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RAG Deutsche Steinkohle - Bergbau-Lexikon
Kategorie: Technik und Industrie > Bergbau
Datum & Land: 04/07/2008, DE
Wörter: 331


Abbau
1. bergmännische Tätigkeit zur planmäßigen Hereingewinnung von Rohstoffen. 2. Bezeichnung für den Teil des Grubengebäudes, in dem der Rohstoff gewonnen wird.

Abbaufortschritt
Fortschritt eines Gewinnungsbetriebes in der Lagerstätte gemessen in Metern, im Gegensatz zur Abbaugeschwindigkeit, die den Abbaufortschritt je Zeiteinheit angibt.

Abbaustrecke
in der Lagerstätte erstellte längliche Hohlräume. Im Steinkohlenbergbau begrenzen sie den Streb an seinen Enden und werden nach ihrem Verwendungszweck unterschiedlich bezeichnet; Kohlenabfuhrstrecke, Fuß- oder Kopfstrecke.

Abbauwürdigkeit
ist abhängig von einer Reihe von ökonomischen Faktoren wie allgemeines Preisniveau, Stand der Fördertechnik und Größe der Lagerstätte. Sie variieren, so daß ein Vorkommen bauwürdig wie auch bauunwürdig werden kann. Mit zu berücksichtigen sind gleichfalls die ökologischen Faktoren, die einen immer größeren Anteil an der Beurteilung einer Lagerstätt...

Ablöschen
Vor dem kohlenstoßseitigen Ende des Regelausbaus ausbrechende Kohlenlagen, durch die ein abgeböschter Kohlenstoß entsteht und die Offenstehende Hangendfläche vergrößert wird.

Abraum
im Tagebau gelöstes Gestein (siehe Nebengestein) wie zum Beispiel das über der Lagerstätte, was keine nutzbaren Mineralien enthält (siehe Deckgebirge).

Abteufen
bergmännischer Ausdruck für das Herstellen senkrechter Hohlräume (siehe Schächte) zur Erschließung von Lagerstätten.

Aktionsgemeinschaft Deutscher Steinkohlereviere GmbH
als Gemeinschaftsaktion der gesamten deutschen gewerblichen Wirtschaft durch Vertrag vom 23. November 1966 mit dem Ziel, eine geordnete Stillegung von Stein- und Pechkohlenbergbau zu erleichtern und die Wirtschaftsstruktur in den Steinkohlenbergbaugebieten zu verbessern. Durch Verträge mit der Bundesrepublik Deutschland sind der Aktionsgemeinschaf...

Aktivkohle
Kohle, die durch Spezialbehandlung ein fein verteiltes Porensystem mit hoher innerer Oberfläche erhält. Aufgrund der damit verbundenen Erhöhung des Absorbtionsvermögens wird Aktivkohle insbesondere zur Reinigung von Gasen eingesetzt.

Allgemeines Berggesetz (ABG)
vom 24. Juni 1865. Das ABG galt ursprünglich für die Preußischen Staaten. Es wurde von deren Rechtsnachfolgern übernommen und vielfach geändert. Es behandelt: - Fragen des Privatrechts: so die Rechte aus dem Bergwerkseigentum, gesellschaftliche Regelungen der Bergrechtlichen Gewerkschaft, Schadensersatzregelung hinsichtlich der Bergschäden. - Frag...

Alter Mann
bergmännische Bezeichnung für den Lagerstättenteil oder den Grubenbau, der nach der Gewinnung des Rohstoffes verbleibt.

Anfahrverluste
Anteil an Energie, der bei der Inbetriebnahme ('Anfahren') eines technischen Prozesses noch nicht für den Prozeß genutzt werden kann und 'verloren' geht. Die Verluste entstehen u. a. durch den Energieverbrauch der Hilfsaggregate und den Aufheizvorgang.

Ankerlänge
Muss mindestens ein drittel der Streckenbreite betragen; übliche Ankerlänge 2,2 Meter.

