Kopie von `Adelung 1811 - Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart`

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Adelung 1811 - Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
Kategorie: Allgemeines
Datum & Land: 08/11/2008, DE
Wörter: 13824


Abgelebt
partic. pass. von dem veralteten Verbo ableben. 1) Vor Alter matt und kraftlos. Ein abgelebtes Alter, Dusch Das Alter beugte schon den abgelebten Rücken. Zach. 2) Im figürlichen Scherze, veraltet Die schlummert auf bestäubtem Boden Bey andern abgelebten Moden, Uz. 3) * Verstorben; i...

Abgelegen
-er, -ste, das Partic. Präter. des in dieser Bedeutung ungewöhnlichen Verbi abliegen. 1) Entfernt, von der Erdfläche und den darauf befindlichen Gegenständen; edler entlegen. Sehr weit abgelegene Länder. Weit von dem Meere abgelegen seyn. 2) In engerer Be

Abgelegenheit
(die ~) plur. inusit. die entfernte und unbequeme Lage eines Ortes.

Abgeneigt
part. pass. des ungewöhnlichen Verbi abneigen; nicht bloß einen Mangel der Neigung, wie ungeneigt, sondern vermöge der Präposition ab, schon einen gewissen Grad der gegenseitigen Neigung empfindend; am häufigsten als ein Adverbium. Einem abgeneigt, nicht günstig, seyn. Er ist mir nicht...

Abgeneigtheit
(die ~) plur. car. der Gegensatz der Geneigtheit, der thätige Mangel der Neigung; ein neues Wort, das Abstractum der Abneigung zu bezeichnen Die Abgeneigtheit vom Guten, der Zustand, die Fertigkeit der Abneigung.

Abgesandt
partic. pass. von absenden, welches aber vornehmlich als ein Substantiv üblich ist, und jemanden bezeichnet, der von einem Staate oder Fürsten an den andern in öffentlichen Angelegenheiten geschickt wird Einige Lehrer des Staatsrechts habeneinen Unterschied unter einen Gesandten und Ab...

Abgeschiedenheit
(die ~) plur. inus. 1) Der Zustand der Absonderung von einer Sache, im moralischen Verstande. Die friedliche Abgeschiedenheit von der Welt, in den Klöstern; da denn auch wohl ein hoher Grad der Einsamkeit mit diesem Nahmen belegt wird. 2) Bey den Mystikern, der Zustand der Unterdrückung aller ...

Abgeschirren
S. Abschirren.

Abgeschmackt
-er, -ste, adj. et adv. 1) Eigentlich ungeschmack, entweder gar keinen, oder doch einen widerlichen Geschmack habend, besonders wegen Mangel des Salzes. Kann man das abgeschmackte ungesalzene genießen? Hiob 6, 6. nach des Herrn Hofr. Michaelis Übersetzung

Abgeschmacktheit
(die ~) plur. die -en. 1) Der Zustand, da etwas abgeschmackt ist; ohne Plural. 2) Eine abgeschmackte Sache mit demselben.

Abgewinnen
verb. irreg. act S. Gewinnen. Durch glückliche Bemühung, durch Bemühung verbunden mit Glück von einem andern erhalten. Zunächst im Spiele. Einem sein Geld abgewinnen. In weiterer Bedeutung auf andere Art, woran das Glück seinen Theil hat, von einem bekommen. Einem den Vorzug abgewin...

Abgewohnen
verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, durch die Gewohnheit verlieren; sehr ungewöhnlich, besser entwöhnen.

Abgewähren
verb. reg. act. in den Bergwerken so viel, als abschreiben, im Gegensatze des zugewähren oder zuschreiben. Daher ein Abgewährzettel oder eine Bescheinigung, daß die Gewähr in das Gegenbuch eingetragen worden S. Gewähr.

Abgewöhnen
verb. reg. act. 1) Durch Gewohnheit oder öftere Übung verlieren machen. Einem das Spielen abgewöhnen. Sich das Fluchen abgewöhnen. Die Wortfügung, einen oder sich von etwas abgewöhnen, die man auch zuweilen findet, ist wenigstens ungewöhnlich. 2) Ein Kind abgewöhnen; besser entwöhnen, ...

