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Museum Kunst Palast
Kategorie: Kunst, Musik und Kultur > Technisches Glossar Glasmuseum
Datum & Land: 01/03/2011, DE
Wörter: 95


Abriß
Bruchstelle an der Unterseite des Glases. Markiert die Stelle, an der das → Hefteisen angeschmolzen war. Bei den Gläsern aus Klostermühle meist rund ausgeschliffen und haibmatt oder glänzend poliert.

Abschlagsnarbe
→ Abriß

Anlaufgläser
Glassorten, die ihre Farbe beim Wiedererwärmen oder bei partieller Wärmezufuhr an ausgewählten Stellen verändern oder dann erst annehmen, z. B. Goldrubin.

Appliken
→ Auflagen

Auflagen
Dekorteile, wie Nuppen, umgelegte Fäden, Schaftringe, Zierhenkel, gekniffene Bänder usw., die dem Werkstück aufgeschmolzen werden.

Auftreiben
Öffnen und Ausweiten der heißen Glasblase mit Hilfe der Auftreibschere oder anderer Werkzeuge zur Fertigstellung der Mündung von Gefäßen, des Randes von Schalen oder der Standfläche angeblasener Füße.

Aventuringlas
Zuerst hergestellt in Venedig in der ersten Hälfte des 17. Jhs. Durch Beimengung von Kupfer(l)oxid und Hammerschlag zur Schmelze entsteht ein braunes, halbopakes Glas, durchsetzt mit feinen goldglänzenden Flitterplättchen aus metallischem Kupfer.

Barockglas
Sammelbezeichnung für stark plastisch aufgefaßte Vasen und Ziergegenstände in reiner Hüttentechnik. Die angeblich in den 1870er Jahren durch Max von Spaun in Klostermühle erstmals für Böhmen produzierten Gläser sind durch eine Vielzahl frei gearbeiteter Auflagen, meist Blüten, Blätter, Früchte etc., gekennzeichnet. Sie sind häufig gänzlich frei geb...

Batzen
In Böhmen gebräuchliche Bezeichnung für breitflächige, flachgedrückte Nuppenauflagen.

Binnenzeichnung
Detailzeichnung im Innern einer umgrenzten Form.

Bleikristall
Glas mit hoher Lichtbrechung, erschmolzen mit Bleioxid als → Flußmittel.

Brillantopal
Milchig getrübtes, halbtransparentes Glas mit leichtem Blauschimmer. Bevorzugtes Material bei Gläsern nach Entwurf Josef Hoffmanns zwischen 1910 und 1914.

Bronzitdekor
Um 1910 durch Hugo Max, Lehrer an der Glasfachschule Steinschönau, entwickeltes Verfahren, bei dem in mehreren Einbrenn- und Ätzgängen die Dekorformen in schwarz-glänzender Silhouetten-Zeichnung auf mattiertem Grund erscheinen. Die Dekorschicht besteht aus eingebranntem Schwarzlot und einer dünnen Auflage platinhaltiger Lüsterfarbe.

Craquelé
Gezielte Rißbildung in der Oberfläche oder bestimmten Schichten des Gefäßes. Wird durch kurzes Absch recken des heißen Werkstücks in Wasser oder wässrigen Lösungen erzielt → Eisglas.

Eckenschliff
Auf der horizontal laufenden Scheibe ausgeführter Schliff zur Erzielung von Facettierungen und planen Flächen auf gerundeten Gefäßen, → Schliff. Beim Hohlekkenschliff wird die auf der horizontalen Scheibe geschliffene Fläche zusätzlich mit einer gerundet profilierten vertikalen Scheibe gekehlt.

Einschlüsse
Alle Dekorpartien, die zwischen zwei Glasschichten liegen. Einschlüsse können aus Farbglas bestehen, aus Luftblasen oder aus Fremdmaterialien wie Metalloxiden, künstlichen Verunreinigungen etc.

Einwärmofen
Spezieller Ofen zum Einwärmen des Glases während der Bearbeitung. Meist gasbefeuert und für unterschiedlich steuerbare oxidierende oder reduzierende Flamme eingerichtet.

Eisglas
Das heiße Werkstück wird kurz in kaltem Wasser abgeschreckt. Es entsteht ein schrundiges Netz unregelmäßiger scharfgratiger Risse, die in der Regel durch kurzes Überschmelzen des Glases geglättet werden. Zum Abschrecken können auch salzhaltige Lösungen verwendet werden, die auf dem Werkstück auskristallisieren und bei anschließendem → Überste...

