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Glossar zur spaetmittelalterlichen Buchmalerei und Buchherstellung
Kategorie: Verschiedene Industrien Handwerk > Buchmalerei und Buchherstellung
Datum & Land: 13/07/2008, DE
Wörter: 78


Akanthus
Von (griech. ákanthos †“ Bärenklau) vegetabilisches Ornament in Form von stiellosen Blättern das bereits in der Antike bekannt war. Die Blattrippen vereinigen sich †“ wenn überhaupt †“ erst am unteren Blattende. Die Blattränder können unterschiedliche Formen aufweisen: entweder gezackt (†žgesägt†œ), rund gelappt mit Kerben dazwischen oder mit runden Aus†¦

Auszeichnungsschrift
Ist eine in ihrer Form, Farbe und Größe vom übrigen Text abweichende Schrift, welche die Aufgabe hat, bestimmte Teile eines Werkes wie Textanfang oder Überschriften besonders hervorzuheben. s. a. Textura †¦

Autorenbilder
sind Darstellungen von Autoren. Autorenbilder waren schon in der Antike bekannt. Sie gehören zu den ältesten bekannten Formen der Buchillustration. Auch im Bereich der Bibelillustration wurden sie schon früh rezipiert. Seit dem 6. Jahrhundert findet man sie in Form von Evangelistenbildern vor den vier Evangelien. Manchmal werden Markus, Matthäus, L†¦

Azurit
Azurit, auch 'Bergblau' genannt, ist ein natürlich vorkommendes Mineral (basisches Kupfercarbonat), dessen beste Qualität von leuchtend blauer Farbe ist. Meist ist es jedoch verunreinigt, z.B. mit Malachit (grünes Mineral, chemisch sehr ähnlich). Seine größte Schönheit entwickelt Azurit bei grober Mahlung, so daß in der Buchmalerei sehr bindemitt†¦

Bibelillustration
Illustrationen, die das Geschehen der Bibel veranschaulichen, gehören zu den ältesten christlichen Abbildungen überhaupt. Bereits um die Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus verdeutlichten die Fresken der Synagoge von Dura-Europos am Euphrat biblische Szenen. Auch in den Bereich der Buchmalerei dürften Darstellungen biblischer Szenen früh Eingan†¦

Bibelübersetzung
Mittelalterliche Bibeln waren in der Regel in lateinischer Sprache geschrieben. Übersetzungen der Bibel ins Deutsche werden deshalb heute in der Regel mit der Person Martin Luthers in Verbindung gebracht. Aber es gab sie bereits lange vor Luthers sogenanntem Septembertestament, d. h. seiner 1522 erschienenen Übersetzung des Neuen Testaments ins Deu†¦

Bilderhandschrift
Ist im Unterschied zur reinen Texthandschrift ein Manuskript, das neben dem Text selbständige Illustrationen enthält. Die Darstellungen können auf den Text Bezug nehmen, sie können aber auch lediglich der Dekoration dienen. Zudem gibt es auch Bilderhandschriften ganz ohne Text. †¦

Blattweiser
An den Rändern der Blätter angebrachte Stücke aus Papier, Pergament oder Leder, die bestimmte Kapitel und Abschnitte eines Werkes markieren und so deren Auffinden erleichtern. Ein Blattweiser sowie die Darstellung eines solchen finden sich z. B. auf fol. 47v des Cpg 20. †¦

Brevier
War ein zum praktischen Gebrauch bestimmtes Buch. Es enthält die für das liturgische Stundengebet notwendigen Bücher in zusammengefaßter und gekürzter Form. In der Regel handelt es sich dabei um ein Kalendar, ein Psalterium feriatum, einen Teil mit den Lesungen zu den Sonntagen und Herrenfesten (Temporale) und einen Teil mit den Lesungen zu den Hei†¦

Buch
Im Mittelalter werden mit dem lateinischen Begriff librum und seiner deutschen Übersetzung häufig die einzelnen Großabschnitte eines meist umfangreichen Werkes bezeichnet z. B. das erste buoch, das ander buoch etc. In der Bibel hat sich diese Terminologie bis heute erhalten: Man spricht zum Beispiel vom 1. Buch Mose. †¦

Buchblock
meint alle Blätter eines Buches mit Ausnahme des Einbandes. Der Buchblock besteht in der Regel aus mehreren Lagen, die sich wiederum aus mehreren ineinandergelegten Doppelblättern zusammensetzen. †¦

