Kopie von `Adelung 1811 - Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart`

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Adelung 1811 - Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
Kategorie: Allgemeines
Datum & Land: 08/11/2008, DE
Wörter: 13824


Abendvolk
(das ~) des -es, plur. die -völker, ein Volk, welches gegen Westen oder Abend wohnet; am häufigsten im Plural.

Abendweite
(die ~) plur. die -n, in der Astronomie, der Abstanddesjenigen Punctes, in welchem ein Stern untergehet, von dem Abend-Puncte, Amplitudo occidua.

Abendwind
(der ~) des -es, plur. die -e, 1) Ein Wind, der aus Abend, oder Westen kommt; der West, Westwind. 2) Ein Wind, der am Abende wehet. O daß die kühlen Abendwinde dir nicht schaden, und der feuchte Thau! Gesn.

Abendwärts
adv. gegen Abend, der Himmelsgegend nach, nach Westen zu Abendwärts gehen, schiffen, wohnen u. s. f.Anm. Abendwärts mit der zweyten Endung des Hauptwortes zu verbinden, z. B. abendwärts der Stadt, ist eben so ungewöhnlich, als die biblischen R. A. gegen abendwärts, Joh. 8, 9, 12. Kap. ...

Abenteuer
(das ~) des -s, plur. ut nom sing. 1) Ein ungefährer Zufall, woran das Glück mehr Theil hat, als der Vorbedacht. In dieser Bedeutung ist das Wort noch bey den Handwerkern üblich, wo Abenteuer erwarten, oder sein Handwerk auf Abenteuer treiben, so viel heißt, als auf bestellte Arbeit warten, in...

Abenteuerlich
-er, -ste, adj. 1) Wunderbar ohne alle Wahrscheinlichkeit, seltsam, thöricht. Eine abenteuerliche, (unglaubliche, fabelhafte) Geschichte. Ein abenteuerlicher Mensch, Einfall, Gedanke u. s. f Und wird nicht wunderbar nur abenteuerlich. Uz. 2. Fürchterlich,

Abenteuerlichkeit
(die ~) plur. die -en. 1) Die abenteuerliche Beschaffenheit einer Sache; ohne Plural. 2) Eine abenteuerliche Sache selbst; mit dem Plural.

Abenteurer
(der ~) des -s, plur. ut nom. sing. der auf Abenteuer, oder thörichte Glücksfälle ausgeht, keine bestimmte und vernünftige Lebensart hat. Ehedem bedeutete es einen jeden, der etwas wage, auch in einem guten Verstande, z. B. einen Freywilligen im Kriege, einen Gewerken im Bergbaue, einen Kaufma...

Abenteurig
adj. für abenteuerlich, welches aber wenig mehr gehöret wird.

Aber
eine Partikel, welche in gedoppelter Gestalt vorkommt.I. * Als ein Nebenwort der Zeit, für wiederum. Im Hochdeutschen ist es bis auf einige zusammen gesetzte Wörter, als abermahl, Aberacht, Abersaat, u. s f. völlig veraltet, ob es gleich in Luthers Bibelübersetzung noch oft vorkommt un...

Aberacht
(die ~) plur. inusit, ehedem, 1) eine wiederhohlte Acht oder Achtserklärung; von aber, wiederum. 2) So viel als Oberacht, eine Achtserklärung, welche im Nahmen des Königes oder Kaisers geschiehet; im Gegensatze der Unteracht, welche von einem Unterrichter herrühret, und sich nur über eine gewi...

Aberglaube
(der ~) des -ns, plur. car. 1) Derjenige Zustand

Abergläubig
-er, -ste, adject. et adv. Aberglauben habend oder enthaltend, darin gegründet. Ein abergläubiger Mensch. Abergläubige Gebräuche. Daher die Abergläubigkeit, wenn man es nöthig finden sollte, den Zustand oder die Fertigkeit als ein Abstractum, von dem Aber

Aberklaue
(die ~) S. Afterklaue.

