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Künstlerische Begriffe und Gestaltungsweisen
Kategorie: Kunst, Musik und Kultur > Kunst
Datum & Land: 03/06/2010, DE
Wörter: 259


Abstrakt
lat. abstractus †žabgezogen†œ) unglücklicher, weil unklarer Kunstbegriff; vom Gegenstand wird seine äußere Erscheinung abgezogen und seine Struktur dargestellt; abstrakt bedeutet im üblich Sprachgebrauch †žunanschaulich†œ, trifft aber in der bildenden Kunst nicht zu, weil diese immer anschaulich ist

Abstraktion
(lat. abstrahere = wegziehen, trennen, abziehen) Gestaltungsprinzip der bildenden Kunst, wobei der Grad der Abstraktion in den jeweiligen Zeitstilen verschieden ist; die Verwandlung des Naturvorbildes in eine mehr oder weniger geometrisierte Form von großer Ruhe; in der Malerei: †žJede künstlerische Äußerung stellt einen Abstraktionsvorgang dar. Unter abstrakter Kunst versteht man jene Werke, die den Bereich gegenständlicher Darstellung verlassen und auf die Abbildung des Naturvorbildes verzichtet.†œ (Kandinsky 1910); Abstraktionsvorgang: Schrittweise Verdeutlichung des Wesentlichen durch Vereinfachen bis zum Zeichen.

Acrylfarben
Kunstharzfarben

Action Painting
Fachausdruck für eine Form der abstrakten Malerei, in der die Tätigkeit des Malers, der Ablauf des Malprozesses - seine Spontaneität - sichtbar wird.

Aktionskunst
(engl. Happening †žEreignis†œ) Es ist der Oberbegriff für viele andere Bezeichnungen wie Art Events, Fluxus, Performance oder als deutsche Bezeichnung Aktionskunst. Gemeint ist ein überraschendes, oft schockierendes Kunstereignis, das meisten improvisiert wird und dessen Erlebnis nicht vorhersehbar ist. Das eigentliche Kunstwerk ist die Aktion selbst. Der Künstler will mit dieser Aktion, die aus Elementen der Malerei, Bildhauerei, des Theaters, der Musik und des Tanzes bestehen kann, das Publikum einfach nur für sich interessieren, für seine Kunst und für seine künstlerischen Ideen. Vertreter: Joseph Beuys, Jim Dine, Allan Kaprow, Yves Klein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg u. a.

Antiqua
(lat. †ždie alte Schrift†œ) Minuskelschrift der Renaissance, aus der lateinischen Schrift der Römer entwickelt.

Appplikation
Textil-Collage; Aufkleben verschiedener Textil-Reste oder Aufnähen von Stoffstücken auf einem anderen Gewebe

Aquarellfarben
Wasserfarben aus lichtechten, feinstgemahlenen Mineralpigmenten und Bindemitteln wie Leim oder Gelatine

Aquarellstifte
Aquarellfarben in Bleistiftform

Architektur
Baukunst

Assemblage
Ausweitung des flächigen Tafelbildes durch Montage von Körpern (z. B. Fertigteilen) zu einem raumgreifenden Gebilde, reliefartige Gestaltung mit verschiedenen Materialien.

Atelier
Arbeitsraum eines Künstlers, Kunsthandwerkers, Modeschneiders, Fotografen  

Ausdruckswert
der Farbe: das Auslösen von Empfindungen und Anmutungen durch Farbe (z. B. leuchtend, düster, kalt, warm); bei der Auseinandersetzung mit Ausdruckswerten der Farbe sind außer objektiven (bei vielen Menschen übereinstimmenden) auch subjektive Empfindungen zu berücksichtigen

Batik
aus Südostasien stammendes, sehr altes Verfahren zur Herstellung gemusterter Stoffe

Baukunst
(Architektur): Gesamtheit aller Bauwerke mit künstlerischer Gestaltung

Baustil
wesentliche Gemeinsamkeiten der künstlerischen Mittel und Strukturen (technisch, räumlich) von zusammengehörenden Bauwerken

Bildende Kunst
umfasst die Sparten künstlerischen Ausdrucks, die ein Formen mit Materialien beinhalten: Zeichnung, Grafik, Malerei, Plastik, Design, Kunstgewerbe, Baukunst

Bildformat
z. B. rechteckig, oval, kreisförmig usw., wobei das rechteckige Bildformat am gebräuchlichsten ist; Höhe und Breite des Formats werden mit Zahlen (meist in Zentimeter) angegeben, und zwar steht die Höhe vor der Breite; nach der Richtung des Größenausmaßes unterscheiden wir zwischen Hoch- und Querformat; das Format hat Einfluss auf die Bildordnung (Komposition).

