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Informationskreis KernEnergie
Kategorie: Chemie und Kernindustrie > Kernenergie
Datum & Land: 24/01/2009, DE
Wörter: 835


Abbrand
Verhältnis der Anzahl der bereits erfolgten Spaltungen und der Anzahl der ursprünglich vorhandenen spaltbaren Atomkerne. Der Abbrand ist damit ein Maß für das Verhältnis von verbrauchtem zu ursprünglich vorhandenem Brennstoff.In der Kerntechnik wird häufig der Begriff 'spezifischer Abbrand', richtig...

Abfallaufbereitung
Im gesamten Kernbrennstoffkreislauf, insbesondere im Kernkraftwerk und bei der Wiederaufarbeitung, fallen feste, flüssige oder gasförmige radioaktive Abfälle an. Sie müssen für die Endlagerung aufbereitet werden. Man unterscheidet zwischen schwach-, mittel- und hochradioaktiven Abfällen. Ein anderes...

Abfälle, radioaktive
Radioaktive Stoffe, die beseitigt werden sollen oder aus Strahlenschutzgründen geordnet beseitigt werden müssen.

Abfälle, radioaktive, eines Kernkraftwerks
In Kernkraftwerken fallen einerseits Betriebsabfälle und andererseits ausgediente (abgebrannte) Brennelemente als radioaktive Abfälle an.Die radioaktiven Betriebsabfälle entstehen durch Reinigungsmaßnahmen des Kühlkreislaufes, des aus Kontrollbereichen abzugebenden Wassers und der Luft sowie durch R...

Abfälle, radioaktive, Klassifizierung
In der Vergangenheit wurden auch in Deutschland die radioaktiven Abfälle aufgrund ihrer Dosisleistung als schwachaktiv (LAW: low active waste), mittelaktiv (MAW: medium active waste) hochaktiv (HAW: high active waste)unterschieden. Diese Differenzierung gilt zur Zeit noch in anderen Ländern. Für sic...

Abfälle, radioaktive, Mengenanfall
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ermittelt seit 1984 jedes Jahr den Bestand an unbehandelten radioaktiven Reststoffen sowie den Anfall, Bestand, die Zwischenlagerung und den im Folgejahr zu erwartenden Anfall an konditionierten radioaktiven Abfällen. Die Bestandsaufnahme erfolgt jedoch nicht d...

Abfälle, radioaktive, Volumenreduzierung
Typische Rohabfälle eines 1.300-MWe-Kernkraftwerkes sind brennbare und preßbare Abfälle. Die Rohabfälle werden vorsortiert nach brennbaren und nicht brennbaren Stoffen. Die nicht brennbaren, aber preßbaren Rohabfälle werden verpreßt. Der Volumenreduktionsfaktor beträgt etwa 2 bis 5. Die brennbaren A...

Abgasreinigung
Die Reinigungsanlage der Abgase aus kerntechnischen Anlagen hat in der Reihenfolge des Durchströmens folgenden grundsätzlichen Aufbau: Nasse Gase: Waschen in Kolonnen und/oder Venturiwäschern, Naßfilterung, Trocknen, Absolutfilterung mit Aerosolfilter der Sonderklasse S, Abgasgebläse trockene Gase: ...

Abklingbecken
Mit Wasser gefülltes Becken, in dem Brennelemente nach dem Reaktoreinsatz so lange lagern, bis Radioaktivität und Wärmeentwicklung auf einen gewünschten Wert abgenommen haben (abgeklungen sind).

Abklingzeit
Die im Brennstoff durch die Kernspaltungen entstandenen radioaktiven Spaltprodukte sind der Grund für die anfänglich hohe Strahlungsintensität und die Wärmeentwicklung des Brennstoffs nach dem Einsatz im Reaktor. Wärmeleistung und Radioaktivität des bestrahlten Brennstoffs nehmen wegen des großen An...

Abkürzungen
The Opaui Guide to Lists of Acronyms, Abbreviations, and Initialisms on the World Wide Web: www.opaui.com/acro.html Acronyms & Abbreviations: www.acronymfinder.com

Abluftpfad
Modellmäßige Annahmen zur Berechnung der Strahlenexposition durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit der Abluft einer kerntechnischen Anlage. Das Ergebnis einer solchen Ausbreitungsrechnung liefert ortsabhängige Konzentrationswerte von Radionukliden. Die beim Zerfall dieser Radionuklide entstehen...

