Kopie von `Desicca - Mauerentfeuchtung`

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Kategorie: Baugewerbe und Konstruktion > Mauerentfeuchtung
Datum & Land: 23/08/2010, DE
Wörter: 78


Airlessgerät
Es sind Geräte, die bei der Verarbeitung von Imprägnierstoffen als Transportmittel eingesetzt werden. Der Vorteil solcher Geräte bei besteht in der Verarbeitung des Imprägniermittels vom Faß weg. Es sind oft Förderhöhen von 30-40 m zu überwinden. Auf keinen Fall sollte aber mit zu hohem Druck gearbeitet werden. Eine gute Eindringtiefe hängt von der kapillaren Saugfähigkeit des Baustoffes ab, nicht von dem Einpressen des Materials unter Druck!. Daher ist es günstiger, das Imprägniermittel zu >>> †œfluten† und somit den saugfähigen Baustoff über längere Zeit dem Imprägniermittel auszusetzen.

Algenbewuchs
Algen gehören zu einer Gattung niederer Pflanzen. Sie können sich auch an Bauwerken ansiedeln, wenn geeignete Wuchsbedingungen vorliegen; in neuerer Zeit man Algenbewuchs zunehmend häufiger auch an modernen Neubauten; durch Dämmungs- und andere Fassadengestaltungen finden Algen ein gutes Mikroklima für ihren Wuchs. Die Dämmungen vermindern grasse Temperaturgegensätze an der Oberfläche, was den Bewuchs fördert. Daher sollte man bei Dämmungen und Fassadenoberflächen auf entsprechende Effekte achten.

Ausblühung
Ablagerung von Salzen auf Mauerwerk, Beton oder Mörtel: Während des Trocknungsprozesses von Salzlösungen steigen diese zur Oberfläche, wo das >>> Wasser verdunstet und die Salzausscheidung als so bezeichnete Ausblühung hinterlässt.

Austrocknung von Mauerwerk
Das Mauerwerk des Rohbaus sollte vor dem Innenausbau ausreichend ausgetrocknet sein, d.h. ausreichend an baubedingter Feuchtigkeit (nasser Mörtel, Regen, frische Betonteile, Putze) verloren haben. Dies geschieht meistens während des Winters. Die Feuchtigkeit aus den Wänden wird ausgetrocknet, indem man heizt und gleichzeitig häufig gut lüftet. Wenn Neubauten nicht gut austrocknen, können Möbel, Teppiche und andere Einrichtungsgegenstände feucht werden und schimmeln, modern oder anderweitig Schaden nehmen. Außerdem ist dann das Wohnklima sehr ungesund. Unter den massiven Wandbaustoffen hat der hochkapillare Ziegel (porosierte Ziegel wie Poroton, Unipor, Thermopor etc.) die kürzeste Austrocknungszeit.

Baufeuchte
Feuchte in Mauerwerk und Rohbau eines Neubaues. Baustoffe wie Mörtel, Putz, Estrich, Steine, Beton und die Witterung bringen erhebliche Wassermengen in den Bau. Es dauert etwa zwei ganze Heizperioden, bis diese Baufeuchte aus dem neugebauten Haus verschwindet. Es ist deswegen von großer Bedeutung, wieviel Feuchtigkeit in den Baustoffen schon beim Rohbau ist und wie schnell diese Feuchtigkeit an die Außenluft abgegeben wird. Eine niedrige Baufeuchte bedeutet: (a) Kein erhöhter Energieverbrauch in den ersten beiden Wintern. (b) Keine Beeinträchtigung der Gesundheit der Bewohner des Neubaus.

Beton
Beton wird aus Zement, Sand, Kies oder Splitt sowie >>> Wasser hergestellt. Diese Grundstoffe werden aus der Natur gewonnen. Ausgangsstoffe für den Zement sind Kalk und Ton, die bei hohen Temperaturen gebrannt und anschließend fein gemahlen werden. Normalbeton nennt man den am häufigsten verwendeten Beton beim Bauen. Fließbeton nennt man den dünnflüssigeren Beton, meistens mittels Betonpumpe und Schlauch verarbeitet (z.B. zum Ausfüllen von Schalungssteinen).

Bindemittel
Sie haben die Aufgabe, verschiedene Baustoffe und Baumaterialien miteinander zu verbinden. Synonym sind die Begriffe †˜Bindestoffe†™ und †˜Bindebaustoffe†™. Die meisten anorganischen Bindemittel werden durch Brennen aus bestimmten Gesteinen gewonnen und nachfolgend zermahlen. Damit wird die reagierende Oberfläche stark vergrößert. Zusammen mit Kohlendioxid der Luft und Feuchtigkeit kommt es zu einer chemischen Raktion. >>> Salze

Chloride
Es sind Salze der Chlorsäure. Sie sind bauschädigend und treten häufig im Sockel- und Spritzwasserbereich auf, oft dadurch daß sie als Tausalze eingesetzt werden. Fas alle Chlorsalze sind gut wasserlöslich und wandern somit über das Kapillarwasser in das Mauerwerk. Da sie zudem hygroskopisch sind bilden sie sog. Hydrate. Chloride sind sehr aggressiv und fördern die elektrochemische Korrosion. Ein Entsalzung ist bei solchen Schäden während Sanierungsmaßnahmen immer empfehlenswert.

CM-Methode
Bei dieser Methode wird Kalciumkarbid durch Wasser zersetzt und Azetylen-Gas frei. Dem zu prüfenden mineralischen Bauteil wird eine Meßprobe je nach vermuteter Durchfeuchtung von ca.10-50 g entnommen. Nach genauem Abwiegen der Probe wird diese pulverisiert und unter Hinzugabe von 4 Stahlkugeln mit einer Ampulle Kalciumkarbid in einer Stahlflasche mit Manometer durch kräftiges Schütteln vermischt. Nach etwa 15 min entsteht ein konstanter Druck, hervorgerufen durch die ablaufende chemische Reaktion. Anhand dieses Drucks und der Menge der entnommenen Probe kann entweder direkt am Manometer oder durch Berechnung und Ablesen in einer Tabelle der Wassergehalt der Probe bestimmt werden. Indem das Prüfgut selektiv entnommen wird, ist es auch möglich, einzelne Bauteilschichten auf deren Durchfeuchtung zu untersuchen. Je nach Material empfiehlt es sich, das Probegut zu sieben, da Kieselsteinchen kein Wasser aufnehmen und das Ergebnis verfälschen können. Die CM-Messung ist zur Bestimmung der Feuchte von mineralischen Baustoffen geeignet. Das Meßverfahren kann unkompliziert vor Ort vorgenommen werden und liefert wissenschaftlich anerkannte und verläßliche Ergebnisse. Die CM-Methode zählt zu den zerstörerischen Verfahren zur Bestimmung der Feuchte, da für die Messung eine Probe aus der Wand oder dem Fußboden entnommen werden muß.