Bildgrund
Bildträger, z. B. Zeichenblatt (rau, glatt, saugend, ...), Karton, Stoff, Leinwand, ..

Bildordnung
die Anordnung der bildnerischen Mittel auf der Bildfläche zu einem Ganzen, der Komposition; solche Ordnungsgefüge sind z. B. Streuung, Reihung, Stufung, Durchdringung

Bildzeichen
abstrahierte Bilder (z. B. Verkehrszeichen)

Binnenzeichnung
die zeichnerische Gestaltung innerhalb des Umrisses einer dargestellten Form

Bleistift
bekanntestes Zeichenwerkzeug; seit etwa 1600  eine in Holz eingebettete Graphitmine

Blockschrift
lateinische Großbuchstabenschrift

Cartoon
Bezeichnung für humorvolle, teilweise parodistische Witzzeichnung, mit oder ohne Textunterschriften

Collage
(franz.  collé  †žLeim, Kleister†œ) Bezeichnung für das Klebebild bzw. die künstlerische Technik; Einbeziehung vorwiegend flachen Materials (Papier, Fahrscheine, Stoffreste und Photos usw.) in den Bildzusammenhang; Collagen: Papierreißen, -schneiden, Faltschnitt, Spaltschnittbild, Klappschnittbild, Scherenschnitt, Natur-Montage, Wolleapplikation, Stoffapplikation usw.

Comics
witzige oder abenteuerliche Bildgeschichte mit dem Text in Sprechblasen

Computergrafik
mit Hilfe von Computern erstellte einfarbige oder mehrfarbige, linear flächige oder räumlich erscheinende grafische Blätter bzw. grafische Abbildungen auf Bildschirmen

Concept Art
Konzeptkunst ist der Begriff für eine Ideenkunst. Diese Kunstrichtung entsteht um 1965 in Amerika und Europa. Der Künstler bietet eine Konzept an, einen Einfall, eine Idee, etwa in Form einer Zeichnung, eines Textes oder eines Fotos und will damit das Publikum anregen, selbst weiter schöpferisch tätig zu sein. Der Betrachter des Konzeptes soll sich in den Gedankengang des Künstlers vertiefen, sich aus seiner passiven Rolle herausführen lassen und seine eigene Denk- und Einbildungskraft aktivieren. Das Kunstwerk ist für den Künstler nicht mehr so sehr das geschaffene Bild, sondern der gedankliche Prozess, der vor der Ausführung liegt. In diesem Bemühen, den Betrachter durch Mitarbeit in den Kunstprozess mit einzubeziehen, wird die Kunst nur noch über den Veratand wahrgenommen. Hier gibt es nicht mehr das gemalte Bild, das man durch seine Sinne erfahren kann. Das ist Kunst für Intellektuelle, nicht für das breite Publikum. Vertreter: Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Daniel Buren, Victor Burgin, Jenny Holzer, Mario Merz u. a.

Dada(Ismus)
(franz. kindersprachlich "Pferd", angeblich Zufallsfund im Wörterbuch) Eine Bewegung der Kunst und Literatur, die sich gegen die traditionellen Wertmaßstäbe richtete. Ästhetische und inhaltliche Regeln wurden in ihren unkonventionellen künstlerischen Aussagen, die auf dem Zufall und der Beliebigkeit von Materialien basieren, absichtlich verneint (Vorstufe zum Surrealismus). Vertreter: Hans Arp, George Grosz, Max Ernst, Amedeo Modigliani, Kurt Switters u. a. 

Darstellungsmittel
z. B. Punkt, Linie, Fläche, Körper, Raum, Farbe

Darstellungsweise
linear, flächig, körperhaft, räumlich usw.; Primärfarben (Gelb, Rot, Blau) und Sekundärfarben, Farbordnung, z. B. sechsteiliger Farbkreis

Deckfarben
Farben, die einen hohen Anteil an Füllstoffen enthalten, den Grund nicht durchscheinen lassen und ein wasserlösliches Bindemittel besitzen sowie nach dem Trocknen wasserlöslich bleiben.