Cadellen
Sind in schwarzer Tinte geschriebene Großbuchstaben, deren Ober- und Unterlängen mit vielen parallelen, sich durchkreuzenden oder verschlungenen, breiten Federstrichen dekoriert wurden. Sie treten vorwiegend in Handschriften des 14. und 15. Jahrhunderts auf. Meist befinden sie sich in der ersten oder letzten Zeile einer Seite. †¦

Chanson des gestes
Bezeichnung für die altfranzösischen Heldenepen, deren schriftliche Auzeichnung um 1100 begann. Bekanntestes Beispiel ist das Rolandslied (Chanson de Roland). †¦

Chronik
Bezeichnet eine Literaturgattung, die schon in der Antike entstand, und die Darstellung der Geschichte seit Anbeginn der Menschheit zum Ziel hatte. Im Mittelalter, vor allem seit dem 13. Jahrhundert, wurde der Begriff †žchronicon†œ für die unterschiedlichsten Arten von Geschichtswerken verwendet. Sie konnten in Versen, oder als Prosa abgefaßt sein. I†¦

Cochenille
Cochenille ist ein tierischer Farbstoff, der aus den getrockneten weiblichen Läusen der Dactylopiidae-Arten gewonnen wird. Die auf Opunzien lebenden Läuse kamen ursprünglich aus Mexiko, heute werden sie u.a. auch in Algerien, Ostindien und auf den Kanarischen Inseln gezüchtet. Die Läuse enthalten einen hohen Anteil an rotem Karmin aus der Carmins䆦

Codex
Von lat. caudex †“ Baumstamm. Bezeichnet die aus einzelnen, zusammengehefteten Blättern bestehende Form des Buches. Der Codex dürfte in der Antike aus der Zusammenstellung mehrerer mit Scharnieren verbundener Wachstäfelchen entstanden sein. Werden in dieser Form die inneren Tafeln durch Pergament-, Papier- oder Papyrusblätter ersetzt, so entsteht di†¦

CPG / Cpg
Abkürzung, eigentlich Codex Palatinus germanicus (meint †žDeutschsprachige Handschrift aus der Bibliotheca Palatina†œ). Signaturenbestandteil deutschsprachiger Handschriften aus der Bibliotheca Palatina, jener Heidelberger Büchersammlung, die 1622/1623 von dem päpstlichen Legaten Leone Allacci nach Rom in die Biblioteca Vaticana gebracht wurde. Etwa †¦

Dornblatt
Vegetabilisches Ornament, das vor allem in gotischen Handschriften und im Zusammenhang mit Fleuronnée häufig vorkommt. Als Dornblätter bezeichnet man kleine, spitz zulaufende, häufig auch dreiteilige oder herzförmige Blattformen wie sie z. B. Efeu- oder Weinblättern zu eigen sind. Bei Dornblattrankenhandelt es sich um ein Ornament, welches häufig a†¦

Dornenrindentinte
Diese Tinte wird aus der Rinde von Schlehenzweigen hergestellt. Ein Rezept hierzu nennt im frühen 12. Jahrhundert Theophilus (Roger von Helmarshausen) im 38. Kapitel seines Traktats †˜de diversis artibus†™: Die Schlehenzweige sollen im Frühjahr geschnitten und für einige Tage getrocknet werden. Anschließend kann die Rinde abgeklopft und cirka drei Ta†¦

Drolerie
Von frz. drôleries - etwas Komisches, Amüsantes; bereits in der karolingischen Buchmalerei bekannte Darstellungen, die innerhalb des Rankenwerks von Initialen oder Bordüren kleine Tiere, Menschen oder Misch- und Halbwesen beim Ausüben meist spielerisch aufgefaßter Tätigkeiten zeigen. Häufig werden auch scherzhafte und groteske Szenen abgebildet. Vo†¦

Eiklar
Bindemittel. In der Buchmalerei wird das Eiweiß von Hühnereiern zu Schaum aufgeschlagen und das nach einiger Zeit sich am Topfboden absetzende Eiklar abgegossen; man erhält sogenanntes †˜defibrilisiertes Eiwei߆™, das als Bindemittel für die Farben dient. Eiklar trocknet als recht spröder und fester Film auf. †¦

