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Route-Industriekultur
Kategorie: Geschichte und Ethnologie > 400 Kilometer langer Rundkurs durchs Ruhrgebiet
Datum & Land: 04/05/2011, DE
Wörter: 177


Abbau
1. Bergmännische Tätigkeit zur planmäßigen Hereingewinnung von Rohstoffen. 2. Bezeichnung für den Teil des Grubengebäudes, in dem der Rohstoff gewonnen wird.

Abladetiefe
der einem bestimmten Beladungszustand entsprechende Tiefgang eines Schiffes in Ruhelage

Abstiegsbauwerk
Sammelbegriff für Wasserbauwerke, die das Überwinden von Höhendifferenzen an Kanälen und Flüssen ermöglichen. Die wichtigsten modernen Bauformen sind Schleusen und Schiffshebewerke

Abteufen
Niederbringen eines Schachtes

Akanthusfries
Fries aus stehenden Akanthusblättern

Akroter
bekrönendes Element an Spitzen und Ecken von Gesimsen

Aktivkohle
Kohle, die durch Spezialbehandlung ein fein verteiltes Porensystem mit hoher innerer Oberfläche erhält. Aufgrund der damit verbundenen Erhöhung des Absorbtionsvermögens wird Aktivkohle insbesondere zur Reinigung von Gasen eingesetzt.

Allegorie
figürliche Verkörperung einer Eigenschaft oder Tätigkeit

Altan
unterbauter Austritt der oberen Geschosse

Alter Mann
Bergmännische Bezeichnung für den Lagerstättenteil oder den Grubenbau, der nach der Gewinnung des Rohstoffes verbleibt.

Anfahren
sich zur Arbeitsstätte unter Tage begeben

Annex
größerer Anbau

Anschlussbergwerk
Anschluss neuer Grubenfelder an ein produzierendes Bergwerk. Das Anschlussbergwerk erhält eigene Seilfahrteinrichtungen, Materialförderung, Wetterführung und Energieverteilung. Die Kohleförderung und die Aufbereitung verbleiben am alten Standort.

Anthrazit
Steinkohlensorte mit einem Anteil unter 10% an flüchtigen Bestandteilen

Arbeitsbeschaffungsprogramm
staatliche Maßnahmen gegen Ende der Weimarer Republik, mit den Brüning'schen Notverordnungen eingeführt, um die Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen

Ardeygebirge
Das Ardeygebirge liegt nördlich der Ruhr zwischen Witten und Schwerte. Es bildet den westlichen Ausläufer des Haarstrangs, eines Höhenzuges mit Erhebungen bis zu 390 m, der Westfalen von West nach Ost durchzieht

Arkade
Bogenstellung auf Stützen

Armierter Beton
Beton mit Eiseneinlagen; Stahlbeton

Aufbereitung
Mechanische oder chemische Behandlung bergbaulicher Rohstoffe zu einem marktfähigen Produkt. Im Steinkohlenbergbau erfolgt die Aufbereitung der Rohkohle u. a. durch Nutzung der Schwerkraft bei unterschiedlicher Dichte der zu trennenden Bestandteile.

Auffahren
Herstellung von Hohlräumen unter Tage.

Aufschließen
Herstellung eines Zugangs zur Lagerstätte

Ausbau
Stützelemente zum Offenhalten bergmännischer Hohlräume.

Aussolung
Heraufspülen des Salzes mit Wasser aus einer Lagerstätte

Ballastkohle
Bezeichnung für eine Kohle, die einen Anteil an nichtbrennbaren Bestandteilen (Wasser und Aschegehalt) von 20% und mehr enthält. Sie wird überwiegend in der Kraftwirtschaft und Zementindustrie eingesetzt.

Balustrade
Geländer aus Balustern (profilierten Stützen)

Barbara
Heilige Schutzheilige der Bergleute. Barbaratag ist der 4. Dezember.

Beamter
Frühere Bezeichnung der Angestellten im Bergbau

Bebunkerung
Versorgung eines Schiffes mit Treib- und Betriebsstoffen sowie Lebensmitteln durch eine landgebundene Bunkerstation oder ein Bunkerboot

Belvedere
Dachterrasse oder pavillonartiger, verglaster Dachaufbau als Aussichtspunkt ("Schöne Aussicht")

Berechtsame
Nutzungsrecht an Grubenfeldern (Bergwerkseigentum).

Berge
Felsgestein, das beim Tunnelvertrieb und Kohlenabbau anfällt

Bergehalde
Aufschüttung von Bergen. Bergehalden werden als Landschaftsbauwerke gestaltet.

