Kopie von `Bundeswehr - Marinelexikon`

Die Wörterliste gibt es nicht mehr oder die Website ist nicht (mehr) online. Nachstehend finden Sie eine Kopie der Informationen. Eventuell ist die Information nicht mehr aktuell. Wir weisen Sie darauf hin, bei der Beurteilung der Ergebnisse kritisch zu sein.
Bundeswehr - Marinelexikon
Kategorie: Verteidigung > Marine
Datum & Land: 28/02/2009, DE
Wörter: 486


Abblenden
Das Verdunkeln nach außen scheinender Lichtquellen

Abdrehen
Änderung des Schiffskurses

Abdrift
Seitliche Abweichung vom Kurs infolge seitlichen Winddrucks oder Seegangs

Abfallen
Den Wind mehr von rückwärts nehmen; mit dem Bug vom Wind abwenden

abfallen
Den Kurs so ändern ,dass der Einfallswinkel des Windes größer wird und die Segel voller stehen

Abflauen
Nachlassen des Windes

ablandig
Wind (Strom), der vom Festland auf die See gerichtet ist

abpullen
Pull (eng.: ziehen); (ab)pullen in etwa (ab)rudernNach Marinetradition werden Offiziere, die von einem hohen Dienstposten (z.B. Kommandeur, Befehlshaber oder Inspekteur) verabschiedet werden, abgepullt.

Abrüsten
Eines Schiffes nach dessen Außerdienststellung

abschlagen
Das Abnehmen eines Segels. Gegenteil: anschlagen

Abschrappen
Abkratzen (einer Roststelle, eines schadhaften Anstriches etc.)

Absetzen
Einzeichnen des Schiffskurses in die Seekarte, Freimachen eines Bootes mit der Hand bzw. mit dem Bootshaken beim Ablegen.

Abtakeln
Ausscheren und Abnehmen des gesamten stehenden und laufenden Gutes, aller Segel und Spieren eines Segelschiffes.

Abtreiben
Unwillkürliches Versetztwerden des Schiffes durch Wind oder Strom

Achteraus
Bereich hinter dem, Schiff in Verlängerung der Kiellinie (auch als recht achteraus bezeichnet), achterlich dagegen ist der Bereich von querab bis recht achteraus

Achterdeck
Rückwärtiger Teil des Decks

Achtern
Rückwärtiger Teil des Schiffes; gegen rückwärts (gelegen) auf das Schiff bezogen

Achterschiff
Der hintere Teil eines Schiffes

Achterwind
Von rückwärts (achtern) wehender Wind (ein mit Achterwind fahrender Segler segelt 'vor dem Wind')

Admiral-Johannesson-Preis
Benannt nach Konteradmiral Rolf Johannesson (1900 - 1989), erster Befehlshaber der Flotte (1957 - 1961) und Begründer der Historischen Taktischen Tagung (HiTaTa) der Flotte

Admiralitätsanker
Früher allgemein, jetzt in beschränktem Maße gebräuchliche Ankerart mit feststehenden Armen und darauf senkrecht stehendem Stock

Ahming
Dezimeterskala am Vor- und Achterschiff, um die jeweilige Tauchung (den Tiefgang des Schiffes) ablesen zu können (z.B. in Dezimetern)

Aktionsradius
Der Umkreis, den ein Schiff mit einer einmaligen Treibstoffbevorratung zurücklegen kann

Amwindkurs
Kurs eines Segelschiffes, bei dem der Winkel zwischen Windrichtung und Kielrichtung möglichst gering ist, das Schiff aber noch gute Fahrt voraus macht

Ankerwache
Eine aus nur wenigen Mann bestehende Wache während des Ankerns.

Anlegen
sich mit einem Boot längs eines Schiffes, mit einem Schiffe längs einer Mole und dgl. vorübergehend oder bleibend festmachen

Anluven
Änderung des Kurses eines Segelschiffs oder -boots derart, dass es in einem spitzeren Winkel zum Wind segelt

Anpreien
(preien), anrufen, wobei man sich im Verkehr von Schiff zu Schiff eines Sprachrohres (Megaphons) bedient

Anschlagen
Befestigen von Segeln an Baum oder Mast (Gegenteil: abschlagen)

Anstecken
zwei Leinen miteinander oder eine Leine mit einem anderen Gegenstand verbinden

Aufbacken
das Essen, Besteck und Geschirr auf den Tisch (die Back) bringen

Aufbacken/Abbacken
In den Schiffsmessen decken traditionsgemäß die Manschafter die Tische (auf Schiffen Back genannt) zu den Mahlzeiten auf und nach den Mahlzeiten wieder ab. Dies wird aufbacken, bzw. abbacken genannt.

