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Lernwerkstatt Geschichte
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > Militärhistorisches Glossar
Datum & Land: 05/05/2011, DE
Wörter: 85


Abteilung
Truppenkoerper der Artillerie, zusammengesetzt aus mehreren Batterien. Entspricht dem Bataillon der Infanterie.

Ambesant
Funktionsbezeichnung aus der Epoche der Landsknechte. Der Ambesant (von franz. ambassade) war der Sprecher eines Faehnleins, wenn die Knechte Beschwerden vorzutragen hatten.

Arkebusenreiter
Eine Form der fruehneuzeitlichen, schweren Kavallerie. Diese Reiter waren leichter gepanzert als Kuerassiere, aber mit der Arkebuse deutlich schwerer bewaffnet.

Artillerie
Dem Begriff Artillerie liegt eine lateinische Wortkunstruktion zugrunde: ars tellere, die "Kunst, in Kurven zu schiessen".

Bajonett
Sammelbegriff fuer Klingenwaffen, die an Gewehren befestigt werden koennen.

Bataillon
Von ital. battaglione (grosser Schlachthaufen). Ein taktischer Koerper. Seit dem 18. Jahrhundert grundlegende taktische Einheit auf dem Schlachtfeld Europas. Mehrere Bataillone bilden ein Regiment.

Beschossene Knechte
Bezeichnete Landsknechte, die bereits Gefechtserfahrung gesammelt hatten und bei einer erneuten Musterung aus diesem Grund mehr Sold fordern konnten.

Beute
Das individuelle Akkumulieren von Beute war in vielen militaerischen Kulturen fuer den groessten Teil der Militaergeschichte eine zentrale Motivation fuer den Kriegsdienst.

Brigade
Von ital. briga (Zank, Streit). Bezeichnet einen Truppenkoerper, der mehrere taktische Einheiten (im Regelfall zwei Regimenter) derselben Waffengattung umfasst. Brigaden sind aber eher unuebliche Formationen, normalerweise bilden mehrere Regimenter direkt eine Division.

Condotta
Das italienische Wort fuer Soldvertrag. Gebraeuchlich primaer im Norditalien des ausgehenden Mittelalters und der Fruehen Neuzeit. Die Soeldnerfuehrer, die solche Vertraege abschlossen, wurden Condottieri genannt.

Conroi
Die grundlegende taktische Einheit der Ritter. Sie war von stark variierender Groesse und mehr ein flexibler Begriff fuer eine relativ lockere Gruppe als ein taktischer Verbund nach modernem Verstaendnis. Ihre genaue Auspraegung und Wichtigkeit ist aufgrund der Quellenlage noch ziemlich ungeklaert, aber vermutlich nutzten Conrois durchaus einheitliche Kleidungsteile (Protouniform), Feldzeichen und Befehle, um diverse taktische Manoever auszufuehren.

Cornette
Zu Beginn der Fruehen Neuzeit ein kleiner Verband der Reiterei.

Destrier
Hoch- und spaetmittelalterliche Bezeichnung fuer Schlachtroesser. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Begriff dextrarius (von dexter: rechts) ab, da die Schlachtroesser im sogenannten Rechtsgalopp geritten wurden, um den ab ca. 1100 verbreiteten Stoss mit eingelegter Lanze als Hauptkampftechnik der Panzerreiter zu ermoeglichen. Der Begriff Destrier ist demzufolge erst ab 1120 belegt.

