Kopie von `Judisches museum Berlin`

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Judisches museum Berlin
Kategorie: Religion und Philosophie > Judentum
Datum & Land: 28/02/2011, DE
Wörter: 32


Aprilboykott
Am 1. April 1933 begann mit einem landesweiten Boykott von Geschäften, Arztpraxen und Anwaltskanzleien, die von Juden betrieben wurden, die organisierte Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Der sogenannte Aprilboykott wurde von der Parteileitung der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) angeordnet und organisiert...

Archiv
Ein Archiv verwahrt - meist schriftliche - Dokumente. Es gibt aber auch Tonarchive, Filmarchive oder Archive, in denen Bilder oder Gegenstände lagern. Archive widmen sich mittlerweile auch dem Bewahren von persönlichen Dingen wie Tagebüchern, Briefen oder Fotoalben. Ursprünglich sammelten Archive aber vor allem offizielle Dokumente, also beispielsw...

Aschkenasen
(Aschkenasim) Der hebräische Begriff »Aschkenas« bezeichnete seit dem Mittelalter das Gebiet des heutigen Deutschland, wo zu dieser Zeit die blühenden Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz ein wichtiges Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit bildeten. Daraus leitet sich auch die Bezeichnung Aschkenasen oder Aschkenasim für Juden und ihre Nachkommen in West- und Osteuro...

Blumenthal
(W. Michael) W. Michael Blumenthal ist der Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Er wurde am 3. Januar 1926 in Oranienburg bei Berlin geboren. 1939 mussten die Blumenthals als jüdische Familie vor der Verfolgung im nationalsozialistischen Deutschland nach Schanghai fliehen. Die chinesische Hafenstadt Schanghai war zu diesem Zeitpunkt ein wichtiges Fluchtziel, ...

Chanukka
Chanukka ist das achttägige jüdische Lichterfest, das am 25. Tag des Monats Kislew des jüdischen Kalenders beginnt (und damit auf Ende November oder in den Dezember des z. B. in Deutschland geläufigen Gregorianischen Kalenders fällt). Chanukka bedeutet »Einweihung« und ist das Fest der Tempelweihe.

Diaspora
Der Begriff Diaspora stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Verstreuung«. Die Formulierung »in der Diaspora leben« wird mittlerweile für alle möglichen religiösen und ethnischen Gruppen benutzt, die das Land ihrer Vorfahren meist unfreiwillig verlassen haben und als Folge hiervor verstreut in verschiedenen Staaten oder Regionen als Minderheit le...

Dreidel
Der Dreidel (auch Dreidl, Dredl, Trendl, Trendel, Trenderl oder hebräisch Sevivon) ist ein Spielzeug, mit dem an Chanukka das Dreidel-Spiel gespielt wird. Auf den vier Seiten dieses würfelförmigen Kreisels sind die hebräischen Buchstaben Nun, Gimel, He, Schin (oder Pe) abgebildet. Das sind die Anfangsbuchstaben des Satzes »Nes gadol haja scham« (od...

Exil
»Ins Exil gehen« bedeutet, dass man das Land, in dem man lebt und zu dem man sich zugehörig fühlt, verlassen muss. Das lateinische Wort »exilium« bedeutet »in der Fremde weilend«. Es kann unterschiedliche Gründe geben, warum jemand gezwungen ist, ins Exil zu gehen, aber für den Betroffenen ist es immer eine einschneidende und von Verlust gekennzeic...

Frank
(Anne) Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren, wo sie auch ihre ersten Lebensjahre verbrachte. Als 1933 die Nationalsozialisten die Macht übernahmen und die von ihnen erlassenen antisemitischen Gesetze und Verordnungen ein normales Leben für Juden immer schwieriger machten, entschloss sich die jüdische Familie Frank, Deutschland zu...

Glikl bas Juda Leib/Glikl von Hameln
Glikl von Hameln wurde unter ihrem Mädchennamen Glikl bas Juda Leib (übersetzt: Glikl, Tochter des Juda Leib) im Jahr 1646/47 als Tochter des wohlhabenden Diamantenhändlers Juda Leib in Hamburg geboren. Als 14jährige heiratete Glikl den erfolgreichen Gold- und Juwelenhändler Chaim von Hameln (auch bekannt als Hein Goldschmidt) und brachte in dieser...