Abermahl
adverb. temp. noch einmahl, wieder einmahl, von neuen. Er ist abermahl in die Stadt gegangen. Man rufte mich abermahl bey Seite.Anm. Abermahl von aber, wiederum, ist erst in den mittlern Zeiten entstanden, und es scheinet, als wenn dieses Nebenwort im Hochdeutschen nach und nach veralten ...

Abermahlig
adject. von neuen, noch einmahl geschehend. Ein abermahliges Verlangen. Eine abermahlige Bitte. Es verstattet der Bedeutung wegen keine Steigerung.

Abernten
verb. reg. act. 1. Die Erntenfrüchte völlig abschneiden oder abhauen. Das Getreide abernten. Ingleichen das Feld von den Früchten leer machen. Das Feld der Verwandlung ist für Werke, welche das Gepräge unserer Zeit haben, schonvöllig abgeerntet, Dusch. 2. Die Erntearbeit vollenden; als...

Aberraute
(die ~) plur. car. ein Nahme, welchen einige der Stadtwurz geben; ohne Zweifel von dem Griechischen und Lateinischen - hier nichtlateinischer Text, siehe Image - , Abrotonum, woraus andere auch Abraute, Ebenraute, Alpraute, und Affrusch, die Dänen aber Abred machen.

Abersaat
(die ~) plur. von mehrern Arten, die -en, nur in einigen Gegenden, was auf einem bereits abgeernteten Felde gesäet wird, von aber, wiederum; in andern Gegenden die Schmalsaat.

Aberwitz
(der ~) des -es, plur. car. 1) Die Thorheit, welche aus allzu vielem Wissen entstehet. 2) Die Einbildung eines großen Verstandes bey augenscheinlichem Mangel desselben. 3) Die völlige Abwesenheit des Verstandes. In Aberwitz gerathen, verfallen.Anm. Aber scheint in den beyden ersten Fällen so v...

Aberwitzig
-er, -ste, adject. von Aberwitze befallen, in Aberwitz gerathen, darin gegründet. Ein aberwitziger Mensch. Aberwitziges Zeug vorbringen. Er ist aberwitzig geworden.

Aberäsche
(die ~) S. Eberäsche.

Abeschern
verb. reg. act. et recipr. sich durch eine heftige Bewegung in Schweiß und außer Athem bringen; ein Wort, welches nur an einigen Orten in Ober- und Niedersachsen im gemeinen Leben üblich ist. Er ist ganz abgeeschert, Weiße. Er hatte sich ganz abgeeschert.Anm. Das einfache eschern ist, ...

Abessen
verb. irreg S. Essen. Es ist 1. ein Activum. (1) Durch Essen wegschaffen. Die Kirschen von dem Baume abessen. Das Fleisch von dem Knochen abessen. Und dann auch durch Essen lehr machen. Einen Knochen abessen. (2) Eine Forderung, die man an einen andern hat, durch Essen vermindern oder ...

Abfachen
verb. reg. act. in Fächer theilen. Daher die Abfachung.

Abfahen
S. Abfangen.

Abfahren
verb. irreg S. Fahren. Es ist1. Ein Activum, und bedeutet: (1) Durch Fahren, oder im Fahren absondern. Ein Stück von der Mauer abfahren. Die Schienen von den Rädern abfahren. Einem einen Arm, einen Fuß abfahren. (2) Das Zugvieh durch vieles Fahren abmatten. Die Pferde sind ganz abge...

Abfahrt
(die ~) plur. inusit. 1) Das Abreisen von einem Orte vermittelst eines Fuhrwerks oder Schiffes. 2) In weiterer Bedeutung, besonders in den Rechten, ein jeder Abzug von einem Orte; ja auch wohl das Abzugsgeld. 3) Die Abfahrt aus diesem Leben, fig. der Tod; auch wohl in guter Bedeutung.

Abfahrtsflagge
(die ~) plur. die -n, in der Schifffahrt, die Flagge, welche auf das Hintertheil des Schiffes gesteckt wird, ein Zeichen zur Abfahrt damit zu geben.