Dienstgrade
Dienstgrade sind eine in allen modernen Armeen eingesetztes Ordnungssystem. Die Dienstgrade ordnen das Autoritaetsverhaeltnis von Soldaten zueinander. Es hat sich dabei ein im dreischichtiges System von Dienstgradgruppen herausgebildet:

Disziplin
Disziplin bezeichnet ein Sozialverhalten, das in der Neuzeit eng mit dem Miltaer verknuepft ist. Es umfasst in diesem Fall unter anderem das Prinzip von Befehl und Gehorsam, eine rigide Kleider- und Ausruestungsordnung, einen bestimmten Sprachgebrauch, soziale Normen im Umgang der verschiedenen Dienstgrade miteinander, einen straff regulierten Alltagsplan, ausgesprochene oder unausgesprochene Normen fuer Koerperhaltungen und Auftreten sowie einen Kanon von Sanktionen fuer Verstoesse gegen diese Prinzipien. Militaerische Disziplin bedeutet also eine umfassende Regelung aller Aspekte des Lebens der Soldaten.

Division
Eine Division ist Truppenkoerper, der im Schnitt ca. 15.000 Soldaten umfasst. Die ist nur ein idealtypischer Mittelwert; diese Zahlen koennen je nach Zeit und Region leicht nach oben (22.000 Mann fuer einen amerikanische Division im Ersten Weltkrieg) oder nach unten (nur knapp 10.000 Mann fuer sehr stark technisierte Divisionen) ausfallen.

Dragoner
Berittene Infanteristen, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts auftraten. Sie bewegten sich zwar zu Pferde, kaempften jedoch zumeist abgesessen. Ihre Hauptwaffe waren Schusswaffen.

Eskadron
Von lat. exquadra und ital. squadrone (viereckiger Haufen). Bezeichnet hauptsaechlich im 19. Jahrhundert die kleinste administrative und taktische Einheit der Kavallerie. Vergleichbar mit der Kompanie der Infanterie und der Batterie der Artillerie. Synonym verwendet mit Schwadron

Exemtion
Bezeichnet alle Arten von Ausnahmeregelungen im Rahmen von Konskription bzw. allgemeiner Wehrpflicht.

Faehnlein
Im Spaetmittelalter und in der Fruehen Neuzeit Bezeichnung fuer eine Einheit von Fusssoldaten. Die Groesse betrug zwischen 200 und 1000 Mann, womit das Faehnlein sowohl mit einer modernen Kompanie wie auch einem Bataillon vergleichbar waere. Die innere Struktur eines Faehnleins wurde mit zunehmender Ausdifferenzierung und Formalisierung des Amter- bzw. spaeter des Offiziers- und Unteroffizierswesens immer komplexer.

Feldgrau
Ein grau-gruener Farbton, der die deutschen Uniformen in der Zeit zwischen 1910 und 1945 (in der DDR zumindest zu repraesentativen Zwecken bis 1990) praegte. Nachdem in der Fruehen Neuzeit die Uniformen leuchtend bunt gehalten waren, fuehrte die neue Waffentechnik des ausgehenden 19. Jahrhunderts dazu, dass diverse europaeische Staaten Uniformen in tarnenden Farben entwickelten.

Feldschlange
Kanonenfamilie der Fruehen Neuzeit. Es handelt sich dabei um Kanonen mit sehr langen Rohren (20 bis 40 Kaliber), die massive Eisenkugeln mit hoher Treibkraft verschossen. Sie unterteilten sich nach ihrer Groesse in diverse Untertypen, die aber nicht normiert waren und eine Unzahl von Typenbezeichnungen hervorbrachten.

Flachfeuer
Beim Flachfeuer wird ein Projektil aus einem Geschuetz oder einer Handwaffe in einer (annaehernd!) linearen Bahn von der Rohrmuendung ins Ziel gebracht. Es handelt sich also um einen direkten Schuss von A nach B. Dazu ist eine hohe Geschwindigkeit Voraussetzung. Kanonen schiessen im Regelfall im Flachfeuer.

Gewalthaufen
Ein Gewalthaufen ist eine Aufstellung, die im ausgehenden Mittelalter und zu Beginn der Fruehen Neuzeit von Fusssoldaten gebildet wurde. Es handelte sich um eine ungefaehr ebenso breite wie tiefe Ansammlung von Bewaffneten - also in etwa eine quadratische oder zumindest rechteckige Form. In den Gewalthaufen dominierten Nahkampfwaffen wie Piken, Speere, Hellebarden, Schwerter und dergleichen.

