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Regiogeld
Kategorie: Wirtschaft und Finanzen
Datum & Land: 06/03/2011, DE
Wörter: 98


Altersgenossenschaften
Altersgenossenschaften (auch Seniorengenossenschaften) sind eine Sektoralwährung und stellen im Prinzip eine Sonderform der Tauschringe dar. Sie unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Zielsetzung: Tauschringe beabsichtigen einen möglichst regen Umlauf der Verrechnungseinheiten, d.h. kein Horten von Guthaben. Dieses Prinzip wird bei Seniorengenossenschaften umgedreht. In aktiven Zeiten bringen sich die Mitglieder der Seniorengenossenschaften als Leistungsträger ein und sparen Zeitpunkte für den Bedarfsfall (Krankheit oder benötigte Hilfe im Alter) an. Die Zeitpunkte der Seniorengenossenschaften stellen somit eine Zeit-Rente dar.

Antihortungsgebühr
Eine zeitgebundene Gebühr auf eine im Umlauf befindliche Währung. Die Gebühr funktioniert wie ein negativer Zinssatz und soll das Horten einer Währung verhindern. Ersparnisse können dann nur in anderer Form angelegt werden und nicht durch die Anhäufung des Tauschmittels. Silvio Gesell entwickelte die Theorie, dass Geld ein öffentliches Angebot sei (wie z. B. öffentliche Verkehrsmittel), daher sei dafür auch eine Gebühr gerechtfertigt. John Maynard Keynes und Irving Fisher untermauerten Gesells Ansatz, der zuletzt in den "Stempelwährungen" der 30er Jahre in die Tat umgesetzt wurde.

Arbeit
Arbeit im Sinne der Volkswirtschaftslehre ist neben "Kapital" und "Boden" einer der drei Produktionsfaktoren. Beim Produktionsfaktor †žArbeit†œ handelt es sich um die geistigen und körperlichen Anstrengungen des Menschen.

Banjar
(auf Bali) Auf Bali besteht seit über 1000 Jahren ein soziales, ökonomisches und kulturelles Netzwerk. Die wichtigste Organisationsstruktur ist die "Banjar" (= Nachbarschaft) zur Regelung ziviler Aspekte innerhalb der Gemeinschaft. Sie wurde bereits 914 erstmals schriftlich erwähnt. Alle Banjar sind auf lokaler Ebene basisdemokratisch und dezentral organisiert. Jeden Monat finden in den Dörfern und Städten öffentliche Ratsversammlungen statt, in denen über laufende und neue Projekte beraten wird. Für die finanziellen Planungen stehen prinzipiell zwei komplementäre Budgets zur Verfügung: zum einen die indonesische Rupiah, das gesetzliche Zahlungsmittel des Archipels, zum anderen die "nayahan banjar" (= Arbeit für das Gemeinwohl), eine "Zeitwährung" deren Recheneinheiten durch Dienstleistungen gebildet werden. Die Geld- und Zeiteinheiten werden für jede Familie festgelegt. Der Zeitwert, den jeder für gemeinschaftliche Projekte aufbringen muss, wird sogar höher angesehen als Bargeld, da die gegenseitige Hilfe den Zusammenhalt besser fördert. Dementsprechend führen Verweigerungen ab einem bestimmten Ausmaß zur Ächtung durch die Gemeinschaft.

Bank
Banken sind Dienstleistungsunternehmen, die Geld verleihen (Kredit) und entgegennehmen, die Barzahlungen und bargeldlose Zahlungen ausführen, Wertpapiere verwahren und Geld ihrer Kunden verwalten. Sie werden dabei gesetzlich streng reguliert.

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
(BIZ) Private Organisation mit Sitz in Basel. Derzeit besitzen 31 Länder Aktien der BIZ und zählen damit zu den Mitgliedern der BIZ. Geleitet wird sie vom Verwaltungsrat, dem die elf wichtigsten Zentralbanken der Welt angehören. Ursprünglich sollte die Bank als Treuhänder bei internationalen Zahlungsgeschäften wirken, hat sich aber zu einem Forum für die Präsidenten der Zentralbank und einer Forschungsstelle für alle Angelegenheiten des Weltwährungssystems entwickelt.

Banknoten
Scheine, auf denen ein bestimmter Betrag aufgedruckt ist. In der Euro-Währung gibt es Banknoten für 5, 10 ,20, 50, 100, 200 und 500 Euro. Banknoten sind ein neben dem Hartgeld umlaufendes, mit währungsgesetzlicher Kraft versehenes Zahlungsmittel, das nur von privilegierten Staatsbanken (Banknotenmonopol) in Verkehr gebracht werden darf. Das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten ist mit der Europäischen Währungsunion von der Deutschen Bundesbank auf die Europäische Zentralbank übergegangen.

Bankrecht
(Aspekte) Die rechtliche Zulässigkeit von Regionalwährungen in Deutschland ist nicht abschließend geklärt. Einerseits verfügen Europäische Zentralbank und Deutsche Bundesbank laut Art.106 Abs. 1 EG-Vertrag über ein Geldmonopol. Andererseits gestattet die rechtlich geschützte Vertragsfreiheit, dass Vertragspartner die Charakteristika ihrer Vereinbarung frei bestimmen können. Somit kann Regiogeld keinesfalls gesetzliches Zahlungsmittel werden. Allerdings kann, beispielsweise durch Gründung eines entsprechenden Vereins, die Ausgabe einer Regionalwährung auf eine privatrechtliche Basis gestellt werden.