Dekoration
Schmuck, Ausschmückung eines Bauwerks, eines Raumes oder eines Gegenstandes

Dekorativ
schmückend, ornamental, mit Ornamenten versehen

Design
(lat. designare †žbezeichnen†œ) Entwurf, Entwurfzeichnung, Formgebung, Gestaltgebung und die so erzielte Form eines Gebrauchsgegenstandes (Grafik-, Mode-, Schmuck-, Industrie-, Textil-, Fotodesign)

Din
Abkürzung für Deutsches Institut für Normung (festgelegte Papier- und Filmformate)

Dispersionsfarben
(lat. dispergere †žzerstreuen, verbreiten†œ) aus zwei oder mehreren Phasen bestehendes Stoffsystem (Mischung), bei dem ein Stoff in einem anderen in feinster Form verteilt ist; die Farben sind mit Wasser verdünnbar, trocknen aber wasserunlöslich auf

Drip Painting
Tröpfelmalerei, Technik des Action painting; aus tröpfelnden Farben bilden sich Linien, die den Rhythmus des Malens sichtbar machen; die Farben werden aus einem pendelnden Behälter oder unmittelbar von Hand auf die flachliegende Leinwand gespritzt 

Druck
in der grafischen Technik Druckvorgang, Druckverfahren, Druckerzeugnis und  Auflage (Erst-, Neu-, Nachdruck); Druckverfahren: Hochdruck (Stempeldruck, Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Materialdruck, Buchdruck, Prägedruck), Tiefdruck (Kupferstich, Radierung, Aquatinta, Schabkunst), Durchdruck (Siebdruck)

Drucken
Vervielfältigung von Text- und Bilddarstellungen durch Übertragung von Druckfarben auf einen Druckträger mit Hilfe eines Druckstoffs

Druckgrafik
künstlerische grafische Einzelblätter und Folgen in limitierten Auflagen

Druckschrift
Bezeichnung für Schriften, die traditionell aus einzelnen Buchstabentypen (Lettern) zusammengesetzt und abgedruckt werden

Drucktechniken
Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Kordeldruck, Stoffdruck, Kartondruck, Materialdruck, Collagedruck, Kupferstich, Radierung, Aquatinta, Monotypie, Siebdruck, Lithografie, Fotogramm

Eingeschränkte Palette
Malen unter Verwendung einiger bestimmter Farbtöne

Email
glasharter, gut haftender, korrosions- und temperaturwechselbeständiger, oft farbiger Überzug, der auf metallische Oberflächen aufgeschmolzen wird

Emblem
(griech. †žangesetztes Stück†œ) ursprünglich das einzelne Stück eines Mosaiks; Verzierung im allgemeinen; Kennzeichen oder Sinnbild, das erst durch den Titel oder kurze Überschrift und die Unterschrift verständlich wird (verschlüsselter Inhalt)

Enkaustik
eine Maltechnik, bei der die Pigmente durch reines Wachs gebunden sind; die Wachsfarben werden hart oder flüssig aufgetragen und überarbeitet

Entwurf
jede zeichnerische Niederschrift einer Idee vor der eigentlichen Werkausführung

Environment
Zusammenstellung von Objekten mit dem Ziel, die Umgebung (frz. Environ), z. B. eine Innenraum, in Verbindung mit anderen Medien zum Ausdruckträger zu machen; überraschende Kombinationen sollen Assoziationsfähigkeit und Reflexionsbereitschaft erhöhen und zum Mithandeln motivieren

Etiketten
Banderolen, Aufkleber; zur Kennzeichnung von Inhalten in der Industrie; der Inhalt wird verschiedenartig gekennzeichnet und zusammen mit dem Namen, der Herkunft oder dem Firmennamen in Form eines Aufklebers angebracht

Experimentelle Verfahren
sind in der Bildnerischen Erziehung nicht wissenschaftlich aufgebaute oder systematische Arbeitsverfahren

Expressionismus
(lat.) Bezeichnung einer Stilrichtung in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, die im besonderen Malerei und Grafik beherrscht. Expressionismus ist grundsätzlich eine Ausdruckskunst, die so direkt wie möglich die innere Beteiligung des Künstlers anschaulich machen will. Als künstlerisches Mittel dienen vereinfachte und auf elementare Abkürzungen reduzierte Formen sowie eine freie, subjektive, teilweise heftige Farbgebung. Vorläufer: Vincent van Goch, Paul Gaugin, James Ensor, Edvard Munch; Vertreter: die Künstlervereinigung "Die Brücke" in Dresden und später in Berlin (Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Max Pechstein) und der "Blaue Reiter" in München (Franz Marc, August Macke, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky,  Paul Klee), Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Egon Schiele, Max Beckmann u. a..