Abreicherung
Verminderung der relativen Häufigkeit eines Nuklides oder mehrerer Nuklide im Verlauf eines Prozesses.

Abschaltreaktivität
Die Reaktivität des durch Abschaltung mit betriebsüblichen Mitteln in den unterkritischen Zustand gebrachten Reaktors. Sie hängt im Allgemeinen von der Betriebsweise des Reaktors und der Dauer des abgeschalteten Zustandes ab und ist stets negativ.

Abschaltstab
Abschaltstäbe dienen dazu, einen Reaktor schnell abschalten zu können. Zu diesem Zweck müssen sie sehr schnell eingefahren werden können und eine hohe negative Reaktivität haben, die zur sicheren Reaktorabschaltung ausreicht. Regelstab.

Abschirmung
Schutzeinrichtung um radioaktive Quellen und kerntechnische Anlagen, um deren Strahlung nach außen den Erfordernissen entsprechend zu verringern. Schild, biologischer; Schild, thermischer.

Absender/Empfänger-Differenz
Begriff aus dem Bereich der Kernmaterialüberwachung; Differenz zwischen der Kernmaterialmenge in einer Charge zwischen der Angabe der absendenden Materialbilanzzone und der Messung der empfangenden Materialbilanzzone.

Absorber
Jedes Material, das ionisierende Strahlung 'aufhält'. Alphastrahlung wird bereits durch ein Blatt Papier total absorbiert, zur Absorption von Betastrahlung genügen bereits wenige Zentimeter Kunststoffmaterial oder 1 cm Aluminium. Für Gammastrahlen werden Materialien hoher Ordnungszahl und großer Dic...

Absorberstab
Regelstab.

Abwasserpfad
Modellmäßige Annahmen zur Berechnung der Strahlenexposition durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit dem Abwasser einer kerntechnischen Anlage. Die beim Zerfall dieser Radionuklide entstehende Strahlung kann prinzipiell über folgende Pfade zu einer Strahlenexposition des Menschen führen: externe ...

Abwärme
Der Wirkungsgrad eines Wärmekraftwerkes ist das Verhältnis der gewonnenen elektrischen Energie zur erzeugten Wärme. Er ist aufgrund physikalischer Gesetze von der Temperatur des Prozessmediums abhängig und beträgt etwa 34 % beim Leichtwasserreaktor und 40 % bei einem modernen Kohlekraftwerk. Der grö...

Advanced Gas-Cooled Reactor
(AGR) Advanced Gas-Cooled Reactor. In England und Schottland werden mehrere Reaktorblöcke dieses Bautyps betrieben. AGR-Reaktoren benutzen bis auf 2,5 % angereichertes Uran als Brennstoff, Graphit als Moderator und CO2 als Kühlgas.

Airlift
Verfahrenstechnische Förder- und Dosiereinrichtung, bei der Luft als Fördermedium für Flüssigkeiten benutzt wird, z. B. zur Förderung hochradioaktiver Flüssigkeiten. Ein Airlift hat keine beweglichen Teile. Er benötigt das zwei- bis fünffache Förderluftvolumen gegenüber dem geförderten Flüssigkeitsv...

Aktivierung
Vorgang, beim dem ein Material durch Beschuß mit Neutronen, Protonen oder anderen Teilchen radioaktiv wird.

Aktivierungsanalyse
Verfahren zur quantitativen und qualitativen Bestimmung chemischer Elemente in einer zu analysierenden Probe. Die Probe wird durch Beschuß mit Neutronen oder geladenen Teilchen radioaktiv. Danach senden die radioaktiven Atome der Probe charakteristische Strahlungen aus, durch die die Art der Atome i...

Aktivität
Aktivität ist die Zahl der je Sekunde in einer radioaktiven Substanz zerfallenden Atomkerne. Die Einheit für die Aktivität ist die reziproke Sekunde mit dem besonderen Einheitennamen Becquerel, Kurzzeichen: Bq. 1 Becquerel entspricht dem Zerfall eines Atomkerns pro Sekunde. Die früher übliche Einhei...