Dampfdiffusion
Die Wanderung des Dampfes (wasserhaltige Luft) durch einen Bauteil. Dampf wandert immer vom Warmen zum Kalten, also bei einem Haus von innen nach außen. Deshalb sollen Wände und Decken von innen dampfdichter sein als von außen. (a) Manche Baustoffe sind dampfdicht, Beispiel: Glas, Stahl. (b) Manche Baustoffe bremsen den Dampf; Beispiel: Bitumenpappe. (c) Manche Baustoffe setzen der Dampfdiffusion nur geringen Widerstand entgegen. Sie haben einen geringen Dampfdiffusionswiderstand, Beispiel: Ziegel, Porenbeton, Liapor, Leichtbeton.

Dampfsperre
Diffusionsdichte Schicht, z. B. Metallfolien, zum Schutz von Bauteilen gegen eindringenden Wasserdampf.

Darr-Methode
Die Darr-Messung oder auch Darr-Probe zählt zu den thermogravimetrischen Feuchtemessungen. Dabei wird die Masseveränderung bestimmt, die Stoffe bei ihrer Erwärmung erfahren. Es wird bei der Darr-Messung das Meßgut so lange getrocknet, bis sich der Gleichgewichtszustand eingestellt hat. Dieser ist erreicht, wenn das Gewicht des Meßguts einen konstanten Wert annimmt, was sich durch wiederholtes Wiegen feststellen läßt. Die Differenz zwischen dem Feucht- und Trockengewicht gibt den Feuchteverlust an, den die Materialprobe während der Darr-Messung durch die Erwärmung und Trocknung erfahren hat. Die Darr-Messung ist wie die sog. >>> CM-Methode ein zerstörerisches Meßverfahren zur Bestimmung der Feuchte. Für die Bestimmung der Feuchte muß für die Darr-Messung eine Probe entnommen werden. Deshalb kann mit einer einzelnen Messung auch nur die Feuchte bestimmt werden, die in der Probe bzw. in unmittelbarer Nähe der Entnahmestelle vorhanden war. Bei der Probenentnahme ist darauf zu achten, daß die entnommene Probe unmittelbar zur Messung verwendet wird, um einen Austausch von Feuchtigkeit mit der Umgebungsluft zu verhindern.

Einschalige Wand
Die einschalige oder auch monolithische Wand ist der klassische Wandaufbau, der Tragfunktionen Statik), Schallschutz und Wärmedämmung in einem erfüllen muß. Die einschalige Wand ist hauptsächlich in Süddeutschland anzutreffen und wird hier vorwiegend aus Ziegelmauerwerk gebaut.

Elektropumpe
Derartige Pumpen von verschiedenen Herstellern dienen als Fördergeräte bei der Verarbeitung von Imprägniermitteln für Fassaden. Dächern usw.. Wie bei sog. >>> Airless-Geräten besteht ihr Vorteil in der Förderung des Materials über größere Entfernungen, so daß eine kontinuierliche Verarbeitung von Gerüstbauten aus möglich ist. Außerdem ist eine bessere Dosierung des Drucks möglich. Heute werden fast nur noch Elektropumpen eingesetzt.

Feuchteabgabe
Bei Lebewesen das Schwitzen, bei unbelebter Materie das Ausdiffundieren herstellungs- oder witterungsbedingter, innerer Feuchte über die Oberfläche.

Feuchtepuffer
In einem Raum entsteht durch Duschen oder Kochen immer wieder kurzzeitig hohe Raumfeuchte. Diese wird nicht sofort über Diffusion oder Lüftung abgebaut. Zunächst einmal werden alle "trockenen Stoffe" wie Teppiche, Tapeten, Putze, Möbel einen Teil dieser Feuchte aufnehmen. Diese Feuchteaufnahme ist aber nur oberflächennah. Die Feuchte wird bei nächster Gelegenheit durch Lüftung wieder an die Raumluft abgegeben.

Fluat
Salz zum Neutralisieren von alkalischen Putzen und zum Absperren von Wasser- und Nikotinflecken. Fluate sind Salze der Kieselfluorwasserstoffsäure. Sie reagieren mit Kalziumkarbonat. Auf Lehm und Gips bleiben sie allerdings unwirksam.

Flutverfahren
Es ist das gebräuchlichste Verfahren zur Imprägnierung von Fassaden. Dabei werden die Imprägniermittel drucklos aufgebracht und durch die kapillare Leitfähigkeit der Baustoffe aufgesaugt. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte das Material daher möglichst lange auf der Baustoffoberfläche verweilen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die Oberfläche durch mehrmaliges Tränken naß-in-naß zu fluten. Als Geräte kommen

Frostgrenze
Eindringtiefe des Frostes in die Erde und in Bauteile bis zur Null-Grad-lsotherme. Die durchschnittliche Frosttiefe in Deutschland beträgt 80 cm, maximal 1 m.

Fundament
Das Fundament trägt das darauf errichtete Bauwerk sicher und verhindert, dass Erdbewegungen oder Setzungen Risse im Mauerwerk auslösen. Es muss gegen Grund- und Sickerwasser geschützt sein und unterhalb der Frostgrenze des Erdreichs liegen, um ein Zusammenziehen bei Frost und eine Ausdehnung bei Tauwetter zu vermeiden. Ab einer Tiefe von etwa 80 Zentimetern ist hierzulande kein Bodenfrost mehr festzustellen.

Gips
Es ist ein weißes Mineral (CaSO4 . H2O). In Wasser ist es schwer löslich. Es eignet sich auf Grund seiner Eigenschaften als >>> Bindemittel. Es ist stark hygroskopisch, d. h. es nimmt leicht Feuchtigkeit auf. Die Nutzung für feuchte Räume und Keller ist daher nicht angeraten.

Gleichgewichtsfeuchte
Die synonymen Begriffe sind †˜Sorptionsfeuchte†™ und †˜Ausgleichsfeuchte†™. Sie hängt von der umgebenden Luftfeuchtigkeit des Baustoffs ab. Folglich hat jeder Baustoff eine spezifische Feuchte, jeweils in Abhängigkeit von der rel. Luftfeuchte. Liegt der Feuchtewert des Baustoffs oder der Mauer über dem Gelichgewichstwert, dann spricht man von †˜Mauerfeuchte†™. Feuchte Baustoffe haben somit einen †˜Sanierungsspielraum†™ von maximal der Obergrenze der Gleichgewichtsfeuchte. >>> Salze

hygroskopisch
Baustoffe sind dann hygroskopisch, wenn sie Feuchtigkeit aufsaugen und binden.

Hydrationswärme
Wärme, die in Putzen und Beton beim Abbinden des Zements entsteht. Verantwortlich sind dafür das Bindemittel in Verbindung mit >>> Wasser. Zum Abbinden ist ausreichend Feuchtigkeit notwendig, damit keine Risse entstehen.

hydrophob
Zu den hydrophoben Materialien zählen alle, die >>> Wasser abstoßen, aber atmungsaktiv sind; Lasuren, Imprägnierungen, Fluate, Schlämme und Zementfarben.