Farbabstufung
Abwandlungen von reinbunten Farben (Primär- und Sekundärfarben) durch Schwarz, Weiß oder Grau oder durch Verdünnung mit Wasser, das durch ein Hervortreten des weißen Bildgrundes ein Heller-Werden des Farbtons bewirkt; Zumischungen von Weiß ergeben getrübte Aufhellungen, von Grau und Schwarz getrübte Verdunkelungen; man spricht von Abwandlungen des Tonwertes oder des Hell-Dunkelwertes

Farbauftrag
mögliche Auftragsarten der Farbe wie deckend, lasierend, nass-in-nass, spachtelnd usw.

Farbe
das Wort bezeichnet sowohl einen Werkstoff (Pigment und Bindemittel) als auch eine Sinnesempfindung; in der Malerei wird die Farbe als das wichtigste Gestaltungselement verwendet (Lokalfarbe, Erscheinungsfarbe, Symbolfarbe, autonome Farbe)

Farbkreis
Systematische Anordnung von Farben in einem Kreis

Farbmischung
Abwandeln (Modulieren) durch Mischen, z. B. der Übergang von einer Farbe zur anderen; additive Farbmischung (physikalisch-optische Mischung) wird erzielt durch Übereinanderprojektion von verschiedenfarbigen Lichtern auf einer weißen Tafel; subtraktive Farbmischung (physikalische und materielle Mischung) ergibt sich beim Durchgang von Licht durch verschiedenfarbige Filter

Farbmodulation
ist die Mischung einer Reinbuntfarbe mit einer oder mehreren Farben; es kommt dabei zur Veränderung des Farbcharakters der Ausgangsfarbe

Farbqualität
auch als Farbton bezeichnet; Rot, Gelb, Blau, Grün u. a. Farbtöne höchster Intensität nennt man reinbunt; Itten gebraucht den Ausdruck †žFarbqualität†œ für den Reinheitsgrad der Farbe

Farbstifte
Farbstifte gibt es in verschiedenen Härtegraden, als Holzstifte und Klemmstiftminen

Faserschreiber
Zeichen- und Malstifte, gefüllt mit Farbflüssigkeiten und einer Zeichenspitze aus feinen Kunststofffasern

Fauvismus
Stilrichtung der französischen Malerei im frühen zwanzigsten Jahrhundert. Es handelt sich um einen lockeren Zusammenschluss von Künstlern, die die Überwindung des Impressionismus unter Betonung individuellen Ausdrucks verfolgten. Sie lehnen die Farbzerlegung der Impressionisten ab, malen mit reinen Farben und verzichten auf Licht- und Schattenmodellierung. Bei der ersten öffentlichen Ausstellung der Gruppe werden ihre reinen Farben als grell empfunden, die Presse bezeichnet sie als Fauves ("wilde Tiere").

Feder
ein zum Schreiben und Zeichnen mit Tinte oder anderen Schreibflüssigkeiten verwendetes Gerät: z. B. Rohrfedern (Schilf, Bambus, Holunder), Kielfedern (Gänse-, Raben-Krähenfeder), Metallfedern (Redis-, Zeichen-, Schräg- oder Bandzugfeder)

Fernsehen
die Übertragung sichtbarer, bewegter Vorgänge oder ruhender Vorlagen mit Hilfe elektromagnetischer Wellen (drahtlos oder über Kabel)

Film
allgemein die Gesamtheit der Verfahren zur bildnerischen Aufzeichnung und Wiedergabe von Bewegungsvorgängen und der darauf beruhenden visuellen Darbietungsformen (Kurzfilm, Spielfilm, Dokumentarfilm, wissenschaftlicher Film)

Filzstifte
Zeichen- und Malstifte; gibt es mit verschiedenen Tuschen (wasserlöslich, auf Alkoholbasis, als Leuchttusche)

