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Hamburger Bildungsserver - Biotech Glossar
Kategorie: Umwelt > Biotech
Datum & Land: 24/08/2008, DE
Wörter: 92


Alkoholische Gärung
Umwandlung von Zuckern (Glucose) in Ethanol und Kohlendioxid durch Mikroorganismen zur Energiegewinnung ohne Sauerstoff. Neben Hefen können auch verschiedene Bakterien zuckerhaltige Substrate wie z.B. Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrüben vergähren.

Allergien
werden Überreaktionen des Immunsystems auf harmlose Substanzen (meist Proteine) von Pollen, Hausstaub oder bestimmten Lebensmitteln genannt. Da mit der Gentechnik prinzipiell die Entfernung oder Einführung eines Eiweißes möglich ist, können allergieauslösende Proteine zur Herstellung allergiearmer Nahrung entfernt werden (z. B. Reis), ebenso ist aber auch die Einführung eines allergieauslösenden Eiweißes möglich, wie die abgebrochene Entwicklung einer Sojasorte mit einem von seiner Zusammensetzung her wichtigen Paranuß-Eiweiß gezeigt hat. Diese Sojasorte wäre für Paranuß-Allergiker unverträglich gewesen. Das Allergierisiko ist vom Herstellungsverfahren eines Lebensmittels prinzipiell unabhängig, wird allerdings jetzt bei gentechnisch gezüchteten Pflanzen erstmals untersucht.

Aminosäuren
Organische Säuren, die eine oder mehrere Aminogruppen (-NH2; die für die Aminosäuren typische Aminogruppe ist an dem Nachbar-C-Atom der Carboxylgruppe lokalisiert) enthalten. Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine. Als Beispiel dienen Asparaginsäure, Lysin und Phenylalanin.

Antibiotika
Von Mikroorganismen produzierte Schutzsubstanzen, die bereits in geringen Mengen Wachstumsprozesse von anderen Mikroorganismen hemmen.

Antibiotika-Resistenz
Die Unempfindlichkeit gegenüber Antibiotika, die auf dem Vorkommen bestimmter Enzyme beruht, welche die Antibiotika chemisch inaktivieren können.

aseptisches Abpacken
(Sepsis, griech. = Fäulnis) Ein vorsterilisiertes und steriles Produkt wird unter sterilen Bedingungen in sterile Packungen abgefüllt, die unter sterilen Bedingungen keimdicht verschlossen werden.

Atmungskette
Multienzymsystem zur Energiegewinnung in der Zelle. Dabei wird Wasserstoff schrittweise oxidiert.

Bakteriophagen
Viren, die spezifisch Bakterien befallen und sich in ihnen vermehren. Die Bakterienzellen werden dabei in der Regel zerstört.

Base
Verbindung, die in wässriger Lösung Hydroxylionen (OH-) erzeugt (alkalisch reagiert).

Bioreaktoren
(Fermenter) Apparate zur Durchführung biochemischer Reaktionen mit Mikroorganismen. Meistens geschlossene Behältnisse aus Edelstahl, in denen die Mikroorganismen in einer Nährlösung suspendiert sind. Die Behälter haben Vorrichtungen für die Zuführung von u.a. Nährstoffen oder steriler Luft.

Biosphäre
Die mit Lebewesen besiedelten Schichten der Erde (Atmo-, Hydro- und Pedosphäre).

Casein
Wichtiges, phosphorsäurehaltiges Protein (Eiweiß) der Milch, in der es als lösliches Calciumsalz vorliegt. Casein kann nicht durch Kochen, sondern erst durch Zugabe von Chymosin oder durch Säuerung aus der Milch ausgefällt werden.

Cellulose
Aus langkettigen Zuckern bestehende Gerüstsubstanz von Pflanzenzellen.