Innenluft
Begriff aus der Bau- und Wohnbiologie: Infolge des neuen Bewusstseins über die beschränkt vorhandenen Energievorräte unserer Erde wurden Fenster und Türen entwickelt, die so dicht schließen, dass im geschlossenen Zustand keinerlei Luftaustausch mehr stattfindet. In der Innenluft sammeln sich deshalb Schadstoffe wie Chemikalien, Gase, Krankheitserreger und Rauch in so hohen Konzentrationen, dass sie unter Umständen gesundheitsschädlich wirken.

Innenputz
Innenputze haben eine glatte Oberfläche, sind durchlässig für Wasserdampf und geeignet für Innenanstriche sowie für das Anbringen von Tapeten. Der übliche Innenputz besteht aus einem Spritzbewurf, dem Unter- und dem Oberputz. Alternativ zum Verputzen können Gipskartonplatten verwendet werden. Der Trockenausbau ist wesentlich sauberer und ermöglicht ein sofortiges Weiterarbeiten.

Innere Oberflächen-Temperatur
Sie ist wichtig für das thermische Behaglichkeitsgefühl eines Menschen. Selbst eine sehr hohe Lufttemperatur von über 25 Grad Celsius reicht dazu nicht aus, wenn man in der Nähe eines schlecht gedämmten Fensters oder einer schlecht gedämmten Wand sitzt. Der Grund: Die innere Oberflächen-Temperatur eines Fensters oder einer Außenwand ist immer niedriger als die Raumlufttemperatur. Bei der sehr guten Dämmung einer Außenwand ist die innere Oberflächen-Temperatur sehr nahe der Raumlufttemperatur. Bei einer schlechten Dämmung, zum Beispiel eines Fensters, ist dagegen die innere Oberflächen-Temperatur sehr viel niedriger als die Raumluft-Temperatur. Die Folge: Die kalte Fläche entzieht dem Menschen Wärme. Laienhaft ausgedrückt könnte man sagen: die kalte Fläche strahlt Kälte ab.

Kalk
Der Name "Kalk" leitet sich von lat. calx ab. Nach vielfältigem Gebrauch mit unterschiedlicher Bedeutung: (a) in der Alchimie des Mittelalters Metallkalk, (b) in der Chemie (Calciumverbindungen, die in einfachem Zusammenhang mit Calciumoxid (CaO) stehen), (c) in der Geologie (unverfestigtes Kalksediment, verfestigter Kalkstein, stratigraphischer Eigenname und erklärender Zusatz zu Gesteinsnamen) werden heute mit "Kalk" nur die veredelten Produkte Branntkalk oder gelöschter Kalk (Kalkhydrat) bezeichnet. Kalk entsteht durch Brennen von Kalkstein. Hauptbestandteil des Kalksteins ist Calciumcarbonat. Die meisten Kalksteinlagerstätten in Deutschland sind vor Jahrmillionen aus den Schalen und Skeletten im Meer lebender Organismen entstanden. Kalkschlamm bildete sich auf dem Grund des Meeres, Korallenstöcke wuchsen und wurden überlagert. Der Schlamm verfestigte sich. Teilweise reagierte er mit magnesiumhaltigen Wässern und bildete so den dem Kalkstein nahe verwandten Dolomit. Durch die Auflast jüngerer Sedimente, die Kompaktion, wurde der Untergrund immer fester und bildete sich im Laufe von Millionen Jahren zu festem Gestein um. Unter besonderen Bedingungen entstanden auch Fossilien, wie der ca. 170 Millionen Jahre alte Ammonit aus dem Jura. Die heutigen Kalksteinlagerstätten in Deutschland sind bis zu 600 Mio. Jahre alt. Der Geologe teilt sie nach der Entstehungszeit in verschiedene Epochen ein: Kreide, Jurakalk, Trias (u.a. Muschelkalk), Paleozoikum (u.a. der bedeutendste Rohstoff, der devonische Massenkalk). Der älteste Kunde der Kalkindustrie ist das Baugewerbe. Hier wird der Kalk zum Anmischen von Mörtel auf der Baustelle seit Jahrtausenden eingesetzt. Wie die meisten Industrieprodukte ist auch der Kalk für das Baugewerbe in den dreißiger Jahren in Deutschland genormt worden. Heute ist die Baukalk-Norm DIN 1060 die Grundlage für alle Kalkarten. Die DIN 1060-1 (Ausgabe März 1995) legt die Anforderungen für Baukalk fest. Baukalke werden allgemein als Bindemittel definiert, deren analytische Hauptbestandteile die Oxide und Hydroxide des Calciums (CaO, Ca(OH)2), Magnesiums (MgO, Mg(OH)2), Siliciums (SiO2), Aluminiums (Al2O3) und des Eisens (Fe2O3) sind. Entsprechend der Verwendung in der Bauindustrie werden nach dem Erhärtungsverhalten zwei Gruppen, die Luftkalke und die hydraulischen Kalke, unterschieden. Luftkalke erhärten unter der Einwirkung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid, hydraulische Kalke erstarren und erhärten unter Wasser. Atmosphärisches Kohlenstoffdioxid trägt zum Erhärtungsprozeß bei, da diese Kalke einen Mindestgehalt an freiem Kalk enthalten. Zu den Luftkalken, die vorwiegend aus Calciumoxid oder Calciumhydroxid bestehen, zählen die Calciumkalke mit einem CaO+MgO-Gehalt > 70 % und die Dolomitkalke, die neben der CaO-Komponente auch einen bestimmten MgO- bzw. Mg(OH)2-Anteil aufweisen. Die Kalke werden weiter in ungelöschte und gelöschte Produkte unterteilt. Die hydraulischen Kalke bestehen vorwiegend aus Calciumsilikaten, Calciumaluminaten und Calciumhydroxid. Diese Produkte können durch Brennen von tonhaltigem Kalkstein und nachfolgendem Löschen und Mahlen und/oder durch Mischen von geeigneten Stoffen mit Calciumhydroxid hergestellt werden. Hydraulische Kalke, die durch Brennen von mehr oder weniger tonhaltigem Kalkstein unterhalb von 1250 ° C und anschließendem Löschen entstehen, werden "Natürliche Hydraulische Kalke" genannt. Baukalk kann ungelöscht und gemahlen als Feinkalk, ungelöscht und ungemahlen als Stückkalk oder in gelöschter Form als Kalkhydrat geliefert werden. Aus Kalk, Sand und Wasser wird nach der traditionellen Methode auf der Baustelle nach bestimmten Mischregeln der Mörtel zum Mauern und Putzen hergestellt. Dazu müssen die Bestandteile innig durchmischt und gleichmäßig dosiert werden, damit ein einwandfreier Mörtel entsteht. Viele Beispiele aus Jahrtausende alten Gemäuern zeigen, wie haltbar Kalkmörtel und -Putze sind. Die Römer verwendeten ihn ebenso wie Griechen, Ägypter, Inder und Chinesen.