Bargeld
Unter Bargeld (englisch cash) versteht man Zentralbankgeld mit gesetzlichem Abnahmezwang. Gemeinsam mit den Sichteinlagen SE bildet es die reale Geldmenge M, kurz M = BG + SE.

Bargeldlose Verrechnung
Bargeldlose Verrechnungen betreffen Zahlungen in der Form von Buchgeld zwischen Konten, bei denen kein Bargeld bewegt wird. Das Konto des Auftraggebers wird mit dem Zahlungsbetrag belastet, der Empfänger erhält eine entsprechende Gutschrift auf seinem Konto.

Barter
Bartersysteme nennt man den direkten Austausch (Tauschhandel) von Gütern und Dienstleistungen ohne Zuhilfenahme eines wie auch immer gearteten Tauschmittels oder einer Währung.

Bethel-Geld
Der Bethel-Euro (vor der Euro-Umstellung Bethel-Mark) ist eine Komplementärwährung in den von Bodelschinghschen Anstalten in Bethel, einem Ortsteil von Bielefeld. Sie berechtigt Bewohner und Mitarbeiter zum Einkauf in Geschäften Bethels. 1908 ins Leben gerufen ist der Bethel-Euro vermutlich die älteste noch existierende Komplementärwährung Deutschlands.

Bildungswährung
Bei Bildungswährungen handelt es sich um Sektoralwährungen zur Finanzierung von Bildungssystemen, aber auch zu einer Unterstützung bestimmter Bildungsziele, die mit herkömmlichen Finanzierungsmodellen im Bildungssystem nicht zu erzielen sind.

Bonussysteme
Das lateinische Adjektiv bonus bedeutet gut. Ein Bonus wirkt als Zurechnung von Punkten, Geld oder anderen Quantitäten. Betriebswirtschaft stellt ein Bonus eine nachträgliche Vergütungen an Groß- und Dauerabnehmer in Form von Rabatten dar. Bonussysteme sind eine Form der Kundenbindung.

Bretton Woods
kleiner Ort im US-Bundesstaat New Hampshire, in dem 1944 das Abkommen von Bretton Woods geschlossen wurde. Bei den Verhandlungen waren Großbritannien und die Vereinigten Staaten federführend. Das System, auf das man sich schließlich einigte, wurde auch als "Dollar-Gold-Äquivalent-Standard" bezeichnet, weil der amerikanische Dollar den Rang einer offiziellen Weltreservewährung erhielt. Dafür mussten die Vereinigten Staaten die Goldkonvertibilität des Dollars zu einem festgelegten Kurs von 35 Dollar pro Feinunze Gold garantieren und auf Verlangen der anderen Zentralbanken Dollar in Gold umtauschen. Im August 1971 brach Nixon einseitig dieses Abkommen und schloss das †žgoldene Fenster", als Frankreich und Großbritannien eine entsprechende Einlösung forderten. Damit begann die Zeit der †žfloatenden Wechselkurse", in der sich der Wert jeder Währung und des Goldes am freien Markt orientierte.

Bruttoinlandsprodukt
Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem bestimmten Zeitraum von In- und Ausländern einer Volkswirtschaft hergestellt bzw. erbracht wurden. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) dient zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Staates. Es entspricht der Summe aller Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die in der Berichtsperiode im Inland entstanden sind, zuzüglich der Abschreibungen und der (um die Subventionen verminderten) Produktions- und Importabgaben, sowie abzüglich des Saldo der Primäreinkommen. Nach der sog. Verwendungsrechnung ergibt sich das BIP als Summe der Konsumausgaben, der Investitionsausgaben, der Ausgaben des Staates für Güterkäufe sowie der Exporterlöse abzüglich der Importausgaben. Weltweit hatten 2003 die Volkswirtschaften der USA, Japans und Deutschlands das größte BIP erzielt.

Bruttonationaleinkommen
Wert aller Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft produziert bzw. erbracht werden. Größter Bestandteil des Bruttonationaleinkommens ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Summe aller innerhalb eines Jahres von den ständigen Bewohnern eines Staates erbrachten volkswirtschaftlichen Leistungen im Inland. Im Gegensatz zum Inlandskonzept des Bruttoinlandsproduktes wird also nicht der Ort betrachtet, an dem die Leistung erbracht wurde, sondern die Person, die sie erbrachte (Inländerkonzept). Der Unterschied zwischen BSP und BIP liegt im Außenhandel.

Bruttosozialprodukt
1999 wurde die Bezeichnung "Bruttosozialprodukt" (BSP) im Zuge der Einführung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen für Zwecke der amtlichen Statistik durch den Begriff "Bruttonationaleinkommen" ersetzt.

Careholder Value
Der Careholder Value bezeichnet eine Trendwende vom auf schnelle Gewinne ausgerichteten Shareholder Value, der zu einer langen Reihe verheerender Finanzkrisen geführt hat, zu einem sozial orientierten betriebswirtschaftlichen Handeln. Mit dem Careholder Value sollen die Verantwortlichen aller Unternehmen sich ihrer Verantwortung auch für das Gemeinwohl bewusst werden. Die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen, die zur Gleichheit und Stabilität beitragen, stehen im Vordergrund. Die †žSorgfaltspflicht†œ soll beim Careholder Value alle Bereiche der Wirtschaft durchdringen.