Emailmalerei
Veredelungstechnik für Hohl- und Flachglas. Fein zerriebene Glasflüsse und Färbungsmittel werden durch Lack- oder Harzlösungen streichfähig gemacht, mit dem Pinsel aufgetragen und bei ca. 600-800° im → Muffelofen aufgeschmolzen. Es entsteht eine unlösbare Verbindung mit dem Trägerglas. Neben dem am häufigsten verwendeten Opakemail unterscheid...

Fadenauflage und -einlage
Der Glasfaden wird aus einem erweichten Glasstab oder einem aufgetropften Glaskügelchen gezogen (→ Umspinnen) und auf das heiße Werkstück plastisch aufgelegt bzw. durch Rollen der Glasblase auf der → Märbelplatte in die Wandung eingebettet oder durch nochmaliges Überfangen darin eingeschlossen.

Farbglas
Mit Hilfe metallischer Verbindungen gefärbtes Glas. Durch die Auswahl der entsprechenden Substanzen, unterschiedlicher Basisgläser und die gezielte Steuerung der Ofenatmosphäre können die Grundfarben und zahlreiche Zwischentöne erzielt werden.

Favrile-GIas
Markenähnliche, geschützte Bezeichnung, mit der Louis C. Tiffany seine Kunstgiäser von ähnlichen Produkten anderer Firmen absetzte. Der Begriff abgeleitet vom früh-neuenglischen fabrile für handgefertigt, mit der Hand gemacht.

Flußmittel
Alkalien (z. B. Soda, Kalium, Pottasche) oder Bleiverbindungen, die zur Senkung des Schmelzpunktes dem Glasgemenge beigefügt werden.

Formarbeit
Alle Arbeitsvorgänge, die freihand, also ohne Verwendung eines → Models, vor dem Ofen ausgeführt werden.

Formblasen
Blasen von Glas, unter Verwendung eines vorgefertigten → Models aus Holz, Metall oder Graphit, Schamott u. a. Besonders geeignet für die Serienproduktion, aber auch für Kunstgläser mit genau vorgegebenem Profil.

Freies Blasen
Formen des Werkstücks ohne Verwendung vorgefertigter Blasmodel.

Galvanischer Dekor
Erzielung von Metallauf lagen im Elektrolyseverfahren. Für die galvano-plastische Dekoration eines Hohlglases muß zunächst der gewünschte Dekor auf der Glasoberfläche elektrisch-leitend gemacht werden. Dies geschieht in der Regel durch Auftragen einer Graphitschicht oder einer dünnen Metallauflage. Das Elektrolysebad besteht aus einer Lösung von Me...

Gemenge
Rohstoffmischung, aus der das Glas geschmolzen wird, bestehend aus Sand (Silikat), Kalk, Flußmittel (Alkali- oder Bleiverbindung) sowie Zuschlagsstoffen. Außerdem wird dem Gemenge in der Regel noch ein bestimmter Prozentsatz von Bruchglas beigegeben.

Glasblasen
Häufigste Art der Glasverarbeitung. Mit der ca. 1,50 m langen Glaspfeife wird dem Schmelzhafen ein → Glasposten entnommen und zum → Külbel aufgeblasen. Das Külbel wird auf der → Märbelplatte in eine gleichmäßige Grundform gebracht und anschließend mit einer weiteren Glasschicht → überstochen. In der Regel wird das Werkstück ...

Glasfluß
Weiches Glas mit niedrigem Schmelzpunkt durch hohen Anteil von Bleioxid und Bor- oder Wismutverbindungen. Dient in pulverisierter Form als Basismaterial für die → Emailmalerei.

Glasmalerei
Nicht sehr exakter Sammelbegriff. Im engeren Sinne erfaßt er alle Arten der Glasveredelung - vornehmlich auf Flachglas -†š die auf dem Auftragen von Farben basieren (Kaltmalerei und → Emailmalerei). Meist jedoch allgemein auf die Flachglasgestaltung mit farbigen Gläsern bezogen, vor allem auf die architekturgebundene Glasmalerei und auf das Gl...

Glasposten
Die für einen bestimmten Arbeitsgang benötigte aus dem → Hafen entnommene Glasmenge.

Glasveredelung
Sammelbegriff für alle Arbeiten am kalten Glas → kalte Techniken.