Kalksandstein
Kalksandstein wird aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand und >>> Wasser mit geringem Energiebedarf hergestellt. Verschiedene Rohdichten und Druckfestigkeitsklassen für tragendes und nichttragendes Mauerwerk, vom Kleinformat über den großformatigen Systembau bis zu vorgefertigten Mauertafeln, zeigen die umfangreichen Einsatzmöglichkeiten. Mit Handvermauerung oder Versetzhilfen kann das Kalksandstein-Mauerwerk rationell und kostengünstig errichtet werden.

Kapillarität
Baustoffe wie Ziegel, Beton, Kalksandstein, Holz, Dämm-Materialien, Natur-und Kunststein enthalten Poren, Kapillaren, die Feuchtigkeit aufnehmen und weiterleiten können. Aufgrund dieser Kapillarität zeigen diese Stoffe hygroskopische Eigenschaften, sie sind atmungsaktiv, dampfdurchlässig (Dampfdurchlaßzahl) und diffusionsfähig. Glas und Metall wirken wie Dampfsperren und lassen den Wasserdampf kondensieren. >>> Salze >>> Kapillarität

Klimatisieren
Nur Luftheizungen lassen sich als Klimaanlage ausbauen. Zur Klimatisierung gehört die Filterung der Luft, die Regelung der Luftfeuchte und, gegebenenfalls, die Kühlung der Luft. Bei einem massiven Gebäude ist in unserem Klima ein Kühlen der Luft nicht notwendig.

Kohäsion
Der Begriff beschreibt den Zusammenhalt innerhalb eines Stoffes durch intermolekulare Kraftwirkungen, d. h. elektrostatische oder chemische Bindungskrüfte. Der Kohäsionswert ist ein Maß für die Kraft, die existiert, um Einzelteilchen eines Stoffes miteinander zu verbinden, bzw. welche Kraft erforderlich ist, um dises Stoff zu †˜zerreißen†™. >>> Kohäsion

Kondensat
Trifft warme Luft auf kühlere Flächen, schlägt sich die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an den Flächen als Kondensat (Wassertropfen) nieder. Allgemein wird häufig der Begriff Schwitzwasser verwendet. Besonders in der Heizperiode sollte man auf Kondensatbildung vor allem an den kühleren Außenwänden und in Zimmerecken achten, denn Feuchtigkeitsschäden entstehen meistens schneller, als man denkt. Im Normalfall genügt es, täglich drei- bis viermal kräftig zu lüften. Luft enthält praktisch immer Feuchte. Je wärmer die Luft ist, um so mehr Feuchte kann sie aufnehmen. Kühlt die Luft ab, kondensiert Wasser aus, sobald die relative Luftfeuchte 100% überschritten ist. Kondensatansammlungen sind am Himmel Wolken, in Boden nähe Nebel, auf dem Gras Tau und am Fensterglas Schwitzwasser.

Kondensation
Trifft feuchte, warme Luft auf kältere Flächen (Wände, Rohre, Fensterglas usw.), schlägt sich die Feuchtigkeit nieder. Besonders gefährdete Räume sind Bad und Küche. Der Grad der Kondensation kann durch die Auswahl von Baustoffen mit hoher Atmungsaktivität gering gehalten werden. Außerdem sollten Kältebrücken vermieden werden. Die Folgen der sich niederschlagenden Feuchtigkeit: Es bildet sich Schimmel und Rost, verrottendes Dämmaterial verliert damit natürlich seine Wirkung.

Kondensationsschäden
Bei einem falschen Wandaufbau kann die Feuchte in oder auf der Oberfläche der Bauteile ausfallen = kondensieren. Das erfolgt zuerst an den Wärmebrücken. Folgen: (a) Die Dämmwirkung läßt nach, weil Wasser schlechter dämmt als Luft. (b) Die Feuchte kann zum Zersetzen des Baustoffes führen. (c) Die Feuchtigkeit ist der Nährboden für Schimmelbildung. (d) Regelmäßsiges Lüften genügt im allgemeinen zur Verhinderung von Kondensationsschäden.

Konvektion
Im Unterschied zu Heizkörpern, die Wärme abstrahlen, gibt es die Möglichkeit, die Raumluft am Heizkörper vorbeizuleiten. Durch Umwälzung wird dann der ganze Raum erwärmt. Voraussetzung für die Wirkung der Konvektion ist, daß Konvektoren unterhalb der Fenster oder, in einem Schacht, unterhalb der Balkon- oder Terrassentür angebracht werden. Nur dann nimmt die aufsteigende Warmluft die durch die Glasflächen einfallende kalte Luft mit nach oben und erwärmt sie zugleich. Die Luft zirkuliert und Fußkälte wird somit vermieden.

Kunstharz(e)
Nach DIN 55958 (Dezember 1988) synthetische Harze, die durch Polymerisations-, Polyadditions- oder Polykondensationsreaktionen hergestellt werden. Sie können durch Naturstoffe, z. B. pflanzliche oder tierische Öle beziehungsweise natürliche Harze, modifiziert sein, oder durch Veresterung oder Verseifung natürlicher Harze hergestellt sein. Kunstharze bestehen in der Regel aus mindestens zwei Komponnenten. Die Vermischung beider Teile (Harz und Härter) ergibt die reaktionsfähige Harzmasse. Bei der Härtung steigt die Viskosität an, und nach abgeschlossener Härtung erhält man einen unschmelzbaren (duroplastischen) Kunststoff. Die Verarbeitung von Kunstharz (kurz Harz) erfolgt häufig in dem Gußverfahren. Hierbei wird das Gießharz in eine wiederverwendbare oder ein verlorene Form gegossen. Als härtbare Formmassen bezeichnet man meist rieselfähige Massen, die in einem Warmformungsvorgang mit unmittelbar späte rer irreversibler Aushärtung bei erhöhter Temperatur zu Formteilen und Halbzeugen verarbeitet werden. Hierbei sind häufig hohe Drücke zur kompletten Füllung der Form notwendig (z.B. in der Mouldtechnik).

Lehm
Lehm ist nach Holz einer der ältesten Werkstoffe zum Bauen überhaupt. Lehm besteht aus Tonerde und Sand sowie feinen Gesteinsteilen. Früher wurde Lehm zum Ausfüllen von Fachwerk-Konstruktionen verwendet. Wenn Lehm geformt und im Feuer gebrannt wird, entstehen Ziegel oder Tondachziegel.

