Kopie von `Gender + Bildung`

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Gender + Bildung
Kategorie: Bildung > geschlechtssensible Bildung
Datum & Land: 09/03/2011, DE
Wörter: 51


affirmative action
Spezielle Maßnahmen, die darauf abzielen, Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Herkunft, Religion, Behinderung, usw. zu verhindern bzw. auszugleichen - mit dem Ziel der Verwirklichung von >Chancengleichheit. Dazu zählt z.B. die >Quotenregelung. Im Deutschen wird häufig der negativ besetzte Begriff >Positive Diskriminierung gen...

Arbeitseinteilung
(geschlechtsspezifische) Die Aufteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit im privaten und im öffentlichen Bereich nach Geschlechtszugehörigkeit. Ein klassisches Beispiel geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung: Die so genannte Reproduktionsarbeit (Haus-, Familien- und Betreuungsarbeit) leisten überwiegend Frauen, unabhängig davon, ob sie berufstätig sind oder nicht.

BO
Berufsorientierung

bottom up
"von unten nach oben" Veränderungsprozesse, die nicht von Führungsebene/Vorstand initiiert werden, sondern von Mitarbeiter/innen - der "Basis" - "nach oben" getragen werden. Gegenteil: >top down

Bubenarbeit
Anstelle der herkömmlichen Männerstereotype will geschlechtssensible Bubenarbeit Buben ein positives Selbstbild vermitteln. Aufgebaut wird auf Ressourcen und Fähigkeiten der Buben, nicht auf den Problemen, "die sie machen". Durch geschlechtssensible Bubenarbeit sollen die Handlungs- und Wahrnehmungsspielräume von männlichen Jugendlichen erweitert w...

Chancengleichheit
bedeutet gleiche Rechte, Zugangschancen zu Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheitsversorgung, etc. sowie Vertretung, Anerkennung und Achtung für alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung, Weltanschauung, Religion und ethnischer Herkunft. 2007 ist das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle

Change Agent
Change Agents sind Expertinnen bzw. Experten, die professionelle Unterstützung bei der Durchführung und Umsetzung von Neuerungen und Veränderungen in unterschiedlichen Bereichen bieten sowie diese Prozesse initiieren. verwandter Begriff: >Multiplikator/in

Diversity Management
dt. etwa "Vielfaltsmanagement" Dieses Konzept aus den USA sieht Vielfalt als Nutzen für eine Organisation und die einzelnen Mitarbeiter/innen. Unterschiede in Hinblick auf Geschlecht, Alter, ethnischen Hintergrund, Behinderung, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung werden nicht als Problem, sondern als Ressource betrachtet.

Feminismus
Der Begriff tauchte erstmals Ende des 19.Jahrhunderts auf. Seither gab/gibt es unterschiedliche Strömungen innerhalb des Feminismus. Die verschiedenen feministischen Strömungen haben unterschiedliche theoretische Ansätze bzw. Herangehensweisen. Kleinster gemeinsamer Nenner ist das Bestreben, gegen Unterdrückung, Marginalisierung, Diskriminierung un...

Frauenbewegung
Der Beginn der Frauenbewegung ist eng verknüpft mit der Bürgerlichen Gesellschaft - im Vorfeld und rund um die Französische Revolution wurde die Stellung der Frau Thema. Im Vordergrund der Anliegen der "Ersten Frauenbewegung" stand der Kampf für gleiche Rechte - das Recht auf Bildung, (Erwerbs-)Arbeit und v.a. das Wahlrecht. Die "Zweite Frauenbeweg...

Frauenförderung
Instrument zur aktiven Herstellung von >Gleichstellung bzw. >Chancengleichheit von Frauen und Männern. Frauenförderung kann einerseits quantitativ über >Quotenregelungen oder qualitativ, z.B. durch Mentoring-Initiativen und >Netzwerke erfolgen. Frauenförderung und >Gender Mainstreaming sind sich ergänzende Strategien. GM richtet den Blick auf gesch...