Aufbauten
Teile eines Schiffes, die über dem Hauptdeck liegen (zum Beispiel Deckshaus, Brücke, Schornstein, Masten)

Aufbrisen
Zunahme des Windes

Auffrischen
(des Windes), zunehmen der Windstärke

Aufgeien
zusammenziehen der Segel mit den hierzu vorhandenen Geitauen, nimmt den Wind aus den Segeln und führt dadurch zur Fahrtverminderung

aufkommen
1. Nach einer Kursänderung wird das Ruder wieder in Mittelstellung gebracht. Man spricht bei dem Ende der Drehbewegung davon, dass das Schiff aufkommt;2. Ein voraus laufendes Schiff einholen;3. Schlechtes Wetter, Gewitter, Sturm oder dergleichen kommt auf.

Aufschiessen II
ordnungsgemäßes Zusammenlegen einer Leine in Buchten

Auftakeln
alle zur Takelage eines Schiffes/Bootes gehörenden Teile aufstellen und befestigen (nicht das Segelsetzen)

auftuchen
Ein Segel oder auch eine Abdeckplane ordentlich zusammenlegen.

Auftörnen
einen Törn, einen Kinken aus einer Leine bringen und sie klar zum Gebrauch machen

Auge
Schlinge in einer Leine oder die eingespleißte Öse in einem Tampen

Ausguck
Sorgfältiges Ausschauhalten nach Fahrzeugen, Seezeichen, Hindernissen

Auslugen
(Ausluger), schauen, spähen (mit dem Umschauhalten nach in Sicht kommenden Objekten betrauter Posten, besonders bei Nacht und schlechter Sicht wichtig)

Ausmachen
Wahrnehmung eines Gegenstands oder einer Erscheinung, ohne dass schon Einzelheiten erkannt werden können

Ausrauschen
Schnelles Auslaufen der Ankerkette aus der Ankerklüse oder schnelles Ablaufen der Schlepptrosse von der Winde

Ausreffen
ein Reff aus dem Segel nehmen - die Segelfläche wird vergrößert

ausreiten
Fährt ein kleines Boot (Jolle oder Rennyacht) hoch an starkem Wind, lehnt sich die Crew an Luv weit über die Reling hinaus, um ein Gegengewicht zu bilden.

Ausrüsten
eines Schiffes für die Indienststellung

Ausscheiden
Aufhören, z.B. Dienstausscheid für Soldaten

Außenbords
wird in der Bedeutung an der Außenseite des Schiffes gelegen (befindlich etc.) gebraucht

Aussingen
Ausrufen der laufenden Ergebnisse einer Lotung

Ausstechen
einer Kette (Taues) heißt ein Stück von ihr auslaufen lassen

Ausstich
ist der Teil einer Kette (eines Schlepptaues u. dgl.), der ausgestochen wurde

Back
Vorderer Teil des Schiffes, zusammenklappbarer Esstisch

Backbord
Linke Schiffsseite in Fahrtrichtung gesehen, nachts durch ein rotes Licht gekennzeichnet

backe Segel
Sind Segel, die den Wind von vorne bekommen, daher die Fahrt des Schiffes hemmen. Ein unbeabsichtigtes 'backstehen' der Segel, z. B. infolge Umspringen des Windes, nennt man 'eine Eule fangen'

Backen & Banken
Esseneinnahme an Bord

Backschaft
Die an einem Tisch sitzende Speisegemeinschaft auf Schiffen/Booten

Backsen
Fahrmanöver eines Bootes/Schiffes mit zwei Antriebswellen/Schiffsschraube, wobei eine Welle/Schraube voraus und die andere rückwärts dreht; ermöglicht kleineren Drehkreis

Backskiste
Im Vorschiff oder in den Kammern kleiner Schiffe und Segelboote eingebaute Kastenbank, die als Stauraum dient

Backspiere
Spieren, die von Schiffen seitlich ausgelegt werden, um die im Wasser befindlichen Boote daran befestigen zu können; auch: spaßhafte Bezeichnung für Ordensspange

Backstag
auch Preventer; leicht losnehmbare oder setzende Verstagung des Mastes schräg nach achtern, je nachdem, auf welcher Seite der Großbaum gefahren wird

Backstagwind
Ein etwa 45° schräg von achtern gegen das Schiff (die Segel) wehender Wind

Bake
Seezeichen, ein fest an Land oder im Flachwasser stehendes Gerüst, das ein Fahrwasser, eine Untiefe u. a. kennzeichnet

Balje
Kleiner Bottich

Ballast
Dient als Gewichtsausgleich, um eine genügende Stabilität zu erreichen

Banjerdeck
Eines der unteren Schiffsdecks, in der Regel das dritte von oben

Bank
Sandbank, Untiefe

Bark
Dreimastsegler mit Rahsegeln an den zwei vorderen und Schonersegeln am hintersten Mast.