Abgezogenheit
(die ~) plur. car S. Abgeschiedenheit.

Abgießen
verb. irreg. act S. Gießen. 1) Den oben befindlichen flüssigen Körper durch Gießen von dem übrigen Theile absondern. Das Fett von der Brühe abgießen. Das Gefäß ist zu voll, man muß etwas abgießen. Alles Wasser abgießen. 2) Durch Gießen abbilden, Einen Kopf in Bley, eine Frucht in Wa...

Abgießer
(der ~) des -s, plur. ut. Nom. sing. der etwas durch Gießen abbildet. Ehedem pflegte man die falschen Münzer so zu nennen, weil sie die guten Münzen abgossen.

Abgift
(die ~) plur. die -en, ein veraltetes und nur noch bey den Rechtslehrern übliches Wort, für Abgabe S. Gift.

Abglanz
(der ~) des -es, plur. car. eigentlich das glänzende Bild einer Sache, und dann auch ein glänzendes Ebenbild, doch nur von Gott gebraucht Schon lernten beßre Menschen in einer Welt, so schön, So reich und so harmonisch den Abglanz Gottes sehn, Dusch. Ab hat hier den Begriff der Nachbildung....

Abgleichen
verb. reg. act. daher Imperf. ich gleichte ab, und im Part Pass. abgegleicht, S. Gleichen völlig gleich machen, bey verschiedenen Handwerkern, z. B. bey den Uhrmachern, dieFeder abgleichen, ihr überall eine gleiche Stärke geben; auf den Blechhämmern, das Eisenblech bis zur Hälfte au...

Abgleiten
verb. irreg. neutr. ( S. Gleiten,) welches das Hülfswort seyn zu sich nimmt, durch Gleiten von etwas abkommen. Von der Leiter, von der Treppe, von einem Steine abgleiten; und dann auch wohl figürlich, von dem rechten Wege abgleiten, unmerklich in einen Irrthum gerathen. In den niedrige...

Abglimmen
verb. irreg. und regul. neutr. ( S. Glimmen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, zu Ende glimmen, nach und nach aufhören zu glimmen. Die Kohlen sind schon abgeglommen, oder abgeglimmet.

Abglitschen
S. Abgleiten.

Abglühen
verb. regul. act. 1) Durch und durch glühen, und dadurch geschmeidig machen, ausglühen; ein Zeitwort, welches bey den Metallarbeitern üblich ist. 2) Den Wein abglühen, Wein mit Gewürzen gehörig kochen, oder warm werden lassen S. Glühen. So auch die Abglühung.

Abglätten
verb. regul. act. völlig glatt machen; besonders bey den Buchbindern, die Lederbände gehörig glätten. Daher die Abglättung.

Abgott
(der ~) des -es, plur. die -götter, ein endliches oder erdichtetes Wesen, welchem man göttliche Ehre erweiset. So ist die Sonne der Abgott der Sabier. Am häufigsten von einer körperlichen Abbildung einer solchen vorgegebenen Gottheit, welche mit einem verächtlichen Ausdrucke auch ein Götze, ei...

Abgraben
verb. irreg. act S. Graben. 1) Durch Graben niedriger machen. Einen Hügel, Berg abgraben. 2) Durch

Abgrasen
verb. reg. act. das Gras abfressen, wofür die Jäger abrasen sagen. Ingleichen das Gras abmähen, nur von Angern. Einen Hain, oder Anger abgrasen. An einigen Orten wird es auch für schrepfen gebraucht. Die junge Saat abgrasen. Daher die Abgrasung.

Abgreifen
verb. irreg. act. ( S. Greifen,) durch vieles Angreifen oder Begreifen abreiben, abnützen. Ein abgegriffener Hut.

Abgrund
(der ~) des -es, plur. die -gründe. 1) Eigentlich im Gegensatze des Grundes, ein Ort der keinen Grund hat, oder sich doch schwer ergründen läßt, eine sehr große Tiefe, so wohl auf dem festen Lande, als in dem Wasser. Der Abgrund des Meeres, in einem Berge. Der Abgrund zwischen zwey Bergen, ein...

Abgründen
verb. reg. act. 1) Ergründen, obgleich seltener. 2) Bey den Tischlern, die Vertiefung, wohin eine Einschiebeleiste kommen soll, mit dem Grundhobel aushobeln, welches auch ausgründen genannt wird.

