Kopie von `Prof. Dr. Holger Rogall - Glossar der Nachhaltigen Ökonomie`

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Prof. Dr. Holger Rogall - Glossar der Nachhaltigen Ökonomie
Kategorie: Wirtschaft und Finanzen > Nachhaltigen Ökonomie
Datum & Land: 01/08/2010, DE
Wörter: 162


Abfall
Die Abfalldefinition lässt sich aus dem KrWW-/AbfG herleiten. Nach dem Abfallgesetz sind Abfälle bewegliche Sachen, die unter Anhang I des Gesetzes aufgeführte Gruppen fallen und deren sich der Besitzer entledigt oder entledigen will oder entledigen muss.

Abgaben
Unter A. werden nach der Abgabenordnung alle Zahlungen definiert, die der Bürger an den Staat (im weitesten Sinne) kraft öffentlichen Rechts zu leisten hat. Sie werden unterschieden in: Beiträge, Gebühren, Steuern, Sonderabgaben, Pflichtpfänder und Zölle (Rogall 2008: 270).

Absolute Armut
tritt dann auf, wenn Menschen nicht über die zur Existenzsicherung notwendigen Güter verfügen und ein Überleben in Menschenwürde gefährdet ist (internationaler Maßstab: weniger als die Kaufkraft von einem US-$ pro Tag). Hiervon sind ca. 1,2 Mrd. Menschen insbesondere in den ärmsten Staaten (sog. LDCs) betroffen. Durch die großen wirtschaftlichen Erfolge Chinas hat sich in den letzten 20 Jahren auch die Anzahl an Armen und die globale Armutsquote verringert. Dabei wird oft übersehen, dass es sich bei dem 1 U$-Kriterium nicht um den Gegenwert nach dem Wechselkurs sondern nach der Kaufkraft handelt, d.h. als absolut Arm wird nur derjenige gerechnet, dessen Lage einem Armen in den US gleicht, der dort nur einen Dollar am Tag zur Verfügung hat. 

Absolute Einkommenshypothese
Die a.E. beschreibt den Zusammenhang von steigenden Einkommen und der Konsumquote (Anteil der Konsumausgaben am Einkommen, auch marginale Konsumquote genannt). Nach der a.E. sinkt die Konsumquote bei steigenden Einkommen (Rogall 2006: 71).

Absorption
Aufnahme und Auflösung von meist gasförmigen Stoffen (Luft, Schadstoffgase etc.) in anderen Stoffen (z. B. Wasser, Filter).

Abwärme
A. ist die anfallende Wärmeenergie, die bei chemischen, physikalischen oder technischen Prozessen als (oft unerwünschtes) Nebenprodukt (Koppelprodukt) erzeugt wird.

Agenda 21
A. (lat.: was getan werden muss; Aufstellung der Gesprächspunkte) beschreibt die Probleme und Lösungsansätze der Menschheit im 21. Jh. Es stellt damit ein Nachhaltigkeitskonzept dar, auf das sich die Teilnehmerstaaten der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro geeinigt haben. Auf der nationalstaatlichen Ebene (z.B. D...

Akteure
einer nachhaltigen Entwicklung: Unter A. versteht die Neue Umweltökonomie/Nachhaltige Ökonomie alle Personen, die durch Handlungen einen positiven oder negativen, direkten oder indirekten Einfluss auf eine Nachhaltige Entwicklung haben können, d.h. dafür sorgen können, dass die politisch-rechtlichen Instrumente eingeführt oder nicht eingeführt werd...

Akteure
Unter Mittel werden alle (Macht)mittel der Akteure verstanden, mit denen die Entscheidungen der anderen Akteure beeinflusst werden können. Unterschieden wird in formelle Mittel (z.B. das gesetzlich fixierte Anhörungsrecht bei Gesetzesvorhaben) und informelle Mittel (z.B. Gespräche, Öffentlichkeitsarbeit, Druck, Korruption). Akteursanalyse: Unter A....

Akzeptanz
Unter A. wird die positive Haltung bzw. Einschätzung der Akteure (z. B. Bevölkerung, Unternehmen) gegenüber einer Maßnahme (z. B. Einführung eines umweltpolitischen Instruments) verstanden.