Anschlußbergwerk
Anschluß neuer Grubenfelder an ein produzierendes Bergwerk. Das Anschlußbergwerk erhält eigene Seilfahrteinrichtungen, Materialförderung, Wetterführung und Energieverteilung. Die Produktförderung oder Schachtförderung und die Aufbereitung verbleiben am alten Standort.

Anthrazit
siehe Steinkohlearten

Arbeitspreis
Begriff, der ursprünglich nur auf die Preise des elektrischen Stroms beschränkt war. Der Arbeitspreis ist der Teil des Strompreises, der nach der Menge der abgenommenen elektrischen Energie (kWh) berechnet wird. Dazu kommt der Grund- oder Leistungspreis, der nach der beanspruchten oder bestellten Leistung in kW berechnet wird. Dieses System findet...

Arbeitszeit
siehe Schicht

Aromaten
Kohlenwasserstoff-Gruppe mit relativ hohem spezifischen Gewicht und guten Lösungseigenschaften, deren chemischer Stammkörper das Benzol ist. Diese Verbindungen heißen Aromaten, weil viele dieser abgeleiteten Stoffe einen aromatischen Geruch haben. Die bekanntesten Aromaten sind: Benzol, Toluol, Xylol. Sie werden in Kokereien und bei der Mineralölv...

Artikelgesetz
Nachfolge-Gesetzgebung für den Jahrhundertvertrag. Ab 1996 gibt es keine feste Regulierung der Absatzmengen mehr. Die erforderlichen finanziellen Mittel zum Ausgleich von Weltmarktpreisen zum Preis deutscher Steinkohle werden dann aus dem Haushaltsetat des Bundes bestritten.

Aschegehalt
nicht brennbaren Bestandteile in Gew.-% im Brennstoff. Bezogen auf ein Steinkohlenflöz liegt der Wert meist unter 12 %. Der Aschegehalt bildet zusammen mit dem Wassergehalt den Ballastgehalt.

Aschenabzug
Vorrichtung, mit der feste oder flüssige Rückstände von Verbrennungsprozessen abgezogen werden.

Asphalt
braunschwarze bis schwarze, nichtkristalline, viskose bis nahezu feste Masse, die aus Kohlenwasserstoffen mit geringen Mengen Sauerstoff-, Stickstoff- und Schwefelverbindungen sowie Mineralstoffen besteht. Man unterscheidet natürlichen und künstlichen, aus Erdölrückständen gewonnenen Asphalt. Asphalt ist ein Gemisch aus Bitumen und Mineralstoffen ...

Aufbereitung
mechanische oder chemische Behandlung bergbaulicher Rohstoffe zu einem marktfähigen Produkt. Im Steinkohlenbergbau erfolgt die Aufbereitung der Rohkohle mechanisch durch Nutzung der Schwerkraft bei unterschiedlicher Dichte der zu trennenden Produkte: Kohle = 1,3 bis 1,6 t/m3 Schieferton = 2,7 t/m3 Sandstein = 2,3 bis 2,6 t/m3

Auffahren
bergmännische Bezeichnung für das Herstellen von Hohlräumen für das Grubengebäude. Die Auffahrung kann maschinell mit Teil- oder Vollschnittmaschinen oder konventionell durch Bohr- und Schießarbeit erfolgen.

Aufforstung
Forstwirtschaftliche Anpflanzung auf einem Rekultivierungsgebiet oder einer Berghalde.

Ausbau
Stützelemente zum Offenhalten bergmännischer Hohlräume.

Ausgasung
Freisetzung von Gasen aus Stoffen, ohne daß sich deren Gefüge chemisch verändert im Gegensatz zur Entgasung und Vergasung. Dies kann durch Wärmezufuhr oder Druckentlastung ausgelöst oder beschleunigt werden. So kann bei der Steinkohlengewinnung durch Druckentlastung oder Zerkleinerung des Gesteins Methan freigesetzt werden. siehe Grubengas.

Ausgleichsfonds zur Sicherung des Steinkohleneinsatzes
Sondervermögen des Bundes, das durch das Dritte Verstromungsgesetz (Verstromungsgesetze) eingerichtet worden ist und vom Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft verwaltet wird. Dem Sondervermögen fließen die Mittel aus der Erhebung der Ausgleichsabgabe zu, die seit dem 1.1.1975 auf die Abgabe von Elektrizität erhoben wird. Die Elektrizitätsversorgung...