Abgrämen
verb. reg. recipr. sich abgrämen, sich durch Gram entkräften, abzehren Ein jeder sehne sich nach dem fatalen Glück, Zu ihren Füßen sich zum Schatten abzugrämen, Wiel. Etwas ungewöhnliches ist es, wenn Günther dieses Zeitwort als ein thätiges gebraucht Grämt euch den Purpur ab, bi...

Abgucken
verb. reg. act. einem etwas, es ihm verstohlner Weise absehen; in der vertraulichen Sprechart.

Abgunst
(die ~) plur. car. die Gemüthsbeschaffenheit, da man andern das Gute, welches sie besitzen, nicht gönnet; am häufigsten im gemeinen Leben für das edlere Mißgunst.Anm. Abgunst ist von Ab und Anst, Wohlwollen, wofür man nachmahls mit dem vorgesetzten Ge, Geanst, und noch später Gunst sagte. Aban...

Abgurgeln
verb. reg. act. an einigen Orten im gemeinen Leben so viel, als die Gurgel abschneiden S. auch Abhalsen.

Abguß
(der ~) des -sses, plur. die -güsse, von Abgießen. 1) Die Handlung des Abgießens, so wohl in der Bedeutung der Verminderung, als der Nachahmung eines andern Körpers; ohne Plural. 2) Das durch Abgießen in der letzten Bedeutung entstandene Bild. Der Abguß einer Münze, einer Statue u. s. f.

Abgünstig
-er, -ste. et adv. 1. + Abgeneigt, in welcher Bedeutung das Substantivum nicht üblich ist; im gemeinen Leben. Einem abgünstig seyn. 2. Für das edlere mißgünstig. Auf eines Lob abgünstig seyn.

Abgürten
verb. reg. act. den Gurt auflösen, und was damit befestigt war, abnehmen. Sich den Degen abgürten. Dem Pferde den Sattel abgürten. Ingleichen metonymisch, das Pferd abgürten. So auch die Abgürtung.

Abgüten
verb. reg. act. vermittelst Ertheilung eines Gutes, besonders eines Heurathsgutes von den Ansprüchen an etwas ausschließen; ein Wort, welches vornehmlich in den Rheinischen Provinzen in Erbfolgssachen üblich ist. Von dem Unterschiede unter abfinden und abgüten, S. Abfinden. Daher die A...

Abgähren
verb. irreg. neutr. ( S. Gähren,) mit haben, bis zu Ende gähren, völlig ausgähren. Das Bier hat bereits abgegohren.

Abgängig
adj. et adv. Abgang habend, in den mehresten Bedeutungen des Zeitwortes abgehen. Eine abgängige Waare, welche gut abgehet. Eine abgängige Post, welche im Begriffe ist, abzugehen, besser die abgehende Abgängige Stücke Holz, welche von etwas abgehen. Einige gebrauchen dafür abgänglich; a...

Abgärben
verb. reg. act. im niedrigen Scherze, so viel als abprügeln.

Abgötter
(der ~) des -s, plur. ut. nom. sing. von beyden Geschlechtern, eine Person, welche erdichtete göttliche Wesen verehret, noch mehr aber, welche körperlichen Dingen oder Bildern göttliche Ehre erweiset, und welche in einem härtern und verächtlichen Verstande ein Götzendiener, eine Götzendienerin...

Abgötterey
(die ~) plur. die -en. 1) Eigentlich die Verehrung einer falschen Gottheit; ohne Plural. 2) Figürlich, die übertriebene Verehrung auch anderer Gegenstände; ohne Plural. Abgötterey mit etwas treiben. 3) Einzelne abgöttische Handlungen; mit dem Plural.

Abgöttisch
-er -te, adj. et adv. der Abgötterey ähnlich, in derselben gegründet. Eine abgöttische Handlung. Einen abgöttisch verehren. Eine abgöttische Meinung von sich selbst.

Abhaaren
verb. reg. 1. + Neutrum mit haben, die Haare fahren lassen, im gemeinen Leben. Der Pelz haaret ab. 2. Activum, bey den Lohgärbern, die Haare mit dem Haareisen wegnehmen; auch abhären und abpöhlen. Daher die Abhaarung.