Chymosin
Aktiver Bestandteil des Labfermentes, der zur Dicklegung der Milch bei der Käseherstellung benötigt wird. Das Enzym Chymosin wird im Labmagen junger Kälber gebildet. Es spaltet bestimmte Milchproteine, was zur Gerinnung der Milch führt. Labferment reicht weltweit schon lange nicht mehr zur Herstellung der großen Käsemengen ( ca. 14 Mio t pro Jahr) aus: Theoretisch würde man dazu den Extrakt aus 70 Mio Kälbermägenbenötigen. Neben ähnlich wirkenden, mikrobiellen Enzymen wird heute Chymosin zunehmend in gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert, denen das Gen für Chymosin übertragen wurde. Ca. 70 % des Hartkäses in den USA wird mit so gewonnenem Chymosin produziert; in Deutschland ist rekombinantes Chymosin seit März 97 zugelassen.

Codon
Basentriplett, durch das eine spezifische Aminosäure codiert wird.

Cytoplasma
Das Cytoplasma ist der die Zelle ausfüllende Inhalt. Er besteht aus dem Cytosol (Zellmedium), dem Cytoskelett und den zytoplasmatischen Organellen exklusive Zellkern.

Darren
Wärmezufuhr und Wasserentzug beim gekeimten Getreide (Malz), um es lagerfähig zu machen.

Dicklegung
Enzymatisches Ausfällen des Milcheiweißes in der Käsereimilch. Die entstehende feste Eiweißmasse schließt in ihren Hohlräumen die Flüssigkeit (Molke) ein. Durch Zerteilen wird die flüssige Molke vom festen Käsebruch getrennt.

Ein- und zweikeimblättrige Pflanzen
Die beiden Klassen der Bedecktsamer, deren Keimlinge ein bzw. zwei Keimblätter ausbilden und sich in einer Reihe weiterer Eigenschaften unterscheiden.

Eiweißmoleküle
Aus bestimmten Bausteinen, den Aminosäuren, aufgebaute Naturstoffe; Proteine machen mehr als 50% des organischen Anteils von Zellen aus.

Endotoxine
Von Bakterien produzierte eiweißartige Giftstoffe, die im Gegensatz zu Ektotoxinen nicht aus den Bakterien ausgeschleust werden, sondern in den Zellen verbleiben und erst nach deren Tod freigesetzt werden.

Enzyme
(Fermente) Eiweißstoffe, die als Biokatalysatoren die chemische Stoffumwandlung in Zellen und Organismen steuern. Sie senken die nötige Energiemenge, die für die Umwandlung einer Substanz in einer bestimmten Reaktion aufgewendet werden muß. Enzyme gehen unverändert aus solchen Reaktionen hervor.

Enzyme für die Lebensmittelherstellung
Vor allem Lebensmittelzutaten wie Glucosesirup, der aus Maisstärke gewonnen wird, oder Würze werden heute gezielt mit Hilfe von Enzymen in umweltschonenden Verfahren hergestellt. Sie ersetzen die früheren chemischen Verfahren. Die als technische Hilfsstoffe eingesetzten Enzyme sind im Lebensmittel nicht oder nur in nicht nachweisbaren Spuren enthalten. Seit vielen Jahren werden gentechnisch optimierte Mikroorganismen zur Enzymproduktion sicher eingesetzt. Die daraus gewonnenen Enzyme, die damit hergestellten Lebensmittelzutaten und schließlich die Lebensmittel selbst sind identisch mit den bisherigen; sie sind nicht gentechnisch verändert. In Zukunft wird es im Lebensmittelbereich aber auch speziellen Prozessen angepaßte Enzyme geben. Die damit hergestellten Produkte sind dennoch die gleichen wie bisher, nur ihre Herstellung kann mit solchen Enzymen noch schonender erfolgen.

Erbmaterial
befindet sich bei Bakterien als dichtes Knäuel in der Zelle, bei allen anderen Lebewesen liegt es v. a. im Zellkern vor. Es ist aus Desoxyribonukleinsäure (DNA, »A« für engl. Säure = acid), die nur vier verschiedene Bausteine hat, aufgebaut. Das Erbmaterial enthält alle Gene und damit die Informationen für alle vererbbaren Eigenschaften eines Lebewesens. Vor einer Zellteilung wird in der Zelle die DNA exakt verdoppelt und dann jeweils eine Kopie davon an jede sogenannte Tochterzelle weitergegeben. Das Erbmaterial des Menschen besteht aus etwa 3 Milliarden Bausteinen und etwa 80.000 Genen, das von Bakterien aus etwa 3 Millionen Bausteinen und 5000 Genen.