Bergschaden
Beeinflussung der Tagesoberfläche durch Absenkung, Schiefstellung, Zerrung oder Pressung infolge bergbaulicher Tätigkeit.

Bergsenkung
Senkungen entstanden, weil Stollen oder Abbaubereiche, die nicht weiter genutzt wurden, nicht etwa verfüllt wurden, sondern als Hohlräume verblieben, bis sie in sich zusammenfielen

Bewetterung
Versorgung der Grube mit frischer Luft

Bockwindmühle
Der gesamte Mühlenaufbau mit Haus, Flügeln und Mahlwerk ruht bei der Bockwindmühle auf einem hölzernen Gerüst, dem Bock. Leichte Holzbauweise ist Voraussetzung, um den Aufbau beim Mahlen mit Hilfe des Sterzes, eines langen Balkens, gegen den Wind drehen zu können.

Bootsdavit
kleines schwenk- oder kippbares Hebezeug zum Einsetzen von Booten mittels Flaschenzug oder Winde

Braunkohle
Kohle, die schwächer inkohlt ist als Steinkohle. Der Heizwert deutscher Braunkohle, liegt zwischen 6490 und 13000 kJ/kg.

Brikett
In Form gepresste Feinkohle, die vorwiegend in Kleinfeuerungsanlagen verwendet wird.

Bruchbau
Planmäßiges Zubruchgehen der Dachschichten in Folge eines Abbaus ohne Verfüllung.

Buhne
Wasserbauwerk zur Flussregulierung; engt durch Steinaufschüttungen quer im Fluss das Flussbett ein, wodurch der Wasserstand in der Fahrrinne steigt

Bunkern
Vorrat aufnehmen oder halten

Coil
(englisch für Spule) oder Bund ist die Bezeichnung für ein aufgewickeltes Metallband, meistens Bandstahlrollen, aber auch für Stahldraht als Rohprodukt. Es ist eine häufige Form zum Transportieren von Breitflacherzeugnissen aus Metallen und Legierungen zwischen Herstellern und der verarbeitenden Industrie (z. B. Automobilindustrie). Die im Walzwerk hergestellten Coils können ein Gewicht bis 40 t erreichen. Abhängig vom Bestellmaß können aus einem Coil durch Längsteilen schmalere Bänder, sogenannte Ringe oder Spaltbänder, oder durch Querteilen Fein- und Mittelbleche hergestellt werden. Hochproduktive Umformanlagen verarbeiten unzerteilte Bänder, um Zeit für die Handhabung einzelner Bleche zu sparen.

Dachreiter
auf das Dach aufgesetzter kleiner Turm

Deckgebirge
Dem Grundgebirge auflagernde jüngere Gesteinsschichten oft über nutzbaren Lagerstätten

Dreifachexpansions-Dampfmaschine
Dampfmaschine, bei der die abnehmende Dampfkraft zunächst im Hochdruck-, dann im Mitteldruck- und zuletzt im Niederdruckzylinder ausgenutzt wurde, um einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen

Drubbel
Kleine, sehr lockere Gruppensiedlung von wenigen Höfen

Esskohle
Steinkohlensorte mit einem Anteil von14 bis 19% an flüchtigen Bestandteilen, wird als Hausbrand und in Kraftwerken verwendet

Fahren
Jede Fortbewegung von Menschen unter Tage (Befahrung, Grubenfahrt, Seilfahrt), z.B. auch zu Fuß.

Fahrkunst
Vorrichtung zur Fortbewegung der Bergleute in Schächten; durch die Seilfahrt mit dem Förderkorb abgelöst

Fettkohle
Steinkohlensorte mit einem Anteil von 19 bis 28% an flüchtigen Bestandteilen wird als Kokskohle verwendet

Flammkohle
Kohlesorte mit einem Anteil über 40% an flüchtigen Bestandteilen, wird in Kraftwerken und als Beimischung zur Kokskohle in Kokereien verwendet

Flöz
Kohleschicht; die Stärke wird als Mächtigkeit bezeichnet

Fossile Energieträger
Begriff für Kohle, Erdgas und Erdöl

Gasflammkohle
Kohlesorte mit einem Anteil von 35 bis 40% an flüchtigen Bestandteilen

Gaskohle
Kohlesorte mit einem Anteil 28 bis 35% an flüchtigen Bestandteilen

Gaube
stehendes Dachfenster

Gefrierschachtabteufen
Dem wasserführenden Gestein wird Wärme entzogen, so dass ein Frostkörper entsteht; in ihm wird der Schacht wie im standfesten Gebirge abgeteuft