Einband
Mehr oder weniger feste Schutzhülle für das zu einem Buchblock gebundene Papier oder Pergament. Der Einband setzt sich aus zwei Deckeln aus Holz oder Pappe, dem Rücken und dem Überzug aus Leder, Pergament, Gewebe oder Papier zusammen. Die einzelnen Papier- oder Pergamentlagen werden für den Einband mit Hilfe eines Heftfadens in der Lagenmitte durch†¦

Eisengallustinte
Eisengallustinte ist die wohl am häufigsten verwendete Schreibflüssigkeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die erste Beschreibung ihrer Herstellung von Philo von Byzanz stammt schon aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Aus dem arabischen Raum wurde die Eisengallustinte wahrscheinlich von Juden oder Mauren Mitte des 1. Jahrhunderts nach Mitteleur†¦

Epistolar
enthält die während der Messe gelesenen Abschnitte (Perikopen) aus den Episteln (Briefe des Neuen Testamentes) in der Reihenfolge des liturgischen Jahres unter Angabe des jeweiligen Festtages und der Textquelle. †¦

Evangelistar
siehe Perikope, Perikopenbuch †¦

Faden
Vegetabilisches Ornament in Form von auslaufenden, gelegentlich auch gewundenen oder spiralig gedrehten Fäden, das vor allem in Zusammenhang mit Fleuronnée auftritt. †¦

Falz
Der Begriff Falz hat im Bereich der Handschriftenkunde im wesentlichen zwei Bedeutungen. Zum einen meint er den Knick in der Mitte eines Doppelblatts. Zum anderen werden damit Papier- oder Pergamentstreifen bezeichnet, die entweder der Verstärkung der Lagen oder der Verbindung der einzelnen Blätter zu Lagen dienen. In der Werkstatt Diebold Laubers †¦

Farbe
Anorganische Farbmittel werden durch Zermahlen von farbigem Gestein gewonnen oder auf (halb-)synthetischem Weg hergestellt. Als farbiges Gestein für Rot wurden u.a. verschiedene rote Erdpigmente (Eisen(III)-oxide in unterschiedlichen Anteilen) [Roter Ocker, Bolus, Echter Rötel], natürlicher und künstlicher Zinnober (Quecksilbersulfid HgS) oder Men†¦

Fleuronnée
Von französisch fleuronnée †“ geblümt, fleuron †“ Blümchen. Ornament zur Gestaltung von Initialen, welches meist mit der Feder gezeichnet wurde und sich aus linearen Elementen zusammensetzt. Vorbild dieser Elemente sind stilisierte Pflanzenformen wie Blätter, Ranken, Knospen oder Dornen. Typisch für Fleuronnée-Initialen ist der Kontrast zwischen einf†¦

Foliierung
Mittelalterliche Handschriften hatten in der Regel keine Seitenzählung. Stattdessen begann man im späten Mittelalter mehr und mehr die Blätter der Manuskripte zu zählen. Häufig wurde die Foliierung auch erst in nachmittelalterlicher Zeit, manchmal sogar erst im 19. und 20. Jahrhundert, mit Bleistift nachgetragen. Bei foliierten Handschriften bezei†¦

Folio
Von lat. folium †“ Blatt. Wird in zwei Bedeutungen verwendet: - Folio und die dazugehörige Abkürzung fol. bezeichnet in den mittelalterlichen Handschriften ohne Seitenzählung die oft nachträglich eingetragene Nummer eines Blattes. S. a. Foliierung. - Mit Folio wird auch das Format einer Handschrift angegeben: Die Bezeichnung leitet sich von der Anz†¦

Glosse
(griech.-lat. glossa †“ eigentlich †žZunge, †žSprache†œ) Erläuterung oder auch Übersetzung eines fremden oder unbekanntes Wortes. Nach dem Ort ihrer Anbringung in den Handschriften unterscheidet man zwischen Interlinearglossen, die zwischen die Zeilen geschrieben wurden, und Marginalglossen, die sich auf den Blatträndern der Manuskripte befinden. Inter†¦

Grünspan
Mit dem Begriff 'Grünspan' wird die chemische Verbindung Kupfer(II)-acetat, das Kupfersalz der Essigsäure, bezeichnet. Kupferacetat ist ein Farbpigment ('Spanisches Grün'), das hauptsächlich für die Farbe Grün verwendet wurde (neutraler Grünspan). Im Gemisch mit Kalk und Essigsäure bildet sich Kupfer-Calcium-acetat (basischer Grünspan), das im Mitt†¦