Clearinghouse
Ein †žClearinghouse†œ kann einzelne komplementäre Währungssysteme wie Tauschringe oder Pflegesysteme über eine internetbasierte Verrechnungsstelle miteinander verbinden. Am einfachsten lässt sich ein Clearinghouse als ein Tauschring für Tauschringe beschreiben. Während Tauschsysteme einzelne Akteure untereinander vernetzen, vernetzt ein Clearinghouse einzelne Währungssysteme miteinander. Im Clearinghouse werden die Bedingungen für Austausch und Interaktion festgelegt, und so lassen sich nicht nur lokale, sondern auch regionale komplementäre Währungen miteinander verknüpfen, ja sogar auf internationaler Ebene herstellen.

Curitiba
(Brasilien) Das rapide Bevölkerungswachstum in den brasilianischen Großstädten hatte auch in Curitiba zur Bildung der landestypischen Elendsviertel (Favelas) geführt. Ein großes Problem der Millionenstadt war bis Mitte der 1970er Jahre der Müll, da die Straßen für die städtische Abfuhr zu eng und unbefahrbar waren. Die Ausbreitung zahlreicher Krankheiten wurde untragbar.

Der Geldschöpfungsprozess
Banken erhalten von ihren Kunden Einlagen, zum Beispiel in Form von Einzahlungen auf Sparbücher. Da der Sparer hierfür eine Verzinsung erwartet, sind die Banken wiederum daran interessiert, mit Hilfe der empfangenen Einlagen selbst Zinsen zu erwirtschaften. Dies gelingt ihnen, indem sie Kredite vergeben. Da diese Kredite für Käufe verwendet werden, erscheinen sie früher oder später in Form von Einzahlungen auf ein Bankkonto wieder als Spareinlage bei einer Bank. Damit verfügt diese erneut über Geld, um weitere Kredite vergeben zu können. Es bildet sich also eine Spirale von empfangenen Einlagen und vergebenen Krediten heraus, die sich rein theoretisch unbegrenzt weiterdrehen könnte. Eine natürliche Begrenzung dieser Spirale ergibt sich allerdings bereits dadurch, dass Banken in der Lage sein müssen, ihren Kunden Geld auszahlen zu können, wenn diese das wünschen. Folglich müssen sie eine Liquiditätsreserve halten, können also mit anderen Worten die Einlagen nicht in voller Höhe wieder als Kredit auszahlen.

Einführungsprozess
Es gibt drei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten zur Einführung einer Regionalwährung:

Einkommen
Unter Einkommen versteht man die Mittel, die einer Person in einem bestimmten Zeitraum für selbstständige oder nicht selbstständige Arbeitstätigkeit zufließen.

Energiewährung
Energiewährungen sind Währungen, deren Verrechnungseinheit auf einen bestimmten kWh-Betrag lautet. Es können sowohl Sektoralwährungen sein, mit denen Energiegewinnungsanlagen zur Nutzung Regenerativer Energie finanziert werden, als auch spezielle Warenreservewährungen, bei denen die Währungsdeckung in Form von kWh erfolgt. Die Idee dabei ist, Energie als neutralen Standard zur Absicherung einer Währung zu benutzen, da der langfristige Preis eines jeden Produktes abhängig ist von der Menge der Leistungen von Menschen und Tieren sowie der erneuerbaren und fossilen Energien, die in die Herstellung von Produkten einfließen.

Europa der Regionen
Bezeichnung für ein politisches Konzept, das die Regionen in den EU-Mitgliedsländern fördern und in ihrer regionalen Eigenständigkeit unterstützen soll. Im Rahmen dieses Konzepts gibt es eine Vielzahl europäischer Aktivitäten und Programme, welche

Fiat-Money
fiat money (= »Es werde Geld«)Eine Währung, die von einer zentralen Autorität "aus dem Nichts" geschaffen wird, meist vom Staat geschaffenes Papiergeld ohne Deckung durch Metallgeld. Alle Landeswährungen sind Fiat-Money.

Fungibilität
ist ein Begriff aus der Finanzwissenschaft. Mit der Fungibilität einer Kapitalanlage wird umschrieben, wie leicht man eine Form der Investition in eine andere umwandeln kann.

Fureai Kippu
Bei den Fureai-Kippu-Systemen handelt es sich um japanische Pflegewährungen, mit denen versucht werden soll Lücken in der Wohlfahrt zu füllen. Pflege, Kindererziehung usw., die in der Familie selbst nicht mehr geleistet werden kann, soll mit Hilfe von Zeitdepots erfüllt werden, wobei man die eigene Zeitgutschrift auch auf hilfebedürftige Familienmitglieder übertragen kann, wenn man sie selber nicht benötigt.

Geld
Synonym für Währung.

Geldabfluss
Für »periphere« Regionen - und dazu gehören in Zukunft die meisten, die sich nicht in Niedrigstlohnländern befinden -sind der Abfluss von Kapital, die Verlagerung von Firmen und der Verlust von Arbeitsplätzen der Beginn einer Abwärtsspirale, die sie mit herkömmlichen Mitteln nicht aufzuhalten in der Lage sind.

