Kopie von `Jan Maat's kleines Seemannslexikon`

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Jan Maat's kleines Seemannslexikon
Kategorie: Verschiedene Industrien Handwerk > Seemannsbegriffe
Datum & Land: 13/01/2009, DE
Wörter: 3362


Aak, Aake
= flachbodiges niederrheinisch- friesländisches Segelfahrzeug für Fracht und Fischerei. Die Schiffe sind als Slup oder Ketsch getakelt und haben Seitenschwerter.

Aale, Speckaale
= (seem.) sind eingeölte Rohre, Langeisen, die meist in Bündel auf Schiffen verladen werden; bei der Marine werden auch Torpedos so bezeichnet (Aale)

AAR
= (Marine) Auslandsausbildungsreise

abbacken
= Abräumen des Tisches (Back) nach einer Mahlzeit

abbergen
= Übernahme von Personen, Ladung und Ausrüstung von einem in Seenot befindlichen Schiff. Zur Übernahme werden Rettungsboote oder Seenotfahrzeuge eingesetzt. Die Übernahme kann auch mittels einer Leinenverbindung erfolgen.

abblenden
= Jede Lichtquelle eines Schiffes nach außen hin unsichtbar machen, einschließlich Löschen der für die Seefahrt gesetzlich vorgeschriebenen Lichter.

Abblenderrolle
= Der Teil der Schiffrolle, der befohlen wird, wenn alle Lichter des Schiffes nach außen abgeblendet werden soll. (Bundesmarine)

abbrassen
= die Segel einziehen, auch eine Rahe durch zu starkes Anziehen der Segel brechen; oder die Rahen werden derart gedreht, daß sie etwas mehr in die Längsschiffsrichtung zu liegen kommen.

abbringen
= ein auf Grund gelaufenes Schiff durch Krängen, Leichtern oder Abschleppen wieder flott machen

abbäumen
= Schiffe durch starke Stützen (Bäume, Spieren) vom Kai oder den Dückdalben oder Pfahlgruppen abdrücken

abdecken
= ein Boot nimmt einem anderen mit der eigenen Segelfläche den Wind (Regattatechnik)

abdrehen
= Schiffskurs so ändern, daß man sich entfernt

Abdrift, Abtrift
= durch Wind oder Strömung hervorgerufene Kursabweichung (seitliches Versetzen eines Bootes)

Abendwache
= diejenige Wache, die von 20.00 bis 24.00 Uhr läuft.

abfaden
= Ein Fahrwasser ausloten, wobei der Faden ( 1,83m) als Maß genommen wird.

abfallen
= Segelschiff so drehen, daß der Wind mehr von achtern kommt; (Gegenteil von anluven); den Winkel zwischen Windrichtung und Kurs des Schiffes vergrößern.

abfieren
= an einen Tau herunterlassen ( z.B. das Rettungsboot)

abflauen
= zurückgehen der Windstärke

Abgaspfosten
= Schornstein eines Schiffes, früher Dampf, jetzt Abgase aus dem Maschinenraum

abgreifen
= mit dem Stechzirkel anhand der Einteilung der Breite am rechten oder linken Rand der Seekarte eine Distanz messen, die aus der Karte entnommen ist.

abhalten
= 1. den Kurs eines Schiffes so ändern, daß es von einem Hindernis freisteuert; 2. vom Winde abdrehen, den Winkel zwischen Windrichtung und Kurs vergrößern

ablandig
= vom Lande her wehend oder strömend (Gegenteil von auflandig)

Ablaufbahn
= die meist hölzerne Schlittenbahn, auf der die Ablaufschlitten und damit das Schiff beim Stapellauf (Ablauf) zu Wasser gelassen wird.

ablaufen
= 1. Das Zuwasserlassen eines neuerbauten Schiffes von der Helling; 2. Das Wasser läuft ab mit dem Ebbstrom; 3. Den Kurs in Richtung vom Gegner weg absetzen (Marine)

ablaufendes Wasser
= ist dasselbe wie Ebbstrom, der das Fallen des Wasserspiegels im Gefolge hat.

Ableichterung
= (Leichterung) Umladung eines Teils der Ladung in ein anderes Schiff zur Verringerung des Tiefgangs

Ablenkung
= Fehlanzeige des Magnetkompasses gegenüber der Anzeige des magnetischen Nordpols

abloten
= in einem bestimmten Gebiet die Wassertiefe (durch Lotung) feststellen; auch ausloten

Abmessungen
= werden die Hauptabmessungen eines Schiffes genannt, wie Länge, Breite, die Seitenhöhe und Tiefgang.

abmustern
= das Heuerverhältnis lösen, den Dienst aufgeben, entlassen

Abordage
= 1. das Borden oder Entern einer verdächtigen Yacht oder Schiffes durch Angehörige der Marine oder Polizei zum Zwecke der Durchsuchung auf See, bei dem sich das fremde Fahrzeug längsseits legt und festmacht. 2. Bezeichnung einer Kollision, bei der sich die Fahrzeuge mit ihrer Außenhaut längsschiffs berühren un...

abreiten
= vor Anker liegend einen Sturm überstehen, zu diesem Manöver wurden Segelschiffe bei ablandigen Winden gelegentlich gezwungen.