Allmendeproblem
Unter A. wurden (im europäischen Mittelalter) die für die gesamte Dorfgemeinschaft nutzbaren Weideflächen verstanden. Das Allmende-Problem besagt, dass die Wirtschaftsakteure mit dem Eigentum der Allgemeinheit nicht so effizient umgehen wie mit ihrem Privateigentum.

Allokation
A. meint die Verwendung (Verteilung) der Güter, insbesondere der Produktionsfaktoren einer Volkswirtschaft. Ziel ist die optimale Allokation der Ressourcen, d.h. der effizienteste Einsatz der Produktionsfaktoren auf alternative Verwendungszwecke (Rogall 2006: 37).

Allokationstheorie
siehe neoklassische Theorie

Anlagen
Das BImSchG definiert in § 3 Abs. 5 Anlagen als Fabriken, Betriebsstätten, Maschinen, Geräte, fahrende Arbeitsmaschinen (z. B. Gabelstapler), Lagerplätze, betriebliche Lagerplätze und Baustellen. Dabei unterscheidet das Gesetz in: (1) Genehmigungsbedürftige Anlagen, für die ein förmliches Genehmigungsverfahren nach § 4 BImS...

Armut
Als A. bezeichnet man die wirtschaftliche Situation einer Person oder Gruppe, in der sie nicht aus eigener Kraft einen als angemessen bezeichneten Lebensunterhalt bestreiten kann. Hierbei wird unterschieden in: absolute und relative Armut.   

Artenschutz
Die Bundesartenschutzverordnung gewährt Tieren und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind, einen erhöhten Schutz. Danach ist es u. a. verboten, wildwachsende Pflanzen missbräuchlich zu nutzen, ihre Bestände zu verwüsten sowie wildlebende Tiere mutwillig zu töten.

Aufklärung
Als A. wird eine geistesgeschichtliche Epoche bezeichnet, die Ende des 17. Jh. in England ihren Ausgangspunkt nahm und sich im 18. Jh. in ganz Europa und Nordamerika verbreitete. Der Begriff fasst verschiedene Strömungen (z.B. Rationalismus, Empirismus) zusammen, die gemeinsam den absoluten Wahrheitsanspruch der Offenbarungsreligionen (z....

BImSchG
Bundesimmissionsschutzgesetz

Blockheizkraftwerk
Ein BHKW besteht aus Motoren oder Gasturbinen, die die bei der Stromerzeugung gewonnene Abwärme als Nahwärme für die Raumheizung und die Warmwassererzeugung nutzen. Ab Leistungsklassen >5 oder 10 MW spricht man nicht mehr von BHKW, sondern von KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Koppelung).

Boden
Der B. ist die oberste (meist nur 20-40 cm dicke) überbaute und nicht überbaute Schicht der festen Erdkruste, einschließlich des Grundes fließender oder stehender Gewässer, soweit sie durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden kann. Der Boden nimmt eine Vielzahl von nicht substituierbaren natürlichen Funktionen für den Menschen war. So dient ...

Coase
versuchte in den 1960er Jahren das Problem des Marktversagens durch das Vorliegen externer Effekte zu lösen, indem er Eigentums- oder Nutzungsrechte (Property-Rights an Umweltgütern) vergeben wollte. Entweder entschädigt der Betroffene den Verursacher für eine Produktionseinschränkung (Nutzungsrechte liegen beim Produzenten) oder der Produzent muss...

Coase-Theorem
Coase-Theorem: Coase versuchte in den 1960er Jahren das Problem des Marktversagens durch das Vorliegen externer Effekte zu lösen, indem er Eigentums- oder Nutzungsrechte (Property-Rights an Umweltgütern) vergeben wollte. Entweder entschädigt der Betroffene den Verursacher für eine Produktionseinschränkung (Nutzungsrechte liegen beim Produzenten) oder der Produzent muss dem Betroffenen eine Ausgleichszahlung für die Umweltschädigungen leisten. Coase geht hierbei davon aus, dass durch Verhandlungslösungen beide Fälle zu einem ökonomisch-ökologischen Optimum führen. Dieser Ansatz wird von vielen Autoren kritisiert. So sind heute die wichtigsten Umweltprobleme regionaler oder gar globaler Natur, wer sollte hier einzelne Eigentumsrechte erhalten.