Ausnutzungsfaktor
Verfügbarkeit von Wärmekraftwerken.

Ausziehschacht
Abwetteröffnung nach über Tage, in der mittels Ventilatoren die Luft aus dem Grubengebäude gesaugt wird. (siehe Wetter)

Backvermögen
Eigenschaft von Steinkohle, beim Erhitzen zu erweichen und anschließend unter Ausdehnung einen gebackenen, stückigen Koks zu bilden. Steinkohlen ohne Backvermögen erweichen nicht und hinterlassen einen pulvrigen Verkokungsrückstand.

Ballastgehalt
Summe aus Wasser- und Aschegehalt in der Kohle in Gew.-%.

Ballastkohle
Steinkohle mit einem Ballastgehalt über 20 %; sie wird vor allem als Kraftwerkskohle verwendet.

Ballastkohle
Bezeichnung für eine Kohle, die einen Anteil an nichtbrennbaren Bestandteilen (Wasser und Aschegehalt) von 20% und mehr enthält. Sie wird überwiegend in der Kraftwirtschaft und Zementindustrie eingesetzt.

Bandförderung
kontinuierlich laufendes Fördermittel zum Transport von Massenschüttgütern (siehe Gurtbandförderer)

Barbara, Heilige
Schutzheilige der Bergleute. Barbaratag ist der 4. Dezember.

Barolux
Im Bergbau benutztes Druckmessgerät zur Bestimmung des absoluten Luftdruckes in mbar (Torr) über und unter Tage. Die nach der barometrischen Methode gemessenen Druckwerte dienen zur Ermittlung von Druckunterschieden zwischen verschiedenen Punkten eines Wetternetzes.

Bauwürdigkeit
siehe Abbauwürdigkeit

Benzol
Kohlenwasserstoff (C6H6), der bei der Entgasung von Kohle (Kohlenwertstoffgewinnung) und bei der Rohölverarbeitung gewonnen wird. Benzol findet Verwendung als Rohstoff in der chemischen Industrie und als Motorenbenzol zur Erhöhung der Klopffestigkeit von Kraftstoffen.

Berechtsame
Nutzungsrecht an Grubenfeldern (Bergwerkseigentum).

Bergamt
übt als untere Landesbehörde die Aufsicht über die bergbaulichen Aktivitäten aus. Die Aufgabe umfaßt die Überwachung der Sicherheit und die Einhaltung der Bestimmungen aus der Bergverordnung.

Bergbehörde
staatliche Sonderbehörde, unter deren Aufsicht der Bergbau steht. Sie wird in Nordrhein-Westfalen auf drei Ebenen tätig: 1. Oberste Landesbehörde (Landesregierung) 2. Landesoberbergamt (LOBA) 3. Bergamt. Nach dem Bundesberggesetz ist die Bergbehörde ermächtigt, Bergverordnungen und Ordnungsverfügungen zu erlassen. Mit dem Betriebsplanverfahren erf...

Berge
bergmännischer Ausdruck für das bei der Gewinnung mitanfallende Gestein oder für die in der Aufbereitung anfallenden Anteile an Gestein. (siehe Waschberge)

Bergehalde
Aufschüttung von nicht verkaufsfähigen Produkten (Berge und Abraum), die z.B.: - im Streckenvortrieb - beim Freilegen einer Lagerstätte - bei der Aufbereitung eines Rohstoffes anfallen. (siehe Landschaftbauwerke)

Bergschaden
Bei der Gewinnung von Mineralien werden in der Erde Hohlräume geschaffen und das physikalische Gleichgewicht des Gebirgskörpers beeinflußt. In diese künstlichen Hohlräume - auch wenn sie verfüllt werden - drücken sich die darüberliegenden Erdschichten. Diese Bewegungen können sich bis zur Tagesoberfläche fortsetzen und zu Bodensenkungen führen. Al...

Bergverordnung
Verordnung der Bergbehörde zur Gewährleistung der Sicherheit auf einem Bergwerk.