Glasverleger
Fachhändler, die bei spezialisierten Glashütten und → Raffineriebetrieben nach genau vorgegebenen Entwürfen Gläser produzieren lassen, um sie unter eigenem Namen zu vertreiben. Bedeutendste Firma dieser Art in Österreich J. & L. Lobmeyr, Wien.

Goldmalerei
Sehr feines Goldpulver wird durch Vermengung mit Alkalien und Öl streichfähig gemacht, auf die Glasoberfläche aufgemalt und eingebrannt. Die zunächst stumpfe Oberfläche muß abschließend poliert werden. Die so entstandenen Poliergoldoberflächen sind haltbarer als die einfacher aufzubringenden Glanzgoldüberzüge, die nach dem Brennen nicht mehr nachbe...

Gravur
→ Schnitt

Hafen
Hitzebeständiges Keramikgefäß für die Glasschmelze. Je nach Größe der Anlage faßt ein Ofen mehrere Häfen.

Haubenüberfang
Aus einer Farbglasblase wird bei senkrecht gehaltener Pfeife Luft gesaugt, so daß der obere Teil einsinkt, In die entstandene Hohlform wird ein farbloses → Külbel eingeblasen. Es entsteht ein gleichmäßiger dünner Farbglasüberfang.

Hefteisen
Eisenstange zum Umheften des Glases. Das Hefteisen wird mit etwas heißer Glasmasse unter dem Boden des Werkstücks angesetzt, um die Ausarbeitung und Verschmelzung der Mündung zu ermöglichen.

Hohleckenschliff
→ Eckenschliff

Hohlglas
Bezeichnung für alle dreidimensionalen Glasgefäße und -objekte. Entstehung in der Regel durch Blasverfahren. Davon abzusetzen → Flachglas.

Irisieren, Irisierung
Metallische Beschichtung der Glasoberfläche durch Aufdampfen von Metallsalzen. Verwendet werden hauptsächlich Verbindungen von Zinn, Barium, Wismut, Strontium sowie Arsen. Bei Lötz wurde die Iris in der Regel am heißen Werkstück, also noch am Hefteisen, in der gasbeheizten Irisiertrommel als Hütteniris aufgebracht. In die Trommel wurden die Salze e...

Kalte Techniken
Alle Arbeitsvorgänge (Veredelungstechniken), die am ausgekühlten Glas vorgenommen werden. Die wichtigsten Techniken sind → Schliff, → Schnitt, → Ätzung, Sandstrahlbearbeitung und die verschiedenen Malverfahren, auch wenn sie spätere Einbrennvorgänge erforderlich machen, wie z. B. die → Emailmalerei.

Knöpfe
In Böhmen gebräuchliche Bezeichnung für kleine runde Nuppenauflagen ohne Spitzen.

Kristallglas
Feine Glassorten, die aus gesondert auf bereiteten und gereinigten Rohstoffen erschmolzen wurden und daher besonders klar und durch hohe Lichtbrechung gekennzeichnet sind.

Krösel
Farbglasbrocken in unterschiedlicher Körnung, die nach Vorwärmung in die Oberfläche des heißen Werkstükkes eingearbeitet werden. Bei Lötz wesentliche Elemente von verbreiteten Dekors wie PapilIon, Cytisus, Medici u. a.

Kugeloptik
Unter Verwendung eines Models mit regelmäßig oder unregelmäßig angeordneten kugeligen Vertiefungen oder Erhöhungen → optisch geblasener Dekor.

Kunstglas
Bezeichnung für von Künstlern entworfene Gläser, die in Glashütten von Handwerkern ausgeführt werden.

Kuppa
Gefäßteil von Stielgläsern, Pokalen, Vasenpokalen etc.

Lufteinschlüsse
Verbreitetes Gestaltungsmittel bei der Arbeit am Ofen. Luftblasen können ungezielt durch Verunreinigungen oder Aufrühren der Schmelze oder gezielt durch Verwendung von → Modeln und anschließendes Überziehen mit einer neuen Glasschicht in die Wandung eingebracht werden. Blasenschleier und größere Blasen entstehen durch Bestäuben des heißen Wer...

Maleriris Iriseffekte
bewirkt durch → Reduktions- oder → Lüsterfarben.