Fermentation
Bezeichnung für die Stoffumwandlung durch Mikroorganismen zu Produktionszwecken.

Gen
Abschnitt im Erbmaterial, in dem die Information für den Aufbau eines bestimmten Proteins gespeichert ist.

Genexpression
Gesamtheit aller zellulären Prozesse, die zur Realisierung des genetischen Programms ablaufen. Dazu gehöhren nicht nur die Umschreibung von DNA in RNA und die anschließende Übersetzung der RNA in Protein, sondern auch die Steuerung dieser Vorgänge.

Genom
Das komplette Erbmaterial eines Organismus, das in jeder Körperzelle vorhanden ist. Das Genom des Menschen ist auf 46 Chromosomen verteilt.

Genotyp
Der durch biochemische und molekularbiologische Analysen erfaßbare, genetische Aufbau eines Organismus (equivalent zu Phänotyp).

Gensonde
Eine für ein Gen spezifische, einzelsträngige DNA-Suchsequenz mit einer Markierung (z.B. Fluoreszenzfarbstoff), die das Auffinden dieses Gens ermöglicht. Gensonden können sehr unterschiedliche Längen aufweisen, wichtig ist die Komplementarität der Basen bei der Hybridisierung mit der Zielsequenz.

Gentechnik
Methode zur Bildung neuer Kombinationen genetischen Materials und zur Vermehrung dieses neukombinierten Materials in einem Organismus.

Glykolyse
Wichtigster enzymatischer Stoffwechselweg zum Abbau der Glucose bis zur Brenztraubensäure.

Herbizide
Herbizide sind Mittel zur Bekämpfung von 'Unkräutern', Pflanzen, die zur falschen Zeit am falschen Ort wachsen. Viele Ackerwildkräuter dienen aber auch der Bodenbefestigung (Erosionsschutz) und spielen ökologisch eine wichtige Rolle z.B. als Fraßpflanzen und 'Wohnraum' von Insekten. Die Eindämmung von Unkräutern ist daher eine Abwägung zwischen erwähntem Nutzen und dem Schaden, den sie als Konkurrenten um Nährstoffe und Licht für die Kulturpflanze auslösen. Ernteverluste durch Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge belaufen sich weltweit auf mehr als 35%.

Herstellung von Käse
Milch, Mikroorganismen und Labferment (mit Chymosin) sind die Ausgangsprodukte für die Käseherstellung. Durch das Chymosin wird zuerst eine Ausfällung des Milcheiweißes erreicht (Dicklegung der Milch). Die so enstandene feste Käsemasse wird in den typischen Käseformen durch Erhitzen getrocknet. Anschließend werden Milcheiweiß und -fett in der oft monatelangen Nachreifung mikrobiell abgebaut; die typischen Aromen werden dabei durch die verwendeten Mikroorganismen und ihre spezifischen Stoffwechselwege gebildet.

Humaninsulin
Den Blutzuckerspiegel senkendes Hormon des Menschen, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Bei zuckerkranken Menschen ist diese Produktion gestört. Zur Behandlung werden chemisch verändertes Insulin von Schweinen und seit mehr als 10 Jahren auch gentechnisch in Bakterien hergestelltes Humaninsulin eingesetzt.

Hybridisierung
In der Gentechnik die Bildung von DNA-, DNA-RNA- oder RNA-RNA-Doppelsträngen, beruhend auf der Komplementarität der Basen von Nucleinsäuremolekülen. Je besser die Sequenzen der beiden Stränge zueinander passen, um so mehr Basenpaarungen entstehen und um so stabiler ist der entstehende Hybrid-Doppelstrang.

Indirekte und direkte Genübertragung
Die Genübertragung mittels Agrobacterium tumefaciens wird als indirekter Gentransfer bezeichnet, da hier in einem Zweischrittesystem zunächst die Fremd-DNA in ein Plasmid eingesetzt wird, und die Bakterien mit dem rekombinanten Plasmid transformiert werden. Erst dann wird das Gen durch die Bakterieninfektion in die Pflanze eingebracht. Bei der Elektroporation, der Mikroinjektion oder der Partikelbeschußtechnik erfolgt die Genübertragung direkt, ohne Zwischenschritt.