Barkasse
Größeres Beiboot mit Motorantrieb

Barke
Kleiner Küstenfahrer

Barre
Sandbank oder Untiefe.

Batteriedeck
Früher das dem Oberdeck nächstfolgende Deck, das bei älteren Schiffen die Hauptbestückung der Schiffsartillerie zu tragen hatte

Baum
Spiere aus Holz oder Metall (Aluminium), an dem das Unterliek eines Segels befestigt ist, entweder eingezogen oder mit einer Leine angereiht.

Beiboot
Kleineres Boot (zum Beispiel Schlauchboot, Ruderboot, Motorboot) an Bord eines anderen, größeren Seefahrzeugs.

Beidrehen
Segelmanöver hart am Wind, um die Fahrt zu verringern

Beilbrief
Eines der Schiffspapiere, genaue Vermessungsdaten des Schiffes enthaltend.

beiliegen
Durch Verkürzung und entsprechende Stellung der Segel die Fahrt des Schiffes auf ein Mindestmaß herabsetzen.

bekleiden
Verkleiden eines Drahtspleißes mit Hüsing oder Segeltuch.

bekneifen
Festklemmen von Leinen; Insbesondere spricht man bei sich selbst zusammenziehenden Knoten davon, dass ein Tau sich bekneift.

belegen
Eine Leine um einen Poller, eine Klampe oder einen Belegnagel herumlegen.

Belegnagel
Meist herausnehmbarer Holz- oder Metallstab zum Festmachen eines Taues.

Beplankung
die Außenhaut eines hölzernen Schiffes

bergen
Die Rettung von Menschen, eines Schiffes oder treibender Gegenstände. Oder: Zusammennehmen und Festmachen der Segel.

Besan
Schonergetakeltes Segel am hintersten Mast.

Besegelung
Schnitt und gesamte Anordnung der Segel eines Schiffes.

Besteck
(Navigationsbesteck) Hilfsmittel zur navigatorischen Kartenarbeit. (Bestimmung des Schiffsortes nach geographischer Breite und Länge, Wind- und Strömungsberechnung) Das Besteck besteht aus:

Besteckrechnung
Die zur Ermittlung der Schiffsposition vorzunehmende Rechenmethode.

betonnen
Bezeichnen einer Untiefe oder eines Fahrwassers durch eine Warnboje (Tonne) oder ein anderes Seezeichen.

Betting
Fest eingebauter Eisenpoller auf einem Schiff, um den die Ankerkette zur Verminderung der Auslaufgeschwindigkeit geführt ist.

Bilge
Tiefste Stelle im Schiff, meist über dem Kiel, an der sich Leck- und Schwitzwasser ansammeln kann.

Blaue Nase
Der Begriff wird in der Marine benutzt, wenn eine Einheit den Polarkreis durchfahren hat. Blaue Nase am Bug symbolisiert die Kälte der Region.

Blende
Schutzdeckel für Schiffsfenster, Bullaugen und Oberlichter.

Block
Gehäuse für eine oder mehrere Seilscheiben meist aus Holz mit Eisenbeschlag oder ganz aus Stahl

Boje
Runder, verankerter Schwimmkörper, an dem sich Schiffe vertäuen, auch: zur Bezeichnung von Untiefen vorübergehend ausgebrachte Seezeichen (Warnbojen u. dgl.).

Boot
In der Deutschen Marine Bezeichnung eines Kriegsschiffs, dessen Kommandant der nächste Disziplinarvorgesetzte und gleichzeitig einziger Disziplinarvorgesetzter an Bord für alle Besatzungsmitglieder ist.

Bootshaken
An einer langen Stange befestigter eiserner Haken, mit dem ein Boot an einem Schiff oder an einer Anlegestelle festgehalten wird oder ein Gegenstand aus dem Wasser geborgen werden kann.

Bootsmann
Bei der Deutschen Marine dem Feldwebel entsprechender Dienstgrad, auch: bei früheren Marinen und auf Handelsschiffen Bezeichnung des dienstältesten, für seemännische Arbeiten (Tauwerk, Schiffspflege usw.) verantwortlichen Besatzungsmitglieds; s. auch Decksmeister o. Schmadding.

Bord
Auch in den verschiedensten Kombinationen gebräuchlich: Bordwand, Steuerbord, Außenbord. So lange ein am Winde segelndes Schiff den Wind von derselben Seite beibehält, zieht es 'einen Bord' (Segelbord).