Abhacken
verb. reg. act. durch Hacken oder Hauen absondern, im gemeinen Leben. Einem den Kopf, die Hand abhacken. Daher die Abhackung.

Abhadern
verb. reg. act. durch Hader, d. i. Zank und unnöthige Rechtshändel von einem erzwingen. Einem ein Haus, einen Garten, eine Summe Geldes abhadern.

Abhageln
verb. reg. imperson. aufhören zu hageln, im gemeinen Leben. Es hat abgehagelt.

Abhaken
verb. reg. act. 1) Was mit Haken befestiget ist, los machen 2) Wo man den Acker Statt des Pfluges mit dem Haken bearbeitet, da ist abhaken, vermittelst des Hakens von dem Grunde eines andern wegnehmen.

Abhalsen
verb. reg. act. 1) Den Hals, die Kehle abschneiden; im gemeinen Leben einiger Gegenden, wie abkehlen und abgurgeln. 2) Den Leithund abhalsen, bey den Jägern, ihm die Halse, oder das Halsband abnehmen. So auch die Abhalsung.

Abhalten
verb. irreg S. Halten. 1. Activum. (1) Eigent-

Abhaltung
(die ~) plur. die -en. 1) Die Handlung des Abhaltens in allen obigen Bedeutungen; ohne Plural. 2) Dasjenige, was uns an der Verrichtung einer Sache hindert, davon abhält. Diese Abhaltungen haben.

Abhandeln
verb reg. act. 1) Von Handeln, mercari, (a) durch Handel, d i. Kauf oder Tausch, von einem andern an sich bringen. Einem ein Haus, einen Garten, ein Stück Waare abhandeln. (b) An dem geforderten Kaufpreise durch Handeln, d. i. Biethen und Wiederbiethen, einen Erlaß erhalten, vulg abdin...

Abhanden
adv. welches nur von Sachen, und auch hier nur mit den Zeitwörtern seyn und kommen üblich ist. Abhanden seyn, nicht bey den der Hand, abwesend seyn; abhanden kommen, verlegt oder verloren werden.Anm Abhanden, oder wie es richtiger geschrieben wird, ab Handen, ist eine Oberdeutsche Rede...

Abhandlung
(die ~) plur. die -en, von der zweyten Bedeutung des Zeitwortes. 1) Die Unterhandlung und Vollendung eines Geschäftes; ohne Plural. Die Abhandlung eines Vertra-ges, eines Friedens u. s. f. 2) Die mündliche oder schriftliche Ausführung eines Satzes oder einer Materie. Eine Abhandlung schreiben,...

Abhang
(der ~) des -es, plur. die -änge, von dem Neutro abhangen. 1) Die abhängige Seite einer Fläche, besonders eines Berges. Ein sanfter Abhang, wenn die Höhe unvermerkt abnimmt. Ein starker, jäher Abhang, wenn die Abnahme sehr merklich ist Sein sanfter Abhang glänzt von reifendem Getreide, Ha...

Abhangen
verb. reg. neutr. ( S. Hangen,) welches mit haben verbunden wird.1. In eigentlicher Bedeutung (a) + Von etwas herunter hangen, wofür man noch richtiger und edler herab hangen sagt. (b) Von körperlichen Flächen, sich neigen; mit dem Horizonte einen spitzigen Winkel machen. Der Fußboden ...

Abhangung
(die ~) plur. inusit. von dem Neutro abhangen. 1) * Das Herabhangen von einem Orte; sehr ungewöhnlich. 2) Die Abhängigkeit, Dependenz.

Abhaschen
verb. reg. act. einem etwas, es von ihm erhaschen.

Abhaspeln
verb. reg. act. Fäden oder Stricke durch Haspeln von etwas herunter bringen. Daher die Abhaspelung.

Abhauben
verb. reg. act. bey den Jägern, dem Falken die Haube abnehmen. Einen Falken abhauben. So auch die Abhaubung.

Abhauen
verb. irreg. act. ( S. Hauen,) durch Hauen oder mit Hieben absondern. Einen Baum, Getreide, Gras abhauen. Einen den Kopf abhauen. Das Getreide mit der Sense abhauen. Daher die Abhauung. Beym Tatian kommt für abhauen abafurhouuan vor.