Gonfanon
Eine mittelalterliche Form eine Feldzeichens. Das Gonfanon (franz.) war ein rechteckiges, gelegentlich auch quadtratisches Tuch, das in zwei odermehr (bis zu fuenf) Zungen auslief. Es wurde wie eine moderne Fahne getragen oder aehnelte einer Standarte, bestand also aus einer langen vertikalen Tragestange und einer weit oben angebrachten, kuerzeren Querstange, an der die Fahne senkrecht herabhing. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde es vom Banner abgeloest, da dieses der aufkommenden Heraldik bessere Moeglichkeiten bot.

Gruppe
Die Gruppe ist der kleinste Truppenkoerper. Er umfasst nur wenige Soldaten (im Regelfall fuenf bis zehn Soldaten) und wird im Regelfall von einem Unteroffiziers- oder Mannschaftsdienstgrad gefuehrt.

Hagel
Mit Hagel bezeichnete man im Mittelalter und der Fruehen Neuzeit das Verschiessen von kleinen Metallkugeln, Steinen, Metallstuecken, Scherben und dergleichen durch Kanonen anstelle von massiven Projektilen. Dieses Verfahren ergab dann Sinn, wenn sich viele nur schwach oder gar ungepanzerte Ziele den eigenen Geschuetzen naeherten.

Harnisch
Waffenkundlich bezeichnet ein Harnisch lediglich die Gesamtheit der direkt am Koerper getragenen Ruestungsteile (waffenkundlich: Schutzwaffen). Ê“ber Form und Material sagt der Begriff nichts aus. Das bedeutet, dass ein Harnisch bspw. aus Leder, Metall, Knochen, Horn oder beliebigen anderen Materialien bestehen kann. Er kann einzelne Partien des Koerpers, ganze Teile oder den gesamten Koerper bedecken.

Hauptmann
Im ausgehenden Mittelalter und in der beginnenden Fruehen Neuzeit wurde mit Hauptmann der oberste Fuehrer eines Verbundes von Soeldnern bezeichnet. Dieser Verbund konnte eine beliebige Groesse haben. Es handelte sich also um eine relativ unbestimmte Bezeichnung.

Hopliten
Bezeichnung fuer die griechische schwere Infanterie, die in der Antike die Hauptlast der Kaempfe zwischen den Poleis trug. Die Hopliten kaempften in der Phalanx.

Hornwerk
Hornwerk wurde ein bestimmter Funktionsteil im fruehneuzeitlichen Festungsbau genannt. Es handelte sich um vorgeschobene Teile, die besonders gefaehrdete Teile einer Festung sichern sollten.

Hurenweibel
Funktionsposten in einem Landsknechtsverband. Der Hurenweibel trug die Verantwortung fuer den gesamten Tross, der einen Landsknechtsverband begleitete, besonders bzgl. Marschordnung, Lageraufbau und Arbeitseinsatz. Da diese Aufgabe sowohl kompliziert als auch sehr wichtig war, wurde diese Funktion sehr gut bestallt. Ein Hurenweibel erhielt ein Vielfaches des Standardsoldes, teils bis hin zur Einkommensentsprechung eines Hauptmanns.

Husaren
Husaren sind eine Form der leichten Kavallerie, oftmals werden sie sogar als "die" klassische leichten Kavallerie schlechthin betrachtet. Inspiriert von leichter Reiterei Osteuropas, stellten verschiedene Staaten Mittel- und Westeuropas ab dem 18. Jahrhundert eigene Husarentruppen auf, die deren Kampfweise imitieren sollten.