Flachdruckverfahren
hier drucken weder Erhöhungen noch Vertiefungen, sondern Teile der Oberfläche des Steines oder der Platte; diese werden chemisch so verändert, dass sie Fett (Druckfarbe) aufnehmen oder abstoßen

Formale Gestaltungsmittel
(im Sinne der Bauhauslehre) sind z. B. Kontrast, Rhythmus; unter bildnerischen Darstellungsmitteln werden verstanden: Punkt, Linie, Fläche, Körper, Raum, Farbe

Format
(Bildformat): in Grafik und Malerei die vom Künstler häufig bewusst gewählte Größe der Bildfläche, in die ausdrucksbestimmende Richtungswerte (Hochformat, Querformat, zentriertes Format) und Begrenzungseigenheiten mit eingehen; Formatangaben erfolgen in der Reihenfolge Breite x Höhe

Fotocollagen
steht eine Dunkelkammer zur Verfügung, so lassen sich mit verschiedenen Vergrößerungstechniken die unterschiedlichsten Collageeffekte herstellen, z. B. Panoramabild, Lichtmontage, Fotogramm, ...

Fotografie
alle Verfahren zum dauerhaften Festhalten und Sichtbarmachen der mit fotografischen Apparaten gewonnenen Bilder auf besonders präparierten lichtempfindlichen Materialien

Fraktur
(lat. fractura †ždas Brechen†œ) eine im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum geschaffene Form der Druckschrift

Freiplastik
freistehende Plastik, ohne Bindung an eine Architektur

Fresko
(ital. fresco †žfrisch†œ) Wandmalerei mit kalkechten Farben in nassem Kalkputz; das Malmittel ist Kalkwasser; durch Aussinterung wird die Farbe mit einer Schutzschicht überzogen und mit dem Grund verbunden

Frottage
(frz. †ždas Reiben) eine grafische Technik, bei der Oberflächenstrukturen von Materialien mittels Durchreiben auf Papier übertragen werden

Futurismus
(lat. futurum †žZukünftiges") Eine Kunstrichtung, die sich von allen Formen der Vergangenheit lösen wollte. Stattdessen sollte das Zukünftige, experimentell vorweggenommen, jede Form bestimmen. Vielfältige Bildmotive werden ineinandergeschachtelt. Dadurch sucht man das zeitliche Nacheinander in ein Miteinander zu verwandeln und so ein sichtbares Zeigmoment auszubilden. 

Galerie
langgestreckter Verbindungsbau für Feste und Empfänge mit einer langen Fensterreihe an einer Seite (ursprünglich in Renaissance- und Barockschlössern)

Gebrauchsgrafik
Sammelbegriff für eine Vielzahl von Vervielfältigungs- und Druck-Erzeugnissen; zweckgebundene Grafik: Gestaltung von Büchern, Werbeschriften, Anschlägen, Mitteilungen u. a.

Genre
(frz. †žGattung†œ) Szenen aus dem Alltagleben, auch als Sittenbild

Gestaltendes Naturstudium
darunter ist nicht ein bloßes †žAbzeichnen†œ, sondern ein Umsetzen der Komplexität der Erscheinungsform in eine bildnerische Darstellung zu verstehen

Gestaltungsmittel
z. B. Kontrast, Rhythmus, sind Mittel, welche die Gestalt eines Werkes aufbauen helfen

Gouache
Malerei mit Wasserfarben, denen Gummiarabikum oder Dextrin als Bindemittel und Deckweiß zugefügt sind

Graffiti
(ital. graffiare †žkratzen†œ) Die Erfindung der Spraydose um 1969 wird zum Beginn der Graffiti-Bewegung. Sie geht von den Jugendlichen der Armenviertel New Yorks aus. die meisten jugendlichen Graffitikünstler verweisen mit ihren Bildern ganz unmittelbar auf ihre Lebenssituation. Im Mittelpunkt steht ein Wort, meistens der Name des Sprayers. Den Hintergrund bildet eine Wolke oder eine Farbfläche mit gezackten Rändern. Dazu kommen weitere Schmuckelemente wie Ornamente, Sterne, Schachbrettmuster und anderes. Beliebter Ort zum Sprayen sind Bahnhöfe und vor allem Züge. In den 80er Jahren kommt Graffiti in die Museen. Vertreter: Keith Haring (studierter Maler, für den das Graffiti die Zeichensprache der Alltagskommunikation ist)