Gefäßförderung
Schachtförderung, bei der die Kohle in Gefäße (Skips) gestürzt und mit diesen zu Tage gezogen wird

Geologische Störungen
Veränderungen des ursprünglichen Zusammenhangs eines Gesteinsverbandes durch tektonische Kräfte

Gesims
Horizontales, aus der Wand vorspringendes Bauglied, das die Außenwand eines Gebäudes in mehrere Abschnitte teilt oder sie nach oben abschließt

Gestellförderung
Die vollen Förderwagen werden auf Förderkörbe geschoben und zu Tage gezogen

Gewerkschaft
Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der einen Zusammenschluss, einen Interessenverband, von Arbeiterinnen und Angestellten einer Branche so bezeichnet, ist im hier der Zusammenschluss von mehreren Werken, also Unternehmensbereichen, zu einem Konzern gemeint.

GHH
Gutehoffnungshütte in Oberhausen

Grafschaft
Mark Ehem. Grafschaft in Westfalen. 1160 spaltete sich von den Grafen von Berg eine Linie im westlichen Sauerland ab, welche sich nach der Burg an der Lenne Grafen von Altena nannten. Seit 1202 wurde die Burg Mark bei Hamm namengebend. Die Grafen von der Mark schufen aus verschiedenen Bestandteilen und in Auseinandersetzung mit dem Erzstift Köln ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet von Lippe und Emscher bis zum Ebbegebirge, wobei sich das 1226 gegründete Hamm allmählich zur Residenz entwickelte. 1368 kam es durch Heirat zur Vereinigung mit der Grafschaft Kleve, seit 1461 wurden die beiden Grafschaften gemeinsam verwaltet. Im Jülich-Klever Erbfolgestreit fiel die Mark 1614 an Brandenburg-Preußen. Nach der Napoleonischen Zeit zog Preußen 1815 die Mark in die Provinz Westfalen ein.

Grubenbau
/ -gebäude Untertägiger Hohlraum/ Gesamtheit der Grubenbaue

Grubenfeld
An der Tagesoberfläche begrenzte Fläche unterhalb der ein Bergbauberechtigter Abbau betreiben darf.

Grubengas
Im Steinkohlengebirge auftretendes Gas, das zum überwiegenden Teil aus Methan (95%) und Kohlendioxid (< 5%) besteht und bei der Gewinnung von Steinkohle zwangsläufig freigesetzt wird.

Grubenwasser
Zufließendes Wasser im Grubengebäude, das ständig reguliert und abgepumpt wird. Das unter Tage zulaufende Wasser ist kein Grundwasser, sondern Tiefenwasser.

Grut
Würzmittel bei der Bierherstellung aus Kräutern, Harzen und bis heute unbekannten Zutaten, das erst durch die Verwendung des Hopfens seit dem 15. Jahrhundert verdrängt wurde

Halle
großer Eingangsraum eines Hauses, ursprünglich Hauptraum

Hammerwerk
Über Fremdenergie, z.B. Wasserkraft, angetriebenes System von Fallhämmern, die z.B. der Zerkleinerung von Erz dienen

Hangendes
Bergmännische Bezeichnung für die über dem Flöz liegenden Gebirgsschichten.

Hauer
Bergmännische Fachkraft

Hellweg
Der Hellweg ist eine aus vor-römisch-germanischer Zeit stammende Wegeverbindung vom Rhein bei Ruhrort über Essen, Dortmund, Soest nach Paderborn. Karl der Große baute den Hellweg in den Sachsenkriegen durch Königshöfe und Burgen zur Heerstraße aus. Im Mittelalter war der Hellweg eine wichtige Handelsstraße von den Hansestädten Duisburg und Dortmund nach Osten. Der Hellweg verläuft auf der nördlichen Stufenfläche des Ardeys und des Haarstrangs. Über weite Strecken wird diese Trasse heute noch von der B i und der A 40 benutzt. Der Begriff Hellweg war im Mittelalter für große Landstraßen gebräuchlich. Der Name kommt von "hell" was hier soviel wie Lichtung bedeutet.

