Kopie von `Gentech-Lexikon - BN Kreisgruppe München`

Die Wörterliste gibt es nicht mehr oder die Website ist nicht (mehr) online. Nachstehend finden Sie eine Kopie der Informationen. Eventuell ist die Information nicht mehr aktuell. Wir weisen Sie darauf hin, bei der Beurteilung der Ergebnisse kritisch zu sein.
Gentech-Lexikon - BN Kreisgruppe München
Kategorie: Landbau und Lebensmittelverarbeitung > Gentechnik
Datum & Land: 25/04/2009, DE
Wörter: 41


Antibiotika-Resistenz
Fähigkeit von Mikroorganismen, durch Synthese von bestimmten Stoffen die Wirkung von (Antibiotika) aufzuheben (z.B. das Enzym Penicillinase spaltet Penicillin und macht es damit unwirksam)

Antibiotikum
Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), das in geringen Konzentrationen andere Mikroorganismen in ihrem Wachstum hemmt (bakteriostatisch, z.B. Penicillin) oder abtötet (bakterizid, z.B. Streptomycin).

Auskreuzung
Vererbung einer bestimmten Eigenschaft aus einer Individuengemeinschaft in eine andere. Die Auskreuzung von Genen findet in der Regel durch die Übertragung von Pollen statt.

BT-Mais
Der Bt-Mais ist eine gentechnisch veränderte Variante des Mais. Seinen Namen verdankt er dem Bakterium Bacillus thuringiensis, von dem ihm ein Proteingen eingeschleust wurde. Das Bakterium ist ein weltweit verbreitetes Bodenbakterium, das in der Lage ist, ein Gift zu produzieren, welches spezifisch auf verschiedene Insekten, vor allem auf die ...

BT-Toxin
Das Bt-Toxin ist ein Protein, das natürlicherweise von Bacillus thuringiensis-Bodenbakterien gebildet wird. Dieses Protein hat die Eigenschaft, die Darmwand einiger Fraßinsekten zu zerstören. Mikrobielle Bt-Präparate werden seit längerem als biologische Pflanzenschutzmittel angewandt; sie sind auch im Ökologischen Anb...

Chimäre
Mosaik-Lebewesen, das durch die Verschmelzung von Embryonalzellen zweier verschiedener Arten hervorgeht (z.B. die 'Schiege' aus Schaf und Ziege, oder die 'Tomoffel' aus Tomate und Kartoffel).

Chromosom
Kompakte, anfärbbare Struktur, die aus der DNA-Doppelhelix und Proteinen besteht und während der Zellteilung im Lichtmikroskop sichtbar ist. Der Mensch besitzt 46 (23 Paare) solcher Chromosomen, darunter 2 Geschlechtschromosomen(XX = weiblich oder XY = männlich). Je ein Satz (23 Chromosomen) stammt von der Mutter und vom Vater. Codie...

Degeneration
bedeutet in diesem Zusammenhang, daß eine Aminosäure auf der DNA-Ebene unterschiedlich verschlüsselt vorliegen kann, d.h. es sind verschiedene Basentripletts (Codons) möglich. Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere bevorzugen für gleiche Aminosäuren unterschiedliche Basentripletts.

DNA
= deoxyribonucleic acid = Desoxyribonukleinsäure (DNS), doppelsträngiges Molekül mit einem Rückgrat aus Zuckermolekülen (Desoxyribose) und Phosphatgruppen und einer linearen Abfolge von Basenpaaren. Die beiden Einzelstränge sind komplementär zueinander, verlaufen in antiparallele Richtung und werden über die ...

Durchwuchs
Durchwachsen einer vorjährigen Kultur durch die neue Einsaat. Durchwuchs entsteht vor allem durch keimfähigen Samen, der auf dem Acker nach der Ernte verblieben ist. Für die Gentechnik bedeutet das, wenn man gentechnisch veränderte Samen auf dem Feld aussät, im nächsten Jahr aber gentech-freie Samen, die gentechnisch v...

Empfängerorganismus
Organismus, in den die fremde DNA eingeführt wird.

Enzym
Protein, das als Biokatalysator Stoffwechselreaktionen beschleunigt. DNA-Ligase, DNA-Polymerase und Restriktionsendonuklease sind wichtige Werkzeuge der Gentechnik.