Abheben
verb. irreg. act S. Heben, herab heben, durch Heben von etwas wegnehmen Ein Tischblatt abheben. Den Kessel abheben, von dem Feuer. Die Speisen abheben, von der Tafel, S. Abhub. Die Karten abheben, im Kartenspiele. So. auch das Abheben, seltener die Abhebung.

Abheften
S. Abhäften.

Abheilen
verb. reg. 1. Ein Neutrum, mit dem Hülfsworte seyn, durch Heilen abgesondert werden, heilen und abfallen. Der Ausschlag heilet ab. Die Blattern sind abgeheilet. 2 Activum, durch Beförderung des Heilens zum Abfallen bringen. Dieses Pflaster wird die Blattern schon abheilen. Daher die Ab...

Abheischen
verb. reg. act. fordern, abfordern, S. Heischen Die Schuld wird abgeheischt, Opitz. In der Hochdeutschen Mundart ist dieses Zeitwort nicht üblich, wohl aber in der Oberdeutschen.

Abhelfen
verb. irreg. act S. Helfen. 1) + Eigentlich, von einem höhern Orte herunter helfen; im gemeinen Leben. Einem abhelfen, von dem Wagen, oder einem anderen erhöheten Orte, besser herab helfen. Helfen sie mir den Sack ab 2) Figürl. mit dem Dative der Sache, einer Sache abhelfen, sie als ei...

Abhelflich
adj. welches aber nur in den Kanzelleyen in der R. A üblich ist, einer Sache abhelfliche Maße geben oder verschaffen, d i. ihr abhelfen, sie aufhören machen.

Abhellen
verb. reg. act. von hell; gehörig hell machen, eigentlich nur von flüssigen Körpern, das Helle derselben von dem trüben Bodensatze abgießen, abklären. Den Wein abhellen.

Abhenken
verb. reg. act. welches eigentlich das Intensivum von abhängen ist, aber mit demselben gleich bedeutend gebraucht wird, ob es gleich seltener vorkommt, das angehenkte abnehmen, S. Henken.

Abherkommen
ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Verbum für herab kommen. Die abherkommen waren von Jerusalem, Marc. 3, 22. In der Oberdeutschen Mundart ist es nichts seltenes, daß man die mit her und hin zusammen gesetzten Nebenwörter umkehret. So heißt es z. B. im Theuerdank Kap 95.Gebt uns den f...

Abhetzen
verb. reg. act. durch Hetzen oder Jagen entkräften. Die Hunde abhetzen. Einen Hirsch oder anderes Wild abhetzen, so daß dessen Fleisch zur Speise untüchtig wird.

Abheucheln
S. Abhäucheln.

Abheuern
verb. reg. act. welches, wie das einfache heuern, vornehmlich in Niedersachsen üblich ist, für abmiethen. Einem etwas abheuern.

Abheulen
verb. reg. recipr. sich abheulen, sich durch Heulen abmatten, entkräften; im gemeinen Leben.

Abhinnen
eine veraltete Oberdeutsche Partikel, für von hier, und in einigen Fällen von hinnen, S. Hinnen.

Abhobeln
verb. reg. act. 1) Eigentlich mit dem Hobel wegschaffen. Einen Ast, eine Ungleichheit abhobeln. Ingleichen mit dem Hobel gehörig glatt machen. Ein Bret abhobeln. Bey den Weißgärbern werden die Felle abgehobelt, wenn sie mit dem Schlichtmonden auf der Fleischseite bearbeitet werden. 2) ...

Abhocken
verb. reg. act. eine Last durch Niederhocken von den Schultern ablegen, im Gegensatze des Aufhockens. In den niedrigen Sprecharten abhucken.

Abhohlen
verb. reg. act. 1) Von einem Orte hohlen. Einen Übelthäter, einen Brief u. s. f. abhohlen. Jemanden aus einer Gesellschaft abhohlen, abrufen und begleiten. Der Wagen wird mich abhohlen. 2) Bey den Kattundruckern werden die gedrückten Zeuge abgehohlet, wenn man sie mit Weitzenkleye ausk...