Abfahrtsgeld
(das ~) des -es, plur. von mehrern Summen, die -er. 1) In den Rechten an einigen Orten, so viel als Abzugsgeld, oder das Geld, welches Unterthanen, die aus einem Lande oder Gerichte abziehen, von ihrem Vermögen der Obrigkeit entrichten müssen. 2) Bey den Handwerkern, ein Reisegeld, welches die...

Abfahrtsschuß
(der ~) des -sses, plur. die -schüsse, in der Schifffahrt, der Kanonenschuß, der zum Zeichen der Abfahrt eines Schiffes dient.

Abfall
(der ~) des -es, plur. die -fälle; bedeutet nach Maßgebung des verschiedenen Gebrauches des Zeitwortes abfallen, 1) im physischen Sinne (1) Das Fallen von einem höhern Orte, nach einem niedrigern; ohne Plural Der Abfall der Blätter von den Bäumen. Der Abfall des Wassers. (2) Der Ort, durch wel...

Abfallen
verb. irreg S. fallen. Es ist,1. Ein Activum, durch Fallen, oder im Fallen absondern. Ein Stück von der Wand abfallen. Er hat sich die Nase abgefallen. Am häufigsten aber,2. Ein Neutrum, welches das Hülfswort seyn erfordert. (1) In physischer Bedeutung. a) Von einem höhern Orte abge...

Abfallsröhre
(die ~) plur. die -n, in den Wasserwerken und Wasserkünsten, diejenige Röhre, welche das überflüssige Wasser wieder abführet S. Abfall.

Abfalzen
verb. reg. act. 1) Bey den Gärbern, mit dem Falzmesser wegnehmen oder reinigen. Das Fleisch von der Aasseite abfalzen. Ein Fell abfalzen; eine Arbeit, welche sonst auch abaasen, bey den Sattlern aber abfleischen genannt wird. 2) Bey den Tischlern und Zimmerleuten ist abfalzen oder abfä...

Abfangen
verb. irreg. act S. Fangen. 1) Durch Fangen seinem rechtmäßigen Herren entziehen. Einem die Tauben, dem Nachbar das Wild abfangen. So auch figürlich, einem das Wasser abfangen, heimlich entziehen und auf seinen Grund und Boden leiten. 2) In den Bergwerken, das Gestein oder Erdreich mit...

Abfassen
verb. reg. act. Könnte 1) eigentlich so viel bedeuten, als durch Fassen absondern oder vollenden, ingleichen aufhören zu fassen, welche Bedeutungen aber nicht üblich sind. Doch ist bey den Huf- und Waffenschmieden abfassen so viel, als ein Stück Eisen auf dem Amboße umschlagen; und bey...

Abfaßen
verb. reg. act. von dem Franz. Face, bey den Tischlern eine scharfe Ecke mit dem Hobel abstoßen, welches auch brechen genannt wird.

Abfasten
verb. reg. act. 1) Sich abfasten, sich durch Fasten entkräften. 2) Durch Fasten büßen. Eine Sünde, eine Vergehung abfasten. Beydes im gemeinen Leben.

Abfaulen
verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, durch Faulen abgesondert werden. Die Wurzel fault ab, ist abgefault. Von einem edlen Baum ein abgefaulter Ast, Can.

Abfechten
verb. irreg. act S. Fechten. 1) Einem etwas abfechten, durch Fechten von ihm erhalten. 2) Sich abfechten, sich durch Fechten ermüden.

Abfedern
verb. reg. act. an einigen Orten, der Federn berauben. Eine Gans, ein Huhn abfedern, rupfen.

Abfegen
verb. reg. act. durch Fegen absondern, oder wegschaffen. Den Staub, Unrath abfegen. Ingleichen durch Fegen reinigen. Den Tisch, die Bücher abfegen. Abfegende Mittel heißen bey einigen Ärzten auch diejenigen Arzeneyen, welche die Schärfe des Geblütes durch Ausführen lindern, abstergenti...