Gender
englische Bezeichnung für das >soziale Geschlecht (im Gegensatz zum biologischen Geschlecht †žsex†œ). Gender umfasst die unterschiedlichen Rollen, Normen und Verhaltensweisen, die Frauen und Männern in unserer Gesellschaft zugewiesen werden. Sie sind †“ im Gegensatz zum biologischen Geschlecht †“ erlernt und nicht angeboren, damit auch veränderbar.

Gender Gap
...wird v.a. in Zusammenhang mit den Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern verwendet (vgl. Gender Wage Gap, Gender pay gap); Allgemeiner versteht man darunter den statistisch erhobenen Unterschied zwischen Frauen und Männern in Hinblick auf Beteiligung am Erwerbsleben, Bildungswesen, Politik, Unterschiede in Lebenserwartung, usw. siehe dazu...

Gender Mainstreaming
GM bedeutet, die geschlechtsspezifischen Realitäten in allen Tätigkeiten und Vorhaben von vornherein zu beachten, damit die Bedürfnisse beider Geschlechter gleichermaßen zum Zug kommen. Gender Mainstreaming zielt auf Chancengleichheit und >Gleichstellung der Geschlechter. Es erfordert die Berücksichtigung von Gender Aspekten auch im Bereich der Bil...

Gender Sensitivity
"Gender Bewusstsein" vgl. >Genderkompetenz

Gender Studies
dt. Frauen- und Geschlechterforschung; wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht und ihren Auswirkungen in den unterschiedlichsten Fachbereichen; zumeist interdisziplinär;

Genderbeauftragte(/r)
wird oft (fälschlicherweise) als Synonym von Gender Mainstreaming-Beauftragte/r verwendet. Letztere haben (zumeist) die Aufgabe, >Gender Mainstreaming in ihrer jeweiligen Institution/ Organisation/ Region... zu verankern. Die Aufgabe von Genderbeauftragten dagegen hat nicht zwingend etwas mit der >top down-Strategie >GM zu tun, vielmehr geht es dar...

Genderkompetenz
ist das Wissen um die Auswirkungen der >geschlechtsspezifischen Sozialisation auf Verhalten und Einstellungen von Frauen und Männern und die Fähigkeit, so damit umzugehen, dass im jeweiligen Kontext (privat, schulisch,...) beiden Geschlechtern neue und vielfältige Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden. Zu Genderkompetenz gehört w...

gendern
(gegendert) umgangssprachlich für "geschlechtssensibel", "etwas geschlechtssensibel gestalten". In Zusammenhang mit Personen: >Genderkompetenz In Zusammenhang mit Schriftstücken/Sprache: >geschlechtergerechte Sprache

Gendertraining
Sensibilisierungsworkshops zur Reflexion der eigenen >Geschlechterrollen und -bilder. Vermittlung von >Genderkompetenz.

Geschlechtergerechte Sprache
...ist mehr als das große "I". Sprache strukturiert unser Denken. Nicht mitgesagt bedeutet oft auch nicht mitgemeint. Geschlechtergerechte Sprache macht Männer UND Frauen in gleichwertiger und symmetrischer Weise sichtbar und trägt damit zur Bewusstseinsbildung bei Sprechenden, Lesenden und Zuhörenden - und damit langfristig zum Abbau von Diskrimin...