Geldfunktionen
Folgt man den klassischen Theorien, dann sind die drei wichtigsten Funktionen von Geld die folgenden:

Geldknappheit
Alle Landeswährungen erhalten ihren Wert nur durch ihre im Verhältnis zu ihrem Nutzen stehende knappe Menge. Für unsere Zwecke liegt der Gegensatz nicht im Überfluss, sondern in einer ausreichend vorhandenen Menge. So steht Geld in einem wechselseitigen Kreditsystem immer in ausreichendem Maße zur Verfügung (da die Beteiligten das Geld im Moment der Transaktion durch ein Haben bzw. Soll auf ihrem Konto schaffen).

Geldschöpfung
Als Geldschöpfung bezeichnet man den Prozess der Schaffung von Geld durch Kreditbeziehungen innerhalb des Bankensystems beziehungsweise zwischen Banken und sogenannten Nicht-Banken, das sind Unternehmen und Privatpersonen. Die nominale Geldmenge unterliegt dadurch nur zu einem geringen Teil dem unmittelbaren Einfluss der Zentralbank. Da diese allerdings an einer Kontrolle des Geldumlaufs interessiert ist, da zwischen Geldmenge und Inflation langfristig eine stabile Beziehung besteht, sucht sie auf die Geldschöpfung Einfluss zu nehmen.

Geldwertstabilität
Bleibt der Wert des Geldes stabil, bedeutet dies, dass die Gütermenge, die man mit einer bestimmten Menge inländischen Geldes kaufen kann, über die Zeit konstant bleibt. Kann umgekehrt mit einer Einheit inländischer Währung im Zeitablauf immer weniger gekauft werden, so sinkt der Wert des Geldes, es kommt zu einem Verlust der Kaufkraft. Die Sicherung der Geldwertstabilität ist die wichtigste Aufgabe der Notenbank.

Gemeinnützige Vereine
Der Begriff Verein (Rückbildung aus vereinen) bezeichnet eine Organisation, in der sich Personen zu einem bestimmten gemeinsamen, durch Satzungen festgelegten Tun, zur Pflege bestimmter gemeinsamer Interessen oder ähnlichem zusammengeschlossen haben.

Genossenschaftsbank
Genossenschaftsbanken sind in Deutschland in der Regel Kreditinstitute mit der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft. Die Ansätze der Genossenschaftsbanken gehen auf die Grundsätze der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung von Franz Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Diese beiden gründeten unabhängig voneinander die ersten Kreditgenossenschaften. Während Volksbanken vorwiegend in städtischen Bereichen entstanden, wurden in ländlichen Gebieten Raiffeisenbanken gegründet.

Giralgeld
Giralgeld oder Buchgeld ist ein Begriff im Rechnungs- bzw. Bankwesen für Geld, welches nicht als Bargeld (also in Form von Banknoten oder Münzen) vorliegt, sondern als jederzeit fälliges Guthaben auf einem Konto. Giralgeld umfasst die Gesamtheit aller täglich fälligen Guthaben bei Banken u. a. Kontostellen, die zum bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet werden. Es ist Bestandteil der in der Volkswirtschaft umlaufenden Geldmenge und bildet die entscheidende Grundlage der Geldschöpfung durch Banken.

Globalisierung
Unter Globalisierung versteht man den Prozess der zunehmenden weltweiten Vernetzung der nationalen Märkte und Gesellschaften auf Grund technischen Fortschritts in den Bereichen Information, Kommunikation, Transport und Verkehr sowie der zunehmenden Liberalisierung des Welthandels.

Graswurzelinitiativen
Als Graswurzelinitiativen bezeichnet man Bewegungen, die aus der politischen Basis heraus, also "von unten", entstehen. Graswurzelbewegungen können sowohl basisdemokratische wie auch anarchistische Strukturen aufweisen. Das Ziel von vielen Graswurzelinitiativen ist oft, gesellschaftliche Alternativen zum Bestehenden aufzubauen.

Gutscheinsystem
Gutscheine können als regionales Zahlungsmittel eingesetzt werden, wie etwa wie in Prien am Chiemsee, wo das so genannte Regiogeld unter der Bezeichnung †žChiemgauer†œ zirkuliert. Es sind also Regionalwährungen auf Papiergeldbasis. Die Gutscheine stellen dabei Dokumente dar, die einen Anspruch auf eine Leistung repräsentieren bzw. dokumentieren. Jeder Gutschein ist eine Urkunde. Gutscheine können rechtlich als Wertpapier oder als Beweisurkunde interpretiert werden.

Horten
Horten (Verb, abgeleitet von Hort), auch Hamstern genannt, bedeutet, Gegenstände oder Sachen wegen ihrer Kostbarkeit oder Knappheit zu sammeln und als Vorrat anzulegen. Heutzutage hat die Benutzung des Wortes horten meist einen leicht abwertenden Beigeschmack da, wenn jemand Dinge für eine unsichere Zukunft hortet und diese vielleicht von Anderen dringend benötigten Dinge nicht mehr zur Verfügung stehen.

Inflation
Bezeichnung für die anhaltende Zunahme des allgemeinen Preisniveaus und des damit verbundenen Rückgangs der Kaufkraft. Inflation entsteht dadurch, dass die Menge des vorhandenen Geldes stärker steigt als die Gütermenge. Somit ist dann für eine bestimmte gleich bleibende Sache immer mehr Geld aufzuwenden bzw. umgekehrt kann man mit einer Geldeinheit immer weniger dieser Sache kaufen. Es ist zwar mehr Geld da, man ist aber nicht wirklich reicher. Gemessen wird die Inflation durch einen periodischen Vergleich der Preise eines »Warenkorbes«, der typische Waren und Dienstleistungen enthält.