Abfeilen
verb. reg. act. 1) Mit der Feile wegnehmen, absondern. Das Gröbste abfeilen. Ein Stück von einem Nagel abfeilen. Ingleichen durch Feilen verkürzen oder kleiner machen. Einen Nagel abfeilen. 2) Mit der Feile zur Vollkommenheit bringen, völlig fertig feilen. Einen Schlüssel abfeilen.

Abfeilicht
(das ~) des -es; plur. car. bey einigen Eisenarbeitern, so viel als Feilstaub, oder Feilspäne.

Abfeimen
S. Abfäumen.

Abfertigen
verb. reg. act. 1) Fertig machen, und fortschicken; so wohl von Personen als Sachen. Einen Brief, einen Bothen, ein Schiff abfertigen Einen Courier an jemanden abfertigen, abschicken. 2) Die schuldige Bezahlung, verlangte Antwort u. s. f. geben, und damit gehen lassen, nach vollendetem ...

Abfertigung
(die ~) plur. die -en. 1) Das Absenden eines Bothen oder einer Sache; ohne Plural. Der Bothe wartet auf eine Abfertigung. 2) Die Bezahlung, Antwort, Entschließung, u. s. f. damit jemand gehe. Die Leute bekommen ihre Abfertigung aus der Kriegskasse, ihre Bezahlung. 3) Eine herbe oder unerwartete ...

Abfesseln
verb. reg. act. Einen abfesseln, ihn der Fessel entledigen, ihm die Fessel abnehmen; edler entfesseln.

Abfeuern
verb. reg. act. 1) Bey den Feuergewehren so viel als abbrennen. Ein Gewehr, eine Kanone, eine Flinte abfeuern. Unter Abfeuerung der Kanonen. 2) In den Schmelzhütten das Feuer abgehen lassen, das Feuern beschließen. Daher die Abfeuerung, in beyden Bedeutungen.

Abfiedeln
verb. reg. act. 1) Durch Fiedeln; d. i. hin und her reiben, absondern; im gemeinen Leben. 2) In den Schmelzhütten auf dem Oberharze, den groben Abstrich, der nicht zergangen ist, mit einem Eisen abziehen.

Abfiedern
verb. reg. act. bey den Glasern an einigen Orten, die überflüssigen Theile des Glases mit dem Fiedermesser oder Fügeeisen abkneipen; eine Arbeit, welche bey den meisten Glasern auch abfügen genannt wird.

Abfinden
verb. irreg. act S. Finden. Einen abfinden, ihn wegen seiner Ansprüche befriedigen, ihm geben, was ihm gehöret, und damit gehen lassen. Seine Gläubiger abfinden, oder sich mit ihnen abfinden Doch gabst du ihr aus eitlem Sinn Den besten Kern des Lebens hin, Gott ward mit Hülsen abg...

Abfindung
(die ~) plur. die -en, die Befriedigung eines andern wegen seiner Ansprüche; besonders in Erbschaftssachen, der Vergleich über den Theil, den der andere zu fordern berechtiget ist, und auch wohl dieser Theil selbst. Abfindungsgelder sind daher solche Gelder, welche von den Lehnsfolgern oder La...

Abfinnen
verb. reg. act. 1) Bey den Grobschmieden und Schlossern, das Eisen mit der Finne, oder dem dünnen Ende des Hammers, dünner schlagen. 2) Bey den Klämpenern, mit der Finne des Hammers Ecken in das Blech treiben. Gemeiniglich sprechen die Klämpener dieses Zeitwort abpinnen aus, welches de...

Abfischen
verb. reg. act. 1) Ausfischen. Einen Teich abfischen, alle Fische aus demselben fangen. 2) Das Fischen zu Ende bringen. 3) + Abschöpfen; im gemeinen Leben. Das Fett abfischen, das Beste von einer Sache an sich nehmen. Daher die Abfischung in den obigen Bedeutungen.