Abhold
adv. welches noch aus der Oberdeutschen Mundart übrig, aber größten Theils veraltet ist, für ungünstig, abgeneigt Einem abhold seyn.

Abholzen
verb. reg. act. im Forstwesen, das Holz in einem Walde, oder einer Gegend desselben völlig ausschlagen, welches auch abtreiben genannt wird. Einen Wald, einen Platz abholzen. So auch die Abholzung. In Oberdeutschland nennet man den so genannten Abraum, oder das, was bey dem Fällen der ...

Abholzig
-er, -ste, adj. et adv. im Forstwesen, ein abholziger Baum, der über dem Stamme zu schwach ausfällt, und folglich zu Bauholz unbrauchbar ist, und auch abschüssig genannt wird.

Abhorchen
verb. reg. act. nach dem Muster des Zeitwortes abhören, durch Horchen erfahren oder lernen. Sie hat uns alle unsere Geheimnisse abgehorcht, Weiße. O wenn die frohen Lieder dir gefielen, die meine Muse oft den Hirten abhorcht! Gesn.

Abhub
(der ~) des -es, plur. car. von abheben, dasjenige, was abgehoben wird, besonders in den Bergwerken, die Unart, welche in der Wäsche von den Erzen abgehoben wird, welches vermittelst der Abhubkiste geschiehet. An einigen Höfen nennet man die Speisen, welche von der herrschaftlichen Tafel abget...

Abhucken
S. Abhocken.

Abhungern
verb. reg. recipr. durch Hunger entkräften. Sich abhungern.

Abhuren
verb reg. recipr. Sich abhuren, sich durch Hurerey entkräften; ein niedriges Wort, welches Luther indessen doch in der Bibelübersetzung mit aufgenommen hat.

Abhülsen
verb. reg. act. von der Hülse befreyen. Die Mandeln abhülsen.

Abhüten
verb. reg. act. in der Landwirthschaft, von dem weidenden Viehe abfressen lassen, abweiden. Die Saat, das Gras abhüten. Ingleichen metonymisch, einen Acker, ein Stück Feldes, eine Wiese abhüten. So auch die Abhütung.

Abhütten
verb. reg. act. im Bergbaue, eine Grube oder Zeche aus Nachlässigkeit oder Muthwillen verderben, und zu Grunde richten, welches auch abköhlen genannt wird. Vermuthlich von Hütte, so fern es ehedem alles Zimmerwerk bedeutete, und bey den Bergleuten zum Theil noch bedeutet Daher die Abhü...

Abhäften
verb. reg. act. was angehäftet war, los machen. Daher die Abhäftung.

Abhägen
verb. reg. act. vermittelst eines Hages oder Zaunes absondern, einschließen. Ein Stück Feldes, einen Acker zur Wiese abhägen Daher die Abhägung.

Abhäkeln
verb. reg. act. was mit Häkeln oder kleinen Haken befestigt ist, los machen.

Abhängen
verb. reg. act. dasjenige, was angehänget war, abnehmen, herab hängen. Die Gewichte einer Uhr abhängen. Die Blasebälge abhängen, in den Schmelz- und Hammerwerken, damit sie nicht mehr gehen.

Abhängig
-er, -ste, adj. et adv. 1) Eigentlich, herab hangend, doch nur von den Flächen, mit dem Horizonte einen spitzigen Winkel machend. Die abhängige Seite des Berges. Ein abhängiger Ort. 2) Figürlich, zu einem andern Dinge gehörig, seinen Grund in demselben ha

Abhängigkeit
(die ~) plur. inusit. das Abhangen von einem andern in der figürlichen Bedeutung, der Zustand, da ein Ding in dem andern gegründet ist; in der höhern Schreibart der Abhang, in der niedrigern, die Abhänglichkeit. In der Abhängigkeit leben.

Abhängung
(die ~) plur. inusit. von dem Activo abhängen, die Handlung des Abhängens.

Abhären
S. Abhaaren.

Abhärmen
verb. reg. recipr. sich abhärmen, sich durch Harm entkräften, verzehren; im gemeinen Leben abgrämen Blaß, wie ein Eremit stand er hier abgehärmt, Zach. Der ungezäumte Neid, der sonst nach allem geitzt, Verlieret hier die abgehärmten Blicke, Rost.