Infanterie
Von ital. fanti (Buben). Die Infanterie ist eine der drei klassischen Truppengattungen, neben Artillerie und Kavallerie. Mit Infanterie werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle zu Fuss kaempfenden Personen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im militaerhistorischen Fachgebrauch jedoch unzureichend.

Infanterie
Von ital. fanti (Buben). Die Infanterie ist eine der drei klassischen Truppengattungen, neben Artillerie und Kavallerie. Mit Infanterie werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle zu Fuss kaempfenden Personen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im militaerhistorischen Fachgebrauch jedoch unzureichend.

Jaeger
Jaeger entstehen vereinzelt im 17. Jahrhundert, als echte Truppengattung im 18. Jahrhundert.

Kanone
Als Kanonen wurden seit dem 14. Jahrhundert vor allem Geschuetze bezeichnet, die ihre Ziele im direkten Beschuss bekaempfen. Geschuetze, die bogenfoermig schossen, wurden als Moerser bezeichnet. Geschuetze, die beides konnten, wurden als Haubitzen bezeichnet.

Karree
Von franzoesisch carré (Quadrat). Bezeichnet eine vorwiegend im 17. und 18. Jahrhundert praktizierte Verteidigungsformation der Infanterie. Die Gefechtsformation bestand dabei aus vier Fronten, die ein geschlossenes Viereck ergaben und zur Abwehr von Angriffen der Kavallerie gebildet wurde. Die Front eines Karrees bestand dabei aus Zweierreihen, wobei die erste Reihe in der Hocke schoss und sich mit dem Bajonett verteidigte. Der Innenraum blieb weitgehend frei, in ihm hielten sich die Offiziere und Unteroffiziere auf und gaben ihre Befehle.

Kartaetsche
Bezeichnet seit der Fruehen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert eine Munitionssorte fuer Kanonen. Diese Munitionssorte bestand aus vielen kleinen Metallkugeln, die eine Patrone verpackt wurden, die beim Abfeuern zerfiel. Dadurch verliessen die Metallkugeln wie eine Wolke das Kanonenrohr. Es handelte sich also um eine Art Schrot fuer Kanonen. Es wurde auf kurze Distanz gegen Menschen und Pferde eingesetzt.

Kaskett
Ein Hutkreuz, also eine eiserene Konstruktion, die in das Innere von Hueten eingearbeitet wurde, um ihnen helmaehnliche Eigenschaften zu verleihen. Im 17. und 18. Jahrhundert im Gebrauch.

Kavallerie
Die Kavallerie ist eine der drei klassischen Truppengattungen, neben Artillerie und Infanterie. Mit Kavallerie werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle zu Pferde kaempfenden Personen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im militaerhistorischen Fachgebrauch jedoch unzureichend.

Kavallerie
Die Kavallerie ist eine der drei klassischen Truppengattungen, neben Artillerie und Infanterie. Mit Kavallerie werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle zu Pferde kaempfenden Personen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im militaerhistorischen Fachgebrauch jedoch unzureichend.

Knechtische Ruestung
Im Gegensatz zu den immer geschlossener, massiver und schwerer werdenden Ruestungen der Panzerreiter des Mittelalters, wurden die Ruestungen zu Beginn der Fruehen Neuzeit wieder leichter und reduzierter. Grund hierfuer war eine Mischung aus pragmatischen und oekonomischen Aspekten: Eine immer massiver werdende Ruestung behindert den Traeger irgendwann viel zu stark als, dass er noch sinnvoll kaempfen koennte, ausserdem steigt der Preis immer weiter. Gleichzeitig nimmt aus physikalischen Gruenden die Schutzwirkung kaum noch zu.

Kohaesion
Bezeichnet ein Erklaerungsmodell fuer den inneren moralischen und sozialen Zusammenhalt einer kaempfenden Einheit, ihre inneren Bindungen.

Kompanie
Von lat. cum panis (mit Brot, Brotgemeinschaft). Taktische Grundeinheit, seit dem 16. Jahrhundert gebraeuchlich.