Geschlechtergerechtigkeit
Geschlechtergerechtigkeit

Geschlechterrollen
Begriff aus der soziologischen Rollentheorie. Bezeichnet wird damit die Summe der von einem Individuum erwarteten Verhaltensweisen als Frau bzw. als Mann und damit ein überindividuelles, relativ stabiles und insofern vorhersagbares geschlechtsspezifisches Verhaltensmuster. Geschlechterrollen sind nicht naturgegeben, sondern gesellschaftlich und kul...

geschlechtshomogen
Es kann in Zusammenhang mit speziellen Themen oder Situationen sinnvoll sein, den Unterricht nach Geschlechtern getrennt durchzuführen. Unterricht in geschlechtshomogenen Gruppen kann zu einer Erweiterung des Verhaltens- und Interessens-spektrums von Mädchen und Burschen beitragen. siehe auch: >Reflexive Koedukation

Geschlechtsidentität
meint das Selbstbild in Bezug auf die Geschlechtszugehörigkeit. Die Geschlechtsidentität ist kein abgeschlossenes "Produkt", sondern ein Prozess, der im frühen Kindesalter beginnt.

Geschlechtssensible Berufsorientierung
†žBerufsorientierung†œ meint in diesem Zusammenhang die begleitende Betreuung und/oder Beeinflussung beim Finden und Wählen von Berufs- und Ausbildungswegen †“ dies kann sowohl schulische Maßnahmen umfassen als auch Interventionen durch andere, für die Berufswahl zentrale, Instanzen. Geschlechtssensible Berufsorientierung zielt ähnlich wie >geschlecht...

Geschlechtssensible Pädagogik
...zielt darauf ab, die Handlungsspielräume der Mädchen und Buben (auch für ihr künftiges Leben als Erwachsene) zu erweitern. Als Teil der alltäglichen Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern drückt sie eine persönliche Haltung aus, die davon ausgeht, dass alles menschliche Handeln, Denken und Tun geschlechtsspezifisch geprägt...

Geschlechtsspezifische Sozialisation
Kinder machen ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt, abhängig vom ihnen zugeordneten biologischen Geschlecht, unterschiedliche Erfahrungen: Mädchen und Buben werden unterschiedlich wahrgenommen, mit ihnen wird unterschiedlich kommuniziert und die Handlungsspielräume, die ihnen eröffnet werden, sind unterschiedlich (z.B. in punkto Spielzeug). Mädchen und Bu...

Gleichbehandlung
Der Grundsatz der Gleichbehandlung aufgrund des Geschlechts bedeutet, dass niemand bevorzugt oder benachteiligt werden darf, nur weil er/sie eine Frau bzw. ein Mann ist. Bundesgleichbehandlungsgesetz Juristische Gleichbehandlung ist aber nicht gleichzusetzen mit faktischer Gleichbehandlung. Frauen und Männer haben in unserer Gesellschaft vielfach u...

Gleichstellung
In Hinblick auf >Gleichbehandlung darf nicht allein das biologische Geschlecht zum Vergleich herangezogen werden, es muss auch berücksichtigt werden, dass sozial oder kulturell geformte >Geschlechterrollen bestimmte Bilder und Erwartungen hervorrufen, die im Ergebnis zu Benachteiligungen führen. Gleichstellung ist daher die Zieldefinition für die S...

Hegemonie
Vorherrschaft

Her-Story
"Geschichte der Frauen" Die Vergangenheit, aus der Perspektive der Frauen betrachtet. Leistungen und Erfahrungen von Frauen (welche in der traditionellen - männlich geprägten - Geschichtsschreibung vielfach untergegangen sind) werden in den Mittelpunkt gerückt.

Intersexuell
Eher selten, doch öfter als bisher angenommen, wird ein Kind geboren, das nicht dem einen oder anderen Geschlecht zugeordnet werden kann, da seine inneren und äusseren Geschlechtsmerkmale gegensätzlich sind. Äusserlich weibliche Individuen beispielsweise sind genetisch männlich (XY-Chromosomen), anstelle von Eileitern und Gebärmutter sind Hoden vor...

managing gender
Kompetenter Umgang mit >Gender im Organisationskontext. Voraussetzung: >Genderkompetenz

Men's Studies
siehe: >Männerforschung

Multiplikatorin/Multiplikator
MultiplikatorInnen sind Menschen, die Wissen iwS "multiplizieren" = verbreiten, indem sie Informationen und erworbene Kenntnisse an andere Menschen weitergeben. Im Schulbereich sind das z.B. Lehrerinnen und Lehrer, die bspw. in Fortbildungsveranstaltungen erworbenes Know-how in der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern praktisch umgesetzt an diese w...