Danach muss die Politik aktiv eingreifen um eine Nachhaltige Entwicklung sicherzustellen und die Folgen von Marktversagen zu vermindern.
(10) Anerkennung bestimmter globaler Voraussetzungen für eine Nachhaltige Entwicklung: Als zentrale Bedingungen werden u. a. anerkannt: Einführung eines Ordnungsrahmens, Senkung des Pro-Kopf-Ressourcenverbrauchs, um 80-90% bis 2050, der Industrieländer und Verminderung der Bevölkerungszunahme der Entwicklungsländer. Hierbei wird akzeptie...

Ecodesign
E. meint die umweltfreundliche Gestaltung von Produkten, von der ersten Produktidee bis zur Fertigung (mit dem Ziel die ökologischen Managementregeln der Nachhaltigkeit einzuhalten).

EEG
siehe Erneuerbare-Energien-Gesetz

Effizienz
E. bezeichnet den geringst möglichen Einsatz der Ressourcen bei der Befriedigung der Bedürfnisse einer Gesellschaft.

Effizienzstrategie
E. meint eine Strategie, die eine drastische Erhöhung der Ressourceneffizienz (-produktivität) von bestehenden Produkten verfolgt, z.B. um den Faktor 4 oder 10. E.U.v. Weizsäcker trug zu der Verbreitung der Idee bei, indem er †ždoppelten Wohlstand bei halben Ressourcenverbrauch†œ forderte, z.B. Drei- oder Ein-Liter-Autos.

Eigennutz orientierte Ziele
E. meint alle Ziele die ein Individuum anstrebt, um den eigenen Nutzen zu steigern. Unterschieden wird in die Kategorien pekuniäre Ziele (Einkommen), Prestigezuwachs (höheres Ansehen), Machtzuwachs.

Fernwärme
Die aus Kraftwerken (KWK- Anlagen) und Müllverbrennungsanlagen stammende Abwärme wird zum Heizen von Wohnanlagen und z.B. für Schwimmbäder genutzt.

Finanzpolitik
F. umfasst alle Maßnahmen des Staates um mittels Einnahmen und Ausgaben die gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen. Im Zentrum stehen hierbei werden die folgenden Ziele: (1) Sicherstellung eines handlungsfähigen Staatshaushalts (über lange Sicht ausgeglichener Staatshaushalt), (2) Finanzierung einer ausreichenden Ausstattung m...

Fluorchlorkohlenwasserstoffe
FCKW sind unterschiedlich stark fluorierte Chlorkohlenwasserstoffverbindungen. Sie werden als Treibgase, als Kältemittel und als Löschmittel eingesetzt. Sie sind ungiftig, nicht brennbar und haben aufgrund ihrer hohen Persistenz (bis zu 60 Jahre in der Atmosphäre) einen erheblichen Einfluss auf die Zerstörung der stratosphärischen Ozonschicht.

Gesetz von der Erhaltung der Masse
M. kann nicht verloren gehen, sondern nur in unterschiedliche Formen umgewandelt, freigesetzt oder gebunden werden.

Gewaltenteilung
Unter G. wird die Trennung der drei Hauptfunktionen des Staates und die Zuweisung auf unterschiedliche Gewalten verstanden: Gesetzgebung (Legislative), Vollziehung (Exekutive), Rechtsprechung (Judikative). Mit der G. soll eine Machtkonzentration auf eine Gewalt verhindert werden. In der Realität der modernen Demokratien wird die Gewaltenteilung, in...

Gleichgewicht
Wird innerhalb der neoklassischen Theorie einem ökonomischen Begriff das Wort Gleichgewicht vorangestellt, z.B. Gleichgewichtspreis oder Gleichgewichtszins, dann ist damit der Preis gemeint, zu dem alle produzierten Güter auch verkauft werden können bzw. die Sparer bzw. Banken genauso viel Geld als Kredite anbieten wie Kreditnehmer nachfragen.

Gleichgewichtspreis
Der G. ist ein Begriff der neoklass. Theorie. Mit G. ist der Preis gemeint, bei dem alle angebotenen Güter einen Nachfrager finden. In der neoklass. Theorie schwankt durch Trail and Error Prozesse der Preis solange, bis der optimale Punkt erreicht ist. Somit werden in dieser Theorie langfristig immer alle Produkte abgesetzt, und längere wirtschaftl...