Luft
(1) Außenluft: Aus dem Freien einströmende Luft (2) Abluft: Aus dem Raum abströmende Luft (3) Zuluft: Dem Raum zuströmende Luft (4) Fortluft: Die ins Freie abgeführte Luft (5) Umluft: Abluft, die als Zuluft wieder verwendet wird (6) Raumumluft: Die zum Zwecke der Luftbehandlung im Raum über ein Gerät geführte Luft (7) Mischluft: Luft verschiedenen Ursprungs, zum Beispiel Außen- und Umluft (8) Frischluft: Nicht regelgerechte Bezeichnung von Außenluft (9) Luftbehandlung: Technisch erzwungene Veränderung des Zustandes der Luft, z. B. Temperatur, absolute Feuchte, Staubgehalt, Keimzahl etc.

Lufttrocken
Die Feuchte des Baustoffes liegt im sicheren und normalen Bereich. Der Lufttrockene Bereich einzelner Baustoffe kann sehr unterschiedlich sein. Bei Mauersteinen liegt er zwischen ca. 1-2 %, bei Holz zwischen 14-16 %, bei Kalkmörtel zwischen 5-6 %.

Mauerwerk
Das Mauerwerk umfasst in der Regel die Bauteile aus den Mauersteinen (Ziegel) und dem Mörtel. Die klassische Vermörtelung des Mauerwerksverbands mit einer 12 Millimeter starken Lagerfuge und einer 10 Millimeter starken Stoßfuge (die bei Verzahnung der Mauersteine durch Nut und Feder auch entfallen kann) wird zunehmend durch Dünnbettverfahren abgelöst.

Mauerwerksverband
Wände aus Mauersteinen (Ziegeln) werden nach einem bestimmten Schema, dem Verband, aufgemauert, wobei Läufer- und Bindersteine den Zusammenhalt sicherstellen: Läufersteine liegen parallel, Bindersteine senkrecht zur Mauerflucht. Mauerverbände sind unter anderem Binder-, Block-, gotischer, Kreuz-, Läufer- oder märkischer Verband.

Mechanische Lüftung
Nachdem durch eine Verbesserung des k-Wertes der Transmissionswärmeverlust verringert wurde, war es notwendig, auch den Lüftungswärmebedarf zu senken. Dazu wurden mechanisch betriebene Lüftungssysteme, zum Teil mit Wärmerückgewinnung, entwickelt. Die Mechanik kostet jedoch ihrerseits elektrische Energie. Die neue Wärmeschutzverordnung begrenzt den zulässigen Stromverbrauch solcher Anlagen.

Naßfäule
(bei Holz) Damit bezeichnet man eine durch holzzerstörende Pilze hervorgerufene Fäulnis an verbautem oder lagerndem Holz. Der Begriff dient insbesondere dazu, Schäden durch Naßfäulepilze wie z.B. Brauner Kellerschwamm oder Weißer Porenschwamm gegenüber dem Echten Hausschwamm abzugrenzen, da letzterer aufgrund seines geringeren Anspruchs an die Holzfeuchte eine Sonderstellung hinsichtlich der Gefährdung von Holzkonstruktionen und des notwendigen Sanierungsaufwandes einnimmt. Dennoch ist der Begriff "Naßfäule" umstritten, da jeglicher Befall durch holzzerstörende Pilze (auch durch Echten Hausschwamm) in der Regel eine erhöhte Holzfeuchte (oberhalb des Säätigungsbereiches einer Faser) voraussetzt. Der früher gelegentlich als Gegensatz verwendete Begriff "Trockenfäule" ist aus diesem Grunde irreführend und sollte nicht mehr verwendet werden.Naßfäule kann in Form von Braunfäule, Moderfäule oder Weißfäule auftreten. Die aus holzschutztechnischer Sicht notwendigen Maßnahmen zur Sanierung von Bauschäden durch Naßfäulepilze oder den Echten Hausschwamm sind in Deutschland in der DIN 68800 T.4 geregelt.

Neubau-Feuchte
Die übliche Neubaufeuchte verdunstet nach 1 bis 2 Heizperioden (1

Nitrate
Es sind Salze der Salpetersäure. Sie sind häufig bauschädigend. Umgangssprachlich werden sie als †˜Salpeter†™ oder †˜Mauerfra߆™ bezeichnet. Sie kommen häufig mit organischen Abfallstoffen (Jauche, Urin, Fäkalien) vor. Nitrifizierende Bakterien sind in der Lage, Ammoniak zu Salpetersäure zu oxidieren, die wiederum mit Kalziumverbindungen reagiert. Solche Kalziumnitrate (Salpeter) sind hoch hygroskopisch und führen bei zwischenzeitlichen Trocknungen zur Kristallisation. Die Kristallisation ist der prozeß, der das Mauerwerk schädigt, weil durch Volumenvergrößerung enorme Sprengwirkung auf den Baustoff ausgeübt wird.

Oberflächentemperatur
Die inneren Oberflächentemperaturen von Fenstern, Wänden und Decken beeinflussen wesentlich das Behaglichkeitsgefühl des Menschen. Je einheitlicher die Temperaturen sämtlicher Umschließungsflächen sind, um so höher ist die thermische Behaglichkeit für den Menschen in einem Raum. Es ist dann "gemütlich" warm und "behaglich"! Je besser ein Baustoff dämmt, um so höher ist seine innere Oberflächentemperatur.

OLAFIRN
(Mehrfach-Fluat) Bewährtes Mehrfachfluat zum Neutralisieren und Verdichten alkalischer, zement- oder kalkhaltiger Untergründe. Es verhindert Schäden an nachfoglenden Anstrich- und Putzarbeiten. Es entfernt Kalkausblühungen und schützt vor Ausblühungen. Es ist für gleichmäßige, feste Untergründe geeignet. >>> Fluat

Porenbeton
ist ein Leichtbeton, der in stationären Werken hergestellt wird. Dazu wird mehlfein gemahlener Quarzsand mit Kalk und Zement als Bindemittel unter Zugabe von Wasser vermischt. Für die Porenbildung wird Aluminiumpulver oder -paste verwendet. Nach der Porosierung

Porosität
Es ist das Porenvolumen eines Baustoffs. Sie spielt bei der Durchfeuchtung und der Injektion von sperrenden Mitteln eine wichtige Rolle. Die Art der Poren in einem Baustoff kann sehr unterschiedlich sein, was sich auf die Wärmedämmung und Wasserleitfähigkeit auswirkt. Es gibt geschlossene, offene und Sackporen.

Putz
Aus Mörtel bestehende Verkleidungsschicht von Decken, Innen- und Außenwänden. Zusätze verschiedener Art machen den Putz für verschiedene Verwendungen geeignet: Putze mit Kunstharz haften gut, können mit Pigmenten gefärbt werden und sind aufgrund ihrer Elastizität praktisch rissfrei. Zuschläge aus körnigem Naturstein erlauben interessante Oberflächengestaltung (Edelputz). Putz kann (in dünner Form) aufgeschlämmt, aufgespritzt oder mit der Kelle aufgetragen werden. Das Verreiben und Glätten erfolgt mit der Kelle oder dem Reibebrett. Durch unterschiedliches Führen des Werkzeugs kann man Strukturen herausarbeiten.