Inflationsrate
In Prozent ausgedrückte Veränderung des allgemeinen Preisniveaus.

Investition
Investitionen stellen die Geldsummen dar, die mit dem Ziel ausgegeben werden, die Produktionskapazität eines Unternehmens oder Projektes zu verbessern oder zu steigern. Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Investition das Gegenteil von Verbrauch. Investition im unternehmerischen Sinn bezeichnet die Anschaffung von Maschinen, die Einstellung neuer Mitarbeiter und alle weiteren Maßnahmen, die der Sicherung und Erhöhung des wirtschaftlichen Erfolges dienen.

Kapital
Das Wort †žKapital†œ stammt vom lateinischen Wort caput ab, was einfach »Kopf« bedeutet. Und das hieß schlichtweg †žStück Vieh†œ - wie bei Homer, im Texas des 21. Jahrhunderts oder bei den Watusi, wo man von einem reichen Mann etwa sagt: †žEr ist tausend Kopf schwer.†œ In der westlichen Welt wurde - vom alten Ägypten bis zum Europa des 18. Jahrhunderts - Wert vor allem in Land gemessen. Dazu zählten auch die Mittel zu seiner Bearbeitung (Bewässerungsanlagen, Plantagen usw.).

Kapitalmobilität
Die globale Kapitalmobilität, die die Welt in einen fast vollständig vernetzten Wirtschaftsraum verwandelt hat, findet eben nicht †žwertfrei†œ statt, sondern ist ein wesentlicher Grund für die Ungerechtigkeit in der Verteilung des Zugangs zu den Ressourcen dieser Welt. Dies hatte der erste Bericht des Club of Rome, der die gesamte Nachhaltigkeitsdebatte 1972 eröffnete, leider übersehen. Dennis L. Meadows betrachtete Geld als ein passives Buchhaltungssystem, welches den Aspekt Nachhaltigkeit weder im negativen noch im positiven Sinne beeinflussen würde. Ein neuerer Bericht des Club of Rome, der den Titel trägt: †žWie wir wirtschaften werden - Szenarien und Gestaltungsmöglichkeiten für zukunftsfähige Finanzmärkte†œ, identifiziert nun als eine wichtige Komponente des nachhaltigen Wirtschaftens die Einführung komplementärer lokaler und regionaler Währungen.

Kaufkraft
Die Kaufkraft gibt an, welche Gütermenge mit einer bestimmten Geldmenge erworben werden kann.

KMU
Abkürzung für klein- und mittelständische Unternehmen.

Knappheit
Knappheit ist das (zu) seltene Vorkommen bzw. in unzureichender Menge Vorhandensein angestrebter materieller oder ideeller Güter/Werte.

Komplementärwährung
Eine Komplementärwährung (frz. complément = Ergänzung) ist eine Währung, die den Charakter einer Komplementarität hat. Sie ist die Vereinbarung innerhalb einer Gemeinschaft, etwas zusätzlich neben dem offiziellen Geld als Tauschmittel zu akzeptieren. Diese zusätzliche Währung kann sowohl eine Ware, eine Dienstleistung oder eine geldäquivalente Gutschrift sein. Sie wird in dem Sinne als "Geld" aufgefasst, dass sie die ursprüngliche und eigentliche Funktion des Geldes als "Tauschmittel" erfüllt.

Konto
Als Girokonto bei einer Bank geführtes Verzeichnis zur Erfassung aller wertmäßigen Veränderungen, vor allem des Geldeingangs und -abgangs. Darüber hinaus werden aber auch bei Unternehmen oder beim Staat Veränderungen von Beständen bzw. Werten auf Konten erfasst. Neuerdings gewinnen so genannte Zeitkonten zunehmend an Bedeutung. Hier werden Überstunden gutgeschrieben, die dann als Freizeit aufgebraucht werden können.

Kooperationsring
Ein Kooperationsring beruht auf ein bargeldloses Verrechnungs- und Kreditsystem zum Austausch von Waren und Dienstleistungen, schwerpunktmäßig zwischen gewerblichen und professionellen Teilnehmern. Er soll die Liquidität von kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) erhöhen, aber auch den Bewohnern der Region eine Möglichkeit bieten, ihre Leistungen miteinander zu verrechnen.

Kredit
Die Überlassung von Geld oder Wertgegenständen mit der Verpflichtung diese oder Vergleichbares wieder zurückzugeben. Häufig wird für die Dauer der Überlassung vom Kreditnehmer eine Leistung, z. B. in Form von Zinsen verlangt.