Global Governance
G.G. ist ein in den 1990er Jahren entstandener Begriff. Man spricht von G.G., wenn der Versuch unternommen wird, globale Probleme durch eine Vielzahl von verschiedenen Kooperationsformen zwischen den Nationalstaaten (u.a. vertragl. Vereinbarungen) unter Beteiligung der internationalen NGOs zu lösen. Die Kritiken an diesem Ansatz kommen aus untersch...

Greenwashing
G. kennzeichnet den Versuch von Unternehmen und Verbänden sich mittels Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit ein positives Umweltimage zu verschaffen.

Handelbare Emissionsrechte
siehe Emissionen

Handlungsanreize
Organisationen (z.B. der Staat, Unternehmensverbände, idealistische Organisationen), die Menschen bewegen wollen, sich für sie einzusetzen, benötigen Handlungsanreize. Gewerbliche Organisationen werden dies meist mit materiellen Anreizen wie Prämien, Karrieremöglichkeiten usw. versuchen. Idealistische Organisationen sind eher darauf angewiesen, imm...

Immissionen
Schadstoffgehalt in einem definierten Luftvolumen (z. B. g/qm Luft)

Indikatoren
I. sind messbare statistische Größen, die stellvertretend für wichtige Bereiche eines Untersuchungsgegenstandes stehen. So soll z.B. die Messung von Sozialindikatoren Urteile über den Gesamtzustand und die Veränderungen wichtiger gesellschaftlicher Bereiche einer Volkswirtschaft ermöglichen.

Inflation
meint den Anstieg des Preisniveaus in einer Volkswirtschaft. Damit werden also nicht der Preisanstieg eines einzelnen Gutes (z.B. wegen der Kostenveränderung bei der Produktion), sondern die durchschnittlichen Preissteigerungen aller Güter erfasst. Gemessen wird die Inflation anhand der jährlichen prozentualen Veränderung des Preises eines Warenkor...

Intergenerativer Gerechtigkeitsgrundsatz
Der I.G. erkennt den Menschen heutiger und künftiger Generationen gleiche Rechte zu und lehnt damit alles ab, was die Entwicklungschancen (Freiheit) künftiger Generationen einschränken könnte. Damit wird eine gleichgewichtige Ausstattung mit Ressourcen und materiellen Güter angestrebt.

Internalisierung
I. meint die Rücküberwälzung von sozialen und ökologischen Kosten, die zuvor externalisiert wurden, auf den Produktpreis. Unter Internalisierungsstrategien versteht man somit alle Maßnahmen oder Instrumente des Staates, die dafür sorgen, dass die Produktpreise †ždie ökologische Wahrheit†œ sagen, d.h. die Umweltschäden, die ein Produkt verursacht, in ...

Kant'scher Imperativ
†žHandele so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.†œ Auf die Ethik der Nachhaltigkeit bezogen interpretiert die Neue Umweltökonomie/Nachhaltige Ökonomie diesen Imperativ als Aufforderung aus allen Formen des puren Eigennutzes und Gefangenendilemmas auszubrechen und alle individuell...

Lebensqualität
: Die L. umfasst die Summe aller Faktoren, die dazu beitragen, dass sich die Menschen einer Gesellschaft wohl fühlen. Aufgrund der Komplexität der relevanten Faktoren ist die Höhe der L. in einem Land schwer zu messen. Befragungen führen nicht selten zu dem paradoxen Ergebnis, dass sich Menschen in besonders armen Ländern (mit hohem Krankheitsstand...

Legislative
: Gesetz gebende Gewalt (Parlamente)

Maastricht Kriterien
Alle Mitglieder der EU, die der Währungsunion angehören, müssen die vier Kriterien des Vertrages von Maastricht (von 1991) erfüllen: (1) Die Inflationsrate darf nicht über 1,5% über dem Durchschnitt der drei niedrigsten Raten liegen. (2) Die Zinsrate darf nicht über 2,0% über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder liegen. (3)&nb...

Macht
M. ist die Summe von Einflussmöglichkeiten das Handeln anderer Akteure zu beeinflussen. Sie darf nicht mit der institutionalisierten Herrschaft verwechselt werden.

Mandat
Ein M. ist ein, auf der Grundlage einer Wahl erhaltenes, politisches Staatsamt auf Zeit (z.B. Bundestagsabgeordneter).