Bergwerk
umfaßt alle über- und untertägigen Einrichtungen, die zum Aufsuchen, Gewinnen, Fördern und Aufbereiten von mineralischen Rohstoffen dienen. - Aufbereitung - Schacht - Gewinnung - Grubengebäude

Betriebsplanverfahren
im Bergbau angewandtes Verfahren zur sicherheitlichen Betriebsüberwachung. Nach dem Bundesberggesetz darf ein Bergbaubetrieb nur aufgrund eines vorher von der Bergbehörde zugelassenen Betriebsplanes geführt und betrieben werden. Über die Zulassung ist schriftlich und innerhalb eines Monats zu entscheiden.

Bewetterung
Bergmännische Bezeichnung für untertägige Belüftung.

Biogas
unter Einfluß von Mikroorganismen aus organischen Stoffen entstehendes Gas (Verfaulung). Die Ausgangsstoffe können aus landwirtschaftlichen Abfällen, Klärschlamm oder sonstigen organischen Abfallprodukten bestehen. Biogas setzt sich zusammen aus rund: 65% Methan, 30% Kohlendioxid, 2% Stickstoff, 2% Wasserstoff und einem geringen Anteil Schwefelwas...

Bitumen
Sammelbegriff für natürliche oder durch die Aufbereitung von Ölen erzeugte organische Gemische, die überwiegend aus Kohlenwasserstoffen oder Sauerstoffverbindungen bestehen. Der Aggregatzustand ist halbfest bis hart. Bei Erhitzung wird Bitumen langsam flüssig. Überwiegend wird Bitumen zum Anmischen von Asphalten verwendet.

Bivalentes Kraftwerk
Kraftwerk, in dem alternativ zwei Primärenergieträger eingesetzt werden können, wie Kohle oder schweres Heizöl bzw. Gas oder schweres Heizöl.

Blasversatz
Versatzverfahren bei dem Nebengestein (Berge) in den ausgekohlten Hohlraum mit Hilfe von Druckluft pneumatisch eingebracht wird. Aufgrund der maschinellen Gewinnungseinrichtung ist eine Mindeststrebhöhe von 1,9 Metern erforderlich.

Blockheizkraftwerk
Kraftwerk, bei dem der Generator für die Stromerzeugung nicht von einer Turbine, sondern von stationären Verbrennungsmotoren angetrieben und das Kühlwasser sowie die Abgaswärme gleichzeitig zu Heizzwecken genutzt wird. Durch diese Kraft-Wärme-Kopplung werden Nutzungsgrade von über 80 % erreicht. Blockheizkraftwerke werden als kleinere Einheiten er...

Blockkraftwerk
Dampfkraftwerke, die aus einem oder mehren Einzelblöcken bestehen. In der Regel ist jeder Block eine geschlossene autarke Einheit.

Brandabdämmung
Spezielle Maßnahme bei der Brandbekämpfung. Das Setzen eines Branddammes soll den Zutritt von Sauerstoff zum Brandherd verhindern.

Braunkohle
Kohle, die schwächer inkohlt (siehe Inkohlungsgrad) ist als Steinkohle und deshalb weniger Kohlenstoff, dafür aber mehr Sauerstoff und Wasserstoff enthält. Der Heizwert deutscher Braunkohle, die zur Gruppe der Weichbraunkohle gehört, liegt zwischen 6,49 und 13 MJ/kg (1 550 und 3 100 kcal/kg). Hartbraunkohle hat ein etwas höheres spezifisches Gewic...

Braunkohlenkraftwerk
mit Braunkohle betriebenes Wärmekraftwerk. Aufgrund der relativ niedrigen variablen Kosten (Brennstoffkosten) werden die Braunkohlenkraftwerke in der Bundesrepublik Deutschland vor allem im Grundlastbereich eingesetzt.

Brennstoffe
Unterscheidung in natürliche oder durch Veredlungsprozesse gewonnene Stoffe zur Erzeugung von Wärmeenergie. 1) fossile Brennstoffe sind Kohle, Erdöl, Erdgas, Torf 2) nicht fossile Brennstoffe sind Kernbrennstoffe und Holz.