Kredit
(wechselseitiger) Prozess der Geldschöpfung durch die gleichzeitige Entstehung von †žSoll†œ und †žHaben†œ bei den Beteiligten einer Transaktion. Zu den Beispielen von wechselseitigen Kreditsystemen zählen LETS, Time Dollar, Tlaloc und ROCS. Wenn Julia beispielsweise im Time-Dollar-System eine Stunde Arbeit für James leistet, ist ihr Konto mit einer Stunde im Haben, das von James mit einer Stunde im Soll. Die beiden haben die Time Dollars geschaffen, die für ihre Transaktion nötig sind, indem sie sich mit der Transaktion einverstanden erklärten. Der Hauptvorteil der wechselseitigen Kreditsysteme (Mutal Kredit) liegt in ihrer Fähigkeit zur Selbstregulierung, so dass die Währung immer in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

Kreditinstitut
Oberbegriff für Banken, Sparkassen, Girozentralen

Kundenbindung
Neben Maßnahmen die der Zufriedenheit des Kunden dienen, gibt es in den meisten Geschäftsformen Programme zur Kundenbindung. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, mithilfe derer sich Kunden in ihrem Konsumverhalten an ein Unternehmen binden sollen.

LETS
Abkürzung für Local Exchange Trading System (Lokales Tauschhandelssystem), die weltweit häufigste lokale Währung, organisiert nach dem wechselseitigen Kreditsystem.

Liquidität
Das gegenwärtige Geldsystem wirkt wie eine Pumpe, die das Kapital aus den Gebieten, in denen es verdient wird, absaugt und in Gegenden pumpt, in denen es die höchste Rendite erzielt. Deshalb wird eine Verkürzung des Geldkreislaufs, der sich nach den Erfordernissen der Region richtet, eminent wichtig. Nur dadurch erhält sich eine Region ihre eigene Liquidität. Das heißt: Soll die neue Währung an­ders als die heutige Währung, die in der Regel dem höchsten Profit dient, der Region dienen, so muss sie auf das betreffende Gebiet begrenzbar sein.

Mitgliedsbank
Eine Bank, die nach dem Grundsatz eines nachhaltig stabilen und nicht auf Wachstum angewiesenen Spar- und Kreditmodells arbeitet. Mitglieder erhalten zinslose Darlehen, die gleichzeitig mit einem Sparplan verbunden sind. Das Konzept einer regionalen Mitgliedsbank beruht weitgehend auf dem Modell und den Erfahrungen der schwedischen JAK-Mitgliedsbank, eine der wenigen kooperativen Banken der Welt, die statt Zinsen nur ihre Arbeit berechnen. Die JAK-Bank existiert bereits seit über vierzig Jahren.

Nachhaltigkeit
Der Begriff Nachhaltigkeit bezeichnet das Ziel nachhaltiger Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung ist somit der Prozess, welcher zu diesem Ziel führt. Mit einer nachhaltigen Entwicklung soll den Bedürfnissen der heutigen Generation entsprochen werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (Verkürzte Definition Brundtland-Bericht).

Nebengeld
Nebengeld (jur. Begriff) existiert neben der staatlichen (National-)währung bzw. neben dem gesetzlichen Zahlungsmittel (legal tender). Nebengeld darf nicht durch die Akzeptanz bei Dritten eine Geldfunktion aufweisen. Die Gesetze in der Bundesrepublik verbieten die Ausgabe von echtem Nebengeld in Papierform. Gutscheine hingegen sind erlaubt, solange sie nicht über Dritte umlaufen.

Notenbank
siehe Zentralbank

Nutzungsgebühr
Nutzungsgebühr (= Demurrage oder Zinsen)

Pflegewährung
Eine Zeitwährung für die Pflege alter und behinderter Menschen.

Regionalentwicklung
Bezeichnung für Konzepte und Maßnahmen, welche die wirtschaftliche Entwicklung einer Region unterstützen (Regionalmarketing). Der Begriff wird uneinheitlich verwendet und bezieht sich sowohl auf verschiedene inhaltliche Schwerpunkte als auch auf unterschiedliche räumliche Ebenen. Regionalentwicklung zielt auf den Ausgleich regionaler Disparitäten ab, um gleichwertige Lebensbedingungen in allen Regionen und eine nachhaltige Raumentwicklung zu gewährleisten, und erfordert die gezielte Koordination von Regionalplanung und Regionalpolitik.

Regionales Milieu
formelles oder informelles Netzwerk, das sich durch eine intensive, wirtschaftsförderliche regionale Interaktion und ein harmonisches Regionalbewusstsein der Akteure auszeichnet.

Regionalwährung
Regionalwährung (auch Regionalgeld) ist ein zwischen Verbrauchern, Anbietern, Vereinen und Kommunen demokratisch vereinbartes Medium, das innerhalb einer Region als Zahlungs-, Investions- und Schenkungsmittel verwendet wird und auf Grundlage eines global entwickelten Wertestandards mit anderen sozialen Institutionen auf horizontaler (z. B. andere Regiogelder) und vertikaler Ebene (andere wertschöpfungsfördernde Systeme in der Region) so assoziiert wird, dass sich der Lebensstandard in der Region auf Dauer positiv entwickeln soll.

Regionetzwerk
Das Regionetzwerk besteht aus unabhängigen Initiativen zur Einführung von Regionalwährungen.

Ressourcenverbrauch
Als Ressourcen werden im Allgemeinen die Mittel bezeichnet, die vorhanden sind, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Meist werden darunter Betriebsmittel, Geldmittel, Rohstoffe, Boden, Energie oder Personen verstanden. Der Ressourcenverbrauch bezeichnet das durch Verwendung hervorgerufene Abnehmen dieser Mittel.

Sektoralwährung
Eine Sektoralwährung ist eine Komplementärwährung, die in ihrer Anwendung auf einen Sektor begrenzt ist. Beispiele sind der Bildungswährungen wie der Saber in Brasilien oder der Fureai Kippu für das Gesundheitswesen in Japan.