Flavr-Savr-Tomate
Bei der Flavr-Savr-Tomate wurde das Gen für das Matschigwerden abgeschaltet. Die Anti-Matsch-Tomate der Firma Calgene wurde 1994 in den USA als erstes gentechnisch verändertes Lebensmittel zugelassen. Die Früchte können an der Pflanze ausreifen und müssen nicht mehr grün geerntet und künstlich nachgereift wer...

Freisetzung
Die absichtliche Ausbringen eines gentechnisch veränderten Organismus (GVO) in die Umwelt außerhalb eines 'geschlossenen Systems' - etwa Labor, Gewächshaus oder Produktionsanlage. Jede Freisetzung muss genehmigt werden; sie wird nur erlaubt, wenn Mensch und Umwelt nach dem Stand des Wissens nicht gefährdet werden.

Fungizid
Chemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Pilzen an Kulturpflanzen.

Gen
Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z.B. tRNA) enthält.

Genom
Die gesamte Erbsubstanz eines Organismus. Jede Zelle eines Organismus verfügt in ihrem Zellkern über die komplette Erbinformation.

Gentechnik
Sammelbegriff für verschiedene molekularbiologische Techniken. Sie ermöglicht, DNA-Stücke unterschiedlicher Herkunft neu zu kombinieren und in geeigneten Wirtszellen zu vermehren und zu exprimieren (z.B. Klonierung und Expression des menschlichen Insulingens in E.coli).

Grüne Gentechnik
Grüne Gentechnik bezeichnet die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung und die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft.

GVO
(=gentechnisch veränderter Organismus) Organismus, dessen DNS mit Gentechnik verändert wurde. In der Regel für Eigenschaften, die durch Kreuzen oder natürliche Rekombination in der Natur nicht vorkommen.

Herbizid-Resistenz
Durch Einführung geeigneter Gene werden Pflanzen unempfindlich gegen ein bestimmtes Herbizid gemacht. Dieses hat bei den so veränderten Pflanzen keine Wirksamkeit mehr.

Insekten-Resistenz
Die Pflanzen selbst produzieren einen Eiweißstoff (BT-Toxin), der vom Schädling beim Fressen aufgenommen wurd und an dem er dann verendet.

Kennzeichnungsvorschriften
Kennzeichnungspflichtig ist ein Produkt, wenn: †¢ es ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) ist

Koexistenz
Das Nebeneinander des Anbaus von gentechnikfreien und genmanipulierten Feldfrüchten. Eine eindeutige gesetzliche Regelung fehlt derzeit noch.

Kontamination
Kontamination bezeichnet in der Naturwissenschaft und Technik die Vergiftung oder Verunreinigung eines Organismus oder eines Systems durch unerwünschte oder schädliche Stoffe. Die Wiederherstellung des gewünschten Zustands wird als Dekontamination bezeichnet.

Maiszünsler
Der Maiszünsler ist in vielen Maisanbaugebieten ein Problem. Der Schädling frisst sich durch die Stängel der Maispflanze und ist dort mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln kaum erreichbar. Mit Hilfe der Gentechnik ist ein Gen aus einem Bodenbakterium auf Mais übertragen worden. Dieser Mais produziert Bt-Toxin, einen Wirks...

Mutation
Jede Veränderung des Erbgutes. Mutationen kommen ständig in der Natur vor (z.B. ausgelöst durch UV-Strahlen, natürliche Radioaktivität) und sind die Grundlage der Evolution.

Nachhaltigkeit
Das Prinzip 'Nachhaltigkeit' stammt aus der Forstwirtschaft. Einen Wald (hinsichtlich der Holznutzung) nachhaltig zu bewirtschaften bedeutet, in einem nicht mehr Holz einzuschlagen, als im gleichen Zeitraum nachwächst. Auf die Umweltpolitik übertragen, bedeutet das Nachhaltigkeitprinzip, dass die Entnahme von Rohstoffen aus der Natur und ...