Aktivität, spezifische
Quotient aus der Aktivität eines Stoffes und der Masse dieses Stoffes. Einheit Bq/kg. Bezeichnet A die Aktivität und m die Masse des Stoffes, so ergibt sich die spezifische Aktivität Asp zu: Asp = A / m.

Aktivitätskonzentration
Quotient aus der Aktivität eines Stoffes und dem Volumen dieses Stoffes. Einheit Bq/m3. Bezeichnen A die Aktivität und V das Volumen des Stoffes, so ergibt sich die Aktivitätskonzentration zu: Akonz = A / V.

Aktivitätszufuhr
Die durch Mund oder Nase (Inhalation, lngestion) oder durch die intakte oder verletzte Haut in den Körper gelangte Menge radioaktiver Stoffe.

ALARA-Konzept
Abkürzung von as low as reasonably achievable (so gering wie vernünftigerweise erreichbar). Konzept der Internationalen Strahlenschutzkommission zur Dosisbegrenzung, ausführlich erläutert und begründet in der Empfehlung der Internationalen Strahlenschutzkommission von 1990, veröffentlicht 1991 als &...

Allgemeine Verwaltungsvorschrift
(AVV) Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 40 Abs. 2, § 95 Abs. 3 Strahlenschutzverordnung und § 35 Abs. 2 Röntgenverordnung ('AVV Strahlenpass') vom 14. Juni 2004 legt Form und Inhalt des Strahlenpasses für beruflich strahlenexponierte Personen und die Anforderungen an die ...

Alphateilchen
Von verschiedenen radioaktiven Stoffen beim Zerfall ausgesandtes, positiv geladenes Teilchen. Es besteht aus zwei Neutronen und zwei Protonen, ist also mit dem Kern des Heliumatoms identisch. Die Ruhemasse des Alphateilchens beträgt 6,64424 · 10-27 kg, das entspricht 3,72732 ·...

Alphazerfall
Radioaktive Umwandlung, bei der ein Alphateilchen emittiert wird. Beim Alphazerfall nimmt die Ordnungszahl um zwei Einheiten und die Massenzahl um vier Einheiten ab. So entsteht z. B. aus Ra-226 mit der Ordnungszahl 88 durch den Alphazerfall Rn-222 mit der Ordnungszahl 86.

annual limit of intake
(ALI) Abkürzung von annual limit of intake (Grenzwert der Jahresaktivitätszufuhr).

Anregungsenergie für Kernspaltung
Die Spaltung eines Atomkerns bedarf grundsätzlich der Zuführung einer Mindestenergie. Wird ein Neutron an einen Atomkern angelagert, so wird eine Energie frei, die sich aus der kinetischen Energie des Neutrons und der Bindungsenergie dieses Neutrons an den Kern zusammensetzt. Ist diese Energie größe...

Anreicherung
Vorgang, durch den der Anteil eines bestimmten Isotops in einem Element vergrößert wird.

Anreicherungsfaktor
Verhältnis der relativen Häufigkeit eines bestimmten lsotops in einem Isotopengemisch zur relativen Häufigkeit dieses Isotops im Isotopengemisch natürlicher Zusammensetzung.

Anreicherungsgrad
Anreicherungsfaktor minus 1.

Anreicherungsketten
Radioaktive Isotope eines Elementes verhalten sich chemisch wie seine nichtradioaktiven Isotope. Deshalb können sie sich ebenso wie diese in Pflanzen, Tieren und Menschen abreichern oder anreichern. Eine solche Anreicherungskette liegt z. B. beim Iod vor. Über Luft - Gras - Kuh - Milch ist eine loda...

Anreicherungsverfahren
Isotopentrennung.

Anticipated Transients Without Scram
(ATWS) Anticipated Transients Without Scram; Transienten ohne Schnellabschaltung.

Antikoinzidenzschaltung
Elektronische Schaltung, die nur dann einen Ausgangsimpuls liefert, wenn nur an einem - meist einem festgelegten - Eingang ein Impuls auftritt. Treten an anderen Eingängen gleichzeitig oder um eine bestimmte Zeit verzögert Impulse auf, so wird kein Ausgangsimpuls abgegeben.

