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Visier - Waffen Fachbegriffe
Kategorie: Verteidigung > Waffen
Datum & Land: 01/12/2008, DE
Wörter: 504


Abbrennen
(burning) Laien sprechen fälschlicherweise von 'detonierendem' oder 'explodierendem' Pulver. Richtig ist, daß es 'abbrennt' oder 'verbrennt'.

Abdrehen des Hülsenhalses
(case trimming) überschreitet die Länge des Hülsenhalses nach dem Umformen die erforderlichen Maße, kürzt man sie mit einer speziellen Fräse.

Abkommen
Die Lage der Waffe und der Visierung, die sie im Augenblick des Schusses einnimmt. Ideal ist es, wenn Abkommen gleich Haltepunkt ist. Wichtig: Abkommen hat mit 'Absehen' (Visierung bei Zielfernrohren) nichts zu tun.

Absehen
Bezeichnung der gestrichelten Zieleinrichtung in optischen Visieren.

Abteiler
hält in Mehrladewaffen die oberste Patrone im Magazin lose, so daß sie durch Neigung des Laufes ins Patronenlager fällt.

Abzug
auch Züngel. Der Abzug besteht aus eigentlichem Abzug und Abzugsblatt und ist am Abzugsblech drehbar gelagert.

Abzugsblech
auch Züngelblech. Enthält die Schlitze für den/die Abzüge und stellt die Verbindung zwischen Verschlußkasten und Schaft her.

Abzugsbügel
den Abzug umgebender und schützender Halbring aus Blech, Stahl, Holz oder Horn.

Abzugsstange
Hebel, der die Bewegung des Züngels auf das Schlagstück überträgt.

Abzugsstop
(Triggerstop) verhindert das Durchfallen des Züngels nach der Schußauslösung.

Abzugswiderstand
muß zum Auslösen des Schusses überwunden werden. Bei Wettkämpfen wird oft ein Mindest-A. vorgeschrieben, der mit einer speziellen Vorrichtung (Hängegewicht o.ä.) kontrolliert wird.

ACP
Abkürzung für Automatic Colt Pistol, Namenszusatz bei Pistolenmunition .45.

Adapter
patronenartiger Einsatz im Originalkaliber, mit dem schwächere Patronen verschossen werden können.

AE
Abkürzung für Action Express, eine Zusatzbezeichnung für Kaliber.

Ahlspieß
Stangenwaffe des 15. bis 16. Jh. mit vierkantiger Stoßklinge, Tülle, Schaftfedern und Parierscheibe.

Aimpoint
optisches Leuchtpunkt-Visier der schwedischen Firma Aimpoint, allgemein für Leuchtpunkzielgeräte gebräuchlich.

Amboß
(anvil) beim Boxersystem besitzt jedes Zündhütchen einen integrierten Amboß, der als Widerlager für den Schlagbolzen dient. Beim Berdan-System sitzt er in der Zündglocke der Hülse.

Amboßzündhütchen
Zentralfeuerzünder mit eingebautem Amboß.

Anderthalbhänder
Reiterschwert des 14. bis 16. Jh. mit einer Grifflänge von anderthalb Handbreite.

Anfangsgeschwindigkeit
(v0) die Geschwindigkeit des Geschosses beim Verlassen oder kurz nach der Mündung.

Angel
angeschmiedeter oder angeschweißter Klingenabschnitt zur Befestigung des Griffes o. der Griffschalen.

Angesetztes Schloß
auch angeschraubtes Schloß. Halbvorliegendes Schloß bei Hahn-Gewehren, das nicht in Aussparungen des Verschlußkastens befestigt, sondern hinter dem Stoßboden angeschraubt ist.

Anschlagschaft
gewehrartiger Kolben, der an eine Kurzwaffe montiert wird.

Aptierung
Modernisierung von Waffen durch konstruktive Abänderungen.

Arkebuse
alte Bezeichnung für die Luntenschloßmuskete.