Seniorengenossenschaften
siehe Altersgenossenschaften

Solidarfonds
Beim Solidarfonds geben sich verbundene Unternehmen untereinander Liquiditätshilfen oder stellen sich Risikokapital zur Verfügung, auf der Grundlage, dass sie in die eigenen Geschäftsverhältnisse einen besseren Einblick haben als die Banken. Ein Effekt in solchen Zusammenhängen ist auch, dass Zinsverzichte verhandelbar sind, anders als bei anonymen Geldanlagen.

Spareinlagen
Einlagen, die aus Ersparnissen der Kunden bestehen. Spareinlagen dienen im Allgemeinen nicht der Abwicklung des Zahlungsverkehrs und werden von den Kunden meist für eine unbefristete Zeit hinterlegt. Auf größere Spareinlagen kann nur unter Einhaltung einer bestimmten Kündigungsfrist zugegriffen werden. Spareinlagen sind durch Ausfertigung einer Urkunde als solche gekennzeichnet.

Sparen
Sparen bedeutet die Ansammlung von Vermögen durch Nichtkonsum von Teilen des Einkommens. Die gesparten finanziellen Mittel können wiederum für wirtschaftliche Aktivitäten (Investition) verwendet werden, indem Banken Geld, das z. B. auf einem Sparbuch zur Verfügung gestellt wurde, an Unternehmen weitergeben, damit diese Gewinne erwirtschaften.

Staatsverschuldung
Die Staatsverschuldung gibt wertmäßig über die Höhe der Schulden des Staates Auskunft. Übersteigen die Staatsausgaben die Einnahmen, so wird die Differenz meistens durch eine zusätzliche Staatsverschuldung ausgeglichen.

Steplending
Steplending besteht aus Unternehmensfinanzierungen, die mit sehr kleinen Krediten beginnen, mithilfe der Kleinstunternehmen schrittweise ihre Kreditfähigkeit mit der Bank erarbeiten können. Mit Steplending soll eine Vertrauensbasis geschaffen werden, die für die Finanzierungen größerer Kredite notwendig ist.

Steuerpflicht
Transaktionen in Regionalwährungen werden steuerlich wie Euro-Transaktionen behandelt. Sie müssen im vollen Umfang besteuert werden.

Subsidiarität
Subsidiarität ist eine politische und gesellschaftliche Maxime, die Entscheidungen auf die niedrigste mögliche Ebene verlagert wissen will. Subsidiarität meint eine Zuständigkeitsvermutung der kleineren Einheit gegenüber größeren, soweit die kleinere in der Lage ist, das Problem selbständig zu lösen. Gleichzeitig soll bei Problemen, die kleine Einheiten überfordern, die übergeordnete Ebene unterstützend (="subsidiär" in der urspr. lateinischen Wortbedeutung) tätig werden.

Tauschmittel
Unter einem Tausch- oder Zahlungsmittel versteht man etwas, das ein Käufer einem Verkäufer übergibt, um Waren oder Dienstleistungen zu erwerben. Das allgemein anerkannte Zahlungsmittel erfüllt die drei klassischen Geldfunktionen. Es ist Verrechnungseinheit, Tauschmittel und Wertaufbewahrungsmedium.

Tauschring
In Tauschringen (auch Tauschkreis, Tauschzirkel, Zeittauschbörse, Nachbarschafts-hilfeverein, LETS, Talentemarkt) werden vorrangig Dienstleistungen, gelegentlich auch Waren, ohne Einsatz von Geld zwischen den Teilnehmern getauscht. Verrechnungseinheit in Tauschringen ist meistens die Zeit (Zeitwährung).

Tauschwert
Der Tauschwert beschreibt die Geldsumme, die eine bestimmte Ware oder Dienstleistung auf dem Markt erzielt.

Tauschwirtschaft
Eine reine Tauschwirtschaft (Tauschhandel), die auch als Naturaltauschwirtschaft bezeichnet wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Ware oder eine Dienstleistung direkt gegen eine andere Ware oder Dienstleistung ohne die Verwendung einer Währung getauscht wird. Entscheidend ist dabei, dass Leistung und Gegenleistung in einem für die Tauschpartner angemessenen Verhältnis stehen.

Time Dollars
Ein wechselseitiges Kreditsystem mit der Währungseinheit von einer Arbeitsstunde. Time Dollars wurde von Edgar Kahn Mitte der 80er Jahre entwickelt. Die amerikanische Steuerbehörde erklärte Transaktionen in Time Dollars für steuerfrei.

Umlaufsicherung
Eine Umlaufsicherung wird damit erreicht, dass Bargeld nach einem bestimmten Zeitraum nach und nach an Wert verliert und der Inhaber das Geld in Umlauf halten muss, um dem Wertverfall zu entgehen. Wie bei einem Gutschein ist der Geldwert irgendwann komplett verfallen. Dies verursacht Kosten für den Geldinhaber. Jeder Besitzer umlaufgesicherten Geldes versucht darum, das Geld bald nach dessen Erhalt wieder loszuwerden, da es sonst ungültig wird. Dieses Verhalten sichert den Umlauf des Bargeldes und sorgt für eine Stabilisierung der Wirtschaftskreisläufe. Die optimale Geldmenge in Wirtschaftskreisläufen regelt sich automatisch, weil jeder nur soviel Bargeld halten wird, wie er in absehbarer Zeit ohne Wertverlust auszugeben gedenkt.