Brennwert (Ho)
angegeben in kJ/kg. Als oberer Heizwert wird die freiwerdende Verbrennungswärme bei der vollkommenen Verbrennung eines Brennstoffs bezeichnet. Im Gegensatz zum unteren Heizwert (Hu), bei dem die Verdampfungswärme des im Brennstoff vorhandenen und bei der Verbrennung gebildeten Wassers eingerechnet wird.

Brikett
aus Feinkohle mit oder ohne Bindemittel gepreßte Form, die vorwiegend im Hausbrand verwendet wird.

Bruchbau
wird das planmäßige Zubruchwerfen der Dachschichten in Folge des Abbaus genannt. Durch die Volumenvergrößerung des geschütteten Gesteins werden die durch den Abbau entstandenen Hohlräume verfüllt und dem Hangenden ein neues Auflager gegeben.

Bruchhohlraumverfüllung
Versatzverfahren bei dem in den ausgekohlten, zu Bruch geworfenen Raum ein selbstabbindender Baustoff hydraulisch eingepreßt wird. Verwendet werden Reststoffe der Aufbereitung, Aschen und feingemahlene Berge.

Bruttostromverbrauch
im Vergleich zum Nettostromverbrauch sind hier der Eigenverbrauch der Stromerzeugungsanlagen, der Pumpstromverbrauch sowie Leitungsverluste enthalten.

Bundesberggesetz (BBergG) vom 13. August 1980
am 1. Januar 1982 aufgrund der Gesetzgebungskompetenz des Bundes in Kraft getreten. Es verfolgt folgende Ziele: - Neuabgrenzung des Geltungsbereiches des Bergrechts, - Neuordnung und Bereinigung des Bergrechtsamtwesens durch ein Konzessionssystem mit Feldes- und Förderabgaben, - Anpassung der Mittel zur Betriebsregelung und Überwachung Betriebspla...

Bundesimmissions- Schutzgesetz
am 1. April 1974 in Kraft getretenes Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. Es stellt das rechtliche Instrumentarium für Immissionsschutzmaßnahmen des Bundes dar. Verordnungen der Bundesregierung und Immissionsschutzgesetze der Länder ergänzen und konkretis...

Bunker
Sammelbehälter zur Lagerung von Stoffen, beispielsweise von Energieträgern. Natürliche Bunker sind Kavernen. Als Bunker werden aber auch Tanks und Grubenräume im Bergbau unter Tage bezeichnet, in denen die gewonnene Förderung gespeichert wird.

Clean-Coal-Technologie
Technologien, die eine besonders umweltverträgliche Nutzung der Kohle gewährleisten, z:B: Wirbelschichttechnik, Druckkohlenstaubfeuerung.

Cracken
Spalten größerer und schwererer Kohlenwasserstoffmoleküle in kleinere und leichtere, wie schweres Heizöl in Benzine oder Gasöle oder Spaltung von Benzin zur Herstellung von Gasen. Je nach Verfahren unterscheidet man: Thermisches Cracken: durch Anwendung hoher Temperaturen und unter Druck. Thermische Crackanlagen: werden vorwiegend zum Cracken leic...

Dampf
Gas, das sich leicht verflüssigen läßt (zum Beispiel Wasserdampf). Erhitzt man eine Flüssigkeit unter konstantem Druck, so dehnt sich diese aus, wobei die Temperatur bis zum Erreichen der Siedelinie ansteigt. Hier beginnt die Flüssigkeit zu sieden. Bei weiterer druckkonstanter (isobarer) Wärmezufuhr bildet sich immer mehr Dampf (Gas), wobei die Te...

Dampfkessel
geschlossener Behälter oder Rohranordnung, in der Dampf von höherem als atmosphärischem Druck erzeugt wird.

Dampfkraftwerk
Anlage zur Erzeugung elektrischer Energie, wobei als Arbeitsmedium für die Wärmekraftmaschine (Turbine) meist Wasserdampf dient. Hierbei wird die Energie des Primärenergieträgers zur Erzeugung von Wasserdampf genutzt, dessen Wärme in einer Wärmekraftmaschine in mechanische Energie umgewandelt wird. Diese dient über einen Generator direkt zur Erzeu...