Klassische Züchtungsmethoden
umfassen längst nicht mehr nur das gezielte Kreuzen von bestimmten Individuen einer Nutzpflanzen- oder Nutztierart. In der Pflanzenzucht spielen Zellfusionen (über Artgrenzen hinweg), künstliche Erbgutveränderung (durch Bestrahlung oder Chemikalien) und Pflanzenregeneration aus einzelnen Zellen eine bedeutende Rolle bei der Sortenzüchtung. Diese Verfahren setzen auf eine zufällige Veränderung des Erbgutes im Hinblick auf die gewünschte Eigenschaft mit anschließender Auslese. Bei der Tierzucht sind u. a. die künstliche Besamung und die Zeugung von Embryonen im Reagenzglas mit anschließendem Transfer in Leihmutter-Tiere heute schon klassische Methoden.

Klon
Bezeichnung für die genetisch identischen, durch Teilung entstandenen Nachkommen aus ursprünglich einer einzelnen Zelle.

Kohlenhydrate
In der Natur weitverbreitete, aus Kohlen-, Sauer- und Wasserstoff aufgebaute Stoffklasse, zu der die Zucker und deren polymere Formen gehören.

Komplementär
(hier:) Die Basen A und T bwz. C und G passen wie Schlüssel und Schloß zueinander; sie bilden, wenn sie sich in der DNA gegenüberliegen, aufgrund dieser Paßform ein Basenpaar aus: sie verhalten sich komplementär.

Labferment
Extrakt des Kälbermagens, der als wirksame Komponente Chymosin enthält; Chymosin spaltet das Milcheiweiß Casein spezifisch an einer Stelle.

Leserahmen
Dreierraster für die Codierung der Aminosäuren in einer RNA-Sequenz, das durch das Startcodon AUG festgelegt ist (bei Verschiebung des Rasters um eine oder zwei Stellen würde eine völlig andere Proteinsequenz entstehen; bei einer dreistelligen Verschiebung erhält man wieder das alte Raster.

Lipide
Wasserunlösliche organische Verbindungen, die aus langkettigen Fettsäuren, die mit Alkoholen verknüpft (verestert) sind, bestehen.

Maische
Als Maische bezeichnet man gepresste Früchte, aus denen dann direkt durch Vergärung Wein (oder Essig) gewonnen wird oder das Gemisch von Flüssigkeit und stärke- beziehungsweise zuckerhaltigem Stoff bei der Bierherstellung. Der Beriff 'Maischen' wird bei der Bierproduktion für das Überführen der Inhaltsstoffe des Malzes in eine lösliche Form verwendet; dabei soll durch bestimmte Bedingungen (Temperatur, Zeit, Konzentration) eine definierte Zusammensetzung der Würze erhalten werden.

Markergen
Jede Gen, das in einen anderen Organismus eingebracht wird, um dort eine leicht erkennbare und damit selektionsfähige Eigenschaft auszulösen.

Melasse
Zwischenprodukt bei der Zuckerherstellung; zähflüssige Masse mit etwa 50% Zuckergehalt.

Mikroorganismen
bestehen im Gegensatz zu komplexen Lebewesen wie Pflanzen, Waldpilzen oder Tieren aus nur einer Zelle. Die Fortpflanzung findet meist durch Teilung einer Zelle in zwei sogenannte Tochterzellen statt. Zu den Mikroorganismen rechnet man alle Bakterien und verschiedene Pilze wie Hefen oder Schimmelpilze.

Moderne Biotechnologie
nutzt die Gentechnik und andere molekularbiologische Verfahren zur Optimierung von Mikroorganismen zur Fermentation, Enzymproduktion oder Herstellung von niedermolekularen Substanzen (z. B. Citronensäure, Vitamine). Diese neuen Verfahren sind (in der Regel) mit einer wesentlich besseren Rohstoff-Nutzung bei gleichzeitig 10-100fach verringertem Energieeinsatz und Abfallmenge verbunden und damit sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch interessant.