Rissbildung
Risse entstehen aufgrund von Setzung einzelner Gebäudeteile. Die Ursache liegt bei einer mangelhaften Ausführung oder gar Planung des Fundaments. Setzrisse treten auch in ehemaligen Bergbaugebieten auf. Wurde bei der Planung nicht ausreichend oder an den falschen Stellen Arbeits- oder Dehnfugen berücksichtigt, kann es durch Bewegungen in der Bausubstanz zu Rissen kommen. Wurden Fugen nicht oder mit zu schmalen Fugendeckstreifen überklebt, kann es zu Rissen kommen. Wichtig ist, dass Putz oder Mörtel in Fugen nicht zu schnell abbinden darf. Das kann sonst zum Schwinden des Materials und zu Rissen führen. Stoßen Baustoffe mit unterschiedlichem Ausdehnungsverhalten bei Temperaturschwankungen aufeinander, müssen Arbeitsfugen (Dehnfugen) eingeplant und sorgfältig verarbeitet werden.

Rohdichte
(Festigkeit von Mauersteinen) Mauersteine werden in Rohdichteklassen zwischen 0,4 und 2,0. angeboten. Die Festigkeit von Mauersteinen wird in zugelassenen, neutralen Prüfanstalten gemessen. Abhängig von den Mess-Ergebnissen werden sie in Festigkeitsklassen 2, 4, 6, 8, 10, 12 oder 20 eingestuft. Aus der Festigkeitsklasse ergibt sich die Belastbarkeit der Steine. Festigkeitsklasse 6 bedeutet z.B. , daß jeder Stein mindestens 6 MN/m2 aushalten muß ohne zu zerbrechen. Die Tragfähigkeit der Wand hängt zusätzlich natürlich auch von dem Mauermörtel ab, der die Steinlagen verbindet.

Salze
Bestehen aus Ionen sie sind elektronische Teilchen Salze in festem Zustand bilden ein Ionengitter. In Flüssigkeiten lösen sich Salze auf. Bildung von Salzen, Metallhydroxide + Säure werden mit Salz und Wasser neutralisiert. Reaktionen von Metallen mit Nichtmetallen ergeben Salze. Auf diese Weise sind lediglich die Salze bildbar, die aus maximal 2 verschiedenen Elementen bestehen. Salze sind Verbindungen von Metallen plus Säurresten. Die Wasserbildung ist die treibende Ursache beim entstehen einer Säure.Salzausblühungen am Mauerwerk und Wänden sind für viele eine bekannte Erscheinung, die mit feuchten Gebäuden einhergehen. Salze spielen in vielfacher Hinsicht für die Beständigkeit von Baustoffen eine besonders wichtige Rolle. Viele Bindemittel in Baustoffen enthalten Salze. Im allgemeinen bewirken sie keine bauschädigende Effekte, sondern sind Bestandteil der Baustoffe als Bindemittel. Mit zunehmender Löslichkeit der Salze nimmt die Möglichkeit einer schädigenden Wirkung zu, wobei v. a. treibende Angriffe durch Kristallisation und Hydratation der Salze sowie durch Frost- bzw. Taupunkt-Schäden ausgelöst werden. Außerdem spielt die Erhöhung der Gleichgewichtsfeuchte, d. h. die hygroskopische Wasseraufnahme, bei versalzenen oder salzbelasteten Baustoffen eine große Rolle. Es sind eine Vielzahl von löslichen Salzen bekannt, die verschiedene Reaktionen und Mechanismen in Baustoffen auslösen. Sie stellen Neutralisationsprodukte von Säuren und Basen dar. Immer, wenn ein saures Medium mit einem alkalischen Baustoff in Berührung kommt, führt das zwangläufig zur Salzbildung. Beispielsweise kann der bekannte saure Regen Salzbildung am und im Mauerwerk bedingen. Anderseits können alkalische Substanzen, wie Laugen und wasserglashaltige Stoffe die Salzbildung forcieren, indem die Neutralisation durch saure Gase der Luft, z. B. Kohlendioxid, ausgelöst wird. Auch Mikroorganismen können Salzbildungen beeinflussen, ebenso wie eine Salzaufnahme durch Kapillarität. Letztere findet häufig in erdberührenden Bereichen statt. Da die auf die verschiedenen Arten eingetragenen Salze im Mauerwerk auch bei Trocknung erhalten bleiben, liegt es auf der Hand, daß mit zunehmendem Alter eines Gebäudes zwangsläufig der Versalzungsgrad steigt, wenn nicht adäquate Schutzmaßnahmen erfolgen. Da die Löslichkeit der Salze von besonderer Bedeutung ist, kann man als Grundsatz festhalten: Je löslicher ein Salz in Wasser ist, um so ausgeprägter ist sein bauschädigendes Verhalten. Die bekanntesten Angriffe von Salzen sind Kristallisations- und Hydratationsschäden. Bei der Kristallisation kommt es zur Volumenvergrößerung des Salzes. Der dabei entstehende Sprengdruck hängt jeweils von der Temperatur und der Konzentration der Salzlösung ab. Er kann Größenordnungen aufweisen, die dem Druck von gefrierendem >>> Wasser entspricht. Die Kristallisation führt unweigerlich zur Zerstörung des Porengefüges des Baustoffes. Es ist zudem die Tatsache bekannt, daß Salze in der Lage sind, chemisch mit Wasser zu reagieren. Dieser Vorgang ist aus der Härtung von Bindemitteln bekannt. Er wird als Hydratation, d. h. Anlagerung von Wasser, bezeichnet. Besonders baugefährdent sind dabei Salze, deren Hydratatationstemperatur relativ niedrig ist. Gemeint ist die Temperatur, bei dem die Wasseranlagerung bzw. Wasserabgabe erfolgt. Der Vorgang ist reversible, d. h. Wasseranlagerung und Wasserabgabe finden stets dann statt, wenn die kritische Hydratationstemperatur über- bzw. unterschritten wird. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Wasseranlagerung bei der Hydratbildung mit einer Volumenvergrößerung verbunden ist, ähnlich wie bei der Kristallisation. Weniger bekannt ist, daß bei diesem Vorgang Drücke in gleicher Größenordnung wie bei der Kristallisation entstehen. Die Konsequenzen sind offensichtlich. Das Mauerwerk kann auf diese Weise schrittweise seine innere Stabilität verlieren. Schäden am Außenputz werden sichtbar, obwohl das nur ein äußeres Symptom für ein noch viel größeren Schaden das Mauerwerks sein kann! Eine dritte Schadensquelle ist die hygroskopische Feuchteaufnahme. Gemeint ist die Wasseraufnahme des Baustoffs aus der Umgebungsluft. Sie nimmt um so mehr zu, je höher die Luftfeuchtigkeit und je höher der Versalzungsgrad des Baustoffs ist. Ein versalzenes Mauerwerk kann demzufolge ein Vielfaches an Wasser aufnehmen als es der sog. Gleichgewichtsfeuchtigkeit oder Sorptionsfeuchtigkeit des salzfreien Baustoffes entspricht. Hochgradig versalzenes Mauerwerk kann bis zur Trocknungsblockade führen.