ABS
= 1. American Bureau of Shipping, amerikanisches Klassifikationsgesellschaft; 2. Acrylnitril-Butadien-Styrol. Thermoplastischer Kunststoff, der u. a. für die fabrikmäßige Herstellung kleinerer Boote verwendet wird

Abschiedssignal
= Flagge 'P' (Blauer Peter) setzt ein Schiff, das binnen 24 Stunden ausläuft

abschlagen
= Lösen der Segel von den Rahen (abnehmen der Segel; Gegenteil von anschlagen)

Absegeln
= Abschluß der Segelsaison durch eine letzte gemeinsame Veranstaltung der Sportsegler

abslippen
= ein Boot auf einem Slip zu Wasser lassen

abtakeln
= das Takelwerk von einen Schiff entfernen ( Segel, Taue, Masten und Zubehör); Gegenteil von auftakeln

Abteilung
= Der Raum zwischen zwei wasserdichten Schotten

Abtrift
= durch Seitenwind hervorgerufener Leeweg eines Schiffes

abweichen
= vom Kurs abweichen

abwettern
= einen Sturm auf See durch geeignete Manöver überstehen; beidrehen

Abwind
= für absteigender Luftstrom

abwracken
= ein Schiff verschrotten

Achter
= größtes Sportruderboot (17,50 m lang , 60 und 85 cm breit) für 8 Ruderer und einen Steuermann

Achteraus
= nach hinten, hinter dem Schiff; Gegenteil von voraus

Achteraussegeln
= Verpassen der Abfahrt eines Schiffes durch ein Besatzungsmitglied

Achterdeck
= Hinterdeck eines Schifffes; offenes Deck im hinteren Bereich eines Schiffes.

Achtergäste
= wurden auf den Segelschiff der Kapitän, Offiziere und auch Steuerleute genannt, weil sie ihre Unterkunft immer im achteren Teil des Schiffes hatten

Achterholer
= Beim Spinnaker diejenige Leine, die von der Nock des Spinnakerbaumes nach achtern an Deck läuft.

Achterknoten
= ein nach seiner 8-ähnlichen Form benannter Knoten, der ein einen Tampen gemacht wird, um das betreffende Ende vor dem Ausrauschen aus Blöcken oder Leitösen zu bewahren. Alle Schoten sichert man immer mit einem Achterknoten.

achterlastig
= hinten tiefer liegend als vorn

Achterleine
= Diejenige der vier bei jedem längs eines Kais liegenden Schiffes erforderlichen Festmacherleinen, die vom Heck aus schräg achteraus zeigt; wird auch als Heckleine bezeichnet

achterlich
= von hinten kommend; Hinterer Sektor, von der Brücke aus gesehen; reicht von querab auf der einen Seite über das Heck bis querab auf der anderen Seite.

achterliche See
= ist diejenige See, die genau in der Fahrrichtung des Schiffes läuft

Achterliek
= die hintere Kante eines Segels

Achtermast
= nicht immer der hinterste, sondern bei Viermastschiffen der dritte von vorn

Achtern
= das Heck des Schiffes, wird auch Achterschiff oder Achtersteven genannt; hinten

Achterschiff
= Hinterschiff, der hintere Teil eines Schiffes; auch Achtersteven

Achterspring
= Festmacherleine, die von Heck aus schräg nach vorne zeigt. Sie könnte am selben Poller ( an Land) festgemacht sein, an dem auch die Vorspring fest ist.

Achterstag
= heißt der Stag, das den Mast nach hinten stützt, aber fest ist

Achterstagspanner
= Eine Vorrichtung zum Spannen des Achterstags und damit zum Trimmen des Riggs. Bei Jollen und kleineren Yachten mit Hilfe einer Spannschraube, einen Spannhebel oder eine Talje. Auf größeren Yachten ein Handspanner oder eine Hydraulik

Achtersteven
= hinterer Abschluß eines Schiffes

Achterwehrer Schiffahrtskanal
= 3,12 km langer, bei km 85,63 in den Nord-Ostsee-Kanal mündender Zweigkanal, der auf wasserwirtschaftliche Regulierungsmaßnahmen beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals am Flemhuder See zurückgeht und - über eine Schleuse und ein Schützenwehr am Südufer des Nord-Ostsee-Kanals - eine Verbindung zur Eider herstellt. Bundeswas...

Achtknoten
= ein Stopperknoten, der verhindert, das ein Tampenende durch ein Block rutschen kann

Ack
= 1. Bezeichnung der Deichrampe in Schleswig-Holstein; 2. Zuwegung auf der Böschung einer Hallig-Warf.