Herrenzimmer
Wohn-, Arbeits- und Empfangszimmer des Hausherren

Historismus
Der Historismus stellte im 19. Jh. den Versuch dar, die geistigen und sittlichen Vorstellungen vergangener Epochen architektonisch bei den neuen Bauaufgaben (Museen, Denkmäler, Bahnhöfe etc.) einfließen zu lassen. Wichtige Stilströmungen sind u.a. die Neugotik, Neorenaissance und Neobarock.

ionisch
antike Säulenordung mit gerillten Schäften und flachen Volutenkapitellen

Jahrhundertvertrag
Umgangssprachliche Bezeichnung für die im Jahr 1980 abgeschlossene Rahmenvereinbarung zwischen dem deutschen Steinkohlenbergbau und der öffentlichen und industriellen Kraftwirtschaft über die Lieferung und den Bezug deutscher Steinkohle für die Erzeugung von Elektrizität und Fernwärme in Kraftwerken. Der Jahrhundertvertrag hatte eine Laufzeit von 15 Jahren (1981-1995)

Jugendstil
Der Jugendstil ist eine Stilrichtung in Kunst und Architektur, die im letzten Jahrzehnt des 19 Jh. einsetzte und bis etwa 1914 andauerte. Der Name geht auf die Zeitschrift "Jugend" zurück. Außerhalb Deutschlands waren die Bezeichnungen art nouveau, modern style oder stile florale am gebräuchlichsten. Der Jugendstil brach mit den Nachahmungen historischer Stile und führte eine Wende im Kunsthandwerk, der Wohnraumgestaltung und der Architektur herbei. Er bereitete die geistigen Grundlagen für die Kunst des 20. Jh. wichtiger als die neuartige Ornamentik, vorwiegend mit Pflanzenmotiven, waren die Bestrebungen einer stoff- und zweckgerechten Formgebung.

Kappenwindmühle
Auch Turmwindmühle oder holländische Mühle genannt. Das Windmühlengebäude ist im Gegensatz zur Bockwindmühle fest gemauert. Nur die Dachkappe mit den hölzernen Flügeln wird mit Hilfe des Sterzes (siehe Bockwindmühle) zum Mahlen in den Wind gedreht.

Karbon
Erdgeschichtliches Zeitalter, in dem die Kohle entstanden ist

Kaue
Umkleide- und Waschraum der Bergleute

Kohle
ist ein schwarzes oder bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein, das durch Carbonisierung von Pflanzenresten (Inkohlung) entstand und zu mehr als 50 Prozent des Gewichtes und mehr als 70 Prozent des Volumens aus Kohlenstoff besteht. Die Steinkohle wird auch "Schwarzes Gold" genannt. Kohle ist ein Energieträger und wird vom Menschen als fossiler Brennstoff verwendet

Kohlenhobel
Gerät der maschinellen Kohlengewinnung (schälende Methode)

Koks
Hochwertiger Brennstoff aus Kohle, dem durch Verkokung alle Nebenstoffe entzogen wurden, so dass Kohlenstoff übrig bleibt

Kolonialwaren
Älterer Ausdruck für Importwaren aus Übersee, ursprünglich aus den Kolonien. Gemeint sind in erster Linie Kaffee, Kakao und Tee, Gewürze, Rohrzucker usw.

Kolonnade
Stützenreihe mit abschließendem Gebälk

Kolossalordnung
mindestens zwei Geschosse umfassende Säulenfassade

Konsumverein
/Konsumgenossenschaft Verein zum gemeinschaftlichen Einkauf von Lebens- und Wirtschaftsbedürfnissen mit dem Ziel, die Bedingungen für die Beschaffung der Alltagsgüter zu verbessern. Die seit 1900 im Ruhrgebiet verstärkt gegründeten Konsumvereine boten ihren Mitgliedern Waren in Konsumanstalten zu günstigen Konditionen an, sie verarbeiteten auch zum Teil Rohstoffe in Großbäckereien, Metzgereien usw. selbst.

Korbbogen
breiter, gedrückter Bogen

korinthisch
Säulenordnung mit gerillten Schäften und hohen, blattbesetzten Kapitellen

Korn
Gemeinsprachlich für Getreide, auch Bezeichnung für Kornbranntwein. Kornbranntwein ist ein Branntwein aus Getreidedestillat. Wird nur eine Getreideart verwendet, darf diese angegeben werden (z.B."Weizenkorn").

Lagerstätte
Ablagerung von Steinkohle oder anderen minoralischen Rohstoffen im Gestein

Laubwerk
meist aus gedrehten Zweigen mit Laub bestehendes Ornament

Leinpfad
Weg längs der Wasserwege, von dem aus die Schiffe getreidelt (von Pferden oder Menschen mit der Leine gezogen) wurden.

Liegendes
Bergmännische Bezeichnung für die unterhalb eines Flözes vorhandenen Gebirgsschichten.

Lisene
flache Wandvorlage

Loggia
gewölbter Bogengang oder Halle an der Front eines Gebäudes; auch offener Einschnitt in der Fassade

Louis-seize-Dekor
Französische Stilepoche seit 1760 benannt nach König Ludwig XVI