Marketing
M. wird heute als systematische, absatzorientierte Gesamtunternehmenspolitik verstanden. Umweltmarketing hat die Aufgabe, bei der Planung, Koordinierung und Kontrolle aller absatzgerichteten Aktivitäten eine Vermeidung und Verringerung von Umweltbelastungen zu bewirken.

Marktbeherrschende Stellung
Ein Unternehmen wird als marktbeherrschend angesehen, wenn es keinem Wettbewerb ausgesetzt ist oder gegenüber Wettbewerbern über eine überragende Marktstellung verfügt. Hiervon wird ausgegangen, wenn ein Unternehmen mehr als ein Drittel des Umsatzes seiner Branche erzielt oder wenn drei Unternehmen mehr als 50% oder fünf Unternehmen mehr als zwei D...

Mediationsverfahren
Zur Konfliktreduzierung und Entscheidungsfindung werden bei umweltrelevanten Problemen verstärkt Verhandlungsprozesse genutzt. Diese sollen allerdings nicht die förmlichen Verfahren (z. B. Genehmigungsverfahren für Anlagen oder Planfeststellungsverfahren für wesentliche öffentliche Infrastrukturinvestitionen) ablösen, sondern im Vorfeld oder p...

Mehrwert
von K. Marx geprägt): Überschuss den ein Arbeiter produziert (nachdem er soviel produziert hat das daraus sein Existenzlohn bezahlt werden kann. Nach der marxistischen Lehre kann nur Arbeit mehr Werte produzieren, als in ihr enthalten (in form des Existenzlohnes) ist.

Menschenbild
Anhand des M. soll eine Aussage darüber getroffen werden, wie der Mensch von seinem Wesen her ist, ohne kulturelle, erzieherische Einflüsse (Naturzustand).

Millenniums-Gipfel
(†žMillennium Development Goals†œ (MDG): (1) Beseitigung der extremen Armut und des Hungers, (2) allgemeine Grundschulausbildung, (3) Gleichstellung der Geschlechter und Frauenförderung, (4) Senkung der Kindersterblichkeit, (5) Verbesserung der Gesundheit der Mütter, (6) Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen übert...

Mitbestimmung
M. bedeutet die Mitentscheidung nach Mehrheit Mitsprache: Das Mitspracherecht ist das Recht auf Information über Entscheidungen und die Möglichkeit dazu eine Stellungnahme abzugeben (Anhörungsrecht).

Mittel der indirekten Akteure
Die indirekt wirkenden Akteure verfügen in einer demokratisch pluralistischen Gesellschaft über eine Vielzahl von legalen und illegalen Mittel mit deren sie die direkten Akteure beeinflussen. Hierzu zählen: Formale Mittel (z.B. Stellungnahmen bei Anhörungen), öffentlicher Druck (z.B. Pressearbeit, öffentlichkeitswirksame Aktionen), informeller Einf...

Mitwelt
Der Begriff M. stammt von Klaus Meyer-Abich. M. soll die Tatsache verdeutlichen, dass der Mensch ein Teil seiner ihn umgebenden Welt ist, inkl. der natürlichen Umwelt (Natur) und der Mitmenschen.

Mitwirkung
M. bedeutet die Teilnahme am Entscheidungsprozess mit den dazugehörigen Rechten zur Information und Verhandlung.

Monetarismus
M. ist eine Wirtschaftsschule, in den 1950er und 1960er Jahren entstanden, die radikale wirtschaftsliberale Positionen verfolgt. An die klassische und neoklassische Theorie anknüpfend wird von Marktgleichgewichten ausgegangen. Ungleichgewichte (z. B. Arbeitslosigkeit) können hiernach nur kurzfristig auftreten, sie werden durch die Selbstheilun...

Nachhaltige Produkte
N.P. sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Managementregeln der Nachhaltigkeit einhalten. Zur Einhaltung der ökologischen Managementregeln müssen sie aus nachhaltig bewirtschafteten erneuerbaren Materialien, Sekundärmaterialien oder dauerhaft nutzbaren Materialien bestehen, mit Hilfe erneuerbare...