Antimaterie
Materie, in der die Kernteilchen (Neutronen, Protronen, Elektronen) durch die entsprechenden Antiteilchen ersetzt sind (Antineutronen, Antiprotonen, Positronen).

Antiteilchen
Antiteilchen haben die gleiche Masse, die gleiche mittlere Lebensdauer und den gleichen Spin wie die entsprechenden Teilchen, aber entgegengesetzt gleiche Baryonen- und Leptonenzahl. Antiteilchen und Teilchen sind entweder beide elektrisch neutral oder sie besitzen eine elektrische Ladung vom gleich...

Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor
(AVR) AVR steht eigentlich für Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor, gemeint ist jedoch das Atomversuchskernkraftwerk (der AtomVersuchsReaktor) in Jülich. Es handelte sich um einen Hochtemperaturreaktor mit einer elektrischen Bruttoleistung von 15 MW, die nukleare Inbetriebnahme ...

Arbeitsverfügbarkeit
Verhältnis der verfügbaren Arbeit zur theoretisch möglichen Arbeit in der Berichtsspanne. Kennzeichnet die Zuverlässigkeit der Anlage. Zeitverfügbarkeit.

Argonaut
Argonne Nuclear Assembly for University Training; Typ eines Schulungsreaktors.

Asse
Zur versuchsweisen Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen hergerichtetes ehemaliges Salzbergwerk 10 km südöstlich von Wolfenbüttel. Es wurden mehr als 120.000 Fässer, das entspricht rund 24.000 m3, mit schwachradioaktiven Abfällen eingelagert. In einer spezie...

Atom
Kleinstes Teilchen eines Elementes, das auf chemischem Wege nicht weiter teilbar ist. Die Elemente unterscheiden sich durch ihren Atomaufbau voneinander. Atome sind unvorstellbar klein. Ein gewöhnlicher Wassertropfen enthält etwa 6.000 Trillionen (eine 6 mit 21 Nullen) Atome. Der Durchmesser eines A...

Atomenergie
Kernenergie

Atomgesetz
(AtG) Das 'Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren' - Atomgesetz - trat am 1. Januar 1960 in Kraft. Es wurde in der Zwischenzeit mehrfach geändert und ergänzt, zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 29. August 2008. Wesentliche ...

Atomgewicht
Relativzahl für die Masse eines Atoms. Die Grundlage der Atomgewichtsskala ist das Kohlenstoffatom, dessen Kern aus sechs Protonen und sechs Neutronen besteht. Ihm wurde das Atomgewicht 12 zugeteilt. Somit ist die Atomgewichtseinheit 1/12 des Gewichtes des Kohlenstoff-12. Die atomare Masseneinheit u...

Atomhaftungsübereinkommen
Übereinkommen vom 29. Juli 1960 über die Haftung gegenüber Dritten auf dem Gebiet der Kernenergie (Pariser Atomhaftungsübereinkommen), Bekanntmachung der Neufassung vom 15. Juli 1985 im Bundesgesetzblatt, Teil II, S. 963. Internationales Übereinkommen, um Personen, die durch ein nukleares Ereignis S...

Atomkern
Positiv geladener Kern eines Atoms. Sein Durchmesser beträgt einige 10-13 (zehnbillionstel) cm, das ist rund 1/100 000 des Atomdurchmessers. Er enthält fast die gesamte Masse des Atoms. Der Kern eines Atoms ist, mit Ausnahme des Kernes des normalen Wasserstoffes, zusammengeset...

Atomkraft
Kernenergie

Atomkraftwerk
(AKW) Atomkraftwerk, Kernkraftwerk.

Atomrechtliche Abfallverbringungsverordnung
Verordnung über die Verbringung radioaktiver Abfälle in das oder aus dem Bundesgebiet (AtAV) vom 27. Juli 1998, zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 12. August 2005. Diese Verordnung regelt die Verbringung radioaktiver Abfälle im Sinne der Richtlinie 92/3/EURATOM vom 3. Februar 1992 zur...