Halacha
Die Halacha (von dem hebräischen Wort für »Wandeln«, »Gehen«) umfasst die überlieferten rechtlichen Bestimmungen des Judentums in ethischen und religiösen Belangen und ist also das religiöse Gesetz des Judentums. Damit sind sowohl die religiösen Vorschriften, als auch die praktische Umsetzung der Religion gemeint.

Hebräisch
Ähnlich wie Latein oder Altgriechisch wird Hebräisch als »tote« Sprache bezeichnet, die jüdische Gelehrten oder bestimmte Religions- und Sprachwissenschaftler beherrschen. Daneben gibt es aber noch eine lebendige Sprache, das moderne Hebräisch, das Ivrit genannt wird. Im Hebräischen selbst bedeutet Ivrit Hebräisch, das heißt, altes und modernes, ge...

Hofjuden
Hofjuden, auch Hoffaktoren genannt, dienten den Herrschenden im 16. und 17. Jahrhundert als Berater und als Dienstleister in Geld- und in Handelsfragen. Sie finanzierten Vorhaben der Herrschenden mit Geld, das sie durch ihre Geschäfte, z.B. Handel, erwirtschaftet hatten.

Holocaust
Der Begriff Holocaust stammt aus dem Griechischen, wo er »vollständig Verbranntes« bedeutet. Er beschreibt ursprünglich das rituelle Opfer von Tieren durch Verbrennen. Später wurde er auch für den Feuertod von Menschen verwendet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff ein Synonym für Verbrechen gegen Volksgruppen und Völkermord, und zwar zue...

Ivrit
Weil Althebräisch sich ungefähr im 2. Jahrhundert von einer gesprochenen Alltagssprache zu einer Sakralsprache entwickelt hatte, die vor allem dem Verständnis religiöser Texte diente, wurde die hebräische Sprache im 19. Jahrhundert vom Schriftsteller Eliezer Ben-Jehuda neu belebt. Er verfasste ein modernes hebräisches Wörterbuch und schuf damit die...

Jom Kippur
Jom Kippur ist hebräisch und bedeutet wörtlich »Tag der Sühne«. Es ist nach dem wöchentlich begangenen Schabbat der wichtigste Feiertag des Judentums, der Versöhnungstag Jom Kippur wird nach dem jüdischen Kalender am 10. Tischri (im Oktober) begangen. Mit dem Monat Tischri beginnt das jüdische religiöse Jahr. An Jom Kippur wird gefastet, gebetet un...

Kaschrut
Das hebräische Wort Kaschrut bedeutet rituelle Eignung und bezeichnet die jüdischen Speisegesetze. Sie beziehen sich auf die Zubereitung, Lagerung und den Genuss von Lebensmitteln sowie die Schlachtung der zum Verzehr bestimmten Tiere. Ein wichtiger Aspekt der Kaschrut ist die Trennung von Fleisch und Milch und zwar in Bezug auf die Lagerung, Zuber...

Kippa
Die Kippa ist eine runde Kopfbedeckung, die jüdische Männer in der Synagoge, beim Gebet oder beim Besuch eines Friedhofs tragen. Auch eine andere Form der Kopfbedeckung ist zu diesen Anlässen möglich - zur Not auch ein Taschentuch, um den Kopf zu bedecken.

Latkes
Latkes sind ein Gericht, das vor allem an Chanukka, dem jüdischen Lichterfest gegessen wird. Sie bestehen aus geriebenen Kartoffeln und Zwiebeln, die in Öl gebraten werden - also das, was man auch als Kartoffelpuffer, Reibekuchen oder Reibeplätzchen kennt. Zu Latkes kann man Sauerrahm und Apfelmus essen.

Learning Center
Im Untergeschoss des Jüdischen Museums Berlin befindet sich das Rafael Roth Learning Center. Dort kann man sich an fast 20 Computerstationen mit deutsch-jüdischer Geschichte und jüdischer Religion beschäftigen. Es gibt kleinere Stationen mit Kopfhörern, an denen man allein oder zu zweit sitzen kann, und größere mit Lautsprechern, an denen mehrere L...