Nachhaltigkeitsformel
im Zuge einer nachhaltigen Entwicklung muss ständig die folgende Formel eingehalten werden: êRessourcenproduktivität > êBIP

Nachhaltigkeitsgrade
Da der Inhalt des Nachhaltigkeitsbegriffs unterschiedlich interpretiert wird, haben sich in der Wissenschaft unterschiedliche Nachhaltigkeitskategorien herausgebildet (von sehr schwach, schwach, über stark bis strikte Nachhaltigkeit). Das UBA, der SRU und die Neue Umweltökonomie/Nachhaltige Ökonomie sprechen sich dafür aus, dass der Nachhaltigkeits...

Nachtwächterstaat
Staat soll sich auf die Gewährleistung innerer und äußerer Sicherheit beschränken (Begriff geprägt in der Klassik).

Naturnutzungsrechte
(auch Lizenz- oder Zertifikatsmodelle genannt): N. stellen ein umweltökonomisches Instrument dar, das die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Akteure verändert. Hierbei legt der Staat (die Staatengemeinschaft) (1) eine Nutzungsobergrenze von natürlichen Ressourcen fest (z. B. eine bestimmte Menge an CO2, dass von einem Land jährlich emittie...

Naturrechtslehre
Die N. geht davon aus, dass ewige Rechtsgrundsätze existieren, die unveränderlich sind und dementsprechend von keiner Kultur oder Macht in Frage gestellt werden können. Aus ihr haben sich später verschiedene eigene Schulen entwickelt wie die christliche Ethik, die diese Rechtsgrundsätze als Gottes Gebot interpretiert, oder die Vernunftethik, die diese Grundsätze aus der dem Menschen innewohnenden Vernunft ableitet.

Natürliche Lebensgrundlagen
siehe natürliche Ressourcen.

Natürliche Ressourcen
: Zu den n.R. bzw. n.L. zählen alle Bestandteile der Natur. Sie werden in vier verschiedene Kategorien unterschieden: (1) Erneuerbare Ressourcen, die aber erschöpfbar sind, wenn ihre Regenerationsrate überschritten wird: alle Tiere und Pflanzen (Artenvielfalt). (2) Nicht erneuerbare Rohstoffe und Primärenergieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas): Sie...

Neoklassische Theorie
: Die neoklassische Theorie entstand und verbreitete sich am Ende des 19. Jahrhunderts. Sie stellt heute die herrschende Wirtschaftsschule dar. Sie erklärt alle Wirtschaftsprozesse als Tauschprozesse auf Märkten (auf dem Güter-, Arbeits-, Kapitalmarkt). Diese Märkte finden durch den Preismechanismus langfristig immer zu einem Gleichgewicht (A...

Neoklassische Umwelt- und Ressourcenökonomie
Die n.U.R. ist eine Unterschule der neoklassischen Ökonomie. Sie entstand in den 1970er Jahren, als deutlich wurde, dass die Märkte aufgrund sozial-ökonomischer Faktoren keine Mechanismen besitzen, die eine optimale Verwendung von natürlichen Ressourcen ermöglichen (Marktversagen genannt). Sie sieht im Umweltschutz inkl. des effizienten Umgangs mit...

Neoliberalismus
Als N. bezeichnet man eine poltisch-ökonomische Bewegung (Position), die staatliche Eingriffe in die wirtschaftliche Entwicklung ablehnt. Die Überwindung absoluter Armut soll durch die Herstellung †žfreier†œ Märkte und wirtschaftlichem Wachstum erzielt werden. Der Staat soll hierzu alle wirtschaftlichen Aktivitäten einstellen, die staatlichen Leistun...

Neue Umweltökonomie
Die N.U. ist Ende der 1990er Jahre an der FHW-Berlin entstanden. Sie versteht sich als Unterschule der ökologischen Ökonomie, damit vertritt sie ihre Kernaussagen, fordert aber ihre Weiterentwicklung zu einer Nachhaltigen Ökonomie. Für einige Punkte empfiehlt sie aber eine Fortsetzung der Diskussion, hierzu gehören die folgenden Punkte: (1) In...

Nutzen
N. ist ein neoklassischer Begriff, der ein theoretisches Maß für die Bedürfnisbefriedigung eines Menschen aus dem Erwerb eines Gutes oder aus einer Handlung darstellt. Er umfasst alle materiellen und immateriellen Aspekte bzw. Vorteile, die dem Menschen daraus entstehen. Die neoklassische Ökonomie sieht den wichtigsten Zweck wirtschaftlichen Handel...