Sandstein
Sedimentgestein: verschiedenfarbig, sandkörnig geschichtet, sehr gute Bearbeitbarkeit, fest und zäh, verwitterungsgefährdet

Sanierung
Wieder lebenswert machen; gesund machen. Für den Bereich Bauwesen die Wiederherstellung eines für Leib und Leben sicheren Zustandes eines Gebäudes. Ziel sollte es immer sein, die Schadensursachen zu beheben. Nicht zu verwechseln mit Modernisierung.

Schadstoffe
Vorhandene oder in die Umwelt gebrachte Stoffe mit schädlicher Wirkung auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Sachgüter.

Schiefer
Schiefer als Dachdeckungs-Material: Schieferdeckungen prägen in Deutschland ganze Landstriche und viele Städte. Die lange Lebensdauer, die Wartungsfreundlichkeit und die naturbelassene Schönheit machen Schiefer beliebt. Qualitäts-Schiefer besteht überwiegend aus Glimmer, Quarz und Ton. Er hat von Natur aus keine Risse. Das glatte Material klingt hell beim Anschlagen. Die Glimmerlagen geben auch hohen Umweltbelastungen, wie saurem Regen, keine Chance und machen Schiefereindeckung sehr widerstandsfähig.

Schimmel
Schimmelpilze, heterogen zusammengesetzte Gruppe von Kleinpilzen, die auf organischer Materie siedeln, zum Beispiel auf Brot, Lebensmitteln, Textilwaren, Holz, Farben, Papier, Leder, Leim, Gummi. Einige Pilze sind krankheitserregend. Sporen von Schimmelpilzen können Allergien erzeugen.

Schimmelflecke
Feuchte Stellen und Schimmelflecken deuten auf tiefgründige Probleme hin. Schimmel ist oft das Ergebnis einer zu hohen Raum-Luftfeuchtigkeit, die durch falsches oder unregelmäßiges Lüften verursacht wird. Öffnen Sie die Fenster regelmäßig am Tag zu einer kurzen aber kräftigen Querlüftung, so daß die Luft zirkulieren und sich austauschen kann. Aber auch eine fehlerhafte oder unzureichende Dämmung der Außenwände oder eine fehlende horizontale Feuchtigkeitssperre können Gründe für die Schimmelbildung sein. Schimmelflecken müssen Sie mit einem Antischimmelmittel behandeln. In schwereren Fällen muss eventuell sogar der geschädigte Putz entfernt werden. Eine sensorgesteuerte aktive Belüftung ist angeraten, um neue Schimmelbildung zu vermeiden.

Schwitzwasser
Schlägt sich an den Innenseiten von Außenwänden und Fenstern nieder, wenn deren Oberflächentemperatur die Taupunktstemperatur der Luft unterschreitet. Das ist die Temperatur, bei der die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu Wasser kondensiert. Abhilfe durch wärmedämmende Maßnahmen, Vermeidung von Wärmebrücken, regelmäßiges Lüften bzw. Reduzieren der Raumluftfeuchte.

Sickergrube
Die Sickergrube ist ein Bestandteil der Klärgrube, die man mit einplanen muß, wenn der Anschluß an die öffentliche Kanalisation nicht möglich ist. Über die Sickergrube werden Regenwasser und die überlaufende Flüssigkeit aus der Faulgrube abgeleitet. Die Sickergrube muß so tief in das Erdreich reichen, bis sie auf eine wasserdurchlässige Schicht trifft. >>> Nitrate

Silikone
Um Beton, Putz oder Klinker gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen, kann ein Anstrich mit geeignet aufbereitetem Silikon erfolgen. Die Atmungsaktivität wird durch einen Silikonanstrich nicht beeinträchtigt. >>> Silizium >>> Siloxan >>> SMK

Silizium
Es tritt in der Natur ausschließlich als Oxid auf, und zwar entweder in Form von Siliziumdioxid oder in Form silikatischer Mineralien. Es ist für gewöhnlich vierwertig, es existieren allerdings auch synthethisch hergestellte Verbindungen des zweiwertigen Siliziums (Silylene). Es gibt eine Vielzahl natürlicher chemischer Verbindungen, in denen Silizium vorkommt, nämlich die Silikate. So bestehen Sand, Ton und Quarz vorwiegend aus Siliziumdioxid. Silizium ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erdkruste, da es Bestandteil eines Großteils der Minerale ist. Wesentliches Bauelement aller Silizium-Sauerstoff-Verbindungen sind SiO4-Tetraeder. Durch Polykondensation solcher SiO4 -Tetraeder, die über gemeinsame Ecken, Kanten oder Flächen verknüpft werden, können komplexe Ketten, Ringe, Schichten und andere Vernetzungsmuster ausgebildet werden. Eine Lebensform, die dieses Prinzip ausnutzt, sind die Kieselalgen (Diatomeen), welche sich durch Kondensation von Monokieselsäure Si(OH)4 ein Exoskelett aus Siliziumdioxid aufbauen. Werden solche SiO4-Tetraeder durch organische Reste modifiziert und polymerisiert, erhält man die Silikone (Silicone), die zu den wichtigsten industriellen Kunststoffen gehören. >>> Silikone >>> SMK

Siloxan
Bezeichnung für alle Silizium-Sauerstoff-Verbindungen. In der Siliconchemie für Bauanwendungen ist die Bezeichnung aber eher missverständlich. Deshalb werden hier nur diejenigen Kondensationsprodukte als Siloxane bezeichnet, die aus 3 bis 6 trifunktionellen Molekülen eines monomeren Silans über Siloxanbindungen zu oligomeren Produkten gebildet werden. Siloxane sind üblicherweise niederviskose, klare, im Gegensatz zu den Silanen aber nicht mehr flüchtige Flüssigkeiten, die je nach Ausgangssilan Methanol oder Ethanol gebunden enthalten und kurze oder lange organische Reste aufweisen. Der gebundene Alkoholgehalt ist wesentlich geringer als bei den Silanen. Bei ihrer Anwendung zur Hydrophobierung sind bei Siloxanen die schnellere Ausbildung des Siliconharz-Netzwerkes, die fehlende Flüchtigkeit und die geringere freigesetzte Alkoholmenge bei der Reaktion im Vergleich mit Silanen vorteilhaft, so dass sie auf stark saugenden Untergründen auch eine bessere Wirksamkeit aufweisen.