Abfitzen
verb. reg. act. bey den Mäurern, eine mit Kalk be-worfene und ausgestrichene Mauer mit dem Sprengpinsel glatt machen S. Fitzen 2.

Abflachen
verb. reg. act. im Deichwesen, so viel als abdachen. Daher die Abflachung, die Abdachung.

Abflammen
verb. reg. act. bey den Gärbern, Leder mit Talg tränken, und diesen über einem Kohlfeuer einziehen lassen.

Abflattern
verb. reg. 1) Ein Reciprocum, sich abflattern, sich durch Flattern abmatten, von Vögeln und dem Federviehe. 2) Ein Neutrum, mit dem Hülfsw, seyn, von dem Geflügel, sich flatternd entfernen Figürlich aber auch von der flüchtigen Entfernung einer leichtsinnigen Person. Er ist schon wiede...

Abflauen
verb. reg. act. in fließendem Wasser abspülen; nur noch in einigen Fällen. So bedeutet es 1) in den Bergwerken, die gepochten Erze abwaschen; welches so wohl in Abflaufässern, als auch auf Abflauherden geschiehet, welche aus Unwissenheit auch wohl Abflachherde und Abflichherde genannt ...

Abflecken
verb. reg. neutr. mit haben, Theile fahren lassen, und dadurch Flecken verursachen. Nasse Farbe fleckt ab.

Abfledern
verb. reg. act. in der Landwirthschaft, das ausgedroschene Getreide mit einem Flederwische an einer langen Stange abkehren, es dadurch von den Ähren zu reinigen.

Abflegeln
verb. reg. act. bey einigen Landwirthen, Früchte von verschiedener Art und Länge, wie z. B. Weitzen und Linsen, welche unter einander gebauet worden, vermittelst des Flegels, d. i. durch Dreschen, von einander absondern.

Abfleischen
verb. reg. act. 1) Bey den Sattlern und Kürschnern, das noch an den Fellen befindliche Fleisch abschaben, welches bey den letztern auch abziehen, bey den Gärbern aber abaasen heißt. Es geschieht solches bey ihnen mit krummen scharfen Messern, welche daher Abzieheisen oder Abfleischeise...

Abflichherd
(der ~) S. Abflauen.

Abfliegen
verb. irreg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, S. Fliegen, 1) Eigentlich sich fliegend entfernen, hinweg fliegen, von Vögeln und dem Federviehe. 2) Figürlich auch von andern schnellen und unerwarteten Bewegungen lebloser Dinge. Der Pfeil ist von der Sehne abgeflogen. Er stieß sich, daß i...

Abfließen
verb. irreg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, S. Fließen. 1) * Von einer Höhe hinunter fließen, hinab fließen; im Hochdeutschen ungewöhnlich - Wie fleußt der Thränen Bach Die bleichen Wangen ab, Opitz. 2) Hinweg fließen, wobey doch der erste Begriff mit zum Grunde liegt. Das Wasser...

Abfluß
(der ~) des -sses, plur. die -üsse, 1) Das Abfließen des Wassers; ohne Plural. Der Ab- und Zufluß des Meeres, die Ebbe und Fluth 2) Der Ort, durch welchen ein flüssiger Körper abfließt.

Abflößen
verb. reg. act. abfließend machen, so wohl von einer Höhe hinab, als auch von einem Orte hinweg. Holz abflößen, auf dem Flusse. Daher die Abflößung.

Abfodern
S. Abfordern.

Abfolgen
verb. reg. neutr. welches aber nur im Infinitiv mit dem Zeitworte lassen üblich ist, eine Person oder Sache einem andern auf sein Verlangen aushändigen. Einen Gefangenen abfolgen lassen. Er will mir das Meinige nicht abfolgen lassen. Wenn einige dafür verabfolgen sagen, so ist solches ...

Abfolgung
(die ~) plur. inusit: die Aushändigung oder Zurücksendung dessen, was man von einem andern in seiner Gewalt hat. Man hat um die Abfolgung des Gefangenen angehalten.