Nutzenrivalität
N. liegt vor, wenn der Nutzen, den der Konsum eines Gutes einer Person stiftet, durch die Nutzung vieler weiterer Konsumenten sinkt (z.B. verringert sich der Nutzen eines Fahrrads, wenn mehrere Personen gleichzeitig damit fahren wollen). D.h., dass alle Güter, die einer Nutzenrivalität unterliegen, auch automatisch knapp sind.

Objektive Werttheorien
O.W. erklären den Tauschwert (Preis) eines Produktes aus den zur Herstellung der Güter aufgewandten Kosten. Nach Adam Smith entspricht der Wert der Güter ihren Produktionskosten (plus durchschnittlichen Gewinn). Nach David Ricardo ergibt sich der Wert eines Gutes aus der in ihm enthaltenen Arbeitszeit. Karl Marx hat diese Arbeitswertlehre später we...

Opportunitätsprinzip
Das O. meint die Ermessensfreiheit einer Behörde, ob nach einer Abwägung die Umweltschutzbelange über anderen Zielen (z.B. der Wirtschaftsförderung) stehen oder sich ihnen unterordnen müssen. Organisationen: Organisationen sind arbeitsteilig aufgebaute Personengruppen, die sich freiwillig zusammenschließen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Zu ih...

Paradigma
P. ist die für eine bestimmte Zeitspanne nicht-hinterfragbare Basisannahme bzw. Überzeugung in einem Wissenschaftsgebiet.

Partikularinteressen
P. bezeichnet Bestrebungen einzelner Akteursgruppen zur Durchsetzung politischer oder wirtschaftlicher Sonderinteressen (Eigeninteressen).

Pekuniäre
Ziele: Unter den P.Z. werden die menschlichen Ziele nach ausreichendem oder steigendem Einkommen verstanden.

Phillipskurve
Die P. zeigt eine Beziehung zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote: Bis zu einem bestimmten Punkt nimmt die Arbeitslosenrate mit steigender Inflationsrate ab und umgekehrt.

Philosophie
P. ist der Versuch des Menschen, die Rätsel des Daseins und des Soseins der äußeren Welt wie des menschlichen Inneren mit dem Mittel des Denkens zu lösen.

Pigousteuer
: Pigou beschäftigte sich seit den 1920er Jahren mit der Externalisierung von Kosten, die aufgrund der zu geringen (die volkswirtschaftlichen Kosten nicht abdeckenden) Preisen zu einer Übernachfrage und damit Fehlallokation führen müssen. Er wollte diese Fehlallokation durch eine Steuer, die die externalisierten Kosten internalisiert, beseitigen (n...

Pluralismus
P. ist ein Begriff für eine vielschichtige politische Ordnung, in der eine Vielzahl von Interessengruppen die gesellschaftliche Macht ausüben. Verschiedene Gruppen und Organisationen konkurrieren mit und gegeneinander um die Durchsetzung ihrer Interessen. In der Theorie sind alle Gruppen gleichberechtigt und begrenzen ihren Einfluss (ihre Macht) ge...

Politik
P. wird als Summe der Aktivitäten verstanden, die der Staat †“ in der Demokratie durch Wahlen legitimiert †“ mit Hilfe seines Gewaltmonopols gegenüber allen Gesellschaftsmitgliedern durchsetzt (Hinterberger 1996: 131). In der Ökologischen/Nachhaltigen Ökonomie steht hierbei die aktive Änderung der Rahmenbedingungen im Mittelpunkt des Interesses.

Politiker
Unter P. werden hier Menschen verstanden, die haupt- oder nebenberuflich in der Politik tätig sind und dementsprechend auf Zeit Staatsämter (Mandate) als Abgeordnete, Minister oder Staatssekretäre ausüben.

Politikversagen
P. tritt auf, wenn die Politik es nicht schafft, bei dringlichen Problemen die notwendigen Rahmenbedingungen für Konsumenten und Produzenten herbeizuführen. Faktoren des Politikversagens †“ aus der Sicht der neuen Umweltökonomie: (1) Machtfülle einzelner Interessengruppen; (2) Personelle Durchdringung, Verflechtung, Parteispenden und Korr...