Gummi arabicum
Gummen werden chemisch unter dem Begriff der †˜Polysaccharide†™ gefaßt; sie bilden mit Wasser klebrige, viskose oder fadenziehende Lösungen. Gummi arabicum ist ein Sekret von Akaziengewächsen (z.B. Acacia arabica, Acacia senegal). Das Sekret (Pflanzensaft) tritt aus Rissen oder Wunden der Baumrinde schleimartig heraus und erstarrt an der Luft zu Tro†¦

Hand
Der Begriff wird in Kodikologie und Kunstgeschichte verwendet, um die verschiedenen, an einer Handschrift oder einem Kunstwerk beteiligten, meist anonymen Personen voneinander zu unterscheiden. Unterschiedliche Schreiberhände etwa sind an den charakteristischen Eigenarten ihrer persönlichen Schrift zu erkennen. Das gleiche gilt für Illustratoren od†¦

Handschrift
s. Codex †¦

Hausenblase
(Ichtylocollon) Bindemittel. Es besteht aus der getrockneten Schwimmblase des Störs, dessen mittelhochdeutscher Name Hausen lautete, ist also ein tierischer Klebstoff (Proteinleim). Die Hausenblase ist wasserlöslich; zur maltechnischen Verwendung wird sie in Wasser angequollen und anschließend erwärmt, bis sie sich vollständig gelöst hat. Der Klebe†¦

Indigo
Indigo, ein hauptsächlich aus der Textilfärberei bekannter Farbstoff, wird aus der heimischen Pflanze 'Isatis tinctoria L.' (Färberwaid) und aus der indischen 'Indigofera tinctoria L.' gewonnen. Es handelt sich dabei zwar um unterschiedliche Pflanzen, die jedoch den chemisch identischen Farbstoff liefern. Das Indican, die farblose Vorstufe des bla†¦

Initiale
Von lat. initialis - am Anfang stehend. Der Begriff bezeichnet dementsprechend den Buchstaben am Anfang eines Werkes oder Kapitels, der sich im Vergleich zur übrigen Schrift, durch seine Größe, Form oder Farbe unterscheidet. Initialzierseite meint die Gestaltung eines Textanfangs durch eine Initiale oder eine Ligatur von mehreren Initialen, die ei†¦

Inkunabel
(von lat. in cunabulis †“ in der Wiege/ incunabula †“ Windeln, Wiege); Als Inkunabeln, Frühdrucke oder Wiegendrucke bezeichnet man jene Bücher, die während der ersten 50 Jahre nach Erfindung des Buchdrucks, also etwa zwischen 1445/1450 und 1500, gedruckt wurden, als der Buchdruck sozusagen noch in der Wiege lag. Der Begriff Frühdruck wird gelgentlich†¦

Kapitel-Nummer
Eine Eigentümlichkeit vor allem spätmittelalterlicher Handschriften ist es, die Gliederung eines Werkes in einzelne Teile und Kapitel besonders hervorzuheben. Zum besseren Auffinden der einzelnen Textteile und Kapitel werden den Werken dabei häufig Register oder Kapitelverzeichnisse vorangestellt. Gelegentlich enthalten diese Verzeichnisse sogar Fo†¦

Kolophon
Schlußschrift eines Manuskripts, häufig mit Angaben über Entstehungszeit und -Ort oder dem Namen des Schreibers. Gelegentlich ausgeweitet durch die Bitte der Schreiber um Fürbitte oder durch einen Fluch, mit dem die Schreiber Diebe abhalten oder die Zerstörung ihres Werks verhindern wollten. Die Abgrenzung zum Schreiberspruch ist gelegentlich schwi†¦

Kolumne
Spalte / Schriftspalte /Kolumne. Bezeichnet den Raum auf einer Seite, in den der Text eingetragen wurde. In den meisten Handschriften findet man eine oder zwei Spalten pro Seite. Bsp.: Seite (fol. 6v) aus CPG 27 mit zweispaltigem Text †¦

Krapp
Der rote Farbstoff wird hauptsächlich aus der Wurzel der Rubia tinct. L. gewonnen. Hauptbestandteil des Farbstoffes ist Alizarin, das seit dem 19. Jahrhundert auch synthetisch hergestellt werden kann. Schon in der Antike ist Krapp in zahlreichen Rezepten bezeugt. Krapp färbt in Alkohol gelb-orange, in schwacher Ammoniaklösung orangerot und in Salmi†¦