Abfordern
verb. reg. act. 1) Eine Person oder Sache von einem Orte wegrufen. Man hat ihn von dem Rathause abgefordert, weggerufen. Am häufigsten, wenn man über die Person oder Sache ein Recht hat. Einen abfordern, ihn aus eines andern Dienst oder Gewalt zurück berufen. Der König hat die Sache vo...

Abforderung
(die ~) plur. die -en. 1) In der Bedeutung des Verbi überhaupt Abforderungsbriefe, Avocatoria. 2) Das Recht, flüchtige Unterthanen zurück zu fordern, welches auch das Abforderungsrecht, das Besatzungsrecht, ingleichen das Satzrecht genannt wird.

Abformen
verb. reg. act. 1) Bey verschiedenen Künstlern und Handwerkern, die Gestalt einer Sache in einen weichen Körper drücken, um hierin den Abdruck oder Abguß zu verfertigen. Eine Bildsäule, eine Glocke u. s. f. abformen. 2) Das Modell zu einem Kunstwerke aus einem weichen Körper formen. 3)...

Abformiren
verb. reg. act. bey den Buchbindern, ein aus dem Lateinischen entlehntes Kunstwort, den angesetzten Deckeln der Bücher ihre völlige Gestalt geben.

Abfragen
verb. reg. act S. Fragen, durch Fragen von einem heraus bringen. Einem etwas abfragen. Er läßt sich alles abfragen, man kann alles von ihm heraus bringen Und wer sie nicht beym Trunk entdecken kann, Sucht sie umsonst den Schönen abzufragen, singt Hagedorn von der Wahrheit. + So fr...

Abfressen
verb. irreg. act S. Fressen. 1) Eigentlich von Thieren, durch Fressen absondern oder verzehren. Die Raupen haben die Blätter abgefressen. Die Käfer fressen die Knospen ab. Ingleichen durch Fressen leer machen, verwüsten. Das Vieh hat die Äcker abgefressen. Die Schnecken fressen die ...

Abfrieren
verb. irreg. neutr. mit seyn, S. Frieren. 1) Durch Frost abgesondert werden. Die Nase ist ihm abgefroren, wofür man in einigen Gegenden sehr unrichtig sagt, er hat sich die Nase abgefroren. 2) Sehr frieren. Er ist tüchtig abgefroren.

Abfröhnen
verb. reg. act. 1) Durch Frohn- oder Handdienste bezahlen Eine Schuld, einen Vorschuß abfröhnen. 2) Die schuldigen Frohndienste leisten. Die Hoftage abfröhnen. Daher die Abfröhnung.

Abfuhre
(die ~) plur. inusit. das Wegschaffen einer Sache von einem Orte vermittelst des Fuhrwerkes, in der eigentlichen Bedeutung des Verbi abführen. Die Abfuhre des Holzes, der Lebensmittel, des Getreides, u. s f. das Wegführen desselben, die Wegschaffung.

Abfurchen
verb. reg. act. in der Landwirthschaft. 1) Durch Furchen abtheilen. 2) Furchenweise abpflügen.

Abfügen
verb. reg. act. 1) Bey den Glasern die überflüssigen Glastheile oder auch die Zacken, die der Diamant an den Glasscheiben stehen gelassen, mit dem Fügeeisen abkneipen S. auch Abfiedern. 2) Bey den Tischlern, Breter, welche zusammen geleimet werden sollen, mit dem Fügehobel glatt hob...

Abführen
verb. reg. act. 1) Etwas von einem Orte ab- oder wegführen, und zwar, (1) eigentlich, vermittelst eines Fuhrwerkes. Holz auf Schiffen abführen. Getreide auf Wagen abführen. (2) Durch Zeigung des Weges, Vorstellung der Bewegungsgründe u. s. f. Durch Leitung. Das Wasser von einem Orte, a...