Potentiale erneuerbarer und besonders effizienter Energietechniken
: Für die Frage einen wie hohen Anteil eine Energietechnik vom Gesamtenergieverbrauch decken kann, ist weniger wichtig wie hoch ihre Leistung theoretisch (physikalisch) sein könnte, sondern wie hoch ihr Anteil unter realistischen Bedingungen Ausgeweitet werden könnte. Hierfür unterscheiden wir in die folgenden Kategorien: (1) Theoretisches Potentia...

Preiselastizität
Die direkte Preiselastizität misst die relative Reaktion der Nachfrager auf die relative Preisänderung eines Gutes. Sie ermöglicht den Unternehmen vorauszusehen, wie sich ihr Erlös (Umsatz) entwickeln wird, wenn sie die Preise ihrer Güter ändern. Drei mögliche Ausprägungsformen der direkten Preiselastizität werden unterschieden: (1) Die Preiselasti...

Preismechanismus
I. d. R. existiert in der Ökonomie folgender Zusammenhang: Wenn die Preise eines Produktes sinken, nimmt die Nachfrage nach ihm zu. Wenn die Preise steigen, nimmt die Nachfrage ab. Viele Ökonomen bezeichnen diesen Zusammenhang als †žGesetz von Angebot und Nachfrage†œ. Tatsächlich kann aber von einem (Natur-)Gesetz keine Rede sein, da zahlre...

Primärenergieverbrauch
Als PEV wird die Umwandlung aller Energieträger bezeichnet, die als Rohstoffe in der Natur vorkommen (z. B. Kohle, Gas, Uran, Holz, Erdöl).

Produkthaftungsgesetz
Das am 01.01.1990 in Kraft getretene Gesetz normiert für alle Produkte eine verschuldensunabhängige Haftung.

Produktionspreis
P. meint die Summe aller Kosten die bei der Produktion eines Gutes anfallen, zzgl. eines branchendurchschnittlichen Gewinns. Eine moderne Form der objektiven Wertlehre geht davon aus, dass sich die Preise (Tauschwerte) eines Produktes aus Angebot und Nachfrage ergeben und um den Produktionspreis schwanken.

Produzierendes Gewerbe
Das p.G. umfasst das verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe, die Energie- und Wasserversorgung sowie den Bergbau (inkl. dem jeweiligen Handwerk).

Prognosen
P. stellen den Versuch dar, Aussagen über die wahrscheinlichste Entwicklung in der Zukunft zu treffen (z.B. den Energieverbrauch Deutschlands in 50 Jahren). Da Aussagen über die Zukunft (insbes. über längere Zeiträume) prinzipiell unsicher sind (ökonomische, technische und gesellschafts-politische Entwicklungen lassen sich über Jahrzehnte nur schwe...

Protektionismus
P. umfasst die Gesamtheit von staatlichen Maßnahmen, die zum Schutz der einheimischen Wirtschaft ergriffen werden.

Präferenzordnung
Die Konsumenten bewerten unterschiedliche Güterbündel und erstellen eine Rangordnung, die in der neoklassischen Theorie als Präferenzordnung bezeichnet wird. Die Neoklassiker gehen davon aus, dass ein Konsument oder Haushalt stets weiß, welches von zwei Gütern oder von mehreren Güterbündeln ihm den höchsten Nutzen stiftet bzw. welches Gut er bevorz...

Qualitätsziele
Q. sollen qualitative Ziele benennen, die im Laufe einer nachhaltigen Entwicklung (im Sinne einer Qualität des Lebens) erreicht werden sollen.

Quote
Q. ist der Anteil, der bei der Aufteilung eines Ganzen auf einen Teil entfällt. Immer, wo es sinnvoll erscheint, wird das Bruttoinlandsprodukt als Grundgesamtheit verwendet, z.B. Anteil des Konsums am BIP = Konsumquote.

Rechtsstaatsprinzip, zentrale Elemente
: (1) Vorrang von Verfassung und Gesetz: Die Organe des Staates sind an die förmlichen Rechtsvorschriften gebunden. Rangniedrigere Vorschriften dürfen gegen ranghöhere nicht verstoßen (Rechtshierarchie): Verfassung geht vor Gesetz, Gesetz vor Verordnung, Verordnung vor Satzung. Bloße Verwaltungsvorschriften sind nur verwaltungsintern bindend. Priva...