Konskription
Konskription bezeichnet das Verpflichten von Personen zum Militaerdienst.

Krebs
Eine Bezeichnung fuer Ruestungen, die aus mehreren, zur groesseren Flexibilitaet ineinander verschiebbaren Metallplatten bestehen. Je nachdem, wie herum diese Platten zueinander angeordnet waren, war ein Krebs "aufwaertsgeschoben" oder "abwaertsgeschoben".

Kuerassier
Fruehneuzeitliche und neuzeitliche Bezeichnung fuer speziellen Kaempfertypus der schweren Kavallerie. Der Begriff fuehrt deshalb oft zu Verwirrungen, weil er im Gegensatz zu anderen Typenbezeichnungen wie z.B. Dragoner durch die Jahrhunderte nicht immer einen gleichen, sondern sehr verschiedene Kaempfertypen bezeichnete.

Kuvertuere
Bezeichnung fuer eine Schmuckdecke, die im Hoch- und Spaetmittelalter aus aesthethischen Gruenden ueber den ab 1100 aufkommenden Rosspanzer gelegt wurde.

Landsknecht
Sammelbegriff fuer oberdeutsche Soeldner, die im von ca. 1480 bis in das 17. Jahrhundert hinein in ganze Europa im Einsatz waren. Landsknechte kaempften zu Fuss und in so genannten Gewalthaufen.

Lanzierer
Der Begriff Lanzierer bezeichnet einen Typus schweren Kavalleristen, der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des Dreissigjaehrigen Krieges in Mitteleuropa auftrat. Es handelte sich hierbei um (nicht uebermaessig stark) gepanzerte Lanzenreiter, welche die taktische Funktion der vollgeharnischten Panzerreiter uebernahmen. Sie wurden indirekt abgeloest durch die Kuerassiere.

Lineartaktik
Bezeichnet eine im Europa des ausgehenden 17. Jahrhunderts entstehende und im 18. Jahrhundert dominierende Methode, Schlachten zu fuehren.

Linieninfanterie
Urspruenglich die Masse der Soldaten, welche die Schlachten der Lineartaktik fuehrten.

Mine
Vom Stollen fuer eine unterirdisch gelagerten Sprengladung (siehe Minenkrieg) uebertrug sich der Begriff Mine im 20. Jahrhundert auf unter der Erde liegende oder unter der Wasseroberflaeche versteckte Sprengkoerper.

Minenkrieg
Bezeichnet eine Kriegfuehrung, bei der unterirdische Stollen in Richtung der gegnerischen Befestigungen getrieben werden, um dann entweder aus diesen an die Oberflaeche hervorzubrechen oder die Stollen mit Sprengstoff zu fuellen und zur Detonation zu bringen.

Mineure
Spezialisten fuer den Minenkrieg.

Musterung
Bezichnet den Prozess der koerperlichen und geistigen Pruefung von Bewerbern fuer den Kriegsdienst. Der Begriff der Musterung ist seit dem Soeldnertum des ausgehenden Mittelalters in Gebrauch.

Oberoffizier
Im immer komplexer werdenden fruehneuzeitlichen Militaer bildeten sich rasch verschiedene Funktionen heraus, die vertikal gegliedert wurden. So entstand eine Rangfordnung. Inhaber einer solchen Funktion (von officium, Amt) waren Offiziere (von officiarus, Amtsverwalter). Sie teilten sich in Oberoffiziere und Unteroffiziere.

Offizier
Im immer komplexer werdenden fruehneuzeitlichen Militaer bildeten sich rasch verschiedene Funktionen heraus, die vertikal gegliedert wurden. So entstand eine Rangordnung. Inhaber einer solchen Funktion (von officium, Amt) waren Offiziere (von officiarus, Amtsverwalter). Sie teilten sich in Oberoffiziere und Unteroffiziere.