Libeskind
(Daniel) Daniel Libeskind ist der Architekt des Jüdischen Museums Berlin. Ein Teil des Museums besteht aus dem historischen Kollegienhaus aus dem 18. Jahrhundert, das lange als Gericht genutzt wurde und in dem seit den 1960er Jahren das Berlin Museum untergebracht war. Der graue, vieleckige Neubau daneben wurde von Daniel Libeskind 1989 geplant. Seit 1999 i...

Mendelssohn
(Moses) Moses Mendelssohn war ein Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich um die rechtliche Gleichstellung der Juden bemüht hat. Er wurde am 6. September 1729 in Dessau geboren wurde und starb 1786 in Berlin. Mendelssohn hat sich schon als junger Mensch mit den religiösen Schriften des Judentums beschäftigt. Ihm war es wichtig, dass Juden die gleichen Rec...

Museum
Ein Museum sammelt Dinge, forscht zu ihnen (wem haben sie gehört, wofür wurden sie benutzt etc.) und zeigt sie seinen Besuchern. Es gibt Museen, die Kunst sammeln und ausstellen, Museen, die technische Dinge erklären und Dinge sammeln, z.B. auch alte Computer, die niemand mehr benutzt. Historische Museen, zu denen auch das Jüdische Museum Berlin ge...

Novemberpogrom
In der Nacht vom 9. November 1938 zerstörten die Nationalsozialisten in einer konzertierten Aktion im ganzen deutschen Reich jüdische Geschäfte, Kultureinrichtungen und Synagogen. Die Pogromnacht setzte das Signal für die verstärkte Vertreibung der Juden aus dem Reich.

orthodox
Im Judentum, wie in den meisten Religionen, gibt es verschiedene Richtungen der Religionsausübung. Menschen interpretieren die religiösen Gebote unterschiedlich und insofern unterscheidet sich auch die religiöse Praxis, die sich für sie aus dieser Interpretation ergibt.

Pessach
Pessach bedeutet »vorüberschreiten« bzw. »verschonen«, im englischen heißt das Pessach-Fest z.B. Passover. Pessach wird zum Gedenken an den Auszug des jüdischen Volkes aus Ägypten und der damit verbundenen Entlassung aus der Sklaverei gefeiert. Der Wortbedeutung nach verschonte Gott die Juden, während er die Ägypter mit den zehn Plagen strafte.

Quellen
Quellen sind für den Historiker alle Gegenstände, Texte, Aufzeichnungen und ähnliches, aus denen er etwas über die Vergangenheit schließt. Daher geht es bei dem Begriff Quelle weniger darum, ob eine Aufzeichnung oder ein Gegenstand ursprünglich als Quelle gedacht ist, sondern es geht darum, dass Dinge oder Texte zu einer Quelle werden können, in de...

Rosch ha-Schana
Rosch ha-Schana ist das jüdische Neujahrsfest am 1. Tischri, also September oder Oktober. Am 9. September 2010 beginnt z.B. das jüdische Jahr 5771.

Sachsenhausen
(Konzentrationslager) Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936 als Modell- und Schulungslager der SS errichtet. Es hatte auch durch die unmittelbare Nähe zur Reichshauptstadt Berlin große Bedeutung. 1938 wurde die Verwaltungszentrale aller Konzentrationslager hierher verlegt.

Synagoge
Als Synagoge wird der religiöse Treffpunkt im Judentum, also der Ort für Gottesdienst und Versammlungen, bezeichnet.

Tora
Die Tora (hebräisches Wort für Lehre) ist der aus fünf Schriftrollen bestehende erste Teil der aus drei Teilen bestehenden hebräischen Bibel (Tanach). Die fünf Teile der schriftlichen Tora, der Moses auf dem Berg Sinai übergebenen Offenbarung Gottes, werden nach ihren Anfangsworten benannt:

Tora-Rolle
Die Tora-Rolle hat eine ganz besondere Bedeutung, sie wird im Tora-Schrank, hinter dem Tora-Vorhang aufbewahrt, dem sie beim Gottesdienst feierlich entnommen wird. Die Tora-Rolle wird geschützt durch einen Tora-Mantel, ein Tora-Schild schmückt die Tora, ebenso wie die Tora-Aufsätze. Der Tora-Zeiger erleichtert das Lesen aus der Tora, die man nicht ...