Dampfturbine
von Wasserdampf (Dampf) durchströmtes Aggregat, in dem die Energie des Dampfes in Rotationsenergie umgewandelt wird. Druck und Temperatur des einströmenden Wasserdampfes betragen nach heutigem Stand der Technik maximal 250 bar und 540 °C. Dadurch ist der Wirkungsgrad des Dampfkraftwerkes auf maximal etwa 40 % begrenzt. Nach dem Druck, mit dem der ...

Deckgebirge
Gesteinsschichten oberhalb des Steinkohlengebirges.

Diffusion
Vermischung von Gasen aus verschiedenen Räumen, auch bei Kohlenentgasung.

EGKS
Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (auch: Montan-Union). Die EGKS wurde am 18.4.1951 gegründet. Gründungsmitglieder der EGKS sind neben Deutschland Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten. Ziel der EGKS war es, für die Erzeugnisse der Montanindustrie einen gemeinsamen Markt zu errichten, d.h. einen Markt ohne Binnengrenzen und ohne D...

Eierkohlen
siehe Briketts

Einschienen- Hängebahn
Kurzbezeichnung EHB, Transportmittel für Material und Personen, das an einem aufgehängten Schienenstrang geführt wird. Die Lasten können durch Seil- oder Eigenantrieb (Dieselhydraulik, Batterie) bewegt werden.

Einschienenhängebahn
Kurzbezeichnung EHB, Transportmittel für Material und Personen, das an einem aufgehängten Schienenstrang geführt wird. Als Antrieb kann eine stationäre Winde (Haspel), mit dessen Hilfe ein Seil bewegt wird, oder im Direktantrieb Elektro-Batterie- oder Dieselantriebe eingesetzt sein.

Einziehschacht
Schacht, durch den Frischwetter in ein Grubengebäude einziehen.

Elektroden-Anthrazit
Anthrazitkohle, die wegen des geringen Ascheanteils von 2 bis 3 % zur Herstellung von Elektroden geeignet ist.

Elektrofilter
dient zur Abscheidung von Feinstaub aus Gasen bei Temperaturen bis etwa 200 °C. Zwischen zwei Elektroden wird ein elektrisches Feld aufgebaut. Staubteilchen, die durch dieses Feld strömen, werden negativ geladen und wandern zu einer Niederschlagselektrode. Dort werden sie wieder entladen und lösen sich aufgrund der Schwerkraft ab. Durch Einsprühen...

Emission
an die Umgebung abgegebene Stoffe (Staub, Gase, Dämpfe, Stickoxide, Schwefeloxide, radioaktive Stoffe), die bei verschiedenen Prozessen (Herstellung, Verarbeitung, Verbrennung) entstehen.

Endenergieverbrauch
Verbrauch von Primär- und Sekundärenergieträgern beim Endverbraucher (Industrie, Verkehr, Haushalte und Kleinverbraucher). Der Endenergieverbrauch läßt sich zahlenmäßig aus dem Primärenergieverbrauch nach Abzug von Verbrauch und Verlusten im Energiesektor und des nichtenergetischen Verbrauchs ermitteln. In der Bundesrepublik Deutschland macht der ...

Energie
Fähigkeit, Arbeit zu leisten oder Wärme abzugeben. Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden; sie kann nur ihre Erscheinungsform ändern. So wird zum Beispiel im Kraftwerksprozeß die im eingesetzten Brennstoff gebundene Energie zunächst in Wärme und dann in elektrische Energie umgewandelt. Dabei kann aus thermodynamischen und verfahrenstech...

Energiebilanz
tabellarische Darstellung des Aufkommens und der Verwendung aller Energieträger in einem bestimmten Wirtschaftsraum pro Periode nach festgelegtem Schema. Für die Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen seit 1950 jährlich eine Energiebilanz.