Marqueterie de verre
Aufwendige Hüttentechnik - 1898 von Emile GaIlé zum Patent angemeldet. Auf der → Märbelplatte werden vorbereitete Dekorteile aus farbigem Glas ausgelegt, erhitzt, mit der rotglühenden Glasblase aufgenommen und in die Oberfläche eingearbeitet. Vorläufer dieser Technik ist das Intarsiaglas der Manufaktur Lötz.

Marteléschliff
Wörtlich Hammerschlagschliff. Verwendet vorwiegend durch Daum-Frères in Nancy. In Schlifftechnik erzielter Oberflächendekor mit der Struktur gehämmerter Metallflächen. Bei Lötz wurde der Begriff MarteIé für eine optisch geblasene Oberfläche ähnlicher Struktur verwendet.

Mattieren
Aufrauhen der Oberfläche durch Flußsäure, Ätztinte oder Sandstrahlverfahren.

Mattschnitt
→ Schnitt

Mattätzung
→ Ätztechniken

Model
Blasform aus Holz, Metall oder Graphit.

Modelblasen
→ Formblasen

Muffelofen
Geschlossener Ofen für das Einbrennen von → Glasmalerei, Vergoldung, Maleriris etc. Nadelätzung -.. Ätztechniken

Nodus
Verdickung am Schaft von Pokalen (lat. für Knoten).

Nuppen
Runde Auflagen, oft in vom Grund abweichender Farbe und mit ausgezogener Spitze → Batzen → Knöpfe

Opakemail
→ Emailmalerei

Opalglas
Mit Trübungsmitteln versetzte halbopake und opake Farbglasschmelzen. Bei Lötz vor allem im zweiten und dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts verwandt.

Optikform
Vorblasform für das → optische Blasen.

Optisches Blasen
Das Werkstück wird in einer mit Rippen, Rauten, Tropfen oder dergleichen strukturierten Form vorgeblasen und anschließend frei ausgeblasen. Das Verfahren verbindet die gezielte Arbeit des Formblasens mit der Lebendigkeit des frei geblasenen Glases.

Paperweight-Technik
In Schichten aufgebauter farbiger Dekor, eingeschlossen in dickwandig farbloses Glas. Gekennzeichnet durch das Entstehen räumlich plastischer Wirkungen innerhalb der Glaswandung. Der Begriff ist abgeleitet von den Brief beschwerern des 19. Jahrhunderts, deren Technik unter anderen Louis C. Tiffany auf die Gestaltung von Hohlgläsern übertrug.

Phantasieartikel
Sammelbezeichnung für Glasobjekte aus dem Bereich bürgerlicher Wohnkuttur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, deren Gebrauchswert gegenüber ihrer dekorativen Funktion gering ist. Neben reinen Ziergegenständen werden auch aufwendig gestaltete Vasen, Schalen, Dosen etc. mit dem Begriff bezeichnet.

Polieren
Bearbeitung des Glases zur Erzielung einer glänzenden Oberfläche. Abschließender Arbeitsgang nach dem Feinschliff unter Verwendung rotierender Pappelholz-, Kork- und Filzscheiben oder Bürstenräder. Polieren mit chemischen Mitteln → Ätztechniken, Säurepolitur.

Pulveraufschmelzung
Hüttentechnisches Verfahren zur Erzielung überfangartiger Effekte durch Aufschmelzen von opakem Farbglaspulver auf das heiße Werkstück.

Pulvereinschmelzung
Der gleiche Vorgang wie bei der Pulveraufschmelzung; anschließend wird das Werkstück mit farblosem Glas überstochen.

Raffineriebetriebe
Spezialwerkstätten für → GIasveredelung, die in der Regel im Auftrag von → Glasverlegern oder Händlern arbeiten, ihre Produkte jedoch auch häufig selbst vertreiben. Raffineriebetriebe beziehen ihre Rohgläser von spezialisierten Glashütten, denen sie in der Regel die Entwürfe vorgeben.

Reduktion, reduzieren
Rückführung von in der Glasschmelze enthaltenen Metalloxiden in ihre metallische Ausgangsform durch Entzug des Sauerstoffs. Zur Erzielung der Reduktion im Glas wird eine sauerstoffarme Ofenatmosphäre erzeugt.

Reduktionsfarben
In Maltechnik aufgebrachte Farbbeizen, die, reduzierend eingebrannt, auf der Glasoberfläche metallisch schimmernde Effekte hervorrufen. Zu unterscheiden von → Lüsterfarben und → Irisierung.