Atomrechtliche Deckungsvorsorge-Verordnung
(AtDeckV) Die Verordnung über die Deckungsvorsorge nach dem Atomgesetz (Atomrechtliche Deckungsvorsorge-Verordnung - AtDeckV) vom 25. Januar 1977, zuletzt geändert durch Artikel 9 des Gesetzes vom 23. November 2007, regelt die Deckungsvorsorge für Anlagen und Tätigkeiten, bei den...

Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung
(AtSMV) Die Verordnung über den kerntechnischen Sicherheitsbeauftragten und über die Meldung von Störfällen und sonstigen Ereignissen (Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung - AtSMV) vom 14. Oktober 1992, zuletzt geändert durch Artikel 5 der Verordnung vom 18...

Atomrechtliche Verfahrensverordnung
(AtVfV) Die Verordnung über das Verfahren bei der Genehmigung von Anlagen nach § 7 des Atomgesetzes (Atomrechtliche Verfahrensverordnung - AtVfV) vom 28. Februar 1977 in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Februar 1995, zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 9. Dezem...

Atomrechtliche Zuverlässigkeitsprüfungs-Verordnung
Verordnung für die Überprüfung der Zuverlässigkeit zum Schutz gegen Entwendung oder erhebliche Freisetzung radioaktiver Stoffe vom 1. Juli 1999, zuletzt geändert durch Artikel 14 des Gesetzes vom 11. Oktober 2002. Diese Verordnung regelt die Verfahren und Zuständigkeiten für die Überprüfung der nach...

Atomuhr
Gerät, das sich der Atomkern- oder Molekülschwingungen zur Messung von Zeitintervallen bedient. Diese Schwingungen sind äußerst zeitkonstant.

Aufbaufaktor
Dosisaufbaufaktor

Auflöser
Technische Einrichtung in einer Wiederaufarbeitungsanlage für das Auflösen des Kernbrennstoffes in Säure. PUREX-Verfahren.

Aufpunkt
Der von meteorologischen Daten abhängige geographische Punkt des Niederganges der Abluftfahne aus einem Kamin auf den Erdboden. Der Aufpunkt ist für die Ermittlung der Strahlenexposition über den Abluftpfad von Bedeutung.

Aufzeichnungschwelle
Wert der Äquivalentdosis oder der Aktivitätszufuhr, bei dessen Überschreitung das Ergebnis der Messung aufgezeichnet und aufbewahrt werden muß.

Ausbildungskernreaktor AKR-2
Der Ausbildungskernreaktor AKR-2 der Technischen Universität Dresden wurde am 22.03.2005 erstmals kritisch. Der AKR-2 ist ein homogener feststoffmoderierter Reaktor mit einer maximalen Dauerleistung von 2 Watt. Die Reaktoranlage dient überwiegend zu Ausbildungs- und Lehrzwecken, ist aber auch Instru...

Ausbreitungsrechnungen
Rechenverfahren zur Ermittlung der Auswirkungen infolge der Abgabe von Radioaktivität mit der Abluft aus Kernkraftwerken. Bei diesen Berechnungen werden die meteorologischen Verhältnisse im Standortgebiet berücksichtigt. Ziel der Ausbreitungsrechnungen ist es, die Strahlenexposition des Menschen dur...

Ausgangsmaterial
Begriff aus dem Bereich der Kernmaterialüberwachung. Ausgangsmaterial umfaßt Uran, welches das in der Natur vorkommende lsotopengemisch enthält sowie Uran, dessen Gehalt an U-235 unter dem natürlichen Gehalt liegt und Thorium

Auslaugbeständigkeit
Widerstandsfähigkeit gegen Auslaugen in Flüssigkeiten.

Auslaugrate
Maß für das Auslaugverhalten von Festkörpern in Flüssigkeiten. Beispielsweise gilt für verfestigte radioaktive Abfälle in siedendem destilliertem Wasser: zementierte Abfälle 10-2 bis 10-3 g/cm² · Tag, verglaste Abfälle 10-5 bis 10&...

Auslegungsstörfall
Auslegungsstörfälle - Leitungsbrüche, Komponentenversagen - müssen durch die Sicherheitseinrichtungen so beherrscht werden, daß die Auswirkungen in der Umgebung unter den vorgegebenen Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung bleiben, also die effektive Dosis weniger als 50 mSv beträgt. 'Auslegungsst...