Verfallsdatum
Eine Extremform der Zeitwertwährung ist eine Währung mit feststehendem Verfallsdatum. Dies käme im Moment des Verfalls einem Steuersatz von 100 Prozent gleich.

Verrechnungsstelle
siehe Clearinghouse

Verrufgeld
Verrufgeld ist eine Form der Münzwährung des Mittelalters, bei der Münzen in bestimmten zeitlichen Abständen †žverrufen†œ wurden. Das bedeutete, dass die ausgegebene Währung in einem bestimmten Rhythmus eingezogen und durch eine neue ersetzt wurde (†žrenovatio monetae†œ). Dabei wurden beispielsweise für vier alte Pfennige nur drei neue ausgegeben, was de facto eine Steuer auf die Währung von 25 Prozent bedeutete. Dieser Vorgang füllte die Taschen derjenigen, die das örtliche Münzrecht innehatten (normalerweise der Grundherr, der Bischof oder das Kloster). Die begrenzt zeitliche Gültigkeit stellte einen wirksamen Anreiz zum Ausgeben des Geldes bzw. zur Sicherung des Geldumlaufs dar.

Wertschöpfung
Wertschöpfung ist das originäre Ziel produktiver Tätigkeit. Diese transformiert vorhandene Güter in Güter mit höherem Wert und damit - in einer Geldwirtschaft - in Güter höheren Geldwertes. Der geschaffene Mehrwert wird zu Einkommen.

Yang-Währung
Eine Yang-Währung wird hierarchisch gegründet. Sie fördert unter ihren Benutzern den Wettbewerb und das Sparen in Form von Geld. Zurzeit sind alle konventionellen nationalen Währungen als Yang-Währungen zu bezeichnen. In der Theorie der konventionellen/klassischen Ökonomie wird die Yang-Währung als die einzige Art von Geld betrachtet.

Yin-Währung
Eine Yin-Währung wird selbst von ihren Benutzern auf der Basis von Gleichheit kreiert. Sie fördert Kooperation und nicht das Sparen in Form von Geld, sondern andere Vermögensformen (z. B. Immobilien, Kunstwerke). Zurzeit kann man alle Formen von wechselseitigen Krediten Yin-Währungen nennen.

Zahlungsmittel
(gesetzliches) Eine Währung, die als gültiges Zahlungsmittel angenommen werden muss. Wenn A beispielsweise bei B Schulden hat und diese Schulden mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel bezahlen will, B diese Währung aber ablehnt, kann A die Schulden für nichtig erklären und erhält prinzipiell vor Gericht Recht. (Das ist vor allem bei Steuerzahlungen und anderen finanziellen Forderungen des Staates wichtig.)

Zahlungssystem
Vorgang und Infrastruktur, durch die der Transfer einer Währung von einer Person zur anderen durchgeführt wird.

Zeitwährung
Eine Zeitwährung ist eine Währung, deren Verrechnungseinheiten Zeiteinheiten entsprechen. Beispiele für Zeitwährungen sind z.B. die Pflegewährung Fureai Kippu oder auch Tauschringe, bei denen die Währungsdeckung durch Dienstleistungen gebildet wird.

Zentralbank
Die Bank, die offiziell für eine Landeswährung zuständig ist. Einige Zentralbanken (auch Notenbanken genannt) gehören Privatbanken (wie z. B. die amerikanische Federal Reserve Bank); andere befinden sich in Staatsbesitz (z. B. die Banque de France und die britische Zentralbank seit ihrer Verstaatlichung in den 50er Jahren), bei anderen sind die Besitzverhältnisse gemischt (z. B. die belgische Zentralbank). Alle Zentralbanken sind für den Binnenwert (d. h. die Inflationskontrolle) und den Außenwert ihrer Währung (d. h. den Wert der eigenen Währung im Verhältnis zu anderen Landeswährungen) verantwortlich. Für diese Aufgaben stehen ihnen verschiedene Mittel zur Verfügung, z. B. die Intervention (der Aufkauf oder Verkauf von Währungen auf dem internationalen Finanzmarkt), die Veränderung der Zinssätze oder die Festlegung der Reserven für Privatbanken. Im Prinzip geht es bei diesen Maßnahmen immer um eine Veränderung der Geldmenge, die von den Banken ausgegeben wird.

Zinsen
Zinsen stellen das zeitgebundene Einkommen für Geldverleiher bzw. die zeitgebundene Kosten für den Schuldner dar. Zinsen sind also der Preis für die Überlassung von Kapital bzw. Geld.

Zinslose Währungen
Der Großteil der Komplementärwährung sind zinslose Währungen, die ihren Besitzern keine Zinsen einbringen. Weder die Bonusmeilen-Unternehmen noch die Kreditgenossenschaften zahlen Zinsen.

Zinstragende Währungen
Zinstragende Währungen bieten die Möglichkeit, Menschen zum Sparen anzuregen, indem auf Einlagen Zinsen gezahlt werden. Konventionellen Währungssystemen, bei denen Geld durch Bankdarlehen geschaffen wird, sind solche zinstragenden Währungen. Der Zins steht dabei in direkt proportionalem Verhältnis zur Zeitspanne, über die man sein Geld verleiht.