Reliefemail
→ Emailmalerei

Reliefätzung
→ Ätztechniken

Rippenmodel
Blasform mit vertikal angeordneten Rippen. Dient nicht nur zur Formung gerippter Oberflächen, sondern auch als Hilfsmittel für verschiedene Dekortechniken am heißen Glas, z. B. die Ausbildung einer lebendig gegliederten Innenwandung oder die Gestaltung der → Stöckerl genannten Tupfenreihen.

Schliff
Veredelungstechnik am kalten Glas. Bearbeitung der Glasoberfläche durch rotierende Scheiben, die entweder vertikal (Kugler-Arbeit) oder horizontal (Scheiben-Arbeit, Flachwerkzeug) angeordnet sein können. Der Bearbeitu ngsvorgang gliedert sich in mehrere Stufen. Für das sogenannte Vorreißen, den Grobschliff, werden Eisenscheiben verwendet, die mit S...

Schnitt
Feinteilige Bearbeitung der Glasoberfläche durch kleine rotierende Kupferrädchen unterschiedlicher Größe, die mit in Öl angeriebenem Schmirgelpulver versehen werden. Der geschnittene Dekor kann matt belassen (Mattschnitt) oder auspoliert werden (geblänkter Schnitt). Heute ist die Bezeichnung Gravur gebräuchlicher.

Spangenmodel
Model aus freistehenden kräftigen Rippen → Optisches Blasen, → Optikform

Spannungsriß
Sprung innerhalb der Gefäßwandung infolge unzureichender Kühlung oder Verwendung von Glassorten mit zu stark differierendem Ausdehnungskoeffizienten. Kann noch nach Jahren durch plötzlichen Temperaturwechsel oder leichten Stoß entstehen.

Stachelmodel
Optische Blasform mit hervorstehenden Stacheln, die beim Einblasen des Glases Einstiche hinterlassen. Beim anschließenden → Überstechen des Werkstückes mit farblosem Glas bilden sich regelmäßige Reihen von in der Wandung eingeschlossenen Luftblasen → Lufteinschlüsse.

Stöckerl
In der Manufaktur Lötz gebräuchliche Bezeichnung für Reihen von Tupfen und Strichen, die auf der Glasoberfläche durch Zertrennen umsponnener Fäden im Rippenmodel entstehen.

Tiefschnitt
In die Glasoberfläche eingetiefte Gravur.

Tiefätzung
→ Ätztechniken

Transparentglas
Klare, farbige und farblose Glassorten.

Trichterüberfang
Ein Farbglaskülbel wird oben mit der Auftreibschere geöffnet und zu einem Trichter ausgeweitet. Dieser wird von der Pfeife abgeschlagen und von einem farblosen Külbel aufgenommen. Verwendet für verlaufende Überfänge und Werkstücke, an die ein Stiel angefügt werden soll.

Trübungsmittel
Zuschlagsstoff zur Herstellung halbopaker und opaker Opalgläser, früher meist in Form von Knochenasche heute von Zinnoxid.

Trägerglas
Meist farbige Unterlage für Dekors. Kann massiv geblasen oder durch Unter- bzw. Überfang gestaltet sein.

Umheften
Anschmelzen des → Hefteisens und Absprengen der Pfeife zur weiteren Bearbeitung der Gefäßmündung.

Umspinnen
Aufziehen eines Glasfadens auf das Werkstück. Mit Hilfe eines einfachen Drehmechanismus lassen sich äußerst gleichmäßige Spiralmuster erzielen, die in Klostermühle in der Regel durch Verziehen, → Kämmen oder Bearbeitung im → Rippenmodel ausgestaltet wurden.

Unterfang
Farbige Glasschicht auf der Innenseite der Gefäßwandung.

Veredelung
→ Kalte Techniken

Wellenoptik
Unter Verwendung eines in Wellenlinien reliefierten Models → optisch geblasener Dekor.

Zapfen
Farbglas in Stangenform. Ausgangsmaterial für die Entstehung von Farbhohlgläsern. Die jeweils benötigte Menge an Farbglas wird in Scheiben von den Stangen abgeschlagen, am Ofen vorgewärmt und dann weiter verarbeitet.

Zapfenüberfang
Auf das farblose → Külbel oder den dem → Hafen entnommenen → Glasposten wird ein vorgewärmtes Stück Farbglas aufgeschmolzen, mit Hilfe von hölzernen Formwerkzeugen gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt und das Werkstück dann ausgeblasen.