Panzergrenadiere
Bezeichnet Soldaten, die mit Schuetzenpanzern ins Gefecht fahren und dann je nach Situation entweder aus diesen heraus kaempfen oder von den Fahrzeugen absitzen und zu Fuss kaempfen.

Panzerreiter
Praezisere Bezeichnung fuer die schwere, gepanzerte Reiterei.

Pikenier
Ein mit einem langen Spiess bewaffenter Fusskaempfer. Die Bezeichnung Pikenier fuer diesen Kaempfertypus kommt im 16. Jahrhundert in Europa auf (vom franz. piquer = stechen). Er ist im engeren Sinne an diese Epoche gebunden, wird gelegentlich aber auch fuer die griechischen Hopliten und makedonischen Phalangiten (pezhetairoi) des Altertums benutzt.

Plaenkeln
Bezeichnet das versuchte Stoeren, Entnerven und Verwirren einer gegnerischen Formation auf einem Schlachtfeld.

Platine
Ein von Hammerwerken geliefertes, grob vorgeformtes Stueck Stahl, das relativ schnell in Gesenken zu einfachen Harnischen gehaemmert werden konnte. Wichtiger Schritt in der Entwicklung der Massenfertigung von Ruestungen wie den Krebsen im 16. Jahrhundert.

Platoon
Amerikanische Bezeichnung fuer einen Zug.

Plattenruestung
Eine Plattenruestung besteht aus staehlernen Panzerplatten, die direkt am Koerper getragen werden. Anfangs (zu Beginn des 14. Jahrhunderts) wurden Teile des Koerpers mit einzelnen Platten geschuetzt. Die Zahl der geschuetzten Koerperteile nahm immer weiter zu und im Verlaufe der Jahrzehnte entstanden immer geschlossenere Ruestungen, bis Mitte des 15. Jahrhunderts die fast den gesamten Koerper bedeckende Plattenruestung entstand.

Profoss
Aus dem Niederlaendischen (provost) stammend, bezeichnet dieser Begriff ein Amt bzw. dessen Inhaber innerhalb eines Landsknechtsverbandes. Der Profoss hatte die polizeiliche Gewalt inne, auch ueber die begleitenden Zivilisten des Trosses. Er hatte dazu auch ordnungsrechtliche Hoheiten und vergab Trossplaetze, Verkaufslizenzen, setzte Preise fest etc. Dieses Amt war ohnehin schon sehr eintraeglich, verleitete aber auch oft zu Korruption und Willkuer.

Raid
Historiographischer Sammelbegriff fuer militaerisches Vorgehen kleiner oder mittelgrosser Gruppen, das sich gegen die Infrastruktur des Gegners richtet.

Rangierung
Begriff aus der ausgehenden Fruehen Neuzeit. Er bezeichnet innerhalb der Lineartaktik sowohl die physische Aufstellung einer Einheit als auch den Prozess des Erreichens dieser Aufstellung.

Redaktion
Eine Ê“bersicht aller beteiligten Redakteurinnen und Redakteure der Lernwerkstatt Geschichte Wiki nach Alphabet des Nachnamens:

Regiment
Von lat. regimentum (Herrschaft). Urspruenglich (ab dem 15. Jahrhundert) nur die Bezeichnung fuer eine beliebig grosse Truppe unter der Befehlsgewalt eines Soeldnerfuehrers, daher auch die Wortwahl. Es war also zuerst ein reiner Verwaltungsbegriff.

Reislaeufer
Im engeren Sinne Bezeichnug fuer fruehneuzeitliche Soeldner aus dem Gebiet der Schweiz.

Rosspanzer
Bezeichnet im Mittelalter die Panzerung, die einem Pferd angelegt wird.

Schwadron
Von lat. exquadra und ital. squadrone (viereckiger Haufen). Bezeichnet hauptsaechlich im 19. Jahrhundert die kleinste administrative und taktische Einheit der Kavallerie. Vergleichbar mit der Kompanie der Infanterie und der Batterie der Artillerie. Synonym verwendet mit Eskadron.