Energieflußdiagramm
grafische Darstellung des Energieflusses vom Energieaufkommen bis zum Verbleib. (siehe Energiebilanz)

Energiekosten
1. Kosten, die bei der Gewinnung und Zur Verfügungstellung einer Energieeinheit entstehen. Bezugsgröße ist die entsprechende Maßeinheit: - bei Wärme in Joule - bei Elektrizität in Kilowattstunde - bei Treibstoffen in Litern Energiekosten sind ein Maß für die Wirtschaftlichkeit einer Energieanlage. 2. Gesamtkosten für die verwendeten Energieen. Dab...

Energieprogramme
Zusammenfassung der energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Zielvorstellungen und der darauf ausgerichteten Maßnahmen. Die Bundesregierung hat folgende Energieprogramme vorgelegt: 1. Das erste Programm wurde im September 1973 veröffentlicht. Ausgangspunkt der Programmüberlegungen war folgende Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in der B...

Energieverlust
diejenige Energiemenge, die bei der Umwandlung, dem Transport und dem Endverbrauch für die Nutzung verlorengeht. So muß für eine im Auto als Arbeit genutzte Energieeinheit etwa die 14fache Energiemenge (Rohöl) aufgewendet werden.

Energievorkommen
geologische Energierohstoffe in der Erdkruste. Im Gegensatz zu Energievorräten sind wirtschaftliche Aspekte nicht berücksichtigt.

Energievorräte
in der oberen Schicht der Erdkruste insgesamt vorhandene Energierohstoffe (Primärenergieträger). Neben dem Begriff Energievorräte werden häufig die Begriffe 'Energieressourcen' und 'Energiereserven' verwendet. Dabei besteht bislang jedoch keine Übereinstimmung über deren Definition. Eindeutiger ist die Unterteilung der Energievorräte in - geologis...

Entgasung
Entzug von Gas, das in festen oder flüssigen Stoffen gebunden ist, ohne dabei das Gefüge des Stoffes durch chemische Reaktion zu verändern.

Erdgas
in natürlichen Lagerstätten vorkommende gasförmige Kohlenwasserstoffverbindungen. Je nach Zusammensetzung ist der Heizwert des Erdgases unterschiedlich (siehe Tabelle) Erdgaslagerstätten sind wie die Erdöllagerstätten an die großen Sedimentgebiete der Erde gebunden. Sie entstehen durch Ablagerung und anschließende anaerobe (sauerstoffreie) Umwandl...

Erdgaskraftwerk
mit Erdgas befeuertes Wärmekraftwerk. Erdgaskraftwerke können als Dampfkraftwerk und Gasturbinenkraftwerk ausgeführt sein. Während die Dampfkraftwerke entsprechend der Jahresnutzung zur Grund- oder Mittellastdeckung eingesetzt werden, dienen die Gasturbinenkraftwerke zur Deckung der Spitzenlast.

Erdgasspaltung
mit Hilfe thermischer und katalytischer Verfahren läßt sich Erdgas in Gasfraktionen spalten und als chemische Rohstoff (Synthesegas) einsetzen.

Erdwärme
geothermische Wärme.

Erdöl
Gemisch verschiedenartiger flüssiger Kohlenwasserstoffe mit unterschiedlichen Anteilen an Stickstoff-, Sauerstoff- und Schwefelverbindungen. Erdölvorkommen sind wie Erdgaslagerstätten an die großen Sedimentgebiete der Erde gebunden. Öl deckt 1994 mit rund 4,5 Mrd. t SKE rund 44 % des Weltenergiebedarfes, obwohl sein Anteil an den gesamten Vorräten...

Erdölgas
zusammen mit Erdöl aus gemeinsamen Lagerstätten gefördertes (siehe Erdgas)

Erdölverarbeitung
zur Herstellung marktgängiger Mineralölerzeugnisse wird das Rohöl in Raffinerien verarbeitet. Es gibt Raffinerien, die im wesentlichen nur für die Herstellung von Kraftstoffen (Vergaser- und Dieselkraftstoffe) und Brennstoffen (Heizöl) ausgelegt sind. Moderne Raffinerien (Vollraffinerien) sind für die Produktion sämtlicher Mineralölerzeugnisse aus...