Kursive
Ist eine Gebrauchsschrift. Sie hat sich seit dem 14. Jahrhundert zunächst in Notiz- und Geschäftsunterlagen sowie Urkunden entwickelt. Ihr Vorteil ist, daß sie sich schnell und leicht schreiben läßt. Dabei werden die Buchstaben häufig in einem Zug geschrieben und die Feder kaum noch abgesetzt, so daß die Buchstaben miteinander verbunden sind. Bast†¦

Kustode
von lat. custos †“ der Wächter; Zählung der Lagen innerhalb des Buchblocks (heute Flattermarke) oft in römischen Zahlen oder Buchstaben. Die Nummerierung steht meist mittig am Fuß der letzten Seite einer Lage. Oft sind die Kustoden durch früheren Beschnitt nur noch teilweise vorhanden. Die Kustode dient der Ordnung und richtigen Einsortierung der †¦

Lage
Als Lagen bezeichnet man mehrere ineinandergelegte Doppelblätter, die zusammen geheftet werden und von denen mehrere die Gesamtheit des Buches ergeben. †¦

Ligatur
(lat. ligatura †“ Bindung) Bei einer Ligatur werden zwei oder mehr Buchstaben so miteinander verbunden, daß ihre Reihenfolge innerhalb des folgenden Textes bestehen bleibt. Die verbundenen Buchstaben können innerhalb eines Wortes nebeneinanderstehen, es kann sich aber auch um die Verbindung der Anfangsbuchstaben zweier aufeinanderfolgender Worte han†¦

Manuskript
s. Codex †¦

Mennige
Mennige ist in der Antike unter dem Namen 'Sandaraca' bekannt. Es handelt sich um ein rotes Bleioxid (Pb3O4), das durch Erhitzen von Bleiweiß synthetisch hergestellt wird. Mennige ist empfindlich gegen Säuren (reagiert durch Auflösung) und unverträglich mit schwefelhaltigen Verbindungen (Verschwärzung); unter längerem Lichteinfluß neigt es zum Ver†¦

Miniatur
Von lateinisch minium - der Bezeichnung für 'Mennigrot'. Bezeichnete ursprünglich nur die roten Verzierungen innerhalb einer Handschrift. Allmählich wurde die Bedeutung des Begriffes jedoch ausgeweitet und für alle selbständigen Illustrationen der mittelalterlichen Handschriften verwendet. Die figürlichen Darstellung sind dabei unabhängig von Initi†¦

Ocker
(Gelber O., Roter O., Brauner O.) Bei Ocker handelt es sich um sogenannte 'Erdfarben', also Gemische aus Eisenoxiden, Tonmineralien, Quarz und Kalk. In der Malerei kommt es als Farbpigment in diversen Sorten und Tönungen zur Verwendung. Der natürliche 'gelbe Ocker' wird meist nach seiner Herkunft unterschieden (Frankreich, Italien [Siena], Zypern,†¦

Papier
Papier, der wohl bekannteste Beschreibstoff neben Papyrus und Pergament, wurde um 105 n. Chr. in China als Beschriftungsmaterial erfunden Es bestand im wesentlichen aus Lumpen und Maulbeerbast, dessen lange Fasern beim Schöpfen des wässerigen Breis verfilzen und so ein stabiles Geflecht bilden. 751 gelangte die Kunst der Papierherstellung durch Kri†¦

Pergament
Pergament ist die im gespannten Zustand getrocknete Haut von Tieren (zumeist Schaf, Ziege, Kalb), die im Unterschied zum Leder nicht auf chemischem Wege (Gerbung) haltbar gemacht wird. Um 300 v. Chr. wurden die ersten Pergamente verwendet. Der Name †˜Pergament†™ geht wahrscheinlich auf Eumenes II. von Pergamon (197-159 v. Chr.) zurück, der laut eine†¦

Perikope
Perikopenbuch: = Evangelistar. von griech. perikóptein †“ abschneiden; Perikope ist eine Bezeichnung für diejenigen Abschnitte der Evangelien, die während des Gottesdienstes gelesen oder für die Predigt verwendet werden. Ein Perikopenbuch enthält diese Passagen der vier Evangelien geordnet nach ihrer Abfolge im Kirchenjahr. Je nach regionaler und ze†¦