SMK
Technologie ein Hydrophobierungsmittel in das Mauerwerk einzubringen. Da die Silikonmikroemulsionskonzentrate alkalifrei sind, findet keine Salzbildung wie bei der Verwendun von Silikonaten, statt. Die SMK-Mauerinjektion ist eine wässrige Silikonmikroemulsion (Konzentrat) mit Teilchengrößen im Nanometerbereich. Dadurch ist auch die Verteilung in feinen Poren und Kapillaren möglich. Als wässriges System für feuchte und poröse Baustoffe geeignet. Der Untergrund kann mehr oder weniger feucht, auch relativ salzbelastet sein (bis 1 % Mauersalzgehalt). die Abkürzung bedeutet Silikonmikroemulsionskonzentrate. Es handelt sich dabei um reines Siloxan oder modifizierte Siloxanverbindungen, die in einer feinteiligen Form als Mikroemulsionen vorliegen. Sie haben nahezu das gleiche Penetrationsvermögen wie die gelösten Siloxane, so daß mit Hilfe dieser neuen Technologie Systeme zur Verfügung stehen, um ein Mauerwerk zu hydrophobieren bzw. um bei einem Injektionsverfahren

Streifenfundament
Ist die häufigste Art der Fundierung bei Hochbauten, sie werden unter allen belastenden Wänden angeordne

Strömungspotential
In den Kapillaren von porösen Baustoffen kommt es an den Grenzflächen von Baustoffe und Flüssigkeit zu einer elektrischen Ladungstrennung. In der Regel wird dadurch die Oberfläche der Kapillare negativ aufgeladen, wodurch positiv geladenen Ionen aus der Flüssigkeit angezogen werden. Bewegt sich Wasser durch eine Kapillare, werden positiv geladene Ionen mittransportiert und damit in Richtung des Tranports ein positives elektrischen Potential aufgebaut.

Stützmauer
Mauerwerk, das zum Abböschen des Erdreichs an Hanglagen dient. Der geeignete Baustoft ist Beton, dessen Stabilität, nötigenfalls unterstützt durch konstruktive Maßnahmen, dem Druck des Erdreichs am besten standhalten kann. Anhand dieser Belastung läßt sich von einem Statiker die nötige Mauerstärke berechnen.

Sturz
Alle Öffnungen und Durchbrüche in sowohl tragendem als auch nichttragendem Mauerwerk werden nach oben hin durch ein querliegendes Bauteil abgesichert. Der Sturz besteht in der Regel aus armiertem Beton oder, bei großen Öffnungen, aus T- oder Doppel-T-Stahlträgern. Bei Fenstern erfüllt der Rolladenkasten die Funktion des Sturzes dann, wenn er ausreichend stabil konstruiert ist.

Taupunktberechnung
Berechnung, wann und wo die Luftfeuchte kondensiert. Bei Außenwandkonstruktionen aus verschiedenen Werkstoffen kann es in der Wand zu Feuchtigkeitsschäden kommen. Eine Taupunktberechnung ermöglicht einen konstruktiv richtigen Aufbau. Bei einer homogenen Außenwand aus Ziegel oder Porenbeton können Feuchtigkeitsschäden praktisch nicht auftreten.

Temperaturdifferenz
Der Wärmeverlust an einem Bauteil wird bestimmt durch seine Größe, seine Wärmedärnmung und durch die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Diese Temperaturdifferenz ist sehr unterschiedlich. Während die Innenraumtemperatur in der Regel 20 °C beträgt, schwankt die Außentemperatur auf der Außenseite eines Bauteiles stark. Bei strengem Frost beträgt die Außenlufttemperatur

Thermographie
Mittels Infrarot-Thermographie können Temperaturen berührungslos und großflächig erfaßt werden. Hohe Temperaturauflösung und schnelle Verfügbarkeit der Meßergebnisse, die bildlich vorliegen, sind die Hauptvorteile des Verfahrens. Es ist sehr gut zur Bestimmung der Feuchteverteilung an der Oberfläche und im oberflächennahen Bereich geeignet. Ganze Gebäude bzw. deren Außenflächen können so untersucht werden. Je nach Verfahren erhält man nur an der Oberfläche, im oberflächennahen Bereich bis in Tiefen von wenigen Zentimetern oder im Innern des Bauteils Informationen über die Feuchteverteilung. Temperatur, Wärmeleitfähigkeit, spezifische Wärmekapazität, Dichte, Emmissivität oder Wellenlänge können allerdings störende Einflußgrößen sein.

Verblendmauerwerk
Rohes, unbehandeltes Mauerwerk kann mit natürlichem Stein, Riemchen oder Kalksandstein verkleidet werden. Der Vorteil des zweischaligen Aufbaus ist die Möglichkeit, zwischen dem Grundmauerwerk und dem Verblendmauerwerk Dämmstoffe zu verarbeiten. Von unten und oben müssen ausreichend Schlitze eingearbeitet werden, die eine gute Hinterlüftung erlauben. Nur so kann die Dämmwirkung auf Dauer erhalten bleiben.

Wasserdampf
Wasser in gasförmigem Zustand, als Teil der Luft. Je Person fallen täglich durch Verbrennung im Körper 1-2 Liter, durch Kochen, Baden, Waschen usw. 1/2

Zement
Der Begriff geht auf die Römer und bedeutete soviel wie Mauerwerk aus Bruchsteinen mit Mörtel aus gebranntem Kalk. Im Mittelalter erkannte man, der sog. ‘Trass’ der Eifelvulkane die gelichen Eigenschaften hat. Un der Engländer J. SMEATON entdeckte, daß die Zugabe von Ton beim Kalkbrennen einen hydraulischen , also auch unter Wasser erhärtenden Mörtel ergibt. Der Portlandzement wurde erstmals 1824 von dem Briten J. ASPDIN hergestellt. Heute sind die Rohstoffe für die herstellung Kalkstein und Ton oder kalkmergel bzw. kalkstein und Hochofenschlacke. Das in einer bestimmten Menge gemischte Rohmaterial wird bei +1.450 °C gesintert. Während Kalk allein durch Karbonatisierung härtet und die Gipshärtung durch Wassereinlagerung erfolgt, handelt es sich bei der Zementhärtung um eine Überlagerung beider Prozesse. Zement ist in der Regel ein hydraulisches Bindmittel, d. h. eine ‘Wasserbinder’. >>> Bindemittel

Ziegel
Baustoff aus gebrannter Tonerde: Ziegel werden aus Lehm und Ton, die in heimischen Lagerstätten oberflächennah abgebaut werden, in einem keramischen Brennprozess hergestellt. Man unterscheidet zwischen Hintermauerziegeln, welche durch ein ausgeklügeltes Lochsystem und durch eine Porosierung des Tonmaterials ausgezeichnete Wärmedämm-Eigenschaften erhalten, sowie Vormauerziegeln und Klinkern, die als Sichtmauerziegel in der Fassade jeder Wetterbeanspruchung standhalten. Ziegel sind einer der wichtigsten Baustoffe im Hausbau und der am meisten gebräuchliche Baustoff im Süden Deutschlands. Ziegel gibt es heute in vielseitiger und vielfältiger Form, in modernen kompletten Bausystemen und für alle Einsatzgebiete.