Ausnutzungsdauer
Die Ausnutzungsdauer beschreibt den Einsatz der Kraftwerke. Sie basiert auf der Netto-Leistung und den 8.760 Stunden eines Jahres. Bei der Ausnutzungsdauer wird für die tatsächlich erzeugte Strommenge ermittelt, in wie viel Stunden sie bei voller Leistung der Anlage erreicht worden wäre. In der Prax...

Autoradioanalyse
Dissoziation von Molekülen durch ionisierende Strahlung, die von radioaktiven Stoffen stammt, die in der Substanz oder im Substanzgemisch selbst enthalten sind. Beispiel: Autoradiolytische Dissoziation im flüssigen hochradioaktiven Abfall.

Autoradiographie
Fotografische Aufzeichnung der Verteilung eines radioaktiven Stoffes in einer Substanz durch die von diesem Stoff emittierte Strahlung.

AVM-Verfahren
Französisches Verglasungsverfahren für flüssigen hochradioaktiven Abfall. Seit Juli 1978 ist eine Anlage in Marcoule/Frankreich in Betrieb. In der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague wird dieses Verfahren im industriellen Maßstab genutzt. Verglasung.

Barn
In der Kernphysik benutzte Einheit zur Angabe von Wirkungsquerschnitten von Teilchen für eine bestimmte Reaktion, Kurzzeichen: b. Ein Barn ist gleich 10-28 m²; das ist etwa die Querschnittsfläche eines Atomkernes.

Barriere
Der sichere Einschluss des radioaktiven lnventars einer kerntechnischen Anlage erfolgt nach dem Mehrfachbarrierenprinzip, d. h. zur Freisetzung radioaktiver Stoffe müssen diese mehrere verschiedene, hintereinander geschaltete Barrieren passieren. Barrieren eines Kernreaktors: Rückhaltung der Spaltpr...

Baryon
Elementarteilchen mit der Baryonenzahl 1, das sind: Neutron, Proton, Hyperon. Der Name (barys, griech. = schwer) leitet sich von der verhältnismäßig großen Masse dieser Teilchen gegenüber anderen Elementarteilchen (Leptonen, Mesonen) ab. Elementarteilchen.

Becquerel
(Bq) Einheit der Aktivität eines Radionuklids; benannt nach dem Entdecker der Radioaktivität Henri Becquerel. Das Einheitenkurzzeichen ist Bq. Die Aktivität beträgt 1 Becquerel, wenn von der vorliegenden Menge eines Radionuklides 1 Atomkern pro Sekunde zerfällt. Die Einheit Becqu...

Benutzungsstunden
Die Benutzungsstunden (Benutzungsdauer) sind gleich der Gesamtarbeit in einer Zeitspanne dividiert durch die Höchstlast in dieser Zeitspanne.

BER II-Forschungsreaktor
Forschungsreaktor des Hahn-Meitner-Instituts, Berlin. BER II ist ein Schwimmbadreaktor mit einer thermischen Leistung von 10 MW, Inbetriebnahme am 9.12.1973. Quelle: Hahn-Meitner-Institut, Berlin.

Berstschutz
Nicht realisiertes Baukonzept, um durch Umgeben des Reaktordruckbehälters mit einem Stahlbetonmantel ein Bersten des Druckbehälters zu verhindern. Der Nachteil eines Berstschutzes liegt darin, dass Wiederholungsprüfungen des Druckbehälters (z. B durch Ultraschallmeßmethoden) praktisch unmöglich werd...

Beschleuniger
Gerät zur Beschleunigung elektrisch geladener Teilchen auf hohe Energien (Geschwindigkeiten). Zu den Beschleunigern zählen z. B: Betatron, Linearbeschleuniger, Synchrotron, Synchrozyklotron, Van-de-Graaff-Generator und Zyklotron.

Beta-Minus-Zerfall
Radioaktive Umwandlung unter Emission eines negativ geladenen Elektrons (ß--Teilchen), z. B. Zerfall von P-32 in S-32 oder Cs-137 in Ba-137.