Psalter
enthält die 150 Psalmen, die nach dem reinen Psalmentext (Psalterium non feriatum), nach liturgischer Einteilung des Stundengebets (Psalterium feriatum) oder mit eingeschobenen Texten (Antiphonen, Hymnen u. ä.) geordnet sein können. In der Regel kommen ferner ein Kalendar mit den Heiligenfesten, Vorreden zu den Psalmen oder eine Allerheiligenlitane†¦

Registerbild
Eine Bildseite, die sich aus mehreren horizontalen Bildstreifen zusammensetzt, wird als Registerbild bezeichnet. In solchen Registerbildern werden häufig mehrere Szenen eines Geschehens zusammenfassend dargestellt. Sind die horizontalen Streifen durch Begrenzungslinien oder Rahmen voneinander getrennt, bezeichnet man erstere als Register. Fehlen so†¦

Reklamant
Von lat. reclamare †“ zurufen. Um dem Buchbinder seine Arbeit zu erleichtern, wurden die ersten Worte der folgenden Seite auf dem letzten Blatt der vorhergehenden Lage notiert. So konnte der Buchbinder kontrollieren, ob er die einzelnen Lagen auch in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt hat. Beim anschließenden Beschneiden des Buchblocks wurden†¦

Rubrizierung
Von lat. rubrum - rot. Meint alle Überschriften, Initialen, Zeichen für Paragraphen und Absätze sowie Strichel und Punkte von Großbuchstaben, sogenannte Satzstrichel, in roter Farbe. Diese roten Markierungen dienen der Textgliederung. Sie wurden nach Abschluß der Arbeiten am Text meist von einem anderen Schreiber ausgeführt. In der Regel kam diesem†¦

Schnitt
Die drei offenen Seiten des Buchblocks bezeichnet man als Schnitt, da die unregelmäßig großen Pergament- oder Papierblätter, um sie auf eine einheitliche Größe zu bringen, beim Binden an diesen Stellen beschnitten wurden. Der obere Schnitt wird als Kopf- oder Oberschnitt, der vordere als Vorderschnitt und der untere als Unter-, Fuß- oder Schwanzsch†¦

Schreiber
Schreiber, Schreiberspruch, Schreibwerkstätten. Während des Mittelalters waren es lange Zeit nur Geistliche, welche das Abschreiben von Büchern meist in den Skriptorien von Klöstern praktizierten. Nur in Italien scheint es das ganze Mittelalter hindurch Schreiber gegeben zu haben, die für Lohn tätig waren. Erst als im hohen und späten Mittelalter d†¦

Schreiberspruch
Schreiber, Schreiberspruch, Schreibwerkstätten. Während des Mittelalters waren es lange Zeit nur Geistliche, welche das Abschreiben von Büchern meist in den Skriptorien von Klöstern praktizierten. Nur in Italien scheint es das ganze Mittelalter hindurch Schreiber gegeben zu haben, die für Lohn tätig waren. Erst als im hohen und späten Mittelalter d†¦

Schreibwerkstätten
Schreiber, Schreiberspruch, Schreibwerkstätten. Während des Mittelalters waren es lange Zeit nur Geistliche, welche das Abschreiben von Büchern meist in den Skriptorien von Klöstern praktizierten. Nur in Italien scheint es das ganze Mittelalter hindurch Schreiber gegeben zu haben, die für Lohn tätig waren. Erst als im hohen und späten Mittelalter d†¦

Schrift
s. Kursive / kursive Schrift s. Textura †¦

Schriftspalte
Spalte / Schriftspalte /Kolumne. Bezeichnet den Raum auf einer Seite, in den der Text eingetragen wurde. In den meisten Handschriften findet man eine oder zwei Spalten pro Seite. Bsp.: Seite (fol. 6v) aus CPG 27 mit zweispaltigem Text †¦

Schwartze dinten
Nimm den vierten tail aines mass wasser, oder wein, und 1 lot galla romana, wol gestossen, und legs in das wasser, und setz es zum fewr das es siede, ain halb stundt, darnach thue ain lot gummi arabicum wol gestossen darein, und ruers undereinander. Lass ain claine weil sieden, darnach leg 1 lot vitriol wol gestossen darein, und ruer es wol underei†¦