Netzwerk
genauer: soziales Netzwerk Ein Netzwerk ist ein Beziehungsgeflecht, das Menschen mit anderen Menschen und/oder Institutionen sowie Institutionen untereinander verbindet. Netzwerke sind zumeist lose organisiert und basieren auf Interaktionen und gegenseitiger Unterstützung der Mitglieder. Diese kann in unterschiedlicher Form erfolgen, z.b. finanziel...

Patriarchale Dividende
Damit ist der Vorteil zu verstehen, den Männern in einer patriarchalen Gesellschaft aufgrund ihres biologischen Geschlechts erhalten.

Positive Diskriminierung
siehe >affirmative action

Positive Maßnahmen
siehe >affirmative action

Queer
Der Begriff Queer etablierte sich in den USA als Bezeichnung eines politischen Aktivismus und einer Denkrichtung, den Queer-Theorien bzw. Queer-Studies. [...]. Schwerpunkt sowohl theoretischer Ansätze wie auch queerer Praxen ist [im deutschsprachigen Raum, Anm. P.B.] bislang die Auseinandersetzung mit den Kategorien Sex, Gender und Begehren. [...] ...

Quotenregelung
Quotenregelung

Reflexive Koedukation
†žKoedukation beschränkt sich nicht auf gleichzeitiges Unterrichten von Schülerinnen und Schülern. Vielmehr ist eine bewusste Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Bildern und Vorurteilen zu führen. Es ist wesentlich, die Lerninhalte und Unterrichtsmethoden so auszuwählen, dass sie beide Geschlechter gleichermaßen ansprechen. Der Unterricht...

Sexismus
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts einer Person. Zu Sexismus zählen sowohl abwertende und verletzende sprachliche Äußerungen als auch institutionalisierte Diskriminierung und Unterdrückung.

Soziales Geschlecht
siehe "Gender"

top down
"von oben nach unten" Die oberste Führungsebene (z.B. Direktor/in) beginnt zunächst mit der Umsetzung von Veränderungsprozessen, die darunter liegenden Hierarchiestufen(z.B. Abteilungsvorstände, Lehrer/innen) kommen danach hinzu. >Gender Mainstreaming ist bspw. eine top down-Strategie. Gegenteil: >bottom up

Transgender
So werden Personen oder Handlungen bezeichnet, die von der sozialen Geschlechtsrolle oder Geschlechtsmerkmalen abweichen.

Transsexuell
Personen, die ihr biologisches Geschlecht in ein anderes transformieren (lassen).

Unterrichtsprinzip
Seit dem Jahr 1995 ist das Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" in österreichischen Lehrplänen verankert. Alle Informationen des BMUKK dazu finden Sie hier. Unterrichtsprinzipien haben "Appell-Funktion". Lehrerinnen und Lehrer sollen die formulierten Erziehungsziele in den Unterricht einfließen lassen - ihre Umse...

Vernetzung
Aufbau und Pflege von Kontakten zu anderen Personen/Organisationen. Innerhalb dieses Beziehungsgeflechts können Informationen rascher weitergeleitet, Krisensituationen vermieden oder besser bewältigt und Anliegen/Ziele gemeinsam erfolgreich verwirklicht werden. siehe auch: >Netzwerk

weiblich
(/Weiblichkeit) Was wir als weiblich oder "unweiblich" empfinden, beruht auf Vorstellungen von >Geschlechterrollen, die wir im Laufe unserer >geschlechtsspezifischen Sozialisation übernehmen. D.h.: es gibt nicht "die Weiblichkeit", die Vorstellungen darüber was "weiblich" ist, haben sich nicht nur historisch gewandelt, sondern sind auch kulturell bzw. kontextabhän...