Graffito
(ital. graffiare †žkratzen†œ) in eine Mauer oder Wand eingekratzte oder gezeichnete Texte und Bilder aller Art, heute oft mit Sprühdosen gespritzt

Grafik
(griech. †žeinritzen, schreiben†œ) Sammelbezeichnung für alle mittels der Linie künstlerisch gestalteten Blätter; dazu gehören sowohl Arbeiten, die mit Hilfe bestimmter Verfahren vervielfältigt sind (Druckgrafik und grafische Zwischentechniken), als auch Handzeichnungen

Grattage
(franz. "kratzen") Maltechnik, bei der meist auf einer Holzplatte Farben dick aufgetragen und mit scharfen Werkzeugen teilweise wieder abgeschabt bzw. herausgekratzt werden (Erfinder: Max Ernst)

Happening
szenisch dargestelltes oder bei Mitwirkung des Publikums improvisiertes Schauspiel mit Objekten, das die etablierte Gesellschaft durch Ungewohntes beunruhigen soll

Historienbild
geschichtliche Ereignisse, genrehafte Darstellung historischer Figuren, Handlungen

Hochdruck
Linol- oder Holzschnitt, Materialdruck u. a. (s. Drucken)

Hohlform
Form, die im Sinne einer Aufbaukeramik entsteht; in der plastischen Gestaltung vorgegebenes Volumen (z. B. Luftballon); topf- oder vasenähnlicher Hohlkörper (z. B. Bronzeplastik); alle im Gussverfahren hergestellten Gebilde sind hohl

Hohlplastik
Plastik mit nach innen offener Form

Ikonen
(griech. ikono †žBild†œ) spezielle Art des Heiligenbildes, kleinformatiges geweihtes Tafelbild der griechisch-orthodoxen Kirche

Illustration
ganz allgemein die Bebilderung eines Druckwerkes (Zeitschrift, Buch), z. B. durch Grafiken, Diagramme, Fotografien, Fotomontagen, Bildreproduktionen; dient der Information

Illustrierte
zeitschriftenartige Veröffentlichung, in der die Information durch Texte und Bilder erfolgt und in der Regel aktuelle Themen aller nur denkbaren Bereiche und Gebiete abgehandelt und dargestellt werden

Impressionismus
(lat. franz.) Stil der Malerei, der um 1860 in Paris entsteht und sich in ganz Europa durchsetzt. Der Name wurde von Claude Monets Landschaftsbild "Impression" abgeleitet. Er möchte in Überwindung der festen Körperlichkeit, der bestimmten Umrisse und der eindeutigen Lokalfarben die Erscheinung der Dinge im Licht, den flüchtigen Reiz des Augenblicks festhalten. Auch die Schatten werden in ihrer farbigen Tönung entdeckt. Nun weicht die Ateliermalerei der Freilichtmalerei; beliebte Motive sind: das Spiel des Sonnenlichtes, Nebel, Wasser, Wasserdunst, Dampf, das künstliche Licht im Theater und in Ballsälen, der Schimmer von Glas oder Spiegeln usw. Hauptvertreter:  Claude Monet, Auguste Renoir, Camille Pissarro, Alfred Sisley.

Information
(lat. informatio †žBildung, Belehrung†œ) eine Auskunft oder Mitteilung über einen Sachverhalt; der Informationsgehalt wird dabei nach deren inhaltlichen Aussagen und deren Neuigkeit beurteilt  

Informel
(franz. informelle Kunst) in den 50er und 60er Jahren allgemein verbreitete abstrakte Kunstrichtung, der nach dem 2. Weltkrieg ein Anknüpfen an klassische Formprinzipien, überhaupt an Form als eine nicht mehr tragfähige Konvention erschien. Begriff für eine nichtgeometrische abstrakte Malerei, die sich im spontanen Malakt ohne kompositionelle Normen artikuliert. Vertreter: Wols, Hans Hartung, Pierre Soulages, Emil Schumacher u. a.

Initiale
durch Verzierung und Farbe ausgezeichneter Anfangsbuchstabe

Inserat
sachlich geformte Anzeige (mit allen Finessen auf Effekthascherei ausgerichtet, vgl. Plakat)