Soeldner
Sammelbezeichnung fuer Personen, die Kriegsdienst primaer aus monetaeren Beweggruenden leisten und dazu einen privatwirtschaftlichen Vertrag mit einem Auftraggeber abschliessen. Der Gegententwurf ist der Soldat, der eine Dienstpflicht eingeht, die ueber das rein wirtschaftliche Verhaeltnis hinausweist.

Sold
Der Beriff Sold, und mit ihm alle anhaengigen Begriffe wie Soeldner, Soldat etc., leitet sich ab vom lateinischen Begriff solidus, der eine Goldmuenze des Roemischen Reiches bezeichnet. Da diese Muenze bis ins Hochmittelalter hinein in Europa in Gebrauch blieb, wurde ihr Name zum Synonym fuer Geldzahlungen allgemein.

Steilfeuer
Steilfeuer bezeichnet Schiessen in einer deutlich gebogenen Flugbahn. Dies ermoeglicht es, ueber Hindernisse hinweg zu schiessen. Im deutschen Sprachraum nutzt man in der Artillerie in diesem Zusammenhang oft das Verb "werfen" statt "schiessen".

Traube
Bei Kanonen, die von vorne geladen werden, findet sich am Ende des Rohres ein manchmal aufwaendig gestaltetet Abschlussstueck aus Metall. Im folgenden Bild mit "A" gekennzeichnet.

Turnei
Ab dem spaeten 11. Jahrhundert aufkommendes Kampfspiel mit vielen Teilnehmern und (zumeist) scharfen Waffen. Diese Kampfspiele wurden ausdruecklich als Kriegsvorbereitung betrachtet, und sie dienten vor allem dazu, Gefechtsbewegungen von Verbaenden und deren Zusammenspiel im Kampf zu trainieren. Schwer Verletzte und Tote waren die Regel.

Unteroffizier
Im immer komplexer werdenden fruehneuzeitlichen Militaer bildeten sich rasch verschiedene Funktionen heraus, die vertikal gegliedert wurden. So entstand eine Rangfordnung. Inhaber einer solchen Funktion (von officium, Amt) waren Offiziere (von officiarus, Amtsverwalter). Sie teilten sich in Oberoffiziere und Unteroffiziere.

Verpissen
Ein Begriff aus der mittelalterlichen Artillerie. Er bezeichnet das moeglichst gasdichte Abschliessen eines Geschuetzes durch das Einpassen (=verpassen, mhd. verpissen) von Holzkeilen in das Rohr. Dies war vor bei den Steingeschossen mit ihrer sehr unregelmaessigen Oberflaeche noetig. Daran schloss sich das Verschoppen an.

Verschoppen
Ein Begriff aus der mittelalterlichen Artillerie. Er bezeichnet das moeglichst gasdichte Abschliessen eines Geschuetzrohres durch das Hineinstopfen von weichen Materialen wie Werg oder nassem Stoff in evtl. freigebliebenen Raeume zwischen Geschoss und Rohrinnenseite. Waehrend grosse Luecken durch Holzkeile verschlossen wurden (das sog. "verpissen"), wurden kleinere Hohlraeume verschoppt.

Wehrpflicht
Bezeichnet das Verpflichten von Personen zum Militaerdienst eines Staates.

Yatagan
Eine im 19. Jahrhundert aufkommende Unterform des Bajonetts. Es zeichnete sich durch eine S-foermige Schwingung aus. Der Name leitet sich von einem nahoestlichen Schwerttyp ab, der eine aehnliche Form aufwies.

Zug
Ein Zug ist ein Truppenkoerper von ca. 40-60 Soldaten. Er wird im Regelfall von einem Unteroffizier oder einem Offizier gefuehrt. Drei bis vier Zuege bilden eine Kompanie.