abbrechens in den eigentlichen Bedeutungen des Activi S. auch Abbruch.

Abbreiten
verb. reg. act. ein Kunstwort der Kupferhämmer für breit machen,oder schlagen; besonders von dem gegossenen Kupfer, wenn es unter dem Breithammer zu breiten Scheiben geschlagen wird; auch abpochen. Daher die Abbreitung.

Abbrennen
verb. irreg. ( S. Brennen,) welches auf gedoppelte Art üblich ist.I) Als ein Activum, da es auch zum Theil schon regelmäßig conjugiret wird, ich brennete ab, abgebrennet, obgleich die irreguläre Form, brannte ab, abgebrannt, noch die gewöhnlichste ist. (1) Durch Feuer absondern. Die...

Abbreviiren
verb. reg. act. aus dem mittlern Lat. abbreviare, doch nur in der Grammatik. Ein Wort abbreviiren, es abkürzen. Daher die Abbreviatur, plur. die -en, die Abkürzung, ein abgekürztes Wort.

Abbringen
verb. irreg. act. ( S. Bringen.) 1) Eigentlich wegbringen, wegschaffen. Ich kann den Schmutz nicht abbringen. In der Landwirthschaft bringt man das Heu, das Getreide ab, wenn man es abmähet, oder abschneidet. 2) Figürlich a) Entfernen. Einen von dem rechten Wege abbringen. Ich bin dadu...

Abbruch
(der ~) des -es, plur. die -üche, von dem Verbo abbrechen, in einigen figürlichen Bedeutungen. 1) Die Handlung des Abbrechens, so wohl in der eigentlichen Bedeutung, besonders in den Bergwerken, als auch in den uneigentlichen des Abzuges am Preise, am Gelde; ohne Plural. Ich muß ohne Abbruch b...