Admiral
= See(Marine)offizier im Generalsrang, Flottenbefehlshaber

Admiral's Cup, Amerika-Pokal
= internationale Regatta-Trophäe, wird alle 2 Jahre ausgetragen

Admiralität
= 1. Gesamtheit der Admirale, 2. oberste Kommando- und Verwaltungsstelle der Kriegsmarine

Admiralitätsanker
= veraltete Bezeichnung für Stockanker

Admiralitätskarte
= die von der Admiralität, von der Marineleitung, herausgegebenen Seekarte.

Admiralstab
= oberste Leitung der Kriegsmarine

Admiralstabsoffizier
= Offizier im Admiralsstabsdienst (meist Korvettenkapitän)

Adressmakler
= Schiffsmakler, an den ein Schiff 'adressiert' wird (kümmert sich stellvertretend für den Reeder um das Schiff)

ADS
= Allgemeine Deutsche Seeversicherungsbedingungen

Affenfaust
= Knoten, Beschwerung eines Tampens, um ihn weiter werfen zu können. Sie ist heute in der Schifffahrt nur noch selten in Verwendung, da die Herstellung einiges an Zeit kostet. Gebräuchlicher sind Lederbeutel, die mit Sand gefüllt werden. Bei der deutschen Marine ist das Verwenden der Affenfaust verboten, da es durch die Festigkeit im...

Affenschwanz
= nennt der Seemann den kleinen Flaggengalgen aus Eisen, der auf großen Seglern oftmals als kleiner Flaggenstock an der Gaffelnock, auf Motorseglern als kleine feste Flaggengaffel am Besanmast zu finden ist.

Agent
= Schiffsmakler

Agge
= Fischfangzaun aus Reisig (Busch) auf dem Watt; siehe bei Arge

Ahming
= Markierung am Vorder- oder Hintersteven eines Schiffs (zum Teil auch mittschiffs) zur Bestimmung des Tiefgangs; Meßeinteilung: Dezimeter oder Fuß, beginnend am Kiel.

Ahoi
= früher gebräuchlicher Anruf eines Schiffes ( z.B. Schiff ahoi, Boot ahoi )

AIS
= Automatic Identification Systems

Aktionsradius
= die halbe Reichweite eines Schiffes ohne neu bunkern zu müssen (Brennstoff, Proviant usw.)

Aktivruder
= Steuerruder mit eingebautem Hilfspropeller zur Verstärkung der Ruderwirkung auf Schiffen

Akü
= Schiffführungspatent für Seeschiffer in der Küstenfahrt

Alang
= Stadt in Indien. Alang liegt 150 Kilometer nördlich von Bombay Alang ist der größte Schiffsfriedhof der Welt. An der Küste des indischen Ozeans liegen, auf über zehn Kilometer Länge dicht nebeneinander bis zu 180 Ozeanriesen am Strand. Die Schiffsnamen sind teilweise noch gut lesbar und kommen aus aller...

Albis
= der lateinische Name für den Fluß ' Elbe '

Aldislampe
= Handmorselampe nach dem Hersteller A. Aldis benannt.

Aleuten
= Inseln zwischen Beringmeer und Pazifischen Ozean

Alge
= wurzellose Wasserpflanze, Seegras, Seetang,

Alle Mann!, Alle Mann an Deck!
= Manöver bei schwerem Wetter, wenn alle Männer auf die Stationen müssen. Englisch: 'all hands'

Almanach
= Jahrbuch mit Informationen zum Stand der Sonne, der Sterne, über die Gezeiten, das Lotsenwesen usw.

Alpha Prefix Buchstaben-Codierung
(meistens 4 Buchstaben)- vor der eigentlichen Containernummer (7 Ziffern) = Bezeichnet den Eigentümer des Containers

Alte Liebe
= so heißt die Aussichtsplattform zur Elbe / Nordsee in Cuxhaven. Früher Anlegesteg für die Seebäderschiffe zu den Inseln. Der Name 'Alte Liebe' kommt von einem Schiffswrack mit den Namen Oliva der dort zur Befestigung versenkt wurde. Die Cuxhavener nannten ihn 'Olief', ins Hochdeutsche übe...

am Wind
= die äußere Lage, in der ein mit dem Wind schräg von vorn segelndes Schiff noch Fahrt voraus macht

American Bureau of Shipping ( ABS)
= Schiffsklassifizierungsgesellschaft der USA mit Sitz in New York

Ammeral
= Segeltucheimer zum Heraufholen von Wasser, auch als Admiral bezeichnet

Amphibien
= Lebewesen im Wasser wie auch auf dem Lande

Amphibienfahrzeug
= Land- und Wasserfahrzeug.

Amphitrite
= grie. myth. Tochter des Meeresgottes Nereus und der Thetis. Als Gemahlin des Poseidon, die Beherrscherin der Meere.