Silberstift
Der Silberstift gilt als der erste in der bildenden Kunst verwendete Zeichenstift. Er besteht aus Silber und Blei, das sich auf der rauhen Pergament- oder Papieroberfläche abreibt und dort durch Oxidation verschwärzt. Besonders gut erfolgt diese Verschwärzung auf Gips (CaSO4) oder schwefelhaltigem Papier. Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Silberstif†¦

Simultane Illustration
: = Simultanbild; Komplettierende Illustrationsmethode Bei der Simultanen Illustration werden verschiedene Handlungen, die zeitlich oder räumlich voneinander getrennt sind, in einem Bild vereinigt. In der Darstellung können sie allein durch Architektur- oder Landschaftselemente voneinander abgegrenzt sein. Ziel ist es, eine zusammenhängende Geschic†¦

Spalte
Spalte / Schriftspalte /Kolumne. Bezeichnet den Raum auf einer Seite, in den der Text eingetragen wurde. In den meisten Handschriften findet man eine oder zwei Spalten pro Seite. Bsp.: Seite (fol. 6v) aus CPG 27 mit zweispaltigem Text †¦

Spiegel
Der innere Teil der beiden Deckel wird als (Buch-)Spiegel bezeichnet. Analog zu Vorder- und Rücken- bzw. Hinterdeckel unterscheidet man auch den vorderen und hinteren Spiegel. Meist besteht der Spiegel aus aufgeklebten Pergament- oder Papierblättern. Häufig wurde für den Spiegel Makulatur, d. h. älteres nicht mehr benötigtes Schreibmaterial aus Büc†¦

Streifenbilder
sind Illustrationen, die in den Text integriert sind und die gesamte Breite des Schriftraums, aber nur bis zur Hälfte seine Höhe umfassen. †¦

Textura
Textura gehört zu den gotischen Schriftarten und wird in den Handschriften meist als Auszeichnungsschrift verwendet. Charakteristisch für die Textura ist die Konzentration auf die Mittelzone der Buchstaben: Ober- und Unterlängen werden zurückgenommen und die mittleren Schäfte der Buchstaben u, m, n und i, indem sie oben und unten miteinander verbun†¦

Tintenfraß
Tintenfraß in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften wird hauptsächlich durch die Eisengallustinte verursacht und bedeutet bis heute ein erhebliches Schadenspotential für Papier und Pergament. Zum Stoppen oder Behebung dieser Schäden ist trotz intensiver Forschung und der Entdeckung verschiedener Möglichkeiten noch immer kein wirkli†¦

Unterzeichnung
Zur Herstellung der Miniaturen legten sich die mittelalterlichen Künstler in der Regel mit Hilfe von Metallstiften oder Kohle Unterzeichnungen an, die sie später mit der Feder ausführten und mit Deck- oder Wasserfarben kolorierten. Gelegentlich lassen sich solche Unterzeichnungen in den Miniaturen auch heute noch erkennen. Dies ist z. B. der Fall, †¦

Überschrift
Spätmittelalterliche Handschriften verfügen häufig über ein ausgeprägtes System von textgliedernden Elementen. Zu diesen gehören meist rote Überschriften, die Kapitel und Großabschnitte, die sogenannten Bücher, einleiten. Handelt es sich um illustrierte Handschriften stehen die Überschriften in der Regel vor den Illustrationen und dienen manchmal e…

Zeilenfüllung
Ausfüllen einer nicht bis an das Ende des Schriftspiegels geschriebenen Zeile mit ornamentalen Motiven, um einen optisch ausgefüllten Schriftspiegel ähnlich dem heutigen Blocksatz zu erhalten. Die Ornamentik kann von einfachen Zeichen bis zu aufwendig gestalteten Ornamentleisten mit Vergoldung oder szenischen Malereien und Drôlerien reichen. …

Zinnober
In der Antike wurde das rote Quecksilbersulfid (HgS) in Quecksilberminen natürlich gewonnen. Die künstliche Herstellung erfolgt seit dem Mittelalter durch Brennen von Schwefel und Quecksilber. Zinnober kommt in den historischen Quellen auch unter den Namen Cinnabar, Mercurblende, Minium, Vermilton oder Rotes Schwefelquecksilber vor. Besonders in …

Zyklische Illustration
= Kontinuierende Erzählweise. meint, daß eine Geschichte – ähnlich den heutigen Comics – in einer Serie aufeinander folgender Bilder dargestellt wird, die sich durch ikonographische Übereinstimmungen und den gemeinsamen Bezug auf eine Textstelle zusammenf…