Beta-Plus-Zerfall
Radioaktive Umwandlung unter Emission eines positiv geladenen Elektrons, d. h. eines Positrons (ß+-Teilchen), z. B. Zerfall von Na-22 in Ne-22.

Betastrahlung
Mit Betastrahlung bezeichnet man die Emission von Elektronen oder Positronen beim radioaktiven Zerfall. Betastrahlen haben ein Energiekontinuum, angegeben wird jeweils die maximale Energie Eßmax, diese beträgt z.B. beim P-32-Terfall 1,7 MeV. Betastrahlen werden bereits durch g...

Betateilchen
Elektron mit positiver oder negativer Ladung, das von einem Atomkern oder Elementarteilchen beim Betazerfall ausgesandt wird. Entsprechend der Ladung des emittierten Elektrons spricht man auch von Beta-Plus-Strahlung(ß+-Strahlung) und Beta-Minus-Strahlung (ß-
Betatron
Gerät zur Beschleunigung von Elektronen auf Energien bis zu einigen zehn MeV. Die Elektronen laufen in einer ringförmigen Vakuumröhre um und werden durch eine Magnetfeldanordnung auf dieser Bahn gehalten. Die Beschleunigung erfolgt durch elektromagnetische Induktion (Transformatorprinzip).

Betazerfall
Radioaktive Umwandlung unter Emission eines Betateilchens. Beim Betazerfall ist die Massenzahl des Ausgangsnuklids und des neu entstandenen Nuklids gleich, die Ordnungszahl ändert sich um eine Einheit; und zwar wird die Ordnungszahl beim Betazerfall unter Aussendung eines Positrons - Beta-Plus-Zerfa...

Betrieb, bestimmungsgemäßer
Von der zuständigen Behörde genehmigter Betrieb einer Anlage gemäß ihrer Auslegung. Zum bestimmungsgemäßen Betrieb gehören: Normalbetrieb: Betriebsvorgänge, für die die Anlage bei funktionsfähigem Zustand der Systeme bestimmt und geeignet ist Anomaler Betrieb: Betriebsvorgänge, die bei Fehlfunktion...

Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken
Umfangreiches Datenmaterial zu weltweiten Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken liefert die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO, englisch: International Atomic Energy Agency, IAEA) mit Sitz in Wien. Das englischsprachige Power Reactor Information System (PRIS) der Organisation bietet aktu...

Betriebshandbuch
Alle zum Betrieb und zur Instandhaltung einer verfahrenstechnischen Anlage notwendigen Anweisungen werden in einem Betriebshandbuch erfasst. Es enthält Hinweise zur Organisation des Betriebes sowie Anweisungen für das Verhalten des Anlagenpersonals bei Betriebsstörungen, Störfällen und anderen Vorko...

Bewertungsskala
INES, Störfallkategorien.

Biblis A
Kernkraftwerk Biblis/Rhein, Block A, Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Bruttoleistung von 1.225 MW, nukleare Inbetriebnahme am 16.07.1974.

Biblis B
Kernkraftwerk Biblis/Rhein, Block B, Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Bruttoleistung von 1.300 MW, nukleare Inbetriebnahme am 25.03.1976.

Bilanzierung
Wichtigste Methode der Kernmaterialüberwachung einer kerntechnischen Anlage. Ziel der Bilanzierung (Buchführung) ist die quantitative Bestimmung des Kernmaterials zur Aufdeckung von Fehlbeständen (unerlaubten Abzweigungen). Eine Bilanzierung bezieht sich auf einen definierten, begrenzten, umschlosse...

Bindungsenergie
Die erforderliche Energie, um aneinander gebundene Teilchen (unendlich weit) zu trennen. Im Falle eines Atomkernes sind diese Teilchen Protonen und Neutronen, die infolge der Kernbindungsenergie zusammengehalten werden. Neutronen- und Protonenbindungsenergien sind die Energien, die erforderlich sind...

Biosphäre
Lebensbereich aller Organismen der Erde; sie ist in der festen Erde mit Ausnahme für Bakterien wenige Meter tief, in der Luft mehrere Kilometer hoch und im Wasser bis zur größten Tiefe reichend.

Blanket
Brutmantel.