Auflager
Zwei Absätze zwischen Klingenbasis und Angel bilden das Gegenlager für Parierstange, Stichblatt oder Griffhülse.

Aufpflanzvorrichtung
Halterung zur Befestigung des Bajonettes im Mündungsbereich oder am Laufring.

Aufschubmontage
schienenartige Befestigung für Zielfernrohre.

Aufweitedorn
(expander ball) knopfartige Vorrichtung an der Kalibriermatrize zum Ausweiten des Hülsenmundes.

Ausgeschossener Lauf
Abnutzungschaden, der an unscharfen Feld-Zugkanten erkennbar ist.

Ausreißer
Schuß, der vom üblichen Trefferbild abweicht. Häufige Ursache dafür ist der Ölschuß. Vor dem ersten Schuß sollte man den Lauf deshalb immer sauber entölen.

Ausstoßerstange
am Revolverlauf angebrachte Schubstange zum Entfernen der leeren Hülsen aus der Trommel.

Auswerfer
(automatic ejectors) schleudert beim Öffnen der Waffe die Hülsen automatisch aus dem Patronenlager. Kann bei vielen Flinten deaktiviert werden.

Auszieher
im Lauf oder am Verschlußkopf eingebaute Kralle, welche die Hülse aus dem Patronenlager zieht.

Automatische Sicherung
(automatic safety) Sicherungssystem, das bei jedem Öffnen der Kipplaufwaffe von Feuerbereit auf Sicher umspringt.

Automatische Waffen
für Dauer-/Serienfeuer gebaute oder umschaltbare Selbstlader.

Axt
Waffe und Werkzeug zum Fällen, Spalten und Behauen von Holz.

Aydt-Verschluß


Backe
für die Kopfauflage beim Anschlag vorgesehener Teil des Gewehrschafts.

Bajonett
Stich- oder Hiebwaffe zum Aufpflanzen auf die Mündung eines Gewehrs.

Bajonettwarze
am Lauf angebrachte Halterung für das Bajonett.

Ballistik
die Lehre vom Wurf bzw. Schuß. Man unterscheidet in Anfangs-, oder Mündungs-, Außen-, Innen-, Ziel- oder Terminalballistik.

Bar
Maßeinheit für den Gasdruck. Ein bar entspricht 1,02 Kilopond pro Quadratzentimeter (kp/cm2). In der englischen Fachliteratur wird der Gasdruck in Pounds per square inches (psi) angegeben. Ein bar entspricht 14,5036 psi.

Basküle
Bezeichnung für Verschlußkasten oder -gehäuse. Bei Kipplaufgewehren der zur Aufnahme der Verschluß- und Schloßteile bestimmte Teil.

Batterie
die beim Steinschloß über der Pfanne angeordnete Schlagfläche des Pfannendeckels.

Berdan-Zündung
(Berdan-priming) 1866 von Hiram Berdan patentiertes Zündsystem mit Amboß in der Hülsen-Zündglocke. Das Zündhütchen besteht aus einem mit Zündmittel gefüllten Tombaknapf. Die Hülsen besitzen zwei oder mehr Zündlöcher. Das Zündhütchen kann man nur mit einem Spezialwe...

Bergstutzen
kurze Jagdwaffe.

Beryllium
Die Pistons hochwertiger Vorderladerwaffen bestehen aus Stahllegierungen, die Beryllium enthalten. Beryllium-Zusätze machen Legierungen fester, härter und zugleich elastischer. Beryllium gehört wie Magnesium oder Kalzium zur Gruppe der Erdalkalimetalle.

Beschußgesetz, -prüfung, -zeichen
nach dem Beschußgesetz müssen in Deutschland hergestellte oder eingeführte Handfeuerwaffen hinsichtlich Haltbarkeit, Handhabungssicherheit und Maßhaltigkeit staatlich geprüft werden. Das entsprechende Beschußzeichen wird in das Metall am Lauf oder Gehäuse eingeprägt.