Molekularbiologie
Teilgebiet der Biologie, das die auf Molekülebene ablaufenden Reaktionen bei Lebensprozessen untersucht und beschreibt.

Molke
ist die grünlich-gelbe, wässrige Restflüssigkeit, die bei der Käseherstellung entsteht. Es gibt die Lab- oder Süßmolke, die entsteht, wenn man Milch mit Lab zur Käseherstellung dicklegt und die Sauermolke. Sie entsteht, wenn Milch mit Milchsäurebakterien behandelt wird.

Mutation
Erbliche Veränderung, die auf einer Änderung im genetischen Material beruht.

Mutationsrate
Die Häufigkeit, mit der eine Mutation spontan auftritt oder erzeugt werden kann.

Nucleotid
= Phosphat, Zucker und Base Das obige Beispiel zeigt: Dexoxy-adenosin-phosphat

Oberflächen- oder Deckenverfahren
Verfahren, bei dem die Mikroorganismen auf die Oberfläche eines festen Nährsubstrats oder einer Nährflüssigkeit aufgebracht werden ( <-> Submersverfahren: Mikroorganismen sind in der Nährlösung).

Omnipotenz
Aus dem Lateinischen von omnis = alles und posse = können.

Opine
Seltene Aminosäuren und Zucker, die von Agrobacterium tumefaciens als Nahrungsquelle genutzt werden können.

Palindrom
Eine Nucleotid-sequenz auf DNA-Doppelstrangmolekülen, die in der entsprechenden Leserichtung auf beiden Strängen identisch ist (die DNA-Einzelstränge paaren in umgekehrter Orientierung, d.h. nicht 'Kopf an Kopf' sondern 'Kopf an Schwanz'. Daher ist die Leserichtung (s. Pfeile) des einen genau umgekehrt zu der des anderen Stanges). -> A A G C C T

Pasteurisieren
Erhitzungsverfahren zur Haltbarmachung (hier) der Milch unter 100 °Celsius. Dabei werden über 90 % der Mikroorganismen abgetötet. Vorhandene Enzyme werden inaktiviert.

Penicillin
Antibiotikum, das von der Gattung Penicillium und von einigen anderen Schimmelpilzen gebildet wird. Die für Penicilline typische chemische Struktur ist der sogenannte Beta-Lactamring.

Peptidbindung
Bindung zwischen zwei Aminosäuren. In einem Protein sind alle Aminosäuren über Peptidbindungen zu einer Kette verknüpft.

Peptide
Moleküle, die aus höchstens 100 Aminosäuren bestehen. Dipeptide bestehen aus zwei, Tripeptide aus drei und Oligopeptide aus bis zu zehn Aminosäuren. Aminisäureketten bis zu 100 Mokeülen werden aus Polypeptide bezeichnet.

Persistenz
Verweildauer in der Umwelt

Petrischale
Glassschale, wo man Mikroorganismenkulturen in Nährstoffmedium unter Laborbedingungen gezielt vermehren werden können.

Photosynthese
Die Bildung von Glucose aus Kohlendioxid und Wasser unter Ausnutzung der Energie des Sonnenlichts(damit wird die Energie des Sonnenlichts in der organischen Substanz gespeichert).

Phänotyp
Bezeichnung für die äußerlich in Erscheinung tretenden, beobachtbaren, qualitativen oder quantitativen Eigenschaften eines Organismus oder auch einzelner Zellen (z.B. Form oder Farbe aber auch nur molekular beobachtbare Eigenschaften wie das Auftreten eines bestimmten Enzyms).

Plasmide
Ringförmige DNA-Moleküle von Mikroorganismen außerhalb des 'normalen' Erbmaterials (extra-chromosomal).

Positionseffekt
Nicht beabsichtigte Veränderung, die durch ein eingebrachtes Gen an der Einbaustelle im Genom (Position) hervorgerufen wird.

Primär-Metabolite
Substanzen, die im Stoffwechsel (Metabolismus) gebildet werden. Primärmetabolite entstehen im Primärstoffwechsel, d.h. den für den Erhalt der zellulären Grundfunktionen wichtigen Stoffwechselprozessen.