Abführung
(die ~) plur. die -en. 1) Die Handlung des Abführens, in den meisten Bedeutungen des Zeitwortes; ohne Plural. 1) Bey den Ärzten, ein abführendes Arzeneymittel. Eine Abführung einnehmen.1

Abfüllen
(von Füllen, pullus,) verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, in den Stutereyen, ein Füllen werfen. Daher die Abfüllung.

Abfüllen
(von voll,) verb. reg. act. durch Schöpfen oben wegnehmen. Ein Maß Wasser, Bier, u. s. f. abfüllen, von dem Fasse Ingleichen metonymisch, die Fülle eines flüssigen Körpers vermindern. Den Wein abfüllen. Das Faß, (den Wein, Bier u. s. f. in dem Fasse,) abfüllen. Daher die Abfüllung.2.

Abfüttern
verb. reg. act. in der Landwirthschaft, das Vieh gehörig satt füttern, besonders demselben gegen die Nacht das letzte Futter geben Daher Abfütterung.

Abfädmen
verb. reg. act. Die Schoten abfädmen, die so genannten Fäden an den Schoten der Erbsen, Bohnen, u. s. f abziehen.

Abfällig
adj. et adv. von Abfall, welches nach Art aller solcher Adjectiven auf ig etwas anzeigen würde, was gewöhnlicher Weise abfällt, z. B. Blätter, Blumen, u. s. f. Allein in dieser Bedeu-

Abfärben
verb. reg. 1) Ein Activum, bey den Gärbern, dem Leder die gehörige Farbe geben. 2) Ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, farbige Theile fahren lassen. Das Tuch färbt ab. Die Wand hat abgefärbt.

Abfäumen
verb. reg. act. von Faum, folglich nicht abfeimen. 1) Eigentlich, den Faum oder Schaum abschöpfen, von dem Schaume befreyen Honig, Talg u. s. f. abfäumen, abschäumen. 2) Figürlich in der Redensart, ein abgefäumter Schalk, der Ausbund von allen Schälken, ein listiger, durchtriebener Men...

Abgabe
(die ~) plur. die -n. 1) Die Handlung des Abgebens in den eigentlichen Bedeutungen des Zeitwortes; ohne Plural. Die Abgabe eines Briefes, eines Buches u. s. f. 2) Dasjenige, was einem andern abgegeben wird; besonders, was Unterthanen von ihrem liegenden und fahrenden Vermögen der Obrigkeit ent...

Abgang
(der ~) des -es, plur. die -gänge. 1) Die Handlung des Abgehens von einem Orte, ohne Plural; und zwar, (1) in engerer Bedeutung, vermittelst der Füße. Der Abgang des Bothen. Abgang nehmen, bedeutet in den Seifenwerken so viel als Schicht machen, von der Arbeit abgehen. (2) In weiterer Bedeutun...

Abgaukeln
verb. reg. act. Einem etwas, es durch Gaukeley, Blendwerk von ihm erhalten.

Abgeben
verb. irreg. act S. Geben.1) In eigentlicher Bedeutung. (1) Von sich geben, einem andern übergeben, besonders von Dingen, welche uns anvertrauet worden, oder von uns andern anvertrauet werden. Der Brief ist richtig abgegeben worden. Wo ist der Brief abzugeben? Ich habe etwas an dich ...

Abgeboth
(das ~) des -es, die -e, S. Abbiethen.

Abgebrochenheit
(die ~) plur. car. von abgebrochen und abbrechen, diejenige Eigenschaft einer Rede, wenn sie aus mehrern unverbundenen Hauptbegriffen bestehet, dergleichen besonders heftigen Gemüthsbewegungen eigen ist; eine fortgesetzte Ellipse.

Abgehen
verb. irreg S. Gehen. Es ist:I. Ein Activum, und bedeutet alsdann, (1) durch Gehen oder im Gehen absondern, abnützen. Die Absätze an den Schuhen abgehen. (2) Durch Gehen oder mit Schritten abmessen. Einen Platz, einen Weg abgehen. Wir haben die ganze Wiese abgegangen. (3) + Sich abgehe...