Biberschwanz
(engl. beavertail) entweder ein verdickter Vorderschaft einer Langwaffe oder eine verbreiterte Auflage für die Handspanne bei Pistolen, oft ein Tuningteil an der Handballensicherung von 45ern (Sicherungsleiste am Griffstück, die zum Schießen gedrückt werden muß).

Bipod
englisch für Zweibein.

Bleigeschoß
mantelloses Projektil aus Weich- oder Hartblei, teilweise legiert.

Bleimantelgeschoß
Projektil mit weichem Bleikern und Führungsring aus Hartblei.

Blitz-Schloß
(blitz action) Schloß, bei dem sich die Teile auf dem Abzugsblech befinden und mit ihm aus dem Verschlußgehäuse herausgenommen werden können.

Blockverschluß
Ein beweglicher Metall-Block verriegelt den Lauf nach hinten, wobei der Block je nach System anders angeordnet ist. Die berühmtesten und auch heute noch angewandten Systeme sind der Fallblock- und der Vertikalblockverschluß. Der Fallblockverschluß wird bei Kipplaufwaffen verwendet. Diese Verschlußbauweise ermöglicht beso...

Blättchenpulver
in viereckigen und runden Blättchen hergestellte rauchlose Pulversorten.

Bock-Doppelbüchse
Büchse mit zwei übereinanderliegenden Kugelläufen.

Bockbüchsflinte
Kombinationswaffe mit einem Flintenlauf über dem Kugellauf.

Bockdoppelflinte
(superposed shotgun/ over-and-under shotgun) Flinte mit übereinander liegenden Läufen.

Bockdrilling
Kombinationswaffe mit übereinander angeordneten Kugelläufen und einem Schrotlauf.

Bodenkappe
(bottom plate) der hintere Teil der Schrotpatrone. Besteht entweder aus vermessingtem Kupfer- oder Stahlblech.

Bore
alte englische Bezeichnung für das Innere des Laufes, aus der sich auch der Name für die Kalibergröße ableitete.

Bosquette
(frz.) leistungsgesteigerte Randfeuerpatrone.

Boxer-Zündung
(Boxer-priming) 1868 eingeführt, nach dem Briten Edward M. Boxer benannt. Das Zündhütchen besteht aus Napf, Zündsatz und Amboß. Die Hülse besitzt ein zentrales Zündloch, das auch das Ausstoßen der abgeschlagenen Zündhütchen erleichtert.

Brenneke, Wilhelm
(1865-1951) deutscher Waffen- und Geschoßkonstrukteur. Der Name wurde umgangssprachlich zur Bezeichnung für Flintenlaufgeschoß und Jagdmunition (TIG, TUG).

Browning, John M.
(1855-1926) bedeutendster US-Waffenkonstrukteur, arbeitete für Winchester und FN. Die nach ihm benannte Firma gehört inzwischen zum belgischen FN-Konzern. Der Name geriet umgangsssprachlich zum Synonym für kleine Selbstladepistolen.)

Brünieren
Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Metallteilen, einst durch Rosten bis zur Braunfärbung, heute auch in blau und schwarz.

Brüssel-Scheibe:
Internationale IPSC-Wettkampfscheibe mit den Trefferzonen A, B, C und D.

Bull-Barrel
extra schwerer Scheibenlauf.

Bunthärtung
(casehardening)

Center Fire
(CF) siehe Zentralfeuer.

Champignon
pilzförmige Handstütze unter dem Vorderschaft von Scheibengewehren.

Charge
(charge) Neudeutsch für die in eine Hülse verladene Pulvermenge.

Chassepot, Antoine Alphonse
(1833-1905) Erfinder des in Frankreich 1866 eingeführten gleichnamigen Zündnadelgewehrs.

Checkering
eingeschnittene Aufrauhung an Griffstücken für bessere Griffigkeit.

Choke
Mündungsverengung bei Flintenläufen, die den Streukreis einer Schrotgarbe verringert. 'Full-Choke' = Verengung von 0,75 bis 1 Millimeter. Dreiviertelchoke: Verengung von 0,55 bis 0,875 Millimeter. Halbchoke = Verengung von 0,38 bis 0,5 mm. Viertel-Choke = Verengung von 0,25 mm.