Promoter
Bezeichnung für eine Sequenzbereich, von dem aus die Transkription des nachgeschalteten Gens gesteuert wird.

Protoplasten
Pflanzenzellen, bei denen die Zellwand enzymatisch entfernt wurde und die damit nur noch von der Plasmamembran umschlossen werden. Die Protoplasten sind intakte Zellen und können eine Zellwand regenerieren, was natürlich die Voraussetzung dafür ist, aus Protoplasten wieder ganze Pflanzen zu erhalten.

Rekombinant
Generelle Bezeichnung für DNA-Moleküle, die durch Neuverknüpfung im Reagenzglas entstanden sind.

Reportergene
Bezeichnung für Gene, deren Produkte sich mit einfachen Methoden nachweisen lassen. Sie werden zusammen mit einem einzubringenden Fremd-Gen übertragen, damit die Aktivität des Fremd-Gens überprüft werden kann.

Ribonucleotide
Bausteine der RNA; sie umfassen das Zuckermolekül Ribose, eine Phosphatgruppe und eine der vier Basen (U statt T).

RNA-Polymerase
Enzym, das die Vervielfältigung (Polymerisation) von RNA aus einzelnen Untereinheiten (Ribonucleotiden) katalysiert (wann immer man auf die Endung -ase stößt, handelt es sich um ein Enzym - in diesem Fall eben das Enzym, welches das Biopolymer RNA herstellt).

Rohmilch
Unbehandelte Milch; sie darf nur von Milcherzeugern, die bestimmten Anforderungen genügen, unmittelbar an den Verbraucher abgegeben werden.

Sicherheitsuntersuchungen
Die neuen Nutzpflanzen und die daraus hergestellten Lebensmittelzutaten werden sehr umfangreichen Sicherheitsuntersuchungen unterzogen, bevor sie zugelassen werden. Neben einer genauen Untersuchung sämtlicher Inhaltsstoffe wird hier auch erstmals eine Analyse sogenannter »antinutritiver Substanzen« (= ungenießbare Inhaltsstoffe) durchgeführt, die natürlicherweise z. B. in Tomaten, Kartoffeln oder Soja vorkommen Darüberhinaus werden mögliche Allergierisiken sorgfältig untersucht.

Sojabohne
Soja ist weltweit die wichtigste Ölpflanze. Den größten Teil der Welternte produzieren vor allem die USA, Brasilien, Argentinien und China. Der Ölgehalt der Sojabohne liegt bei etwa 20 %. Verarbeitungsprodukte wie Sojaöl und -lecithin finden sich in zahlreichen Lebensmitteln, Sojaprotein wird in geringerem Umfang bei der Lebensmittelherstellung verwendet. Das nach der Ölgewinnung verbleibende Sojaschrot ist ein wichtiges Futtermittel. Den größten Teil der Welternte produzieren die USA, Brasilien, Argentinien und China. Unkräuter und Ungräser können zu erheblichen Ernteeinbußen bzw. zu hohen Mehrkosten für aufwendige Reinigungsschritte nach der Ernte führen. Daher werden im konventionellen Sojaanbau z. T. bis zu 6 verschiedene Herbizide eingesetzt. Das relativ umweltverträgliche Breitbandherbizid Roundup (Wirkstoff: Glyphosat) konnte letztes Jahr erstmals beim Anbau der neuen Sojabohnensorte verwendet werden. Dabei wurde der Verbrauch an Herbizidwirkstoffen um 25 % gesenkt. 1996 wurden allerdings erst 2 % der Felder mit der neuen Sojasorte bebaut. Aufgrund des Erfolges werden es 1997 wahrscheinlich etwa 15 % sein, denn das verfügbare Saatgut wurde komplett aufgekauft.

Stammwürzegehalt
Anteil des löslichen, aus dem Malz herrührenden Malzzuckers der Bierwürze vor der Vergärung. Der Alkoholgehalt des Bieres in Volumenprozent liegt bei einem guten Drittel der Stammwürze.

Stoffwechsel
Abbau der Nährstoffe und Auf- oder Umbau aller Stoffe, die im Organismus bzw. in einer Zelle (Zellstoffwechsel) benötigt werden.