Pestizid
Sammelbegriff für verschiedene Vernichtungsmittel gegen Pflanzen, Insekten und Pilze

Rekombination
Als Rekombination wird der Vorgang bezeichnet, bei dem genetisches Material neu kombiniert wird. Die Umorganisation ist ein natürlicher, vom Zufall abhängiger Vorgang. Sie ist die Grundlage für die Entstehung genetischer Variabilität und ein wesentlicher Faktor der Evolution. Die Gentechnik nimmt Rekombinationen ganz gezielt vor...

Risiken der grünen Gentechnik
†¢ Zu wenig Wissen über die Folgen für die menschliche Gesundheit und Umwelt

RoundUp Ready Sojabohne
Ein zusätzliches Eiweiß macht die RoundUp Ready Sojabohnen der Firma Monsanto gegen den Herbizidwirkstoff Glyphosat unempfindlich. Das neue Eiweiß macht weniger als 0,1 Prozent des Gesamtproteins aus und gilt als gesundheitlich unbedenklich. Die gentechnisch veränderten Sojapflanzen weisen eine vergleichbare chemische Zusammen...

Schwellenwert
Die Höhe (in Prozent) zufälliger, technisch nicht vermeidbarer Beimischungen von GVOs in Saatgut, Lebens- oder Futtermitteln. GVO-Beimischungen bis zur Höhe des jeweiligen Schwellenwerts sind von der in der EU geltenden Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Das gilt jedoch nur, wenn es sich um zufällige, technisch nicht vermeidbare...

Selektion
Auslese/Auswahl der Organismen, die am besten überleben können. Bei der Gentechnik werden aus den nach einer Transformation regenerierte Pflanzen diejenigen herausgesucht, bei denen die Transformation erfolgreich war. Das heißt, die Fremd-Gene sind in das pflanzliche Genom eingebaut worden.

Spenderorganismus
Organismus, aus dem die übertragene DNA ursprünglich stammt.

Stammzelle
Jede noch nicht ausdifferenzierte Zelle eines Embryos, Fetus oder geborenen Menschen, die Teilungs- und Entwicklungsfähigkeit besitzt. Aus totipotenten embryonalen Stammzellen kann ein ganzer Mensch entstehen, aus pluripotenten Stammzellen entwickeln sich die verschiedenen Gewebetypen, und bei den organspezifischen Stammzellen des erwachsenen ...

Totalherbizid
Totalherbizide vernichten wahllos die gesamte Vegetation. Ein Beispiel ist das von Monsanto entwickelte Herbizid 'Roundup'. Mit gentechnische Verfahren werden momentan Nutzpflanzen entwickelt (z.B. 'Roundup Ready Mais'), die gegen das Totalherbizid resistent sind. Angesichts von Nachweisen, dass genmanipulierte Pflanzen ihr Erbgut an Wildpflanzen w...

Transgene Organismen
Organismen (Mikroorganismen, Tiere, Pflanzen), denen mit Hilfe gentechnischer Methoden ein fremdes Gen eingeführt worden ist, das von Generation zu Generation weitervererbt wird. Transgene Organismen sind somit gentechnisch veränderte Organismen.

Unbeabsichtigte Veränderungen bei GVO-Pflanzen
Wenn ein neues Gen auf Pflanzen übertragen wird, kann es sein, dass es neben der damit beabsichtigten Veränderung auch zu unbeabsichtigten kommt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Menschen oder Tieren führen. In alle Regel können unbeabsichtigte Effekte durch geeignete ...

Vektor
Hilfsmittel der Gentechnik, um fremdes Erbmateriel in Zellen einzuschleusen. Vektoren werden deshalb auch Genfähren genannt. Meist dienen Plasmide in Bakterien oder Viren als Vektoren. Zunächst wird das gewünschte Gen (Zielgen) und das Markergen in den Vektor eingebaut und dann in das Pflanzen- oder Bakteriengenom übertragen.

WTO
= World Trade Organisation/Welthandelsorganisation Die USA und andere haben bei der Welthandelsorganisation (WTO) Klage eingereicht, um die Zulassung von gentechnisch veränderter Nahrung in der Europäischen Union zu erzwingen. Darüber hinaus wollen sie erreichen, dass alle Länder weltweit ihren Widerstand gegen GVO aufgeben. Sie...