Chronograph
(chronograph) Meßgerät für die Geschoßgeschwindigkeit.

Collimator
Gerät zum Justieren des Zielfernrohrs mit Hilfe eines Mündungsdorns.

Colt, Samuel P.
(1814-1862) einer der bedeutendsten US-Waffenkonstrukteure, gilt als Erfinder des Revolvers. Die von ihm gegründete Firma besteht bis heute. Colt steht auch als Synonym für Revolver.

Compensator
(Comp) Mündungsbremse, besonders bei IPSC-Kurzwaffen. Wirkungsweise über Gasdruck-Ableitung nach oben, die das Springen der Mündung verringert.

Comstock-Wertung:
Beim IPSC-Schiessen die Gesamtsumme der Trefferpunkte, geteilt durch die Zeit. Der Schütze darf mehr Schüsse als verlangt abfeuern, um eine Aufgabe (z.B. zwei A-Treffer) zu lösen.

Cook Off
englisch für Selbstentzündung der Patrone im überhitzten Patronenlager (eins der wesentlichen Probleme bei der Entwicklung von hülsenloser Munition, etwa beim Heckler & Koch G 11)

Cordite
(cordite) als Stäbchen geformtes, zweibasiges Nitropulver. Die Briten verwendeten es um die Jahrhundertwende in ihren Express-Patronen. Heute nicht mehr gebräuchlich.

Culot
1) schüsselförmige Haube in Schrotpatronen, die oberhalb des Pfropfens die Schrotladung aufnimmt und abdichtet; 2) Metallnäpfchen im hinteren Ende von Expansionsgeschossen; 3) besonders hergestellte Bodenkappe von Schrotpatronen.

Custom, Custom-Made


DA
Aus dem Englischen, Abkürzung für Double Action (Spannabzug)

Damast-Lauf
Lauf aus einer streifenartigen Schmiedeeisen-Stahl-Verbindung ('Damaszener-Stahl'). Wird durch Wicklung des Stahls und anschließendes Verschweißen um einen runden Stab hergestellt.

Dauerfeuer
Feuerstoß aus einer vollautomatischen Selbstladewaffe.

Deckung
(pattern) Verteilung der Schrotgarbe im Ziel.

Deer-Barrel
(englisch 'Hirsch-Lauf'.) speziell für Flintenlaufgeschosse entwickelter Flintenlauf ohne Mündungsverengung.

Deformationsgeschoß
Spezialprojektil, das im Zielmedium aufpilzt.

Delaborierung
Zerlegen einer Patrone in ihre Bestandteile, im Gegensatz zur Laborierung, dem Zusammensetzen einer Patrone. Hilfsgerät: der Delaborierhammer, mit dessen Hilfe Geschosse aus Hülsen herausgeschlagen werden können.

Demiblock-Läufe
(chopper-lump-bloc barrels) bei hochwertigen Doppelflinten wird jeweils ein halber Verschlußhaken an den Lauf angeschmiedet. Nachdem der Büchsenmacher die Läufe zusammenpaßt, verbindet er die Hakenhälften im Hartlötverfahren.

Deringer, Derringer
nach dem US-Büchsenmacher Henry Deringer (1786-1868) benannte Perkussions-Taschenpistole. Die Schreibweise mit 'rr' steht für Nachbauten.

Deutscher Stecher
besondere Form des Stechers.

Diabolo
Seit den 1930er Jahren das typische Bleigeschoß für Druckluftwaffen in Spindelform.

Diopter
Lochvisier, meist bei Matchgewehren.

Direktabzug
stecherartige Abzugskonstruktion bei Match-Luft- und KK-Waffen.

Doppelabzug
(double triggers) Doppelflinten-Abzug mit einem Züngel pro Lauf.

Doppelbüchsdrilling
Kombinationswaffe mit zwei gezogenen und einem glatten Lauf.