Terminationssignal
Spezifische DNA-Sequenz unmittelbar hinter dem codierenden Bereich von Genen, die als Signal für den Abbruch der mRNA-Synthese durch die RNA-Polymerase wirkt.

Thermisieren
Wärmebehandlung mit dem Ziel, bei möglichst niedriger Temperatur möglichst viele Mikroorganismen in einer technologisch vertretbaren Zeit abzutöten oder eine gewünschte Selektion zu erreichen (Rohmilch zur Käseherstellung kurzzeitig bei 63-68 °C).

Traditionelle biotechische Verfahren
Dazu zählen all die Verfahren, bei denen konventionell gezüchtete Mikroorganismen bzw. aus solchen Mikroorganismen gewonnene Produkte, wie z.B. Enzyme, zur Produktion, Abwasserentsorgung, Bodensanierung etc. eingesetzt werden.

Transformation
Das gentechnische Einbringen von DNA in einen Organismus. Der entsprechende Organismus wird als 'transformiert' bezeichnet.

Transgen
Ein Organismus, bei dem Fremd-Gene stabil in das Genom integriert sind. Die Fremd-Gene werden an die Tochergenerationen weitergegeben (Vermehrung durch Teilung) und werden auch bei sexueller Fortpflanzung, den Mendel'schen Regeln entsprechend, vererbt.

Triticale (Triticum x Secale)
Kreuzungsprodukt aus Weizen und Roggen; Einziges Beispiel, bei dem eine Kreuzungszüchtung über Gattungsgrenzen hinweg zum Erhalt einer vermehrungsfähigen 'Mischpflanze' (Triticale = Triticum {Weizen} x Secale {Roggen}) gelungen ist.

Ultrahocherhitzen
Erhitzungsverfahren zur Sterilisation (hier) der Milch; dabei wird die Milch für 1-3 Sekunden auf Temperaturen über 130 °C erhitzt; sie ist frei von vermehrungsfähigen Keimen und ca.6 Wochen haltbar.

Virulenz
Infektiöses Potential eines Virus

Virus
Infektiöses Partikel, das aus einem DNA- oder RNA-Mokekül und einer umgebenen Proteinhülle besteht. Viren sind nur in Wirtszellen vermehrungsfähig, d.h. sie benutzen den zellulären Apparat für ihre eigene Vervielfältigung.

Wichtige Fettsäuren
Für die menschliche Ernährung sind besonders Fette mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren von Bedeutung, da der Körper diese meist selbst nicht herstellen kann. Ungesättigte Fettsäuren haben einen sehr niedrigen Schmelzpunkt, man findet sie vor allem in pflanzlichen Ölen oder auch im Fett von Fischen. Die Fett-Zusammensetzung wird letztlich durch verschiedene Enzyme, die am Aufbau der Fettsäuren beteiligt und deren Gene bekannt sind, bestimmt. Daher ist es möglich, im Hinblick auf bestimmte Diäten gezielt das Fettsäure-Muster in pflanzlichen Samen zu verbessern.

Zell- und Gewebekultur
Die Erhaltung und Vermehrung von einzelnen Zellen oder isolierten Geweben mit künstlichen Nährmedien unter sterilen Bedingungen. Die Techniken werden z.B. in der Pflanzenzüchtung, zur Produktion von Stoffen oder auch zu Forschungszwecken verwendet.

Zelle
Eine Zelle ist die kleinste lebens- und vermehrungsfähige biologische Einheit. Sie ist mindestens von einer Art Fettfilm, der Zellmembran, nach außen begrenzt und besitzt in ihrem Inneren, eingebettet in das Zellplasma, sogenannte Organellen, in denen der Zellstoffwechsel erfolgt. Im Zellkern ist der meiste Teil des Erbmaterials lokalisiert. Ein wenig Erbmaterial befindet sich auch in den sogenannten Mitochondrien, das sind die Kraftwerke der Zelle, die der Energiegewinnung dienen. Aus diesem Grunde ist das berühmte Schaf Dolly auch keine 100 % exakte Kopie des älteren »Ebenbildes«.